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Up Topic Clubs und Co. / 40k Spielertreff Hamburg / Theseus-Konflikt III - Lamechials Jagd (locked)
- - By Antanael Date 29.04.2015 - 19:44 Edited 30.04.2015 - 19:05


Markus kämpfte darum seinen Kopf zu heben aber gab schon nach kurzer Zeit auf. Sollte es sein Ziel gewesen sein, einen Blick auf seine Umgebung zu werfen, dann wäre seine Bemühungen in jedem Fall reine Verschwendung gewesen. Nicht nur, weil sein rechtes Auge bereits halb blind und die linke Augenhöhle komplett leer und krude ausgebrannt war, sondern auch weil sich kaum etwas im Raum befand. Ein Tisch mit schwarzer Decke, auf dem diverse metallene Instrumente ausgestreckt lagen, die metallene Bank auf der der Mann ausgestreckt lag und natürlich die zwei Personen, die bereits im Raum gewartet hatten, als man ihn hineingeführt hatte. Wie lange war es schon her, dass man ihn festgeschnallt hatte? Stunden? Tage? Er hatte jedes Gefühl für Zeit verloren.

„Sag mir wo er ist!“ donnerte die Gestalt über ihm. Markus keuchte und kämpfte darum wieder etwas Luft in seine Lunge zu bekommen. Die hochgewachsene Gestalt in der dunklen Servorrüstung und der Totenkopfmaske ignorierte die offensichtlichen Schmerzen seines Gefangenen und beugte sich weiter nach vorne um die nächsten Worte besser aufnehmen zu können. „Ich weiss nichts, ich schwöre ich weiss nichts! Ich habe niemals bei den Treffen gedient und...“ Markus Rede wurde in der Mitte abgebrochen, als sein Peiniger ihm abermals eines der Instrumente in den Brustkorb stieß. Während Markus‘ Schreie sich mit einem fauchenden Knistern vermischte, spiegelte sich das bläuchliche Flackern der freigesetzten elektronischen Energie in den glattpolierten Wänden. Der Raum füllte sich mit dem Geruch von Ozon und verbranntem Haar.

Als das Blitzen aufhörte, drehte sich der Absolutionspriester wieder um und begann entschlossen seine Geräte zu ordnen. Die dritte Gestalt im Raum blieb weiterhin neben der Tür stehen und verfolgte die Bewegungen seines Vorgesetzten aufmerksam, bis sie, einem traurigen Jammern folgend, ihren Blick auf Markus ruhen liess. Dieser hatte den Kopf gedreht und starrte hilfesuchend in das täuschend jugendlich wirkende Anlitz des zweiten Verhöhrers, doch dieser drehte den Kopf sofort wieder zur Seite. Sein Gesichtsausdruck hatte sich nicht einmal verändert.

Die Gestalt in Schwarz schien schließlich gefunden zu haben, wonach er gesucht hatte und ein zufriedenes schnalzen war unter der Maske zu hören. Als er sich wieder zu Markus umdrehte hielt er ein Gerät in der Hand was aus einer Reihe von kleinen Messern zu bestehen schien. Gerade zu vorsichtig legte er eine die Klingen an auf den Bauch des Gefangenen und begann zu schneiden. „Sprich!“ flüsterte er mit einer Intensität, die keinen Widerspruch duldete. „Sprich und es ist alles vorbei!“

„Das Theseus-System!“ rief Markus und kniff die Augen zusammen. Der Aboslutionspriester hielt inne. „Was hast du gesagt?“ flüsterte der Priester und Markus fühlte dessen Maske direkt neben seinem Gesicht. „Das Theseus-System. Gouverneur Tachlos erwähnte, dass er eine Aufgabe im Theseus-System hätte.“ Die dunkle Gestalt baute sich zu voller Größe auf und starrte auf die Gestalt in blau. Nathanael, Scriptor im Dienste der Dark Angels schloss kurz die Augen. „Er sagt die Wahrheit. Oder zumindest glaubt er, dass er die Wahrheit sagt.“
Ohne ein weiteres Wort zu sagen legte der Absolutionspriester das Werkzeug auf den Tisch und atmete schwer aus. Dann schlossen sich seine Finger um den Crozius Arcanum und mit einer fließenden Bewegung drehte er sich um und liess das heilige Symbol auf das Gesicht von Markus prallen, der gerade Anfing ruhiger zu atmen.

