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Up Topic Tabletop Spiele / Warhammer: Age of Sigmar / <|>Ruf der Titanengebeine III – Die Erzählungen<|> (locked)
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- - By Mythuor Date 02.06.2019 - 23:25
Beim letzten Ruf der Titanengebeine wurde ja eine bessere Organisation für die Geschichten gefordert, und das zurecht.

Nachfolgend könnt ihr deshalb eure Erzählungen und Geschichten zu euren Nominierungen in eurem eigenen Unterpunkt eintragen, damit sie ohne Unterbrechungen gelesen werden können.

Ich hoffe das verbessert den Genuß ;-)
Parent - By Mythuor Date 09.06.2019 - 08:22
Anscheinend traut sich keiner zu beginnen:-)
( Ja, ja, die Angst des Autors vor dem leeren Blatt ;-) )

Dann werde ich zumindest mal ein bisschen Struktur für meine Erzählungen aufbauen, vielleicht ist das ja ansteckend:-)
- - By Mythuor Date 09.06.2019 - 08:18
Morgurions Runjaskjo

(Geschichten ohne Punktgewinn:-) )
Parent - - By Mythuor Date 09.06.2019 - 08:24
Geschichten
Parent - - By Mythuor Date 09.06.2019 - 09:04
vor 5 Jahren
1.
Ängstlich blickten verweinte Augen aus einem Beutesack. Ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, sich in dem Sack zu verstecken? Aber sie hatte solche Furcht gehabt, als die beiden gepanzerten Riesen sich bekämpft hatten. Da alle abgelenkt waren, war sie schnell weggekrochen und hatte sich in den Sack geflüchtet. Zudem fühlte sie sich einsam, nachdem sie Isabella, ihre Puppe verloren hatte.
Irgenwann, nach viel Geschrei hatte jemand den Sack gepackt und anscheinend auf ein Schiff geschleppt. Dort war sie vor Schreck ganz still liegengeblieben und später anscheinend eingeschlafen. Eben als sie gerade aus dem Sack hatte kriechen wollen, da hatte sie Schritte gehört, die ganz in der Nähe stehengeblieben waren.
.....
Parent - By Mythuor Date 21.06.2019 - 00:51
2.
Atemlos und erstarrt vor Angst wagte sie sich nicht zu rühren. Nach einigen Minuten, die ihr wie eine ganze Ewigkeit vorkamen, entferten sich die Schritte wieder. Erleichtert stieß sie die Luft wieder aus, die sie unwillkürlich angehalten hatte. Vorsichtig schlug sie den Rand des Beutesackes zur Seite und spähte in das Halbdunkel des Laderaums. Was sie sah, waren unordentlich gestapelte Säcke und Kisten. Weiter vorne führten einige roh gezimmerte Stufen nach oben. Direkt neben ihr befand sich ein großes Holzfass, das an einen Balken festgezurrt war. Leise schlüpfte sie aus dem Sack, stellte sich auf die Zehenspitzen und warf einen Blick in das Fass. Es enthielt leicht brackig riechendes Wasser. Erst da bemerkte sie, wie viel Durst und Hunger sie hatte und sie schöpfte mit der hohlen Hand Wasser aus dem Behälter. Es war zwar warm aber es löschte zumindest ihren ärgsten Durst. Der Geschmack erinnerte sie an ihr heimatliches Fischerdorf und ihre Eltern und Geschwister. Dieser Gedanke beschäftigte sie so sehr, das ihr die Tränen in die Augen schossen und sie zu weinen begann.
Plötzlich packten sie rauhe Hände im Genick und an ihrer schlichten Kittelschürze, hoben sie hoch und schleppten sie an Deck des Schiffes.

Als sie mitten auf dem Schiffsdeck waren, stieß ihr Peiniger sie zu Boden und rief in einer rauh und brutal klingenden Sprache die anderen zusammen, welche johlend herankamen und einen Ring um beide bildeten. Furchterfüllt kauerte sich das Mädchen zusammen, während die Besatzung offensichtlich über ihr Schiksal diskutierte. Da sie nicht verstand was die barbarisch aussehenden Männer und Frauen sprachen war es um so schlimmer. Es schien zwei Lager zu geben, wie es weiter gehen sollte. Plötzlich kam aus einem lederbespannten Aufbau einer der Riesen, die sich in ihrer Heimat wegen ihr geschlagen hatten. Er zischte nur ein Wort, das sich wie "Arijoch" anhörte. Danach herrschte betretene Stille und nur ihr Fänger wollte noch aufbegehren. Da verengten sich die Augen des Riesen und er schlug dem Wiederborstigen so heftig die Faust unters Kinn, dass dieser über die Reling flog und im Meer versank. Dann gab er Anweisung, das Mädchen zu fesseln und wieder in den Schiffsrumpf hinabzuschaffen.

So begann der nächste Abschnitt im Leben eines kleinen Mädchens, das einst in einem beschaulichen Fischerdorf gelebt hatte, und dessen Bewohner es für tot hielten.
Parent - By Mythuor Date 25.06.2019 - 00:27
Vor drei Jahren
3.
Langsam umkreisten sich die beiden jungen Kontrahentinnen. Jurga wechselte den Opferdolch in die linke Hand, während sie die "Neue", wie das Mädchen aus dem Fischerdorf immer noch genannt wurde, mit einem taxierenden Blick beobachtete. Sie versuchte deren nächsten Schritt zu erraten, trotzdem kam der Stich aus der Hüfte völlig überraschend und sie konnte nur mit knapper Not zur Seite springen, was ihr jedoch einen tiefen Schnitt auf dem Handrücken eintrug. Dann musste sie erneut springen, um dem Fussfeger zu entkommen, der darauf folgte. So erfolgte Angriff auf Angriff, bis Jurga schließlich schwer Atmend in der Ecke der Übungsarena stand und ihr Ende erwartete, denn Meister Arijoch hatte einen Kampf bis zum Letzten angesagt. Die Neue holte aus , doch im letzten Moment drehte sie die Klinge und ließ den schweren Griff auf Jurgas Schläfe donnern, die wie vom Blitz gefällt zu Boden krachte.

Arijoch schüttelte den Kopf. Er war unzufrieden mit den Fortschritten von Pardona der 26. Das Mädchen aus dem Fischerdorf, dessen wahrer Name längst vergessen war, besaß immer noch entschieden zu viele Skrupel. Das musste sich in den nächsten Wochen noch ändern, sonst war sie nicht auf dem nächsten Blutfest zur ersten Stufe der Initiation fähig. So ordnete er an, dass sie erneut am nächsten Operritus vor dem neu errichteten Schädelaltar zu Ehren Khornes dienst tuen sollte.
Parent - - By Mythuor Date 22.08.2019 - 00:26
vor zwei Jahren
4.
Der große Tag stand bevor. Nachdenklich schwenkte die junge Frau den mit Blutwein gefüllten Orkschädel.

In einer Woche  würde  das Blutfest beginnen auf  dem sie die Weihen des Khorne erhalten sollte. So sehr sie sich auch danach sehnte, endlich ein vollwertiges Mitglied des Tempels zu werden, so hatte sie doch Bedenken. Nicht was das Ritual oder ihre Eignung betraf, nein, da war sie sich sicher. Was ihr Sorgen bereitete waren Gerüchte über das Schiksal ihrer Vorgängerinnen, schließlich war sie bereits die 26. Pardona des Tempels. Wen sie auch fragte, niemand wollte oder konnte ihr Auskunft erteilen. Auch Meister Arijoch hüllte sich zu diesem Thema in Schweigen. Allerdings hatte sie dies und jenes Aufgeschnappt, was nahelegte, dass das Ende ihrer Vorgängerinnen nicht gerade angenehm gewesen war. Das wollte sie für sich keinesfalls akzeptiert. Vieleicht gab es doch eine Methode, Herrin des eigenen Schicksals zu bleiben, aber da auch dies mit einer gewissen Gefahr verbunden war, schwankte sie noch. Die Zeit wurde aber langsam knapp, und sie musste sich zu einer Entscheidung durchringen.

Hastig stürzte sie den mit Blut aromatisierten Wein hinunter, denn soeben schlugen die Schädelrasseln an und riefen sie zum Dienst. Nun, Morgen würde sie sich entscheiden, denn Arijoch würde sich ab Morgen zu einer dreitägigen vorbereitenden Reinigungs- und Jagdzeremonie zurückziehen.
Parent - By Mythuor Date 29.08.2019 - 00:56
Die Nacht war hereingebrochen und der Tempelbezirk des Khorne lag ruhig da, nur gelegentlich unterbrochen von einzelnen Kampfgeräuschen. Vorsichtig schlich eine schlanke Gestallt auf einen Seitenschrein zu. Etwas knackte und dann war ein leises Quietschen von rostigen Angeln zu hören. Kurze Zeit später huschte die Gestalt wieder davon, etwas mit sich tragend, das sie in einen Lumpen gehüllt hatte.

