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Hoch Thema Clubs und Co. / 40k Spielertreff Hamburg / Theseus-Konflikt III - Ein System in Flammen
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 10.01.2015 - 00:26 Editiert 18.01.2015 - 15:29
Übersicht:
Das Theseus-System befindet sich im Segmentum Obscurus, am äußersten Rande des Gothic-Sektors. Mit seinen rohstoffreichen Minenwelten Merx I, II und III [Link: Kampagnenkarte] stellt es eine wichtige Station in der Versorgungskette der Streitkräfte des Imperiums in diesem Sektor dar. Der Abzug großer Teile der Systemflotte zur Abwehr Abaddons des Vernichters während des Gothic-Krieges schwächte die Verteidiger des Systems allerdings empfindlich und machte die Welten Theseus' angreifbar.

Dies zeigte sich deutlich während des Sturms auf die Agrarwelt Syrphonne, der als Beginn des Theseus-Konfliktes bezeichnet werden kann. Nachdem auf dem Planeten ein starkes psionisches Leuchtfeuer unbekannter Natur entdeckt worden war, strömten innerhalb weniger terranischer Standardmonate zahlreiche Feinde des Imperiums auf die Oberfläche der Welt und überwältigten die Abwehrtruppen des Systems ohne nennenswerte Probleme. Der Gouverneur des Theseus-Systems, Macfyrze, hoffte, dass sich die Feindlichen Fraktonen auf Syrphonne gegenseitig zerfleischen würden, und sich so eine Möglichkeit, diese zu besiegen, ergeben würde, doch es kam schlimmer als erwartet. Durch die zahlreichen Kämpfe auf der Oberfläche ihres Planeten geweckt, erwachte tief unter der Oberfläche Syrphonnes eine alte Necron-Gruftwelt erneut und begann, ihr Herrschaftsgebiet erneut zu sichern. Die niederen Völker wurden von der Oberfläche vertrieben, jedoch nicht ohne dass Archon Vyas Ya'nith von der Kabale des Düsterfeuers mit dem Splitter eines mächtigen Necron-Artefaktes entkommen konnte. Jegliche Versuche, die Necrons von Syrphonne wieder zu vertreiben haben sich bislang als erfolglos herausgestellt.

Infolge der erhöhten Präsenz feindlicher Flotten und Armeen im Theseus-System sah sich Mcfyrze gezwungen, die wenigen militärischen Ressourcen, die ihm zur Verfügung standen, auf die Kernwelten des Systems zu konzentrieren und andere Planeten ihrem Schicksal zu überlassen, bis imperiale Verstärkung eintreffen würde. Die Folgen dieser Entscheidung zeigten sich zunächst auf der Todeswelt Ixion, welche mit dem Auftauchen der Splitterflotte Nidhoggr zum Schauplatz neuer grausiger Kämpfe wurde. In diesem Konflikt konnten sich schlussendlich die Orks des Waaghbosses Wazdakka Koppspalta durch ihre Anpassungsfähigkeit an die harschen Bedingungen des Planeten durchsetzen und Koppspalta ernannte sich selbst zum Obafürst'n von Ixion. Doch auch die Tyraniden Nidhoggrs hatten eine Klaue in die Oberfläche der Welt geschlagen und hatten begonnen, Biomasse zu absorbieren und sich weiterzuentwickeln.

Chronik der Ereignisse seit der Eroberung Ixions durch Wazdakka Koppspalta (098142.M41):

103142.M41 - Die Necron-Grüfte auf Syrphonne sind inzwischen so weit erwacht, dass sie mit dem Bau von Kriegsschiffen beginnen. Da die Gruftwelt weiterhin nicht auf Kontakt reagiert konnte noch keine Identifikation hinsichtlich der dort herrschenden Dynastie und ihrer Absichten erreicht werden. Die zu beobachtenden Produktionsaktivitäten deuten aber darauf hin, dass die Necrons ebenfalls aktiver in den Theseus-Konflikt eingreifen werden.