„Das Theseus-System?“, Kompaniemeister Temeluch strich sie über das Kinn während er auf die Karte starrte. „Der perfekte Sturm, würde ich sagen. Neben ungewöhnlichen Warpaktivitäten auch noch Xenos. Jede Menge davon. Und dann natürlich...“ „Anzeichen von Verrätern.“ warf Lamechial ein. Der Absolutionspriester klang eher zufrieden als zornig.
Temeluch beugte sich wieder auf und warf einen konzentrierten Blick auf seine Gesprächspartner. „Aber keine Anzeichen auf seine Anwesenheit, ausser der Aussage eines Dieners im Haus eines Ketzers, der glaubt etwas gehört zu haben.“ Lamechials Stimme änderte sich in keiner Oktave. „Niemals vergeben. Niemals vergessen. Wir haben eine Pflicht Temeluch. Und ich brauche deine Truppen.“ Wie immer schaffte es der Absolutionspriester in einem Satz auszudrücken, wofür andere Priester ganze Reden brauchten.
„Trotzdem, das Risiko ist gross. Besteht nicht die Möglichkeit einfach zu warten bis sie alles ausgekämpft haben und dann durch die Überreste zu gehen?“ „Und was ist, wenn er dann bereits verschwunden ist? Oder wenn ein anderer Orden eintrifft um das System zu schützen und ihn findet? Das Risiko ist gross, aber unsere Aufgabe wird nie eine leichte sein. Du wusstest das, als du direkt im Deathwing dientest.“ Der Kompaniemeister hebte die Hand. „Wir werden eine Flotte schicken. Sorge dich nicht. Ich habe unsere Pflicht nicht vergessen.“ Der Absolutionspriester nickte und drehte sich um den Saal zu verlassen. Nathanael schien einen Moment lang noch mit sich zu ringen etwas zu sagen, bevor er seinem Vorgesetzem folgte. Leise machte der Scriptor die Tür hinter sich zu, schloss die Augen, atmete tief aus und träumte von einer Flotte in Flammen.
Parent - By Kinnay Date 29.04.2015 - 20:08
Ein gelungener narrativer Start in die Kampagne! Auf dass der Traum deines Scriptors in Erfüllung gehe und deine Flotte durch Lanzenbeschuss in Flammen aufgehe! ;)

Freut mich, dich an Bord zu haben.
- - By Antanael Date 30.05.2015 - 14:53 Edited 30.05.2015 - 15:15
Die Ruine hatte eine eingefallene Wand und keinerlei Einrichtung. Weder die Tyraniden noch das Bombardement waren sanft mit diesem Teil von Erias umgegangen. Aus genau diesem Grunde wurde alles von den Truppen genutzt was noch irgendwie zu verwenden war. Dieses Gebäude, früher eine Lagerhalle für Fahrzeugteile, wurde sie als Trainingshalle genutzt, aber derzeit hatte Lamechial sie dafür nutzen wollen alleine zu sein, nur begleitet von einem Wächter der Dunkelheit der den Streitkolben der Erlösung trug. Nun aber hatte doch noch jemand anders sich durch den rasenden Wind und den starken Regen gekämpft, der in die Halle gesprüht wurde und sich auf dem erdigen Boden in schlammigen Pfützen ansammelte, nur um ihn in seiner Meditation zu stören.

Nathanael stand in der Mitte des Raumes und kämpfte mit seinem Zorn, der durch seine völlig durchnässte Robe nur noch verschärft wurde. Dank seiner strengen Trainings hatte er noch nicht einmal während seiner Dienstzeit als Scriptor der Dark Angels die Kontrolle verloren und auch dieses mal schaffte er es nicht dem dumpfen Druck in seinen Schläfen nachzugeben, auch wenn es etwas länger als gewöhnlich dauerte sich zu beruhigen. „Verstehst du denn nicht, Lamechial? Die letzte Niederlage hat bestätigt, was ich bereits vorhergesagt habe. Nichts wartet hier auf uns, außer Tod und Niederlage.“ Der Aboslutionspriester hob den Kopf, blieb aber auf den Knien, in der Pose kontemplativer Meditation, in der Nathanael ihn gefunden hatte. „Wir haben es geschafft zu landen, oder?“ „Aber kaum aufgrund unser militärischen Stärke. Du hast nicht gesehen wie unsere Truppen auf Syrphonne von den Xenos zerfetzt wurden. Ich glaube nicht, dass wir uns hier lange halten werden können.“ „Du bist wirklich den ganzen Weg hierher gekommen um mich davon zu überzeugen, dass ich meine Jag aufgeben soll? Du überraschst mich, Scriptor. Selbst Temeluch unterstützt unsere Arbeit hier. Sagt dir die Meinung unseres Mannes mit den Plänen nicht, wie gut unsere Chancen sind?“ Nur aufgrund ihrer jahrelangen Zusammenarbeit erkannte Nathanael die gut versteckte Gehässigkeit in der Stimme seines Vorgesetzten.