------------------------

Die Woche war im nu verstrichen, und nachdem Arijoch mit neuen Schädeln behangen, von seinem Reinigungsritual heimgekehrt war, hatte er alle auf Trab gehalten, um alles rechtzeitig für das hohe Fest des Korne und das Blutritual vorzubereiten. Es gab außer Pardona noch 63 weitere Initiaten, die daran teilnehmen würden. Wieviele davon lebend und geistig wohlbehalten das Blutfest hinter sich bringen würden, lag allein in Khornes Krallen.
Am Tag des Weiherituals wurden die Auserwählten von Tempelbediensteten mit komplexen Mustern aus Stierblut bestrichen und nur mit Lendenschurz und geweihtem Dolch in den Tempel vor den Opferaltar geführt. Dort wurden sie durch das Knochenorakel in Gruppen zu je 8 gepaart. Zunächst duellierten sie sich bis zum ersten Blut, wobei sich dort manche bereits als unwürdig erwiesen und sie hinausgejagt wurden. Danach wurden sie mit verbundenen Augen in die Nachthalle geführt. Was darin geschah, konnte niemand später beschreiben. Heraus klangen auf jeden Fall viele klagende Schreie, zorniges Schnauben und der intensive Geruch nach Blut. Nicht einmal die Hälfte der Hineingegangenen kam schließlich wieder zum Vorschein. Manche trugen Klauenspuren, andere waren sabbernde Wracks und bei wieder anderen hatte die Haut einen tiefroten Farbton angenommen. Insgesamt waren noch 16 Auserwählte übrig, die wieder vor den Opferaltar zitiert wurden. Darunter auch eine zufrieden wirkende Pardona. Als letze Zeremonie folgten noch die 8 Hiebe des Khorne. Dazu trat der Aspirant vor Arijoch der ihnen mit einer säureüberzogenen Klinge schmerzhafte Ritualwunden schlug, die sie ein Leben lang als Erwählte kennzeichnen würden. Auch Pardona wurde diesem Ritus unterzogen, und sie ließ es ohne Anzeichen von Schmerz über sich ergehen. Bevor jedoch Arijoch zur Abschlussrede ansetzen konnte, bückte sie sich blitzschnell und zog hiner dem Altar ein messingfarbenes Horn hervor. Die Anwesenden keuchten auf, denn sie erkannten alle das Horn des Khor'gul'ar, ein Artefakt, das einem der Helden der alten Sagas gehörte. Bevor noch jemand sie aufhalten konnte, stieß sich Pardona das Horn in die Stirn. Daraufhin zuckte ein Feuerroter Blitz aus dem Altar in das Horn und es verschmolz unauflöslich mit ihrem Schädelknochen. Der Schmerz der dadurch aufflammte, war fast zuviel für sie, und nur mit Mühe konnte sie sich aufrecht halten. Jedoch beendete sie ihr Vorhaben und sprach stockend zwar, aber klar verständlich den Dunklen Schwur, der sie aus allen Abhängigkeiten erlöste, sie aber gleichzeitig zu einer ewigen Wanderung im Dienste der dunklen Götter verdammte.
Morgurion, der dem Ritual im Hintergrund beigewohnt hatte, begann zweistimmig zu Lachen und applaudierte ihr. Er erhob sich und winkte sie zu sich her. Als sie herangetreten war,  beugte er sich nieder ,flüsterte ihr etwas zu und verlieh ihr den Ehrentitel einer Blutmaid. Daraufhin erhoben sich auch alle anderen Anwesenden, um sie zu ehren. Einzig Arijoch blickte mürrisch, da er sich wieder eine neue Pardona suchen musste.
Parent - - By Mythuor Date 09.06.2019 - 08:26
Kommentare
Parent - - By O.v.Altenmark (Imperialer Propaganda-Minister) Date 10.06.2019 - 20:27
;-)

Attachment: Startfarming.jpg - Start farming! (61k)
Parent - By Mythuor Date 10.06.2019 - 23:06
^_^
- - By Mythuor Date 09.06.2019 - 08:29
Da Mondfressas
Parent - - By Mythuor Date 09.06.2019 - 08:29
Geschichten
Parent - - By Mythuor Date 07.07.2019 - 01:10
1.
Zufrieden räkelte sich Rasputak in der bequemen, spinnenseidenen Hängematte, die er zwischen zwei Riesenpilzen aufgehängt hatte. Versonnen schaute er hinaus auf den großen unterirdischen See, dessen sanfte Wogen von einem angenehm fauligen Wind gekräuselt wurden. Lange hatte es gebraucht, bis er hier sein Domizil errichten konnte.
Energisch schnalzte er mit der Zunge, und aus dem dichten Pilzgestrüpp watschelte sein persönlicher Snotling mit einen ausgezeichneten Pilzbier heran.

5 Jahre war es jetzt her, das es ihn auf der Flucht vor dem Loonking hierher auf die Titanengebeine verschlagen hatte. Er hätte es wahrhaftig schlechter Treffen können. Eigentlich verdiente es die Geschichte, festgehalten zu werden. Daher schnappte er sich ein gerade vorbeihüpfendes Squig, murmelte einen Zauberspruch und verwandelte das sich heftig windende Wesen in ein Diktasquig. Er hielt kurz inne, räusperte sich und begann .....
Parent - By Mythuor Date 15.07.2019 - 12:47
zu sinnieren. Ja, alles was er bis hierher erlebt hatte, war denkwürdig und er würde es für alle Generationen nach ihm festhalten. Rasputak schlürfte nochmals einen Schluck Pilzbier und setze sich bequemer in die Hängematte.

Tja ... wie fing das damals alles an, überlegte er. Ah ja ... genau. Und dann begann er zu diktieren.

Nach der Schlacht am Nagelfelsen, wo die Chaosanbeter sich durch unseren Treck zur Modderschlucht gemetztelt hatten, verschlug es mich nach einigen Umwegen nach Ayadah.

Dort hörte ich Gerüchte darüber, daß ein neuer König unter den Gitzen wandeln würde, der immer genau das Erscheinen des Bös'n Mondes bestimmen konnte. Das war zu interessant, um nicht mal einen vorsichtigen Blick auf den aufstrebenden Knilch zu werfen. Nach einigem Suchen konnte ich, genial wie ich nun einmal bin, in Erfahrung bringen, wo sich seine Heimstatt befand. Unterwegs liefen mir Bumsfallara der Dreihörnige und seine Mondfressas in die Arme, denen ich duch große Versprechungen den Mund so wässrig machen konnte, das sie mich unbedingt eskortieren wollten, da sie auch ein Stück vom Mondkuchen abbeißen wollten. So zog ich, sicher begleitet von der Squiglawine zum schicksalhaften Schlägahaufen.

Nach wenigen Wochen, in denen ich noch zusätzliche Helfershelfer rekrutieren konnte, gelangten wir, fast ohne Ereignisse, in die Nähe unseres Zieles. Vorausschauend, wie ich nun einmal bin, bereitete ich zur Sicherheit mit Hilfe meinen Schamanenschädels für den Notfall ein spinnengetriebenes Sphärentor vor. Die Bewachung überließ ich Bumsfallara und dem größten Teil der Seinen.

Da Gerüchte zu mir gedrungen waren, daß Skragrotts Macht aus seiner Pilzkrone kommen würde, hatte ich mich dazu entschlossen, dem Vogel einen Zacken aus der Selbigen zu brechen. Denn eine Quelle der Macht war nienicht zu Schlecht oder zu Gefährlich, um nicht auch davon zu profitieren. Wie mein alter Lehrmeister immer sagte "Nichts ist besser als Pilzweisheit".

Für mein Abenteuer wählte ich nur zwei Squigherden, da sie wehrhaft genug waren, aber vor Ort nicht so auffallen würden, wie der Rest der Bande. Nachdem ich Blasbackes Herde an einer Reihe von Riesenpilzen im Randbezirk des Schlägahaufen positioniert hatte, begab ich mich mit Blechkopps Herde weiter ins Zentrum hinein. Dort konnte ich, nach kurzem Gemeuchel, den Geist eines ortsansässigen Grots dazu verpflichten, mir den Weg zu Skrgrots Gemächern zu weisen. So gelangte ich fast bis zum Ziel meiner Wünsche.

An einem Götzenbild des Bös'n Mondes ließ ich auch die zweite Herde zurück, um meinen restlichen Weg alleine fortzusetzen. Sobald ich in die Vorhalle gelangte, verabschiedete sich der Geiterführer mit einem leisen Plop, da sein Vertrag erfüllt war. Als ich dort jedoch um die riesigen Pilzsäulen lugte, kam ich zunächst ins Schwitzen. Da lümmelten vor dem Portal doch tatsächlich zwei riesige Dankhold Troggbosse und stützten sich auf Steinkeulen, die mindestens doppelt so hoch waren wie ich. Nun war guter Rat teuer. Nach intensivem Nachdenken kam mir, scharfsinnig wie ich nun einmal bin, ein passender Zauber in den Sinn. Ich kombinierte die Geste der Nachtwolke mit eingestreuten Schnarchnasenpilzsporen. Diese MIschung hatte wirklich umwerfenden Erfolg, denn als die Troggbosse in den Einlußbereich der vorwärtswabernden Wolke gerieten, kippten sie schlagartig aus den nicht vorhandenen Latschen.

Auf leisen Sohlen schlich ich mich an den gestürzten Riesen vorbei und öffnete vorsichtig das reich verzierte bronzene Portal, das die Beiden bewacht hatten.