255142.M41 - Unter dem Kommando eines Individuums, das sich selbst nur als den "Fabrikator" bezeichnet beginnen Teile der Maschinen des Adeptus Mechanicus auf Merx I eine Rebellion gegen die herrschenden Tech-Priester. Binnen weniger Stunden treten drei Kreuzer der Steinbrecher in den Orbit des Planeten ein und verstärken die Rebellen mit orbitalen Bombardements und einer Sturmlandung mit Dreadclaw Landungskapseln. Merx I fällt innerhalb von einem Tag vollständig in die Hände der Truppen des Fabrikators und der Steinbrecher.

412142.M41 - Eine Offensive der verbleibenden Systemflotte zur Rückeroberung von Merx I und dem inzwischen auch verlorenen Minenplaneten Merx II unter dem Kommando von Leutnant Wisdor gerät zum Fiasko, als von Ixion abgefeuerte Interplanetarraketen der Orks in die Flotte schmettern. Anstelle von Sprengköpfen sind die Raketen mit kampfeslustigen Orks gefüllt, welche mehrere der Schiffe laut gröhlend entern. Nur zwei Kreuzer und einige Eskorten können dem Angriff entkommen, während Leutnant Wisdor die Warpantriebe seines Schiffes sprengt, um die Angreifer mit in den Tod zu reißen. Die Explosion reißt eine Wunde ein das Gefüge zwischen Realität und Warpraum, die sich nicht zu schließen scheint. Astrologen auf der Hauptwelt des Systems bezeichnen das Phänomen fortan als "Wisdors Opfer".

796142.M41 - Wisdors Opfer beeinflusst die Grenzen zum Warp und so ist es Rah'hail, Herold des Tzeentch und Erstem Sucher möglich mit seiner Schar aus Dämonen des Tzeentch im Theseus-System zu materialisieren. Er soll Hinweise auf einen neuen Propheten des Untergangs suchen, bevor diese in den Feuern des Krieges zerstört werden, und beginnt damit in den Makropolskeletten der Welt Calmian, die einst nach einer Xenos-Plage durch einen Exterminatus vernichtet wurde.

903142.M41 - Die Kabale des Düsterfeuers unter dem Befehl von Raidriach Ya'nith, Sohn Vyas des Wahnsinnigens und erhabener Admiral der Düsterfeuer-Flotte greift die Eldar Ulthwés an, die auf dem Zwergplaneten Ceres ihre temporäre Operationsbasis errichtet haben. Die Krieger des Weltenschiffes können den Angriff abwehren, doch Raidriach entkommt mit den Seelesteinen der Gefallenen von Ixion. So ist Rache genommen, für die Opfer, welche er auf der Todeswelt durch die Hände der Eldar erlitt. Mit ihrer Beute ziehen sich die Dark Eldar nach Calmian zurück, in dessen leblosen Schatten sie auf neue Beute lauern.

923142.M41 - Beginn der Kampagne
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 18.01.2015 - 15:47 Gut 1
Übersicht über das Theseus-System:

- - Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 22.01.2015 - 23:40 Editiert 24.01.2015 - 18:04
Planeten des Theseus-Systems:



