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Up Topic Clubs und Co. / 40k Spielertreff Hamburg / Schlundwelten - Der Konvent der St.Ethyna (locked)
- - By O.v.Altenmark (Imperialer Propaganda-Minister) Date 25.10.2020 - 23:45 Edited 26.10.2020 - 14:59


Die Ceramitstiefel der Servorüstungen der drei Sororitas pochten bei jedem  ihrer Schritte, gedämpft von den kunstvollen, mit reicher Ornamentik geknüpften Teppichen, als sie den Kardinalspalazzo in Gogelos Primus betraten, der Hauptstadt der Schreinwelt Gogelos im Grimhil-System… einen der unzähligen, vor barockem Prunk überquellenden Prälaten-Paläste der gogelosischen Synode. Säulen und Wände aus schwarzweiß geädertem Marmor. Fresken. Kunstvolle Reliefs. Statuen. Gewölbe mit Deckenmalereien. Banner und Teppiche aus kostbaren Stoffen. Goldene Käfige, in denen seltene Vögel von Planeten aus dem ganzen Sektor saßen. Möbel aus wertvollen Hölzern, reich beschnitzt. Der Schall von heiligen Chorälen aus den bionischen Kehlen von Chorservitoren. Und der süßliche Geruch teurer Parfüme, vermischt mit dem ehrwürdigen Weihrauch, den umherflatternde Thurifer-Cherubim aus silbernen Weihrauchfässern in den Gewölben verteilten. Die Prachtentfaltung des Kardinals kannte keinerlei Grenzen, dafür dass ein einzelner Hohepriester auf der Schreinwelt nur verschwindend geringe Macht hatte. Selbst profane und sogar unzüchtige Motive fanden sich in der versammelten Kunst, und Principalis Isabella unterdrückte mühsam ihre Wut, die zu kultivieren und kontrolliert zu entfesseln die Sororitas des Ordens der blutigen Rose schon im Noviziat gelehrt wurden.
Kardinal Odo d‘Altunmarque, eine voluminöse, verschwitzte Gestalt in goldenen liturgischen Gewändern mit der ekklesiarchalen Mitra seines Standes auf dem Kopf, erhob die fette Hand mit dem prunkvollen Amtsring, zurückgelehnt auf dem Thron seiner Residenz sitzend, in der anderen Hand einen goldenen Weinkelch. Principalis Isabella verneigte sich und küsste den Ring, wie es der Gehorsam gebot. Ihr stechender Blick dabei wanderte von den in sakralen Roben am Fuß des Kardinalsthrons lungernden Akolythinnen hinauf und traf denjenigen des Kardinals, der ihm nicht standhielt und dies mit einem leisen, hoffärtigen Lachen zu überspielen suchte. Gerüchten zufolge führte der Kardinal an manchen Tagen seine Amtsgeschäfte von seinen Privatgemächern aus, in seiner goldenen Badewanne sitzend, von seiner jungen, ausschließlich weiblichen Akolythenschaft bedient, gepflegt und unterhalten mit Gesang, Tanz und… exotischeren Künsten.