...
Da entdeckte Rasputak, daß sei Haussnottling gerade das Abendessen auftrug und beschloß "Na schön, dann werde ich die Geschichte meiner Abenteuer später weiter diktieren". Nach dem er dem Winzling den obligatorischen Tritt versetzt hatte, setzte er sich hin zum schmausen.
Parent - By Mythuor Date 22.07.2019 - 12:59
2.
Nachdem Rasputak sein Pilzomelett verschlungen hatte, begab er sich zum Seeufer und suchte sich einen gemütlichen Platz, um weiterzudiktieren.

...wo war ich...ach ja...

Als ich das Portal geöffnet hatte, sah ich mich staunend um. Vor mir lag offensichtlich der Thronsaal, den sich der Git gebaut hatte. Rings um mich erstreckte sich eine riesige Halle, deren gewaltige Säulen nach oben in der Dunkelheit verschwanden. An den Wänden hingen überall Trophäen, die von den verschiedensten Völkern stammten. In Gedanken zog ich meine Kapuze vor dem Knaben. Er schien wirklich was auf dem Kasten zu haben und konnte mir wohl wirklich das Wasser reichen.

Vorsichtig durchquerte ich die Halle, in der sich hinter den dort wachsenden Pilzen eine ganze Armee hätte verbergen können. Als ich an einem aus gigantischen Knochen geschnitzten und mit einer Treppe, sowie einem dicken Sitzkissen versehenen Thron vorbeischlich, entdeckte ich dahinter eine unauffällige Tür. Als ich diese leise öffnete und vorsichtig um die Ecke linste, sah ich, daß ich anscheinend seine Privatgemächer gefunden hatte. An den Wänden waren wunderbar modrige Teppiche mit verstörend schönen Motiven angebracht. Direkt vor mir befand sich eine Tafel und daran, offensichtlich schlafend, da schnarchend, saß Skragrott, mein ahnungsloses Opfer. Zufrieden mit meinem überlegenen Plan, huschte ich zu ihm hinüber. Dort rekte ich mich, um ihm einen seiner Pilze, den ich klar verdiente, aus der Krone zu brechen. Genau in diesem Moment öffnete er seine glühenden Augen und knurrte mit einem bösartigen Grinsen: "Mein lieber Rasputak, ich habe dich bereits erwartet. Ich bin erfreut, dich meinen Seherpilzen hinzufügen zu dürfen. Erschrocken wich ich zurück, sodaß ich dem Schlag mit seinem Zauberstab glücklich entkam. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie etliche Troggoths sich hinter den Wandbehängen herausschälten, um mich festzuhalten. Mit verzweifeltem Mut griff ich in die Winde der Magie und beschwor einen dichten Nebel, den ich mit Trugbildern von mir und gebundenen Geistern anreicherte.

Diese chaotische Mischung erlaubte mir letztendlich die Flucht aus dem Raum, was wieder zeigt, wie genial ich doch bin. Hinter mir hörte ich die Schreie meiner verwirrten Verfolger. Tja, wer mich erwischen will, der muß deutlich früher aufstehen.
Für den Moment war ich zwar gescheitert, aber noch war nicht aller Tage Abend. Geschwind zog ich mich zurück, wobei ich immer wieder von einer lästigen Fliege umschwirrt wurde. Da ich sie nicht loswurde, beschloß ich, sie zunächst zu ignorieren.

Kurz vor dem Treffpunkt mit Blechkopps Herde reduzierte ich meine Geschwindigkeit und lief langsamer. Man musste seine vorläufige Niederlage ja nicht gleich breittreten. Als ich jedoch näher zum Treffpunkt kam, stutzte ich. Über der Herde erhob sich ein riesiger drohender Schatten mit gigantischen Hörnern. Vorsichtig näherte ich mich im tiefen Schlagschatten des Götzenbildes. Ich traute meinen Augen kaum. Mitten in der Herde saß ein Gargant und spielte mit dümmlichen Grinsen mit einem Squig. Leise Pfiff ich wie ausgemacht und machte Blechkopp so auf mich aufmerksam. Langsam trottete er zu mir her, offensichtlich peinlich berührt über den ungewöhnlichen Herdenzuwachs. Nachdem ich ihn deswegen beruhigt hatte, was ihn fast noch mehr beunruhigte, erzählte er mir die folgende Geschichte...


Da stockte Rasputak mitten in der Erzählung.
Oh ich sehen gerade, der Aufgang des bösen Auges steht bevor. Ich glaube ich werde erst mal eine Kapuze voll Schlaf nehmen und mich für den Tag aufs Ohr legen. Am Abend werde ich aber weiter an meiner ruhmreichen Chronik feilen.
Parent - By Mythuor Date 01.08.2019 - 17:26
3.
Rasputak dehne und streckte sich, als er aus seiner Hütte in die Dämmerung trat. Die Nacht versprach, fabelhaft zu werden. Zufrieden ließ er sich auf der Bank vor seinem Zelt nieder und schnappte sich das Digtasquig. " Na dann will ich doch mal kurz die Ereignisse fixieren, die einen schlauen Kopf wie mich befähigten, mich in den Besitz eines Riesen zu setzten. Folgendes trug sich zu:"

Nachdem ich mich von der Herde getrennt hatte wartete die Gruppe zunächst angespannt auf meine Rückkehr, da diese sich aber verzögerte, brach bald Langeweile aus. Blechkopp lehnte gerade gelangweilt am Götzenbild und reinigte gerade seine Fingernägel mit einem rostigen Messer, als auf einmal der Boden anfing, zu beben. Die Squigs wurden unruhig, begannen zu knurren und witterten in alle Richtungen. Blechkopp spähte ins Halbdunkel und befahl seinem Hiwi für Ruhe zu sorgen. Dies gelang seinem Gehilfen Sabblgruz offensichtlich nicht. Plötzlich stampfte ein schwer gerüsteter Gargant um die Gangecke.

Als er der fremden Herde ansichtig wurde, pöbelte er los "Was habta in meinm Hölntrakt zu suchn? Da Loonking hat ma verprochn, dat ich hia in Ruh trinkn kann. Wenna nich macht, das a verschwind, dann hock ich mia uf euch druf un dann saita platt, dann gugt a abba."
Bedrohlich richtete der Riese sich auf. Langsam zurückweichend schob Blechkopp seinen Assistenten vor, um dieses Mißverständnis aufzuklären. Als dieser zitternd und stotternd vor dem Garganten stand, schlich sich einer der Squigs an Sabblgruz heran, sprang vor und verschluckte ihn mal wieder mit einem Happs. Da stutzte der Riese und fing an, vor Vergnügen laut zu Grölen. Derweil hatte der Squig sein Opfer vollgesabbert wieder ausgespuckt und schielte mit schräggelegtem Kopf zu dem Garganten hinauf. Der bückte sich und begann, den vorwitzigen Squig zu streicheln. Dem schien dies offensichtlich sehr gut zu gefallen. Wohlig bellend warf er sich auf den Rücken, damit der Riese, dessen Name sich später als Gilgamesch herausstellen sollte, ihn weiter kraulen konnte. Dies war auch die Situation, die ich vorfand, als ich meinen sicherheitshalben Rückzug zum Treffpunkt durchgeführt hatte.

Mit den Informationen und dem Ergebnis der Ereignisse vorläufig zufrieden, schaffte ich es, den einfach gestrickten Garganten als Bedeckung mit mir fortzulocken, denn man sollte jede Gelegenheit ergreifen, bekloppte Verbündete zu finden, die für einen die heißen Pilzköpfe aus dem Kohlenfeuer holen.


Apropos Pilze, schnüffelte Rasputak. Es liegt ein fantastischer Geruch in der Luft. Lautes Magenknurren erscholl.  Da grinste er und setzte sich in Richtung des Küchenzeltes in Bewegung, wo er sich ein ausführliches Frühstück abholen würde.
Parent - By Mythuor Date 31.08.2019 - 22:23
4.
Rasputak rieb sich genüsslich den Bauch. Das Frühstück war dermaßen lecker gewesen, da freute er sich schon auf das Mittagsmahl. Jetzt wurde es aber Zeit mal wieder etwas für die eigene Legende zu tun. Er klappte einen gemütlichen Liegestuhl aus Squigleder aus, setzte sich bequem hinein und begann ....

Nachdem ich den einfältigen Riesen auf mich eingeschworen hatte, sammelte ich meine Pappenheimer um mich. Ich wies sie energisch darauf hin, daß wir baldmöglichst die Randbezirke des Schlägahaufens erreichen sollten, wenn wir keinen großen Ärger riskieren wollten. Wie zur Bestätigung meiner Anweisung hörte man ein entferntes Rumoren und Schimpfen. Anscheinend hatte sich das Chaos gelichtet, das ich gestiftet hatte und jetzt suchte man nach mir.
Nachdrücklich drängte ich vorwärts, denn auch mit der noch unsicheren Unterstützung des Riesen wollte ich nichts riskieren. Ja, der schlaue Goblin baut vor und die besten Kämpfe sind die, die man in deutlicher Überzahl beginnt und daher auch gewinnt. In raschem Trab ging es duch den Schlägahaufen in Richtung des nächsten Treffpunktes.Trotz unseres raschen Vorankommens hatte ich ständig ein Gefühl, als würde mich irgendwer beobachten. Obwohl ich mich öfter verstohlen umblickte und auch magische Ausschau hielt, konnte ich nichts entdecken, sodaß ich es schießlich als Verfolgungswahn abtat.