Erias:
Der Planet Erias ist Sitz der Systemregierung des Theseus-Systems. Die Bevölkerung des Planeten lebt in mehreren Makropolen, welche alle durch beeindruckende Verteidigungssysteme geschützt sind. Durch die kontinuierliche Verschlechterung der Situation des Systems und zunehmende Isolation des Planeten breiten sich allerdings Unruhen in der Bevölkerung aus und die planetaren Verteidigungsstreitkräfte  müssen ihren Blick längst nicht mehr nur nach außen richten.
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Virdas' Triumph:
Einst Schauplatz der entscheidenden Raumschlacht zwischen den Iron Hands und den Hrud zur Befreiung des Systems während des Großen Kreuzzuges, wurde der Erias umkreisende Mond nach Eisenvater Virdas benannt, der die Schiffe der Space Marines zum Sieg führte. Heute befinden sich dort der wichtigste Militärstützpunkt des Systems und die Orbitaldocks der Systemflotte.
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Syrphonne:
Die ehemalige Agrarwelt wurde während des Sturms auf Syrphonne von mehreren Kriegsparteien völlig verheert, bevor unter ihrer Oberfläche eine uralte Necron-Gruftwelt erwachte. Gegenwärtig hat das Imperium keinen Einfluss mehr auf Syrphonne und die Necrons beginnen von dort weitere Welten des Systems zu beanspruchen.
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Ixion:
Die Todeswelt Ixion wurde Zeuge brutaler Auseinandersetzungen als die Tyraniden der Schwarmflotte Nidhoggr und die Orks des Waaaghs Koppspalta um die Vorherrschaft rangen und dabei die anderen Konfliktparteien im System verdrängten. Die Orks konnten sich zwar durchsetzen, doch in den tiefen Dschungeln Ixions ist auch der Hunger des Verschlingers nach Biomasse noch nicht gestillt.
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Calmian:
Einst zweitgrößte Makropolwelt des Systems ist Calmian heute wenig mehr als ein trostloser kalter Felsblock. Ein Exterminatus zur Vernichtung eines Ork-Waaaghs hatte die Welt vor mehr als einem Jahrtausend verheert, doch ob dies der einzige Grund für diese Entscheidung war wurde nie aufgeklärt und die Inquisition unterhält von Erias aus ein wachsames Auge auf den Planeten. Nun, da der Griff des Imperiums um das Theseus-System schwächer wird, wird sich das Rätsel vielleicht lüften lassen.
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Ceres:
Die Welt Ceres stellt den zweiten Versorgungsplanet für Lebensmittel im System dar, um die Billionen Bewohner Erias' zu versorgen. Bislang noch vom Theseus-Konflikt nahezu unberührt, haben sich inzwischen die Eldar Ulthwés den Planeten als Stützpunkt auserkoren, sodass die letzte Versorgungsroute im System kurz vor dem Versiegen steht. So wird es auch nur eine Frage der Zeit sein, bis das Reliquariumsfort, einst von den Iron Hands zurückgelassen, Begehrlichkeiten bei den Eroberern wecken wird.
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Merx I:
Die Merx-Welten stellen die Hauptversorgung des Systems mit wichtigen Rohstoffen und Mineralien für die Kriegsführung sicher und sind vor allem durch ihre gewaltigen Minenkomplexe gekennzeichnet. Merx I unterhielt bis vor kurzem außerdem auch einen kleineren Manufactorumsstützpunkt des Adeptus Mechanicus, um das Theseus-System mit Kriegsgerät zu versorgen. Nun, da sich der Fabrikator gegen seine ehemaligen Meister erhoben hat und die Steinbrecher ihm beistehen, hat dort die Aushebung dunkler und dämonischer Produktionsstätten begonnen.
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Merx II:
Die Minen auf Merx II fördern unter anderem besonders energiereiche Mineralkristalle, welche für Schildtechnologien genutzt werden können. Diese Kristalle könnten sich für die Wissenschaftler und Tech-Ketzer der verschiedenen Konfliktparteien als nützlich erweisen, wenn man sie in ausreichender Menge fördern könnte.
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Merx III:
Merx III ist ständig heimgesucht von Gas- und Staub-Stürmen, die seine Oberfläche zu einem unwirtlichen Ort des Todes machen. Unter seiner Planetenkruste verbergen sich allerdings zahlreiche Ressourcen die als wertvolle Energielieferanten für verschiedene Arten von Energiegeneratoren dienen können. Das Imperium selbst nutzte diese Energiequellen, um die Schildgeneratoren auf Erias zu versorgen, doch der Nachschub droht nach dem Fall von Merx I abzureissen.
Basis - - Von Ciliano Datum 22.01.2015 - 23:46
Merx III sieht ja verdächtig aus wie der Jupiter mit dem Riesenwirbel...also da möchte ich keine Basis aufschlagen :)
Basis - - Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 23.01.2015 - 08:14
Sehr schön, alles für mich B-)
Basis - Von Ciliano Datum 23.01.2015 - 10:15
Wusste gar nicht, dass Iron Warriors so eine Affinität zu Gasplaneten haben, mit so wenig Erde und Stein unter den Füßen!
Basis - - Von MKR Datum 23.01.2015 - 06:02
Calmian kommt mir bekannt vor... War das nicht auch bei Star Wars ein Planet ?
Oder verwechsel ich das mit Calmino, wo die Klone gemacht wurden?
Basis - Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 23.01.2015 - 08:13
Wenn Star Wars eine Inspiration gewesen sein sollte, dann auf einer sehr tiefen Ebene meines Unterbewusstseins.
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 27.02.2015 - 16:57
Feurige Trümmer regneten auf die Void-Schilde der Makropole Erias, als ein weiterer Feindflieger sich zu nah an die Stadt herangewagt hatte und von den gnadenlosen Luftabwehrbatterien der Stadt in Stücke geschossen wurde. Vom Balkon seines Palastes hoch über den abgrundtiefen Schluchten Erias' beobachtete Gouverneur Mcfyrze, wie die Kämpfe zwischen den verschiedenen kriegsführenden Fraktionen immer näher an seine Stadt heranrückten. Er musste einsehen, dass das Imperium von einem ernsthaften Widersacher in diesem Konflikt zu einem Beobachter geworden war, der wenig mehr tun konnte, als darauf zu warten, dass man ihm den Todesstoß versetzen würde.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die verschiedenen Kriegsparteien durch ihre gleichzeitigen Anstrengungen das System komplett überrannt und es verblieben nur noch drei ernsthafte imperiale Widerstandspunkte: Die Makropole Erias auf dem gleichnamigen Planeten, deren beeindruckende Verteidigungsanlagen keine Fraktion ernsthaft angehen konnte, so lange ihre Gegner ihnen jederzeit in den Rücken fallen konnten, der Mond Virdas' Triumph, der von den verbleibenden Schiffen der Flotte und mächtigen Raumstationen umringt war, und das Reliquarium von Ceres, dessen Verteidiger zu den elitärsten imperialen Truppen des Systems gehörten. Dies waren die letzten Inseln imperialer Kontrolle in einem Meer aus Feinden, die von niederen Xenos-Völkern bis zu den abartigen Dienern der Chaosgöttern reichten.

