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Up Topic Sonstiges / DER REST / Dune 2021
- - By Winston Date 21.09.2021 - 11:20
Sonntag gesehen (2D, synchronisierte Fassung). Lässt mich irgendwie zwiespältig zurück.

Beeindruckende Bilder, eine Erzähl Struktur die sich Zeit lässt sind für mich definitiv positive Punkte.

Blasse Darsteller (von Bardem mal abgesehen) aus der Instagram Generation für flache Charaktere (OK, das liegt an Herberts Vorlage. Die bietet einfach nicht mehr) und die ewig in die Länge gezogenen Einstellungen um die 2 1/2 Stunden zu füllen sehe ich eher negativ (ich habe mindestens in den letzten 45 Minuten andauernd auf die Uhr geschaut).

Ein (kommerziell) gewagter Schritt noch dazu erst mal nur einen "halben" Film zu liefern, in der Hoffnung, dass genug Leute mehr sehen wollen.

Komischer Film. Muss ich wohl noch mal sacken lassen.
Parent - By Astmeister Date 21.09.2021 - 11:37
Mit dem hatte ich auch schon geliebäugelt. Danke für die Kommentare.
Ich hab gestern die erste Hälfte des neuen Suicide Squad geguckt. Wer sich total unkonventionellen Wahnsinn geben will, sollte den mal anmachen. Da werden keine Gefangenen gemacht. :-)
Parent - - By DeForestKelley Date 21.09.2021 - 23:48
Bei mir war die Vorfreude auf «Dune» riesig, endlich mal wieder ein SciFi-Film auf der grossen Leinwand, und was soll ich sagen, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, ich habe den Film letzten Freitag in der Originalvertonung gesehen und ich bin absolut begeistert.

Die Optik ist super beeindruckend, alles ist sehr haptisch und hat nicht diesen flachen, effektüberladenen «Nokia-Look», den viele kontemporäre SciFi-Filme leider haben. Dazu trägt der grossartige Soundtrack die atmosphärischen Bilder ungemein. Dudelsackmusik in einem SciFi-Film? Das habe ich vorher noch nie gehört, konnte es mir nicht vorstellen, habe es am Anfang verwirrend gefunden und dann nur noch genossen, als ich immer mehr das Gefühl hatte, dass das nicht nur funktioniert, sondern richtig cool ist.

Die Schauspieler:innen haben mir grösstenteils auch sehr gefallen, allen voran Rebecca Ferguson, die alle an die Wand spielt, und Stellan Skarsgård, der gerne mehr Zeit auf der Leinwand hätte haben dürfen. Timothée Chalamet mag ich («The King»!), aber je länger ich ihn sehe, desto mehr habe ich den Eindruck, dass er nicht so wandlungsfähig ist. Auf Jason Momoa hätte ich verzichten können, der ist auch irgendwie immer gleich, aber dafür liefern Oscar Isaac, Josh Brolin und Javier Bardem mehr als solide Performances. Aus Zendaya werde ich noch nicht schlau. Ich habe sie zum ersten Mal bewusst gesehen und sie hatte ja kaum Leinwandzeit, wird aber in einem eventuellen zweiten Teil eine tragende Rolle spielen.

Das Tempo des Films fand ich auch super, Denis Villeneuve nimmt sich immer Zeit für ruhige Momente, was dem heutigen Trend zu völlig überladenen Filmen, wo ständig etwas um der Action willen geschieht, auf ganz angenehmen Art und Weise zuwider läuft. Mir war keine Sekunde langweilig, ich hätte noch zwei bis drei Stunden länger schauen können.

Die grösste Schwäche des Films ist für mich die Grundgeschichte. Ich weiss, dass das Buch von Frank Herbert super komplex und vielschichtig ist und dass es schwierig ist, das in einem Film umzusetzen (Stichwort «unverfilmbar»). World-Building kann der Mann. Und darin liegt die Faszination. In der Ausgestaltung der Welt. Die Geschichte an sich ist dann aber in meinen Augen nicht soooo spannend und zum Teil – gerade in der Nachgeschichte zu Dune – passieren in diesem Universum Dinge, von denen ich nicht nachvollziehen kann, warum der Autor diese Entwicklungsentscheidungen getroffen hat. Das ist aber auch Jammern auf hohem Niveau. Im Vergleich zum Drehbuch von «Star Wars: The Last Jedi» ist das natürlich eine sackstarke Geschichte…^^

Fazit:
Für mich war es das fesselndste und in diesem Sinne schönste Kinoerlebnis, seitdem ich 2001 «Der Herr der Ringe – Die Gefährten» gesehen habe. «Dune» hat mich absolut eingesogen und ich war traurig, als er am Ende war. Allen, die überlegen diesen Film zu sehen, kann ich nur absolut empfehlen, ihn im Kino zu sehen. Es ist ein Filmspektakel für die grosse Leinwand.
Parent - - By Winston Date 22.09.2021 - 11:10

>Im Vergleich zum Drehbuch von «Star Wars: The Last Jedi» ist das natürlich eine sackstarke Geschichte…^^


Da legst Du die Latte aber auch arg tief ;).

Im Nachgang denke dass meine meisten Reibungspunkte mit der eher schwachen Charaktergestaltung und den Handlungsschwächen (Dune zählt für mich persöhnlich zu den am meisten überschätzten Romanen der SF Geschichte) von Herberts Original zusammen hängen und dem Versuch Villeneuves zu viele Nebenhandlungen mit rein zu nehmen. Handlungsstränge die schon im Roman nicht funktionierten (Dr. Yueh Motiv, Hallecks Hintergrund etc.) werden irgendwie halbherzig mit geschleppt und dehnen den Film imo unnötig. Andere Aspekte (Sardaukar) werden angedeutet, bleiben aber irgendwie in der Luft hängen.
Möglicher Weise ist aber auch das Medium (Kino)Film einfach schlecht gewählt. In einem Serienformat hätte man mehr unter bringen können.
Die Bilder sind jedoch fraglos einzigartig und das Design ist stimmig und wirklich fantastisch. Nur reicht mir persönlich das für 2/15 Stunden einfach nicht.
Parent - By DeForestKelley Date 22.09.2021 - 15:37

>Da legst Du die Latte aber auch arg tief ;).