Der Scriptor musste wieder gegen seinen Zorn ankämpfen. „Du weißt so gut wie ich, dass er eine Nachricht von Terra bekommen hat, indem er ermutigt wurde das Theseus-System zu halten, bis Verstärkung kommt. Temeluch wird von seiner Verehrung zum Hohen Senat angetrieben und...“ Nathanaels Stimme verlor seine Kraft als sein Vorgensetzer den Kopf drehte und den jungen Mann musterte. „Und?“ fragte Lamechial mit einer Stimme, die für den ungeübten Zuhörer nur mildes Interesse vermittelt hätte. Der junge Mann erwiderte den Blick seines Vorgesetzten und zischte zwischen seinen Zähnen hervor. „Und dich treibt dein blinder Hass. Lamechial, wir haben keine Beweise, dass hier wirklich ein Gefallener zu finden ist. Lohnt sich sich diese blinde Jagd? Wir haben nicht einmal direkten Zugriff zu dem Feind! Wie viele unserer Männer wirst du opfern, bis du endlich einsiehst, dass du nicht gewinnen kannst?“ Mit einer fließenden Bewegung erhob sich die dunkle Gestalt und ragte über Nathanael auf, der den Drang unterdrückte zwei Schritte zurückzutreten.

Ehe Lamechial aber etwas weiteres sagen oder tun konnte, trat eine Gruppe von Männern mit dunklen Regenmänteln hinter vor der eingefallenen Mauer hervor. Die am weitesten vorne stehende Gestalt schob die Kapuze zurück, schüttelte sich den Regen aus den Augen und schaute verwirrt auf die sich ihm bietende Szene. „Verzeihung Sir, ich wusste nicht, dass der Raum noch genutzt wird.“ Lamechial bewegte sich nicht mal ein bisschen sondern hielt Nathanael weiter im Blick fixiert. „Ah, Sergeant Kaves, ich wollte dich gerade rufen lassen. Ich und mein junger Freund hier sprachen über unsere Mission.“ „Sir?“ Mit einer kurzen Handbewegung gab der Sergeant seinen Truppen zu verstehen respektvollen Abstand zu halten. „Ich kann mich nicht erinnern, welche Chancen hatte ich dir mitgeteilt, dass wir diesen Einsatz überleben werden?“ „Etwa 5%, Sir. Vorausgesetzt dass die Verstärkung eintrifft.“ „Und wird die Verstärkung eintreffen, Kaves?“ Der Mann dachte nicht einmal nach, bevor er antwortete. „Nein Sir, nicht solange noch der Ausgang der Xenos-Kämpfe offen bleibt. Alles andere würde als Verschwendung von Ressourcen betrachtet werden.“ „Danke Kaves. Komm bitte in einigen Minuten wieder, wir werden dann den Raum geräumt haben.“ Der Sergeant nickte, drehte sich um und begann einige Anweisungen an seine Truppen zu bellen.