Mcfyrze war bewusst, dass sich dieser Konflikt nur noch mit Hilfe aus anderen imperialen Systemen würde gewinnen lassen - und er wartete schon zu lange darauf, als dass er wirklich noch Vertrauen in diese Hoffnung gesetzt hätte. Trotzdem wollte der oberste Befehlshaber des Systems in diesem Konflikt nicht nur hilflos zusehen, wie das Ende für sein System immer näher rückte. Er würde vielleicht den Krieg nicht mehr gewinnen können, doch so lange die Kanonen unter seinem Kommando noch Munition hatten, würden sie jeden fußbreit Boden mit den zerschmetterten Körpern und Panzern der Feinde des Imperiums übersehen.

"Leutnant Graft! Stellen Sie eine Funkvebindung zu Hochkommandant Kraker auf Virdas' Triumph her - er soll Virdas' Hammer gemäß den bereits übermittelten Instruktionen ausrichten! Unsere Feinde sollen nicht vergessen, auf wessen Boden sie ihren Krieg austragen..."
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 01.04.2015 - 19:12 Editiert 01.04.2015 - 22:17


Die Nacht senkte sich über die Makropole Erias, doch die Feuer in weiter Ferne ließen den Sonnenuntergang scheinbar weiter fortbestehen. Gouverneuer Mcfyrze betrachtete das Schauspiel vom Balkon seines Palastes aus in trotziger Häme. Zweimal hatte Virdar's Hammer auf die Oberfläche Erias' gefeuert und mit seinen Einschlägen den gesamten Hauptkontinent beben lassen. Zurück blieben nur Schutt und Asche, während sich Feuerstürme dutzende Kilometer in den Himmel reckten. Es war ein kurzer Augenblick des Triumphs, der dem Imperium der Menschheit hier vergönnt gewesen war, ein Augenblick, in dem vor allem die Xenos-Völker der Eldar und Orks bluten mussten, welche die getroffenen Gebiete zuvor überrannt hatten.