Als wir endlich in die Nähe der zweiten Herde angelangt waren, hörten wir ein schauerliches Quäcken und Quietschen, das uns stocken ließ. Ich wies daher meine Gitze an, zurückzubleiben und schlich mich näher an die Riesenpilzkolonie heran. Je näher ich dem Treffpunkt kam, desto gausiger wurden die Geräusche, zudem begann auch noch zu allem Überfluß ein immer dichter werdender Nebel aufzuziehen. Als ich bei meinem Ziel ankam, konnte man kaum noch die Hand vor Augen sehen und ich meinte, springende Gestallten mit Schwänzen durch die Schwaden hüpfen zu sehen. So ging es eine ganze Weile, bis schlagartig eine tiefe Stille herrschte. Ich lauschte noch einige Minuten, als sich dann aber immer noch nichts getan hatte, rief ich leise nach Blasbacke. Der meldete sich auch prompt, sah aber sehr verschwitzt aus. Als ich ihn zur Rede stellen wollte, piff er einmal kurz. Da viel der Nebel in sich zusammen und drei Wesen wurden sichtbar, die ich eindeutig als Fimirkrieger der untersten Kaste identifizierte.

Als Blasebacke meine fragende Mine sah, begann er zu erzählen. Als ich mit den anderen weitergezogen war, hatte er es sich unter den Riesenpilzen bequem gemacht und begonnen, seine Squigdudel zu stimmen. Plötzlich waren die Fimire aus dem Unterholz herausgebrochen und er hatte schon gedacht, sein letztes Stündlein hätte geschlagen. Statt dessen hatten die drei ihn gebeten weiterzuspielen, da das sie an ihre verlorene Heimat erinnerte. Dem Wunsch war er nur zu gerne nachgekommen und sie hatten begonnen sich im Takt mitzuwiegen. Schließlich hatte einer der Drei auch ein merkwürdiges Instrument herausgenommen und hatte mitimprivisiert. So hatten sich alle vier in einen wahren Rausch gespielt, bei dem einer der Fimire auch einen der Nebelzauber gezündet hatte, über den ihre Art gemeinhin verfügt. Kurz und gut, die Zeit war mit Musik und Tanz wie im Fluge vergangen und erst vor kurzem war den lustigen Vier vor Erschöpfung der Saft ausgegangen. Nachdem ich die drei, etwas verloren herumstehenden Fimire eingehend gemustert hatte, fragte ich sie, wo sie herkämen. weitschweifig und jammernd erzählten sie mir ihre Geschichte, die kurz zusammengefast so lautete. Ihre Brutkönigin war verstorben und mit ihrem Ende war der Zusammenhalt des Nestes vergangen. Daher hatten sich die drei Kampfgeschwister auf den Weg gemacht, um eine neue Heimat zu finden. Das ließ mich aufhorchen und ich bot ihnen an, sich uns anzuschließen. Zunächst zauderten sie, aber als ich ihnen anbot daß sie auch ihre musikalichen Eskapaden ausleben durften, da schlugen sie ein. Zufrieden mit diesem Ergebnis mahnte ich alle zum Aufbruch, denn schließlich waren mir immer noch die Schergen des Loonkings auf den Fersen.
                                                                                               

Rasputak gähnte.....
Erzählen mit vollem Bauch machte sehr müde. Zeit für ein kleines Nickerchen fand er, um später gut ausgeruht weiter zu diktieren.
Parent - By Mythuor Date 31.08.2019 - 22:30
5.
Langsam erwachte Rasputak und streckte sich. Es war ein schönes, langes Nickerchen gewesen und er fühlte sich wieder frisch und tatendurstig. Ein Blick nach oben zeigte ihm, daß bis zum mitternächtlichen Mittagsmahl noch genug Zeit war, um seine Geschichte weiter zu spinnen. Daher setzte er sich wieder bequemer in den Squigliegestuhl und setzte an...

Nachdem ich mit den Fimiren handelseinig geworden war, drängte ich zum Aufbruch, denn ich hatte nicht vergessen, daß mir die Schergen des Loonkings auf den Fersen waren, auch wenn ich sie zwischenzeitig hatte abschütteln können. Außerdem hatte ich immer noch das seltsamme Gefühl, von übelwollenden Augen ständig beobachtet zu werden.

Ohne große Zwischenfälle, von gelegentlich geschluckten Hiwis und entsprechenden Lachanfällen von Gilgamesch abgesehen, verließen wir den Machtbereich des Schlägahaufens. Nun trabte ich mit meinen Gitzen in die vor uns liegende Ebene hinaus, wobei ich die Richtung der vor uns liegenden Berge einschlug, in denen meine Rückversicherung in Form des spinnengetriebenen Tores auf mich wartete. Als ich mich auf einem Hügel wiedereinmal umdrehte, weil ich erneut ein starkes Gefühl des Beobachtet werdens hatte, sah ich in der Ferne eine große Staubwolke aufsteigen, da wußte ich, das ich dringend eine Luftveränderung brauchte. Hastig trieb ich mein Grüppchen zur Eile an und bog schließlich in den Canyon ein an dessen Ende Bumsfallara und der Rest der Squiglawine den rettenden Ausgang bewachten. Kaum war ich um die letzte Kurve gelaufen, so rief ich den irren Loonboss zu mir und erklärte ihm, daß wir sofort zu Ehren des Bös'n Mondes einen geordneten Rückzug durchführen sollten. Da er zunächst strikt dagegen war und sich zunächst den anrückenden Troggbossen stellen wollte, nahm ich ihn zur Seite und mit großen Gesten erklärte ich im die Taktik, daß man manchmal einfach verschwinden mußte, um an einem anderen Tag überraschend wiederzukommen und dann zu gewinnen. Dadurch konnte ich ihn doch zum Mitkommen überreden, denn ich wäre natürlich auf jeden Fall gesprungen. Kurz darauf stand ich vor dem schimmernden Spärentor, von dem ich nicht wusste, wohin es mich führen würde. Kurz kamen mir Zweifel, welche ich aber zur Seite wischte. Entschlossen straffte ich mich und trat, gefolgt von allen meinen Gitzen hindurch.

Leichte schwindel erfaßten mich, aber dann war ich auf der anderen Seite. Heraus gekommen war ich hier in dieser gemütlich-modrigen Höhle auf den Titanengebeinen, in der sich bereits ein kleiner Stamm von Nachtgoblin-Volksgenossen als Jäger und Züchter niedergelassen hatte. Nachdem ich dem herrschenden Loonboss gehörig den Kopf gewaschen hatte und er durch eine Mondmaske voll unter meiner Fuchtel stand, begann ich meine Fühler in das neue Land auszustrecken. Den Plan mit der Krone des Loonkings legte ich daher zunächst auf Eis, aber aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben.


Ah, ich höre es trappeln. Bumsfallara und seine Truppe kommen gerade von einem mehrtägigen Erkundungs- und Plünderritt zurück. Zugleich höre ich auch das Schlagen des Essensgongs. Daher beende ich zunächst mein ereignis- und erkenntnisreiches Diktat für eine Weile, um mir beim Essen die Erkundungsergebnisse anzuhören und mein weiteres Vorgehen zu planen. In weiterer Zukunft werde ich mich in einer Erholungspause sicher wieder um meine eigene Legende kümmern, zunächst werde ich aber meine Krallen ausstrecken, um mir möglichst viel von den Titanengebeinen zu sichern.

Ende der Aufzeichnung. Rasputak legte den Diktasquig vorsichtig in eine Truhe und begab sich zum Küchenzelt.
Parent - By Mythuor Date 30.08.2019 - 09:54
Wie Zarbag nach Shadespire kam.

Zarbag lugte vorsichtig um die Ecke. Da vorne liefen die seltsamen Gestallten, die ihn durch ihre Einmischung davon abgehalten hatten, in den Wohnbereich des Loonkings einzudringen und diesen zu meucheln, wie ihm sein Auftraggeber, der mächtige Gordrakk, aufgetragen hatte. Diese schreiende Ungerechtigkeit konnte Zarbag nicht auf sich sitzen lassen und so verfolgte er den Übeltäter, um ihm die Leviten zu lesen und am besten gleich noch Gewinn aus der Sache zu ziehen. Aber seit sie ihm folgten, hatte der Glücksgit bereits einen Riesen, 2 Herden Squigs und zu allem Überfluß auch noch 3 Fimire eingesammelt. Langsam waren das dann doch reichlich viele Gegner, aber Zarbag war zuversichtlich, denn mit seinen Gitzen hatte er bereits mehr und stärkere Kontrahenten erlegt.

Kurz darauf hatten die beiden Gruppen bereits den Bereich des Schlägahaufens verlassen und trabten in Richtung eines Bergrückens, der sich in der Ferne erhob. Der Kerl schien etwas zu ahnen, denn immer wieder sah er sich suchend um. Mit viel Glück und Geschick konnten Zarbag und seine Gitz es aber vermeiden, von den Verfolgten entdeckt zu werden. Als sie sich dem Berg weiter genähert hatten, bogen die Gestallten mit einem Male in einen Canyon ab. Zarbag und sein Gefolge schlossen sich vorsichtig, stets auf Deckung bedacht, dem Richtungswechsel an.