Als Lamechial wieder seine Stimme erhob war er gerade laut genug um das Wetter zu übertönen. „Ich opfere also meine Männer, Nathanael? Menschen wie du begreifen es einfach nicht. Jeder dieser Männer ist bereit sein Leben für die Sache niederzulegen. Weil sie mir vertrauen. Sie wissen nichts über die Gefallenen und unsere wahren Ziele und sie sind trotzdem willig mir bis in den Tod zu folgen.“
Lamechial beugte sich vor und nun zeigte er die Schärfe, die er sonst ausschließlich seinen Gefangenen präsentierte. „Ich kann keine unnützen Instrumente gebrauchen, Nathanael. Und ein Soldat der nicht bereit ist für mich zu sterben ist nichts als ein unnützes Instrument.“ Der Absolutionspriester richtete sich wieder auf und seine Stimme war wieder die eines Lehrers, der einen geliebten Schüler rügen muss. „Aber Sorge dich nicht. Ich werde dir schon bald eine Chance geben, meine Meinung von dir wieder zu verbessern. Eine Chance deinen Nutzen zu zeigen.“ Lamechial trat zu dem Wächter der Dunkelheit der das Kissen mit dem Streitkolben etwas höher hebte. Der Absolutionspriester schloss seine Finger um den Griff und schien eher mit sich selber zu sprechen. „Eine Chance für unsere Sache zu sterben.“ Er ließ die heilige Waffe an seiner Seite schwingen und drehte sich langsam zu seinem Scriptor um, der nun wirklich ein wenig zurück wich. Seine sanfte Stimme stand in krassem Gegensatz zu der scharfen Waffe, der so viele Gegner des Imperiums zum Opfer gefallen waren. „Wenn ich du wäre, würde ich darüber nachdenken sie zu nutzen.“
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 30.05.2015 - 16:00
Huiuiui, wenn die Dark Angels schon innerlich so zerrüttet sind wird es für meine Steinbrecher ja ein Leichtes sein, sie wieder aus dem System zu werfen B-)

Sehr cooler und atmosphärischer Text auf jeden Fall, gefällt mir!
Parent - - By Antanael Date 30.05.2015 - 16:48
Ich gehe ja nicht gerade davon aus in den Runden, die ich noch habe, das ganze System zu erobern (wobei meine Unfähigkeit als Spieler nicht hilft), also ist es wohl sinniger ich erkläre das gleich im Fluff.
Aber wie du siehst wird Lamechial alles gegen die Chaos Space Marines werfen was er hat, oder dabei sterben. Mit anderen Worten: noch gebe ich auch nicht auf. ;-)
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 30.05.2015 - 16:51

>Aber wie du siehst wird Lamechial alles gegen die Chaos Space Marines werfen was er hat, oder dabei sterben. Mit anderen Worten: noch gebe ich auch nicht auf. ;-)


Wer sagt, dass wir was mit irgendwelchen Gefallenen zu tun haben? :o
Parent - By Antanael Date 30.05.2015 - 17:05
Niemand direkt. Markus aus meinem ersten Text nur impliziert. Und das ist die wunderschöne Tragik der Geschichte.
All die Opfer und all die Zerstörung, nur um einem Gerücht hinterher zu jagen.
Parent - - By O.v.Altenmark (Imperialer Propaganda-Minister) Date 30.05.2015 - 22:54

> (wobei meine Unfähigkeit als Spieler nicht hilft)


Kenne ich gut, aber gibt nicht auf, so oder so kann eine gute Story draus werden... ;-)
Parent - By Antanael Date 31.05.2015 - 01:07

> Kenne ich gut, aber gibt nicht auf, so oder so kann eine gute Story draus werden... ;-)


Vielen Dank, ich freue mich über jede moralische Unterstützung! Und Feedbacks zu meiner Geschichte nehme ich natürlich auch zu jedem Zeitpunkt immer gerne an.
- - By Antanael Date 30.06.2015 - 23:22 Edited 01.07.2015 - 14:05
Temeluch lehnte sich zurück und betrachtete das vernarbte Gesicht des älteren Mannes vor ihm. Normalerweise hätte eine Befragung in den Aufgabenbereich von Lamechial gehört, aber Temeluch war Leiter der Attacke gewesen, bei der Sergeant Jeria der 10. Kompanie, Anführer der Einheit "Calibans Auge", auf die Gestalt gestoßen war.
Der ältere Herr war bei der Säuberung eines Dorfes von wildernden Häretikern gefunden worden, festgebunden in dem Keller eines Gebäudes, dass vor dem Bombardement durch Virdas‘ Hammer vom Waaagh Koppspalta genutzt worden war. Um ihn herum hatte sich ein ganzer Haufen von anderen menschlichen Leichen befunden, vermutlich abgeschlachtet durch die Grünhäute, die Erias Südsüd so lange in ihrer Gewalt hatten. Warum man ihn hatte überleben lassen, würde sich wohl nie klären lassen.
Der Überlebende wäre vermutlich aus Gründen der Einfachheit den gleichen Weg wie die Häretiker gegangen, hätte er nicht sofort ein überraschendes Wissen über das Imperium und die inneren Vorgänge eines Ordens an den Tag gelegt als Jeria in den Keller trat und in der besten Amtssprache eine Unterhaltung mit dem Leiter des Einsatzes gefordert. Und so wurde Temeluch von Bruder Jeria zu dem dunklen Keller geführt worden, in dem der Alte mittlerweile von Jeria von seinen Fesseln befreit und auf die Überreste einer Bank gelegt worden war. Noch immer war er in die dunklen Roben gehüllt in dem man ihn gefunden hatte. Der Rest des Truppe warte vor dem Gebäude und wenn sie ein Interesse an den Vorgängen im Inneren hatten, dann waren sie zu gut trainiert um es zu zeigen.