Doch es war eben nur ein Augenblick, und an der Situation des Imperiums in diesem Konflikt hatte er nichts verändert. Aufklärer berichteten, dass die verheerten Gebiete bereits zum Ziel von Bewegungen der verfluchten Dämonen und Necrons geworden waren, die der unwirtlichen Umwelt wohl am besten trotzen konnten. Für die Verteidiger Erias' waren diese Zonen aber weiterhin verlorenes Land. Mcfyrze wandte sich von dem Schauspiel ab und begab sich zurück in das verbunkerte Kommandozentrum der Makropole. Wenn doch nur Verstärkungen kämen... Dunkle Regenwolken zogen auf.
___



In der tiefen Nacht waren die Straßen nass vom Regen, als sich die Gruppe um die Leiche versammelte.

"Ein weiteres Opfer?" fragte einer der Anwesenden.
"Ja, es scheint so. Seht ihr Zeichen auf seiner Brust," antwortete ein anderer.
"Es werden immer mehr. Sie müssen stärker werden," sprach wieder der erste.
"Nun gehen sie auch schon gegen Vertreter der Ordnung vor," sagte ein Dritter.
"In Zeiten der Krise sollten wir zusammenhalten und uns nicht untereinander entzweien," klangen die Worte eines anderen.
"Eure Weisheiten helfen ihm auch nicht mehr. Übergebt seine Seele einfach dem Imperator, Vater," sagte der Zweite wieder.
"Hmpf!"

Der Regen prasselte weiter unablässig auf den Boden der schmalen Gasse in den verfallenen Arbeiterquartieren Erias'.
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 28.04.2015 - 22:48


Die Dataprozessoren strahlten ein kaltes weißes Licht aus und brummten ruhig vor sich hin, als sich die zwei Gestalten in den Gewölben tief unter dem Gouverneurspalast trafen. Eine von ihnen trug die roten Roben des Adeptus Mechanicus, während die zweite zahlreiche Ehrenzeichen des Imperiums an ihren Gewändern trug. Niemand sonst war in diesem Augenblick zugegegen.

"Es ist lange her, dass ihr mich hier unten besucht habt, Gouverneur McFyrze..." erhob die rotgewandete Gestalt ihre Stimme. Die Worte klangen blechern und verzerrt durch die Stimmgeneratoren im Hals des Sprechers. McFyrze blickte in das Gesicht seines Gegenübers, oder besser gesagt das, was nach dem Einbau zahlreicher Implantate davon übriggeblieben war. Kabel sprossen aus zahlreichen Öffnungen und verschwanden im Dunkel einer tiefhängenden Kapuze, während ein bionisches Auge ihn kalt und regungslos beobachtete. "...was verschafft mir die Ehre?"

"Ich denke das wisst ihr ganz genau, ehrwürdiger Magus Vertrus. Schließlich sehen und hören eure Maschinengeister alles, was in dieser Makropole vor sich geht."
"Nicht alles, Gouverneur, nicht alles. Diese Stadt bietet zahlreiche Orte, zu denen meine Servoschädel keinen Zutritt finden. Und ich fürchte, euer Wunsch dreht sich um ebendiese, ist es nicht so?"
"Ihr sprecht die zunehmenden aufsässigen Aktivitäten an. Zweifelsohne, eure Möglichkeiten wären hier hilfreich gewesen, doch ich habe Inquisitor Phileas vom Ordo Häreticus bereits mit deren Zerschlagung beauftragt. Ich benötige euch für einen anderen Fall."
"Ihr weckt mein Interesse, Gouverneur. Fahrt fort..."
"Nun, wie ihr wisst hat die Reaktivierung von Virdas' Hammer bereits deutliche Wirkung gezeigt. Wir haben wichtige Feindstellungen vernichten können und so verhindert, dass sich Streitkräfte sammeln, die unsere Makropole bedrohen könnten. Nichtsdestotrotz wird dies nicht genügen, um den Sturm dauerhaft zu überstehen. Nun ist auch das Reliquarium an unsere Feinde gefallen und geplündert worden... Doch es gibt Hoffnung: eine verschlüsselte Nachricht kündet von der baldigen Ankunft der Astartes vom Orden der Dark Angels. Dies ist unsere Chance, das Blatt zugunsten des Imperiums zu wenden, Vetrus!"
"Meine Wahrscheinlichkeitsanalysen sprechen da eine andere Sprache, aber ich bin ganz Ohr. Auch mir liegt unser Überleben in diesem Krieg schließlich am Herzen. Vielleicht habt ihr ein paar Parameter parat, die mir entgangen sind..."
"Vielleicht, aber ich werde eure Hilfe brauchen..."