Beabsichtigter Weise!^^ Was soll mensch auch anderes sagen, wenn heute 100e Millionen Dollar für Projekte mit so schwachen Plots vergeben werden… ;-p

>Im Nachgang denke dass meine meisten Reibungspunkte mit der eher schwachen Charaktergestaltung und den Handlungsschwächen (Dune zählt für mich persöhnlich zu den am meisten überschätzten Romanen der SF Geschichte) von Herberts Original zusammen hängen und dem Versuch Villeneuves zu viele Nebenhandlungen mit rein zu nehmen.


Ich muss gestehen, dass ich nur die Hälfte des ersten Buches gelesen habe, und das vor ca. 20 Jahren. Das meiste Wissen habe ich aus Fanblogs. Auf Basis dieses erworbenen gefährlichen Halbwissens teile ich Deine Meinung, was die Überschätzung des Romans angeht. Wobei auch angemerkt sein muss, dass Villeneuve sich ja auch nicht zu 100 Prozent an die Vorlage hält.

Was das Format angeht, so sehe ich mit Blick auf die Buchvorlage bei einer Serie (die es Anfang der 2000er ja auch gab) keinen grossen Mehrgewinn. Der Kinofilm hat zumindest das Potential, all die Optik und Akustik auszuspielen, was in meinen Augen voll gelungen ist. Und manchmal geht es ja auch um genau das, das volle Erleben mit allen Sinnen. Für intellektuell fordernden Stoff lese ich ein Buch oder schaue eine Dokumentation oder eine Biographieverfilmung. «Der Herr der Ringe» ist ja nun auch nicht die anspruchsvollste Geschichte, die jemals geschrieben und verfilmt wurde, trotzdem war es für mich eines meiner einprägsamsten Kinoerlebnisse. Und da reiht sich «Dune» für mich persönlich ein. :-)
- - By Fjodor Karamasow Date 22.09.2021 - 14:10
Ich schau den Film morgen und gebe dann auch meine Rückmeldung. Hab rechtzeitig zu lesen aufgehört um Spoilerfrei zu bleiben XD
Parent - - By Fjodor Karamasow Date 24.09.2021 - 08:27
Zu meiner Schande muss ich ja gestehen, dass ich die Bücher bisher auch nicht gelesen habe. Dune ist mir das erste mal untergekommen mit dem RTS-Spiel Dune 2000 und die damit verbundenen Hintergrundvideos und Infos. Die Bene-Geserit, Atreides, Harkonnen und Sardukar waren daher keine völlig Unbekannten. Daher kann ich zur Umsetzung und Nähe zum Buch nicht viel sagen, aber ich hab mich in den bisherigen 153 Minuten kein Mal gelangweilt. Ich kann mir Arrakis auch 2 Stunden lang mit Ornthopter-Überflug anschauen.

Kostüm, Bild und Musik richtig gut, der Film will im Kino gesehen werden mit richtig Dampf auf den Lautsprecherboxen. Ich hätte gestern um 23:40 Uhr beim Abspann auch gut noch für mehr sitzen bleiben können.

Bei allem "Scharmützel" und kriegerischen Handlungen bin ich mal froh einen Science-Fiction Film gesehen zu haben, der nicht von Dystopie geprägt ist, sondern die Menschen es mal geschafft haben, unsere kleine Kugel nachhaltig zu verlassen. Auch deswegen freue ich mich sehr auf die Foundation-Serie.
Parent - - By Archon Cthulhu Date 24.09.2021 - 18:58

>der nicht von Dystopie geprägt ist, sondern die Menschen es mal geschafft haben, unsere kleine Kugel nachhaltig zu verlassen.


Es braucht einfach einen Imperator und Adelshäuser an der Macht.
Parent - - By Squirrel Date 25.09.2021 - 13:12
Jain, die Erde hat im Dune Universum einfach keinen Belang mehr. Ist meines Wissens nach ziemlich arg verwüstet, und wurde nie wieder richtig aufgebaut.
Parent - - By Winston Date 25.09.2021 - 14:35

>und wurde nie wieder richtig aufgebaut.


Wurde im Jahr 13.402 (vor der Gilde, ca. das Jahr 3.000 nach unserer Zeitrechnung) nach dem Zusammenprall mit einem Planetoiden verwüstet und lediglich als Park Welt wieder aufgebaut (Enzyklopädie des Wüstenplaneten, Band 1, Seite 9).
Parent - - By Squirrel Date 25.09.2021 - 15:31 Edited 25.09.2021 - 15:42
Grad nochmal nachgeguckt. Anscheinend wurde die Erde durch einen Atomkrieg, während Butlers Dshjihad, (zum erstenmal ???) verwüstet.
Parent - - By Winston Date 25.09.2021 - 16:33
Dann lügt meine Enzyklopädie wohl ;).
Naja, das Buch ist fast 40 Jahre alt...
Parent - By Squirrel Date 25.09.2021 - 16:59
Na ja Es gibt halt Canon und Legenduniverum. Wie bei Star Wars. Manche Bücher werden von gewissen Fans anerkannt manche nicht, und andersrum. Und es ist ja nicht so das Dune eine leicht verständliche Geschichte hätte. ????
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