Auf einmal strahlte sein Schnüffelwichtel auf und als er, davon vorgewarnt, in einen Talkessel abbog, stockte er im unwillkürlich im Schritt. Er traute seinen Augen nicht, den da unten in der Talsohle lagerte eine ausgewachsene Squiglawine. Zu allem Überfluß stand sein Hauptziel in der Mitte der Horde und gestikulierte wild hin zum Schluchteingang und dann zu einem leuchtenden Etwas, das sich auf der anderen Seite des Tales befand. Nach einer offensichtlich heftigen Diskussion wandten sich alle dem schimmernden Tor zu und einer nach dem anderen verschwand darin.
Als Zarbag noch schwankte, was er tun sollte, hörte er hinter sich ein Scheppern und Stampfen. Als er sich daraufhin umdrehte, mußte er Schlucken. Dort marschierte die komplette Leibwache des Loonkings durch die Schlucht und die Troggbosse sahen nicht so aus, als wollten sie nur diskutieren. Zarbag schrie seine Gitz an, daß sie auf das Tor zulaufen sollten. Schnellen Fußes eilte er ihnen voran und mit Schrecken erkannte er, das das Schimmern des Durchgangs bereits anfing zu pulsen und zu schrumpfen. Erst im letzten Moment erreichte seine Gruppe das sich schließende Schlupfloch und sie sprangen alle ohne Zögern hindurch.

Zarbag fühlte sich, als würde er in hunderte Richtungen zugleich gerissen und durch den intensiven Schmerz verlor er das Bewußtsein. Als er erwachte, lagen er und seine Spießgesellen in einem engen Raum auf finsteren Fliesen. Sein Kopf dröhnte und er konnte sich nicht mehr erinnern, wie er hierher gekommen war. Plötzlich glomm ein sanftes Licht auf und umspielte eine weise wirkende Statue. Mit einem Male hörte er eine Stimme in seinem Kopf, die zu ihm sagte "Willkommen in Shadespire, der ewigen Stadt ihr Reisenden". Zugleich öffnete sich eine bis dahin unsichtbare Tür in der Wand. Dahinter erstreckte sich eine riesige Stadt und in der hereinströmenden Luft lag ein wunderbarer Geruch nach kostbaren Pilzen. Zarbag grinste, da wartete etwas darauf, von ihm erobert zu werden.
Parent - - By Mythuor Date 09.06.2019 - 08:30
Kommentare
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 15.07.2019 - 13:15
Rasputak ist schon ein feiner Erzähler :D
Parent - By Mythuor Date 15.07.2019 - 17:15
Stimmt :-)

Wenige schaffen es Kursiv zu erzählen ;-P
- - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 18.06.2019 - 15:21
Das Elfenreich Ellystrion
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 18.06.2019 - 15:21
Geschichten
Parent - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 18.06.2019 - 15:50
Leichter Dunst hing an den Hängen der Klippen oberhalb Vaish'calars, als die Morgensonne sich in den Himmel erhob. Auch wenn der Tag noch jung war, so hatten sich doch zahlreiche Bewohner der inzwischen prosperierenden Hauptstadt Ellystrions auf dem Platz des Hohepfades eingefunden. Nach beinahe fünf Jahren Bauzeit würde heute die Halle der Drachen eingeweiht werden, der Ort, den die Asur zusammen mit dem Sternendrachen Fairanthnir als Heimstatt für die bald schlüpfende Drachenbrut von Tor Elithis erwählt hatten. Vor fünf Jahren hatten die Schwermeister des Reiches das Gelege in den Ruinen der einstigen Hauptstadt entdeckt und unter dem Reich so einen gewaltigen Schatz anvertraut - denn anders als die Dracheneier in der vergangenen Welt waren diese mit Leben erfüllt.

Unter höchster Geheimhaltung wurden die Eier in Tor Elithis gehütet, während Prinz Anduil in Vaysh'calar den Bau der Halle der Drachen anordnete. Unter dem Mantel der Ehrung Fairanthnirs war die Unterstützung dafür in der Bevölkerung groß, doch so langsam sickerte das Wort über den eigentlichen Zweck der riesigen Heimstatt auf den Klippen am Stadtrand durch die Straßen der Stadt und ließ die Einwohner vor Neugier kaum schlafen. Eine neue Drachenbrut war eine Sensation!

Und nicht nur die Bevölkerung Vaysh'calars war auf den Beinen. Auch Gesandte der Ethereal Templars hatte man bereits in der Stadt erblickt. Deren Stützpunkt in den westlichen Hügellanden stand auch kurz vor der Fertigstellung, doch war anlässlich der Einweihung sogar eine vom Entsandten Maegilion begleitete Delegation aus dem verbündeten Reich Dorlaeroth eingetroffen. Weitere Gerüchte sprachen sogar davon, dass Alarielle eine Delegation der Sylvaneth geschickt hatte, doch waren diese Baumwesen seit der Etablierung Ellystrions noch nicht in großer Zahl gesehen worden. Nur der Wiedergänger, der das Reich auf die Titanengebeine geführt hatte war ein wiederkehrender Gast geworden. Wenn auch er zuletzt nicht in den Straßen der Hauptstadt gesichtet worden war. Doch angesichts des zu erwartenden Festtages scherte sich kaum jemand um diesen Gedanken und die Blicke waren auf das prächtige Bauwerk oberhalb der Kernstadt gerichtet, dessen Turmspitzen sich atemberaubend in den Himmel schraubten.
Parent - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 03.07.2019 - 05:42
Loriel tupfte sich den Schweiß von der Stirn. Die Sonne glühte heute über Tor Elithis, so wie den Tag zuvor, und den Tag davor und jeden anderen verfluchten Tag seitdem die ehemalige Hauptstadt der Inseln von Elithis hier gestrandet war. Umgeben von hohen Berggipfeln war das Tal, inmitten dessen sich die Ruinen der Stadt befanden, ein Hitzekessel in dem kaum Leben gedeihen konnte. Selbst der spiegelglatte und kaum fußhohe See in der Talsohle war komplett versalzen und dessen Wasser ungenießbar. Loriel kam nicht umhin die Ironie dieses Ortes für einst prosperierende Hafenstadt zu erkennen. Nichtsdestotrotz barg Tor Elithis selbst in ihrem jetzigen desolaten Zustand zu viele Schätze, Wunder und Wissen, als dass man sie komplett aufgeben konnte. Und diese Aufgabe hatte ihn die vergangenen fünf Jahre an Tor Elithis gebunden.

Während Loriel so sinnierte schob sich der Schatten eines gewaltigen Luftschiffs über ihn. Die kurze Kühle war ihm willkommen und doch rührte der leichte Schauers, der seinen Rücken herunter lief, nicht daher. Die Besitzer des fliegenden Leviathans, die Kharadron Duardin, waren von den Sturmgeschmiedeten nach Tor Elithis gebracht worden, um den langsam im feinen Wüstensand versinkenden Felssockel der Stadt an den umgebenden Bergen zu verankern. Mit ihrer Schmiedekunst und den edlen Metallen Azyrs brachten sie gewaltige Ketten hervor, die die verheerte Stadt würden tragen können. Ihre gepanzerten Luftschiffe schleiften diese von Tor Elithis ins Gebirge, wo sie mit der Hilfe von Drachenfeuer mit den windumtosten Felsen selbst auf ewig verschmolzen wurden.

Loriel hatte dieses Vorhaben zusammen mit Lord Ordinator Uthor Sternenturm der Ethereal Templars geleitet und er schätzte die Arbeit der Kharadron. Doch die gesamte Zeit über hatte ihn das Gefühl nicht verlassen, dass es nur die reichliche Bezahlung aus den Schatzkammern Tor Elithis' und die Waffenstärke der Uthor begleitenden Ethereal Templars wareb, welche die unnahbaren Duardin daran hinderte, ihre Kanonen auf die Stadt selbst zu richten und sich einfach zu nehmen, was ihnen gefiel. Loriel schien es, dass nur das bessere Angebot des Bundes aus Aelfen und Sturmgeschmiedeten hier eine Tragödie verhinderte.

Der Schatten des Luftschiffes war bereits wieder über ihn hinweg geglitten, als er hinter sich die vertraute Stimme Uthor Sternenturms hörte. "Dies war die letzte Kette, Edler Loriel. Nun werden wir sehen, ob unsere Berechnungen richtig waren. Ich habe mit Kapitän Bardun Silberfaust gesprochen und für die richtige Bezahlung meinte er, er könne uns noch rechtzeitig für die heutigen Feierlichkeiten auf seiner Fregatte nach Vaysh'calar bringen. Was haltet ihr davon?"
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 06.07.2019 - 08:01
Fingelion Windreiter, Erster des Hauses Galianth, war in Eile. Erst war sein Schiff zu spät im Hafen eingelaufen und nun war sein Gastgeber verschwunden, bevor er ihn überhaupt treffen konnte. Er hastete mit seiner Eskorte aus zwei Seegardisten durch die Gassen des Hafens an der Falkenschnabelküste, in dem sich die Botschaft der Drei Herzogtümer befand. Sein Prinz hatte ihn entsandt, um hier erneut über die Aufnahme von Handelsbeziehungen zu verhandeln. Bisher war jede Anfrage ohne Antwort aus den Herzogtümern geblieben und er hatte vom Botschafter Ellystrions in Dorlaeroth, dem Edlen Maegilion eine Einladung zur heutigen Fiesta de la Santa Leon erhalten, um dem nachzugehen. Doch seitdem war ihm das Schicksal offenbar nicht gewogen.