Die Luft im Keller war stickig und voller Gestank von Verwesung. Dicke Insekten krabbelten über die Körper der Toten, die sich in allen Stadien der Zersetzung befanden. Trotz der grauenhaften Umgebung und seinen offensichtlichen Spuren der Gefangenschaft zeigte der Mann eine Ruhe und Gelassenheit, die den Kompaniemeister ein wenig überraschte. Der Kompaniemeister winkte Jeria aus dem Raum und blieb alleine mit den vielen Toten und dem einzelnen Halbtoten zurück. Bevor Temeluch auch nur den Mund öffnen konnte hatte der alte Mann bereits das Wort ergriffen. „Wer bist du?“

Normalerweise hätte Temeluch niemals eine solche Unverschämtheit geduldet aber die Situation war so abstrus, dass es ihm für einen Moment die Worte fehlten. Statt dessen betrachtete er den Mann noch einmal genauer. Trotz der grauen Haare und dem silbernen Bart vermittelte die Gestalt Kraft und Masse. In seiner Jugend musste der Mann ein Hüne gewesen sein und selbst nach seiner Gefangenschaft war er eine beeindruckende Figur. Er entschied sich erst einmal zu sehen wie es weiter gehen sollte. „Temeluch, vom Orden der Dark Angels“ Der Mann schien kurz nachzudenken. „Hüter der unbesungenen Gefallenen? Der Senat hält viel von euch. Ihr seid ein loyaler Krieger.“ Dieses mal war Temeluch wirklich überrascht. „Ihr kennt mich?“ „Vom Hören. Ihr könnt euch glücklich schätzen, dass ihr mich noch nicht getroffen habt.“ Und mit diesen Worten streckte er seinen verkrüppelten Arm vor und zog den Ärmel zurück.-

Temeluch erbleichte. „Was...? Wie...?“
„Ich und meine Gemeinschaft waren im verborgenen auf Erias Primus um potentielle Ketzeraktivitäten zu untersuchen. Die Attacke der Xenos traf uns völlig überraschend. Ironisch, eigentlich. Hätte ich mich weniger geheim verhalten, hätten wir uns vielleicht rechtzeitig retten können. Aber so? Noch bevor wir nach Hilfe rufen konnten brach die Kommunikation zusammen.“
Temeluch seinen Kopf zurück und schloss die Augen, offensichtlich völlig aus der Fassung gebracht. Doch der Alte führte unbeirrt mit seiner Rede fort. „Ihr werdet mich auf euer Schiff bringen. Wie ist der Name?“ Temeluch antwortete fast gegen seinen Willen. „Die Schwert der Vergeltung.“ „Das wird mir nicht die Möglichkeit geben dieses verdammte System zu verlassen, aber besser als nichts, denke ich.“ Der Alte lehnte den Kopf wieder zurück und schloss die Augen, offensichtlich ermüdet von dem Gespräch.

Temeluch erhob sich mit schwachen Beinen und blickte auf die liegende Gestalt. Diese hielt die Augen weiter geschlossen. „Ihr habt nicht nach meinem Namen gefragt.“ „Ich muss ihn nicht wissen, ich weiß was ich zu tun habe.“ Temeluch trat aus dem Raum und sprach kurz mit Jeria, der einige Fragen stellte, bevor er eine kleine Spritze überreichte. Der Kompaniemeister trat zurück zu dem Liegenden und positionierte die Spritze am Arm des Alten. „Dieses Mittel wird Sie auf die Reise vorbereiten.“ Der Alte nickte und betrachtete die Flüssigkeit, die in seine Venen gepumpt wurde. Sofort verblasste der Schmerz, der zu seinem beständigem Begleiter geworden war.