„Willkommen, Schwester… in meiner Residenz.“ sagte d‘Altunmarque mit quäkender Stimme.
„Der Orden der blutigen Rose folgt dem Ruf der gogelosischen Synode, Eminenz!“ erwiderte die Principalis fest.
„Oh, es ist nicht so sehr die Synode, die Euch gerufen hat...“, sagte der Kardinal, und nahm einen Schluck Wein. Der zornige Blick der Principalis nahm einen fragenden Ausdruck an.
„Ich bin es, der Eure Dienste sucht, Schwester Principalis… ich und das Imperiale Sektorkommando.“ Er räusperte sich, und die fetten, schweißnassen Finger seiner Linken kratzten über seine brokatbedeckte Wampe.
„Mir ist bekannt, dass Euer Orden schon lange die Einrichtung einer Garnison auf dem Planeten anstrebt, doch stets von der Synode daran gehindert wird. Der Glaube meiner Amtsbrüder ist, es betrübt mich zu sagen, nicht so rein, wie es ihre hohen Ämter erwarten lassen… und sie verlassen sich lieber auf den Schutz der Imperialen Armee und Flotte, in der Furcht, dass Euer Orden in ihrem Amtsbereich zu große Macht ausüben könnte…“
Oh, Principalis Isabella war sich sicher, dass das zutraf. Wie vielerorts war die örtliche Synode auf Gogelos viel mehr mit kleinlicher Politik befasst als mit Fragen des Glaubens. Und das Adepta Sororitas, das dem direkten Kommando der Ekklesiarchie weitgehend entzogen war durch seine Doppelfunktion als militärischer Arm sowohl des Ministorums als auch des Ordo Hereticus, war ein unabhängiger Faktor, den manche Synoden bei ihren intriganten Spielereien als störend empfanden. Doch auch wenn dieser Kardinal sich anders als das geben wollte, überführte ihn sein dekadenter, verdorbener Lebensstil.
„Es war ein Konvent des bronzenen Kelches, der beim thranischen Kreuzzug hier das Martyrium erlitt. Ein ganzer Konvent! JEDER Orden des Adepta Sororitas würde einen neuen Konvent an den heiligen Stätten des Selbstopfers errichten, um die Gefallenen der Schwesternschaft zu ehren!“ sagte die Principalis. „Aber Eurer bekommt diese Chance… durch mich.“ Die Hände des Kardinals verschränkten sich über seiner Brust. „Das balticanische Sektorkommando möchte die Planeten dieses Subsektor besser gesichert wissen, seit der Zugang zum amphisbainischen Schlund in diesem System gefunden wurde…“ Wenn der Schlund, die Passage durch den Großen Riss ins Imperium Nihilus hinein, stabilisiert werden könnte, wäre dieser Subsektor plötzlich von enormer Bedeutung für das Imperium, das war Principalis Isabella vollkommen klar. Schon war dieser Subsektor bekannt geworden als die ‚Schlundwelten‘…
„Aber die Kräfte des Astra Militarums sind rar geworden bei all dem Krieg im Sektor und den nächsten zehn Umgebenden in jede Richtung…“. fuhr der Kardinal fort. „Ich könnte Euch gestatten, eine Kommandantur in meinem Amtsbereich zu errichten…“ „Die heiligen Stätten des Martyriums liegen nicht in Euren Gebieten, soweit ich Euren Amtsbereich kenne.“ Der Kardinal nickte lächelnd: „Das Sektorkommando überträgt Euch die Sicherung des Planeten und wird weitere Gebiete Eurem Schutz unterstellen, wenn sich Euer Orden als Beschützer des Grimhil-Systems und des Subsektors bewährt.“ Die Sororitas schaute ihn misstrauisch an: „Ihr wollt also, dass wir uns beweisen, bevor wir die Marterstätten übertragen bekommen. Die Synode hat uns über Jahre hingehalten. Was springt für Euch dabei heraus, dass Ihr den Konsens der anderen Kardinäle verlasst, Eminenz?“

„Allein die Stärkung des Glaubens durch Eure Präsenz, werte Schwester…“ beeilte sich d'Altunmarque zu versichern. Der Kopf der Principalis hob sich langsam, ohne dass sie den Kardinal aus dem zornig glühenden Blick ihrer Augen entließ. Dann, nachdem sie abgewartet hatte, bis sich dem fetten Prälaten die Nackenhaare aufstellten, fauchte sie ihn plötzlich an: „ICH LASSE MICH NICHT MIT PLATTITÜDEN ABSPEISEN!“
Der Kardinal war zusammengefahren, hatte seinen Weinkelch auf den Boden fallen lassen und brauchte sichtlich ein wenig, um sich zu sammeln, bevor er ziemlich kleinlaut antwortete. „Es gab Zeiten während der Erschließung des Subsektors, da war mein Kardinalsstuhl einer von ganz wenigen. Das war, bevor Eure Schwestern vom bronzenen Kelch das Martyrium hier erlitten und Gogelos zu einer Schreinwelt wurde. Zu Beginn stand meinen Vorgängern wenigstens noch der Vorsitz der Synode zu… Jetzt gibt es hier jeden Steinwurf weit einen Kardinal oder Erzbischof, der schaltet und waltet wie ihm lieb ist, und die Synode ist in der Hand von Kleinkrämern, geführt von einem Intriganten, dessen Rechte viel weniger alt und ehrwürdig sind… meine Hoffnung ist, dass die Präsenz Eurer Kräfte unter meiner politischen Protektion Euer Ziel erreicht, die Errichtung eines Klosters an den Stätten der Marter… und für mich eine Wiedereinsetzung der alten Privilegien meines hohen Amtes…“