Bei seinem Eintreffen war Fingelion mitgeteilt worden, dass der Entsandte der Drei Herzogtümer gerade überraschend die Botschaft verlassen hatte. Niemand wusste wohin er genau wollte, nur dass er wohl grob in Richtung Hafen gelaufen sei. Grob in Richtung Hafen... was war das in diesem Ort überhaupt für eine Richtungsangabe? Die engen Gassen änderten ohne Unterlass ihre Richtung und die chaotische Zusammenstellung der Gebäude machte jede Orientierung nahezu unmöglich. Einzig der Himmel über ihnen, erlaubte Fingelion und seinen Begleitern eine Einschätzung der Richtung, in die sie sich bewegten. Zwischendurch erklang noch der wallende Ton der Muschelhörner, mit der Fingelions Gruppe mit den beiden anderen Suchtrupps kommunizierte.

Die Situation wurde auch dadurch nicht einfacher, dass außer Fingelion keiner seiner Begleiter bisher größere Stücke der örtlichen Sprache gelernt hatte. Die Standardsprache der Sturmgeschmiedeten war ihnen inzwischen geläufig, doch an der Falkenschnabelküste sprachen die Menschen noch vor allem ihre eigenen Sprachen, die davon weit entfernt waren. So verlief die Suche zäh und wesentlich langsamer als es Fingelion beliebte.

Dennoch hatte er das Gefühl, dass sie Botschafter Laurentius von Silla auf den Fersen waren, als der Geruch des Meeres die Gassen immer weiter ausfüllte.
Parent - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 30.07.2019 - 22:32
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 18.06.2019 - 15:22
Kommentare
Parent - By Mythuor Date 26.06.2019 - 23:50
Sehr schöner Anfang:-)
Ich hoffe da kommt noch mehr.
Parent - - By Mythuor Date 01.08.2019 - 12:41
Irgendwie fühle ich mich umgeleitet ;-)
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 01.08.2019 - 13:06
Ich hoffe auf Pilzen kannst du trotzdem folgen ;-)
Parent - By Mythuor Date 01.08.2019 - 17:18
Aber sicher doch :-P
- - By MKR Date 25.06.2019 - 06:18
Die Horde des neunten Auges
Parent - - By MKR Date 25.06.2019 - 06:18
Geschichten
Parent - By MKR Date 25.06.2019 - 08:09
1

Fpndrk musste sich das verstohlene Kichern verkneifen. Sein Meister sprach stets von so seltsamen Dingen dass er und Qwrdlsnp sich oft fragten ob er nicht selbst für einen Anhänger Tzeentchs etwas zu wahnsinnig war.

Doch heute waren seine Worte recht klar:
"Sobald die Blutsöhne an unserer Seite kämpfen werden die schwächlichen Diener des Kometen und die verhassten Spitzohren keine Gefahr mehr darstellen!" Der Herold Augn'Agn'An tanzte wild in einem der Unmöglichen Räume des Silvertowers um einen Beschwörungskreis den Fpndrk fein säuberlich mit Warpstaub geformt hatte.

Eine blaue Flamme loderte in der Hand des Herolds auf. Für einen Moment sah er sie verdutzt an, so als wüsste er nicht, was er damit anfangen sollte. Dann schleuderte er sie verächtlich in Mitten des Beschwörungskreises.

Der Staub entzündete sich und den Blauen Flammen entsiegen mehrere Blaue Horrors.
"Lauft meine Kleinen! Bereitet Quap und meine Kreischer vor!"
Unter gekicher und gezeter rannten die kleinen Dämonen aus dem Raum.
Qwrdlsnp grinste und rasselte aufgeregt zu Fpndrk, eine Reise stand bevor.
Parent - - By MKR Date 25.06.2019 - 06:19
Kommentare
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 25.06.2019 - 08:35
Hast du für die Namen den Kopf auf die Tastatur gehauen? :D
Parent - - By MKR Date 25.06.2019 - 09:33
So ähnlich. So klingt eine unserer Anlagen auf der Arbeit wenn sie verstopft ist ;-)
Parent - - By Mythuor Date 26.06.2019 - 23:55
Kommen aus der Anlage auch Blue Horrors raus ? ;-p

Schöner Anfang, bin auf den Reisebericht gespannt :-)
Parent - By MKR Date 27.06.2019 - 13:11
Ich wünschte es ^^
Dann müsste ich keine bemalen.

Danke :-)
- - By Sir William Date 03.07.2019 - 16:03
Geschichte

(Bitte abändern bei falscher Poststruktur)
Parent - By Sir William Date 03.07.2019 - 16:11
Luthor Weizenkorn hielt seine Hand in die Flamme, bis es schmerzte und die Hitze erste Blasen auf seiner Haut warf. Er blickte raus auf die trübe See. Vom Gesandtenhaus an der Küste aus hatte er eine bemerkenswerte Sicht über die Stadt der Sturmritter. Wie verlogen sie doch alle waren. Seine Seele quälte sich um die Verluste, die er in den letzen Jahren erlitten hatte. Seine Frau vergiftet, sein Freund Berethorn in den Orruk Tiefen vermisst und über allem der schreckliche Bürgerkrieg in seinem Heimatland, den drei Herzogtümern.

Auf seine Brust war ein Schauerzeichen eingebrannt worden, das wie ein Kretzanfall juckte.

Das frische Obst auf dem Teller hatte er nicht angerührt, noch trat er dieser Tage freiwillig auf seinen Balkon.

Luthor nahm das Obstmesser und bohrte mit ihm seine Brandblase langsam auf. Er war ein Gefangener, ein Gefangener im goldenen Käfig der Stadt voller Wunder.
Parent - By Sir William Date 03.07.2019 - 17:14 Edited 03.07.2019 - 17:21
Auch spät in der Nacht war das Haus des Gesandten immer hell erleuchtet. Die Botschaft der drei Herzogtümer in den Sturmlanden lag zentral in repräsentativer Lage an der Küste mit einem kleinen Steilhanggarten alter Zypressen und Orangenbäume. Die Jahreszeit war mild und die Gesandschaft des Hauses bereitete sich auf die Fiesta de la Santa Leon vor. In Ihrer Heimat war dies stets ein fröhliches Fest der Weinlese gewesen. Die Fiesta feierten Gemeine, wie der Adelsstand gemeinschaftlich ausgelassen in Ihren Dörfern.

Sie würden heute Abend das letzte Fass Ihres geliebten "Tiefen Rocho" trinken und auf den Untergang Ihrer Heimat anstoßen.

Laurentius war auf dem Weg zur Feierlichkeit und begab sich die große Niedenholztreppe hinab in den Empfangssaal. Dort warteten schon die Honorationen der Stadt. Allerdings hatte mehrere Stadtverordnete Ihre Vertreter entsendet. Die Botschaft der drei Herzogtümer hatte an Anziehungskraft verloren. Und doch lag heute Abend eine besondere Spannung in der Luft, als die Herolde in gebotener Weise ankündigten:
"Von Stand erhebe sich für den Botschafter der drei Herzogtümer, Laurentius von Hilla, Freiherr von Sonnborn und Sturmstadt, Sprecher der dreigeteilten Träne und Gelehrter von Eschbach."

In protokollarisch korrekter Reihenfolge standen die Anwesenden auf und nicktem Laurentius zu, der sich zum Kopfe der Festtafel begab. Man hatte sich sehr bemüht, den Gästen ein Festmahl zu bereiten.

Liebe Gäste,

es ist mir eine große Freude Sie alle in unserer Botschaft begrüßen zu dürfen. Ich bedanke mich für Ihr erneutes Kommen und erlaube mir, ohne eine Bestimmte hervorheben zu wollen, die Freundschaften hervorzuheben, die wir in den letzten Jahren begründen durften. Lassen Sie uns ein fröhliches Fest der Santa Leon begehen und für einen Augenblick vergessen, welche Last uns bedrückt. Noch immer wissen wir nicht, was in unserer Heimat geschieht. Seit nunmehr über einem halben Jahr haben wie keinen Kontakt mehr zu irgendjemand aus den drei Herzogtümern. Uns erreicht keine Post, geschweige denn Waren aus den aufgelösten Herzogtümern Seeberg, Waldtal oder Sonnengral.

Laurentius stockte. Bevor man ihm dies als Schwäche auslegen konnte, legte er sein Redemanusskript zur Seite. Er hatte einen spontanen Entschluss gefasst:

Wir werden deshalb eine Expedition in unsere Heimat mit allem Notwendigen ausstatten, um den Kontakt zu den Drei Herzogtümern wieder zu beleben.

Laurentius brach unter Gemurmmel seine Rede ab und rannte los. Er ignorierte den Protest und die Worte des Unverständnisses. Entgegen jeder protokollarischen Etikette , ließ er seine Gäste wortlos zurück. Er hatte einen Skandal produziert. Aber: Er hatte keine Wahl. Er musste zu der Person, die er fast noch mehr haste, als alle anderen: Er musste zum Verräter.
Parent - By Sir William Date 04.07.2019 - 11:08
Laurentius hatte durch die Jahre als Botschafter und auch durch die Sorge um sein Heimatland stark zugenommen, so dass er außer Puste das Zimmer des Verräters erreichte. Er konnte nicht sagen, warum es ihn nun zu solcher Eile drängte. Aber ihm war bereits mit den ersten Worten seiner Rede unten im Saal klar geworden, dass er nicht weiter tatenlos zusehn konnte. Er musste etwas unternehmen und der Verräter gab ihm die Mittel dazu.