Temeluch blieb vor ihm sitzen und hielt den Blick auf den liegenden Mann gerichtet. Es war minutenlang kein Ton zu hören, bis Jeria in den Raum trat. „Sir, Nathanael möchte euch sprechen. Er sagte, dass es nicht warten kann.“ Temeluch erhob sich mit einem sanften Seufzen.

Als er den Namen des Scriptors hörte schlug der Liegende die Augen auf und öffnete den Mund um etwas zu sagen, brachte aber nichts als einige lallende Töne heraus. Ein Strom von Speichel tropfte aus seinem Mundwinkel. Seine Augen weiteten sich in Angst und suchten nach Temeluch, der sich dem Sergeant zuwendete. „Kümmern Sie sich um den Gefangenen. Lassen Sie es so aussehen als wäre er wie die anderen getötet worden, für den Fall, dass Lamechial die Körper selber untersuchen will.“ Mit einer Geste die Mitleid ausdrückte wandte er sich der wimmernden Gestalt auf der Bank zu. „Das Mittel hat Ihr Nervensystem bereits zerstört. Es wird schmerzlos sein. Mehr kann ich nicht für euch tun.“ Er beugte sich vor, griff nach der Hand des Alten und verließ den Raum. Im vorbeigehen richtete er seine Worte noch einmal an Jeria. „Und Bruder, was hier passiert ist, muss unter uns bleiben.“ Jeria nickte und zog sein Messer.
Der Alte riss die Augen weiter auf und versuchte stumm eine Nachricht raus zuschreien. Aber die Worte blieben ungehört und sein Blick trübte sich nach den ersten drei Stößen von Jerias Messer.
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Temeluch stand wieder einmal über seinen Plänen und schob einige Figuren von einem Ort zu einem anderen. Nathanael stand am anderen Ende des Raums und las Neuigkeiten über den Verlauf ihrer Kampagne vor. „... die Versorgung sollte also jetzt reibungsloser verlaufen. Und zuletzt ist der Trupp 'Calibans Auge' bei seiner Spähmission in der Nähe der Trümmerfelsen von unidentifizierten Xenos attackiert worden. Soweit wir beurteilen können wurden sie komplett ausgelöscht." Temeluch blickte nur für einen kurzen Moment auf. „Danke. Ich würde gerne einen Moment alleine sein.“ Nathanael nickte und verließ den Raum.

Temeluch setzte sich an seinen Tisch und griff in seine Tasche wo er über den Ring mit den Insignien der Inquisition tastete, den er dem Alten in seinen letzten Minuten abgenommen hatte. Vermutlich wären Lamechial und Nathanael überrascht von seinen Entscheidungen gewesen, aber die beiden hatten ihn nie wirklich verstanden. Lamechial war zu tief in seiner Jagd um noch das große Bild zu sehen. Die Verfolgung der Verräter war kein Selbstzweck für den Orden sondern erlaubte ihnen weiter dem Imperium zu dienen. Die Verfolgung über den Dienst zu stellen, würde bedeuten, den Zweck über das Ziel zu setzen. Glücklicherweise war das Wohl des Ordens auch von größtem Wert für das Imperium und aus genau diesem Grund hatte er auch nicht gezögert zu verhindern, dass ein Schnüffler und Spion sein Schiff betreten würde. Temeluch wandte sich wieder anderen Aufgaben zu und versuchte das Gewicht des Rings zu ignorieren, den er bei der nächsten Gelegenheit entsorgen würde. Nur ein weiteres Geheimnis in einer Karriere, die voller Schatten und Geheimnisse war. „Ein loyaler Krieger“ murmelte er zu sich selber und begann den nächsten Angriff zu planen.
Parent - - By Kinnay Date 30.06.2015 - 23:40
Die Story gefällt mir sehr gut. Temeluch ist ja regelrecht radikal in seiner Geheimniskrämerei! :P
Mal schauen, ob der Brudermord an Jeria noch ans Licht kommt (durch die bombenfeste Ausrede des verlorenen Gleichgewichts...), oder ob Lamechial von diesem Inquisitor erfährt. Ich hoffe es ja. ;)
Parent - - By Antanael Date 30.06.2015 - 23:48

>(durch die bombenfeste Ausrede des verlorenen Gleichgewichts...)