Das also war der Grund, dass der Kardinal sie gerufen hatte. Er rief den Orden der blutigen Rose in seinen Amtsbereich und gab ihm eine Perspektive auf eine Kommandantur an heiliger Stätte. Dafür würden die Sororitas, wahrgenommen als seine Verbündeten, bei jeder Ausweitung ihres Schutzbereiches durch das imperiale Sektorkommando, auch seinen Einfluss in den Subsektor tragen und ihm ermöglichen, aus wertlosen und streitigen alten Ansprüchen durch die Macht des Faktischen eine Vormachtstellung unter den Kardinälen von Gogelos zu gewinnen. Eine größere Diözese. Vielleicht den Posten des Pontifex Mundi der Schreinwelt. „Es ist also ein politisches Bündnis zum beiderseitigen Vorteil, dass Ihr anstrebt, Eminenz“, stellte die Principalis trocken fest.
„Man könnte es so sagen, Schwester…“, gab der Kardinal zu. Principalis Isabella ließ einen Moment vergehen… Dann gab sie den Schwestern an ihrer Seite ein Zeichen. Der zischende Feuerstrahl eines Flammenwerfers setzte die Wandteppiche mit erotischer Kunst an der Westwand des Saals in Brand, und als der Kardinal ebenso aufsprang wie seine Akolythen-Gespielinnen, richtete die andere Schwester ihren Sturmbolter auf die Menge kreischender Huren und entfesselte einen donnernden Feuerstoß.
Principalis Isabella drückte den weiß angelaufenen Kardinal, dessen Gewand mit dem Blut seiner Akolythinnen besudelt war, in seinen Thron zurück und kam sehr, sehr nah, um ihre Botschaft an den Mann zu bringen: „Ihr habt Euer Bündnis, Eminenz… doch von diesem Ort aus wird nicht der Einfluss der Sünde sich ausbreiten, sondern der Reinheit und des Glaubens… wir werden dafür einstehen… dies ist ein Hurenhaus voller eitlem Prunk… und wir besiegeln unsere Allianz mit seiner Reinigung! Beichtet und bereut, um unter den Gerechten zu stehen, wenn die Blutige Rose ihr Urteil über die Schlundwelten spricht!“

Als die Todesschreie der Sünder überall im Palast verklungen waren und der in Brand gesteckte Berg profaner Kunst, den die Sororitas im Thronsaal aufgetürmt hatten, die Gewölbedecken des Palazzos mit schwarzem Rauch erfüllte, während seine Eminenz bei der Principalis eine lange und gründliche Beichte ablegte, konnte die Ausweitung des Einflusses des Kardinals beginnen…
Attachment: EkklesSororPrincipalis.jpg (45k)
Parent - - By Fjodor Karamasow Date 26.10.2020 - 10:33
Ich glaube Isabella und Agatha würden sich sehr gut verstehen :-)

https://forum.warhammerportal.de/topic_show.pl?tid=41954
Parent - By O.v.Altenmark (Imperialer Propaganda-Minister) Date 29.10.2020 - 22:32
Hehe, gut möglich. Was ist denn aus Agatha geworden seit ihren Gefechten gegen die Schwarmflotte Serpenta, ist sie inzwischen Lebende Heilige? :-)
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