Sie hatten den Verräter im Hafenviertel in der Taverne "Zum feuchten Steuermann" aufgegriffen. Eine Pinte der Schmuggler und des halbseidenen Gesindels. Die Geschichten des Verräters wurden wie Seemansgarn unter den Schauerleuten gesponnen. Viele bewunderten Ihn für seine Taten.

Laurentius hatte aber die offiziellen Berichte gelesen, die man ihm übersand hatte. Gleich nach Ausbruch des Krieges hatten alle drei Herzogtümer versucht ihn oder besser gesagt ihn als Botschafter zu vereinnahmen. Sie hatten regelrecht um seine Gunst gebuhlt, was zu einem raschen Aufstieg Laurentius geführt hatte. Alle 4 Dossiers über den Verräter aus unterschiedlichen Quellen in den Herzogtümern, waren sich darüber einig, dass die Schwarze Krankheit durch ihn in die Herzogtümer eingeschleppt worden war. Offizielle Untersuchungen des Konvents der Zauberinnen hatten ergeben, dass dahinter der Plan einer Verrätergruppe stehen würde, die sich als Bruderschaft ausgäbe.

Laurentius schob die unverschlossene Tür auf. "Wie habt Ihr es eigentlich damals geschafft, dem Hohen Rat zu Freiwindhafen Euren Tod vorzutäuschen, Verräter?", eröffnete er sein Gespräch.

Ein Obstmesser flog auf Laurentius zu. Glücklicherweise konnte sich Laurentius aber trotz seiner Leibesfülle immer noch auf seine Reflexe verlassen, so dass ihn das Messer verfehlte.

Mit einem Augenrunzeln verriet der Verräter sein Erstaunen über die Reaktionsfähigkeit seines Kerkermeisters. Er warf sich auf seine Polstermöbel und schickte sich an zu Schweigen.

Laurentius packte ihn am Kragen, "Weil ich Euch einen Deal vorschlagen will, Luthor Weizenkorn!"
Parent - - By Sir William Date 12.07.2019 - 17:50 Edited 12.07.2019 - 17:52
Luthor und Laurentius verließen das Botschaftsgebäude gemeinsam durch einen der vielen Hinterausgänge, auf die Laurentius nach seinen Erfahrungen mit dem Ochsenpfad im Kloster Eschbach großen Wert gelegt hatte. Laurentius hatte nur seinen Leibpaladin Hermhold und dessen drei Knappen Bescheid gegeben Ihnen zu Folgen. Hermhold war von kräftiger Statur und hatte einen gepflegten Bart, der nach Oberländer Art gestutzt war. Laurentius verband mit ihm eine Freundschaft nach all den Jahren der treuen Dienste, die er geleistet hatte. Sie trugen Reisekleidung, während die Knappen ein kleinen Karren durch die Gassen schoben, auf dem das Nötigste rasch zusammen gepackt worden war.

Luthor hatte man ein unscheinbares Gewand übergezogen und ihm sogar eine Kurzwaffe unter dem Argwohn von Hermhold anvertraut. Passanten, die Sie erkannten gingen zur Seite und wagten nicht die grimmig drein schauende Reisegruppe anzusprechen, die sich nun Ihren Weg durch die frühabendlich überfüllten Straßen bahnte. Sie kamen an der pitoresk duftenden Gewürzgasse vorbei, in der einer der Knappen noch schnell Grünkräuter erworb. Schlängelten sich dann den Bergerpfad entlang zum Hafenviertel.

"Warum sind wir hier", fragte Hermhold.

"Ich hab noch was zu erledigen" rief Luthor und wäre beinahe um eine Ecke biegend verschwunden, als er seine Flucht unter schmerzverzerrtem Gesicht an die Brust fassend abbrach.

"Vergesst das Schauerzeichen nicht Luthor", herrschte Laurentius Luthor an. "Macht das nie wieder." Hermhold unterbrach das Gespräch und stieß Luthor grob gegen die Kalkwand der gegenüber liegenden Bäckerei. Luthor zog sein Messer, worauf alle der Beteiligten ein Schwall pisswarmen Wassers traf, der aus dem Fenster der ersten Etage kam.

"Hey, ihr Blecheimer, der gehört mir", sprach die junge Frau mit dem Eimer in der Hand und sprang in einem Satz zwischen alle Konflikte.
"Myranda, Schatz", versuchte es Luthor und erhielt als Belohnung eine schallende Ohrfeige und ein Messer in seinem Schritt, dass ihn doch reichlich nervös machte.

"Satisfaktion" schallte es aus der hinteren Reihe von Hermhold, doch es war Laurentius, der die gesamte Situation auflöste.

"Dann sind wir ja, jetzt komplett. Auf zur Seeschwalbe."
Parent - - By Sir William Date 16.07.2019 - 18:22 Edited 16.07.2019 - 18:32
An diesem Abend frischte der Wind auf, wie er es so häufig an der Falkenschnabelküste tat, bevor die Sonne unterging und der Nacht langsam Raum gab. Jetzt im Spätsommer waren die Winde angenehm und viele Bürger hatte sich in den Gassen um den Hafen in den Wirtshäusern und Schankgassen getroffen, um einen gemeinsamen Schoppen Wein in geselliger Runde zu genießen. Es war eigentlich ein Wunder, wie sehr sich an diesem Ort die Kulturen der Völker miteinander versöhnt hatten. Freud und Leid wurden miteinander geteilt und wer genau genug hin sah, durfte die ersten Anfänge von einem eigenständigen Bürgersinn erkennen. Einem Selbstverständnis das auf der Zeit des relativen Friedens und dem Wohlstand beruhte, den die Sturmkrieger gebracht hatten.

Laurentius ahnte, wie sehr dies alles in Gefahr war. Er hatte als Botschafter viel auch aus den anderen entfernten Landesteilen der Titanengebirge gehört. Die Zeit der Prüfungen würde ihnen allen noch bevor stehen.

Zu Laurentius Überraschung waren die Tore zum Kriegshafen in dem die Seeschwalbe unter Karantäne lag verschlossen und weit und Breit keine Wachleute zu sehen. Ein Schild am Tor verkündete, dass der Hafen aufgrund der Feier Santa Leon heute geschlossen sei.
"Ungewöhnlich"argwohnte Laurentius.
"In der Tat", stimmte Luthor zu und hob einen Gullideckel an. Seine Absicht darin zu verschwinden führte direkt zur Diskussion mit Hermhold, der einen erneuten Fluchtversuch mutmaßte. Schlißlich hatten auch Schauerzeichen Begrenzungen in Ihrer Reichweite und Wirkung.

Acu Laurentius kam mit seiner Argumentation nicht weiter. Bevor sie aber noch mehr wertvolle Zeit verschwenden konnte hörten sie eine entriegelndes Geräusch hinter sich und Myranda schritt leichtfüßig provokant durch ein kleines Seitentor.
"Wie...,"fragten Laurentius und Hermhold gleichzeitig, während Luthor ein breites Grinsen nicht verkneifen konnte.
"Ich bin über die Kisten dort vorne über die Mauer gesprungen, aber nun kommt mit, irgendetwas stimmt nicht!"

Hinter dem Tor war niemand zu sehen. In der großen Schiffsbauhalle aber brannte das Licht durch die offen stehenden Tore des Zöllnereingangs. Die Halle war riesig, im wesentlichen aus Stein gebaut, wurde aber derzeit durch einen Holzanbau erweitert. Die Seeschwalbe lag am Pier direkt neben der Halle. Auf Ihr war Bewegung in den Schatten auszumachen.

Luthor hob den Finger an die Lippen und zeigte auf einen Leichnahm wenige Meter von Ihnen entfernt. Er war unter einen Karren gezogen worden,  weshalb sie ihn nicht sofort erblickt hatten. Allem ANschein nach musste es dabei um eine der Wachen des Kriegshafens handeln.

Eine nicht erkennbare Gestalt hob einen langstieligen Gegenstand und ließ in auf den Schiffsrumpf der Seeschwalbe krachen. Das Geräusch von splitterndem Holz ließ Luthor zuerst einen Schauder über den Rücken laufen und sodann kalte Wut. Sie liefen nahezu zeitgleich los, den Halunken zu stellen, als Sie bemerkten, dass an Bord der Seeschwalbe mindestens ein halbes Dutzend Männer war, die nun Ihrerseits auf Sie zustürmten.