Damit war ich auch nicht glücklich. Ich hab das jetzt etwas umgeschrieben und denke so funktioniert das besser. In meinem Kopf war das dann ein Himmelsfahrtkommando auf das Temeluch Jeria absichtlich geschickt hat, aber das dürfte kaum für hochgezogene Augenbrauen sorgen, oder?
Parent - - By Kinnay Date 01.07.2015 - 00:45
Gefällt mir viel besser. Als letzten Vorschlag würde ich noch eine Referenz zu Jeria bringen, z.b.:

>Nathanael stand am anderen Ende des Raums und las Neuigkeiten über den Verlauf ihrer Kampagne vor: „... die Versorgung sollte also jetzt reibungsloser verlaufen. Und zuletzt ist der Trupp 'Calibans Auge'-... Bruder Jerias Einheit -  bei seiner Spähmission in der Nähe der Trümmerfelsen von unidentifizierten Xenos attackiert worden. Soweit wir beurteilen können, wurden sie komplett ausgelöscht."


Nur als Idee. Dein Text funktioniert auch wunderbar ohne diese Änderung, aber ich wollte gerne eine Alternative bieten. Sorry, falls es dich stört, dass ich in deinem Text herumpfusche. :P
Parent - By Antanael Date 01.07.2015 - 14:04

> Als letzten Vorschlag würde ich noch eine Referenz zu Jeria bringen


Ich hatte mich nach meinem Verweis am Anfang des Textes auf die Rolle von Jeria bewusst dagegen entschieden, dass hier noch einmal aufzubringen, um das Bild zu vermeiden, dass hier eine Erklärung für den Leser gemacht wird und keine Erklärung für Temeluch.
Die anderen Vorschläge finde ich aber gut und  werden genauso übernommen!

> Sorry, falls es dich stört, dass ich in deinem Text herumpfusche. :P


Nicht im geringsten! Alle konstruktive Kritik nehme ich gerne an, und ich denke in dieser Communitiy ist alle Kritik als konstruktive Kritik gemeint.
- - By Antanael Date 31.07.2015 - 23:56 Edited 31.07.2015 - 23:59 Upvotes 1
Die Höhle war dunkel und kalt. Nathanael hatte sich bereits an die Umgebung gewöhnt und so blieb ihm keine andere Wahl als zu akzeptieren, dass das Zittern eine Reaktion auf die Gestalt war, die auf den Stuhl saß, und dessen Augen ihn nicht verließen. Lamechial warf ihm einen kurzen Blick zu, der unter der Maske schwer zu lesen war. Vielleicht sollte er aufbauend wirken, möglicherweise aber auch eine Drohung darüber was passieren sollte, wenn Nathanael ihn enttäuschen sollte. Vermutlich kannte Lamechial den Unterschied zwischen den beiden gar nicht. Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen des Gefangenen, unverändert praktisch seit dem man ihn in an diesen Ort gebracht hatte.

Es war ein enger Spalt einer Felswand am äußersten Rand von Erias Nordost und bot diverse Vorteile. Als erstes war die Klippe schwer zu finden und bot keinerlei militärische Vorteile, weswegen feindliche Begegnungen sehr unwahrscheinlich waren. Zum Zweiten hatte ein Scouttrupp unter Bruder Ashiel die Öffnung bis ins Letzte ausgespäht und es gab nur einen Zugang, der jetzt von allem bewacht wurde, was Lamechials Jagd aufbringen konnte, ohne zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Bruder Tochial, ein Krieger dessen Taten Rekruten gelehrt wurden, nun gebunden in die Rüstung eines Cybots in den Farben des Deathwing, stand über der Öffnung und scannte den Himmel. Zuletzt war der Spalt tief und es gab keine Möglichkeiten von Außen zu erfahren was im Inneren passierte und das war genau das, wonach Lamechial gesucht hatte.

Als er die Schritte von Temeluch hörte, der auf den Steinboden näher kam, drehte sich Lamechial um. Er war bereits verärgert darüber, dass man den Kompaniemeister überhaupt gerufen hatte und der verachtende Gesichtsausdruck, mit den ihm der dunkelhäutige Mann betrachtete, goss nur noch Öl ins Feuer.