Die Gespenstige Stille starb mit einem stumpfen Surren eines präzise abgeschossenen Pfeiles, der den Kopf des Axtschwingers auf der Seeschwalbe traf. Von Laurentius Reisegruppe hatte den aber keiner abgeschossen. Anstatt dessen folgten nun weitere Pfeile, die ihre Angreifer in die Defensive zwischen die Landungsstege zwang. Und dann hatte Hermhold die Angreifergruppe erreicht und sein Schwert streckte schnell den ersten Vermummten nieder um mit einer Reposte direkt einen zweiten in arge Begrängnis zu bringen. Laurentius hatte sich den Umgang mit dem Streitkolben nicht selber beigebracht, sondern gute Lehrmeister finden können. Erst nachher wurde ihm bewusst, dass dies kein Training war. Seinen Schwüngen konnte sein Gegner wenig entgegen setzen, so dass er ihn zu einem Sprung ins kalte Wasser der Hafenbucht gezwungen hatte. Luthor und Myranda kämpften weiter vorne und waren bereits zum Schiff durch gelaufen, um dort noch versteckte Angreifer zu stellen. Von den Knappen hatte offenbar, Markus einen Treffer abbekommen und hielt sich den Oberarm, alle drei Knappen standen aber ihre Pflicht den Versorgungskarren weiter in Richtung der Seeschwalbe zu ziehen.

Mit einem lauten unnatürlichen Kreischen brach der vordere Teil der Schiffsbauhalle unvermittelt berstend ein. Unmittelbar anschließend erhoben sich grünbraun verdreckte Gasschwären in den Himmel. Ein unirdisches Licht erfüllte den Vorplatz des Kriegshafens und aus einer blasenwerfenden Masse pellten sich Kreaturen verpestender Abscheulichkeit heraus. Ihre Köpfe der annähernd humanoiden neuen Angreifer waren hornbewehrt, ihre Bäuche aufgedunsen. Gedärm fiel hervor und nährte schwarzbauchige Fliegen, die sich in den Körpersäften versteckt hatten, nun hervorbrachen und einen pestoiden Gestank verbreiteten, dass es einem schlecht wurde. Mit klobigen Bronzeschwertern voller Rostpocken und giftnarben bewegten sich diese Gestalten der Hölle rasch auf die Seeschwalbe zu.

Laurentus erstarrte. Er wusste wessen Diener dies waren, aber: "Wie konnte das geschehen? Wie hatte es davon erfahren können. Er hatte seine Pläne niemandem anvertraut!" Hermhold rief ihn zur Disziplin:
"Hier lang, Herr.", er zog Laurentius von der Abscheulichkeit weg, die ihnen nunmehr unmittelbar gegenüber stand. Hätte nicht der Wind vom Meer geweht, sie hätten sich wahrscheinlich alle übergeben müssen. So aber waren alle bis auf Laurentius erstaunlicht gefasst, was ihenn aber nichts half. Dies waren andere Gegner als die Vermummten. Kaum ein Schlag schien ihnen etwas anhaben zu können. Nach Treffern schlossen sich zum entsetzen der Gruppe einige der Wunden wieder, so dass es nun sie waren die in die Defensive gedrängt wurden.

In diesem Moment brach Elmsfeuer unter die Höllenkreaturen und verbrannte Ihr Fleisch. Aus dem Lichtkegeln der Reinigung sahen sie schlanke Ithilmarschwerter, die das Fleisch der Dämonen versängte, wo es sie traf. Erneut surrte der Bogen, diesmal aber auf kurze Distanz und es waren drei Pfeile in die Brust eines der Dämonen notwendig , um ihn zu Fall zu bringen.

"Fingelion Windreiter", stellte sich der Anführer Ihrer Retter vor. " Es scheint als seien Eure Nicht-Ganz-So-Geheimen-Pläne geeignet die Aufmerksamkeit der dunklen Götter hervorzurufen."
"Und die eines befreundeten Botschafters des Edlen Volkes der Elben", ergänzte Laurentius knapp und dankte mit einem schnellen Handgriff an den den Unterarmen.

Alarmglocken beendeten den Festtagstroubel in der Stadt. Aus dem Portal schälten sich aber bereits die nächsten Pestträger, "Schnell zur Seeschwalbe", rief Luthor. "Wir haben unser Schiff vor der Küste an der Eulenbucht, wenn wir das erreichen sind wir sicher ", gab Fingelion zu verstehen. "Sobald wir auf der Seeschwalbe sind, sind wir sicher", erwiderte Luthor.

Sie schafften es sicher aus der Bucht und erreichten die Eulenbucht in der die Wellengleiß ankerte in der Sicherheit der Dunkelheit dieser an sich friedlichen Nacht.
Parent - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 30.07.2019 - 22:32
Die Sonne war noch nicht wieder aufgegangen, als die Wellengleiß und die Seeschwalbe Seite an Seite in See stachen. Nach ihrer Flucht zur Eulenbucht hatte die bunt zusammengeworfene Gruppe aus Fingelion und seiner Leibwache aus Seegardisten, sowie Botschafter Laurentius' Gefolgschaft kurz gerastet, um alle Wunden zu versorgen und zu besprechen, wie es nun weitergehen sollte. Kurz darauf wurden beide Schiffe zum Ablegen bereit gemacht.

Als Fingelion wenig später an der Reling der Wellengleiß stand und die letzten Stunden Revue passieren ließ, musste sich schon sehr ob der vergangenen Geschehnisse wundern. Einen Besuch beim Gesandten der drei Herzogtümer hatte er sich wesentlich weniger aufregend vorgestellt. Ein wenig Händeschütteln hier, geheime Gespräche da... aber ein Sprint durch die gesamte Stadt, eine Konfrontation mit den Dienern des großen Verderbers, eine Rettung des Gesuchten und seiner Begleitung... das hatte so nicht in den Aufträgen gestanden, die seine Ernennung zum Gesandten mit sich brachte. Nichtsdestotrotz spürte Fingelion ein Feuer in sich, das lange Zeit wenig mehr als ein leichtes Glimmen gewesen war, ob des stetigen Niedergangs der Asur in der Welt die einst war. Nun blies ihm der Morgenwind durchs Gesicht und Jahrhunderte der Schwermut schienen angesichts der vor ihnen liegenden Gefahr von ihm abzufallen.

"Die Orruk-Inseln sind das Ziel unserer Reise. Es gibt etwas, das wir nur dort finden können..." hatte Laurentius erklärt, bevor Fingelion zugestimmt hatte, der Seeschwalbe Geleitschutz zu geben. Das Schiff des Botschafters war für den Schiffbau der Menschen sehr ansehnlich, doch die Wellengleiß bot mit ihrem für ein Adlerschiff typischen schlanken Rumpf noch einmal mehr Geschwindigkeit und dazu die Feuerkraft von zwei Repetierspeerschleudern. Wäre es nach Fingelion gegangen, so hätten sie die Seeschwalbe zurück gelassen und Laurentius' Gefolge an Bord genommen, doch schienen die Menschen sich an die Seeschwalbe gebunden zu fühlen. Ein Wesenszug, den sie wohl auch in dieser Welt nicht hatten ablegen können. Nichtsdestotrotz war dies wohl der einzige Weg für Fingelion und die seinen, näheren Kontakt zu den Herzogtümern herzustellen. So war es an der Wellengleiß, die Seeschwalbe zu geleiten und für ihre Sicherheit und die ihrer Besatzung zu sorgen.

Mit der langsam aufgehenden Sonne begann bald das Meer wie ein Teppich aus gleißenden Edelsteinen zu schimmern. Wenige Momente auf See waren bezaubernder, selbst für die Elfen Ellystrions, die im Laufe ihrer langen Lebensspannen oft schon Jahrhunderte auf See verbracht hatten. Fingelion genoss gerade diesen Anblick, als sich eine Hand sacht auf seine Schulter legte. "Auf ein Wort, Gesandter", sprach ihn Rachdil an, Magier des Windes Hysh und beratendes Orakel von Fingelions Mission. Fingelion kannte die Besorgnis in seiner Stimme und nach einem kurzen Nicken begab er sich mit Rachdil unter Deck in seine Kabine.
Fingelion goß beiden etwas Wasser ein, woraufhin sie sich auf fellbelegten Stühlen niederließen. Rachdil war kein Elf von Elithis gewesen, sondern einst aus Saphery eingewandert. Seine Art zu sprechen und zu gehen erschien nach all der Zeit noch immer fremd und sorgten manchmal für Unbehagen unter anderen Asur, auch wenn seine Autorität in Fragen der Magie nie in Frage stand. "Was möchtet ihr mir sagen, Meister Rachdil?", begann Fingelion "Ich kenne euren Tonfall gut genug, um zu wissen, dass euch die Sterne heute eine Botschaft übersandt haben." "So ist es, Gesandter. Ich habe die Konstellationen studiert und auch wenn mir die Gestirne in dieser Welt noch nicht vertraut sind, so scheint mir ihre Botschaft klar und deutlich: unter unseren neuen Freunden schwärt eine Gefahr, die sich noch nicht gezeigt hat. Mit jedem vergehenden Tag wird sie größer werden, um dann zuzuschlagen, wenn wir nicht mit ihr rechnen. Seid auf der Hut, Gesandter, nicht nur auf den Orruk-Inseln."

Der Eindruck des Gesprächs lag noch auf Fingelion, als er wieder an Deck kam, um dem Bootsmeister den Befehl zu geben, einen Besuch auf der Seeschwalbe einzuleiten. Er würde sein Wissen mit Botschafter Laurentius teilen müssen und ihn idealerweise zum Umsteigen auf die Wellengleiß überreden. Unter den Ithilmarklingen der Seegarde war er sicher weitaus besser geschützt, als zwischen den Fingelion unbekannten Seeleuten an Bord der Seeschwalbe. Auch wenn er zugeben musste, dass dieses Boot schneller fahren konnte, als er es vermutet hatte...
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