„Meine Männer haben euch bereits unter größten Opfern den Mann aus den Fängen der Eldar gerettet,“ schnurrte Temeluch, „ich dachte, dass ich dir zumindest das Verhör überlassen könnte. Das Imperium...“ Sein Blick fiel auf den Gefangenen, der ihm geradewegs zurück starrte. Der Gefangene war offensichtlich immer noch amüsiert, was Temeluch aus seinem Monolog warf.
Der Kompaniemeister sah Nathanael an und versuchte seinen Gedankengang wieder zu finden. „Und ist er, wen wir suchen? Oder hat eine Spur.“ Der Scriptor schlug die Hände gegeneinander und legte die Zeigefinger gegen seine Lippen. „Nein und ja. Er ist mit großer Sicherheit kein Gefallener.“ „Wer ist er dann?“

Schweigen breitete sich im Raum aus und Lamechial legte seine Hände auf den Tisch, den er hatte aufstellen lassen, und auf denen er noch vor Stunden mit großer Zufriedenheit seine Werkzeuge ausgebreitet hatte. Er beugte sich nach vorne und starrte auf eine Zange. Als er wieder sprach wandte er sich direkt an den Gefangenen. „Sag ihm was du uns gesagt hast.“

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Lamechial und Nathanael starrten auf den Himmel, an dem das Schiff von Temeluch verschwunden war um den Gefangenen aus dem System zu bringen. Lamechial drehte sich schließlich um und Begann neue Anweisungen an seine angestellten zu bellen, offensichtlich seine neue Rolle des unangefochtenen Anführers genießend. Nathanael strich sich über die Hände und versuchte in seinem Inneren darauf eine Antwort zu finden, ob die Visionen der brennenden Flotte, die ihn nun schon seit Monaten plagten, etwas mit der Gestalt zu tun hatte, die nun gebunden und von einem Elitetrupp des Deathwing begleitet Richtung Felsen flog. „Der Imperator leite meinen Willen...“ flüsterte er, doch wie immer verwehte sein Flehen ungehört zwischen der zerfurchten Einöde, die der Krieg hinterlassen hatte.
Parent - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 01.08.2015 - 09:29
Gefällt mir sehr gut! Bin gespannt, was du aus dem Handlungsfaden um den Gefangenen noch machst :-)
Parent - - By Blue Date 03.08.2015 - 15:31
Gefällt :)
Zwei kurze Fragen dazu:

>[...]unter größten Opfern den Mann aus den Fängen der Eldar gerettet[...]


Haben sie ihn nicht aus den Fängen der Dark Eldar gerettet?

>[...] nun gebunden [...] in Richtung Felsen flog.


Bedeutet das, dass der mysteriöse Gefangene nun effektiv aus der Kampagne raus ist? :o
Parent - - By Da Menschänz Moscha Date 04.08.2015 - 12:15
Das Imperium unterscheidet doch nicht zwischen Weltenschiff und Dark Eldar. Das ist einer der Gründe warum das Imperium so eine Abneigung gegen die hat. Das glaube ich zumindest zu wissen. Erinnere ichich da falsch?
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 04.08.2015 - 19:36
Die Leute die es wissen unterscheiden möglicherweise schon, aber das sind eben sehr wenige. Einige Marines könnten den Unterschied schon kennen. Aber da ist viel Grauzone.
Parent - By Da Menschänz Moscha Date 04.08.2015 - 20:27
Nach dem was ich las, werden alle DE Angriffe vom Adeptus Terra den Eldar im allgemeinen zugeschrieben. Bzw ich meine gelesen zu haben, dass echt niemand den Unterschied kennt. Vielleicht wissen ein Paar Radikale vom Ordo Xenos mit guten Beziehungen zu den Weltenschiffen bescheid. Freihändler wären für sowas auch gute Kandidaten, aber Astartes soweit ich weis nicht. Ich vermute mal die meisten wollen da gar keinen Unterschied sehen, da sie so die bösen Eldar im allgemeinen verteufeln. Was die glaube ich wissen, ist dass es verschiedene Eldarfraktionen gibt, wobei sich ein Weltenschiff und eine Kabale aus imperialer Sicht nicht mehr als zwei Weltenschiffe unterscheiden.
Aber wie gesagt, ich kann mich da echt irren. vieleicht wühle ich da die Tage mal Lexicanum.
Parent - - By Blue Date 04.08.2015 - 23:57
Die Identifikation aller Arten Weltraum-Hippies mal beiseite lassend - was ist der Status des Gefangenen?
Parent - - By Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Date 05.08.2015 - 07:17
Gegenwärtig? Auf dem Weg zum Felsen in bester grün gepanzerter Gesellschaft.
Parent - By Blue Date 11.08.2015 - 11:50
Die Ninja-Turtles haben ihn?
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