Im fahlen Licht der Dataprozessoren enstand ein waghalsiger Plan...
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 31.05.2015 - 06:15
Die Kommandozentrale des Gouverneurspalastes war erfüllt von lautem aufgeregten Stimmengewirr. Die tägliche Versammlung der höchstrangigsten Autoritäten der verschiedenen imperialen Organisationen, sowie der führenden Militärs der Verteidigungsstreitkräfte zur Besprechung der Lage war in den letzten Monaten eine schreckliche Veranstaltung gewesen, bei der sich ausnahmslos schlechte Nachrichten aneinanderreihten. Doch heute klangen einige der versammelten Stimmen ungewöhnt euphorisch und hoffnungsvoll angesichts der gerade eingetroffenen Nachricht, dass die Dark Angels einen ersten Sektor des Planeten von Xenosbefall gesäubert hatten. Die Engel des Todes waren gekommen und würden die Feinde des Imperators zurücktreiben! Zumindest schien dies die allgemeine Stimmungslage zu sein. Gouverneuer Mcfyrze war sich dabei nicht so sicher. Die Dark Angels genossen einen gewissen Ruf der Unzuverlässigkeit und des Eigenbrötlertums. Man sagte ihnen andere, egoistischere Motive in vielen Kampagnen nach, so hatte ihn Inquisitor Phileas informiert. Nichtsdestotrotz würde er die Hilfe der Astartes willkommen heißen, gar willkommen heißen müssen. Doch er würde geschickt vorgehen müssen, um diese Unterstützung länger an diesen Konflikt zu binden.

Mcfyrze hob seine rechte Hand leicht an und sofort gebot ein Bediensteter hinter seinem Thron der versammelten Menge zu schweigen. Schnell verstummten die Stimmen und zahlreichen Augen richteten sich auf den Gouverneur. "Sehr geehrte Vertreter der wichtigsten Organisationen von Theseus Primus, darf ich um ihre Aufmerksamkeit bitten. Wie sie alle bereits erfahren haben, sind die Astartes vom ehrwürdigen Orden der Dark Angels im Theseus-System eingetroffen und haben bereits damit begonnen, Teile von Erias zu befreien." Bei diesen Worten brandete sofort wieder Jubel unter den Versammelten auf, den Mcfyrzes Bediensteter wieder beruhingen musste. "Ich teile ihre Freude uneingeschränkt! Dies is die Gelegenheit auf die wir gewartet haben, um das Blatt in diesem Konflikt zu wenden, die lang erwartete Unterstützung durch andere Sektoren des Imperiums! Mögen die Dark Angels nur die ersten von vielen sein! Anlässlich dieses Ereignisses möchte ich den heutigen Tag zu einem Feiertag ausrufen - ich erwarte dabei die volle Kooperation ihrer Organisationen. Dies wird uns vielleicht wieder etwas mehr Ruhe in der Bevölkerung verschaffen, nachdem wir zuletzt zwei kleinere Aufstände brutal niederschlagen mussten. Inquisitor Phileas ist weiter mit der Suche nach der 'Stimme des Imperators' beschäftigt, doch bisher entzieht sie sich uns immer wieder. Zusätzlich ist es unerlässlich, eine Delegation zu den Dark Angels zu schicken, um weitere Aktionen zu koordinieren. Ich werde die dafür nötigen Männer persönlich auswählen und instruieren. Sie erfahren von den Ergebnissen in Kürze."
- - Von Kinnay Datum 24.06.2015 - 18:13
"Ist die Xenos-Pest die Strafe des Imperators für unsere Sünden?" - "Bereuet! Oder Brennet! Die Erlösung ist nah!" - "gehorche der stimme" - "Ekklesiarchie=Heuchler - Ministorum=Ketzer"

- Auswahl an Graffiti von den Straßen Erias Primus'.

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In der Finsternis eine Flamme; in der Verzweiflung eine Hoffnung. Der Vernunft eine Stimme; dem Volke ein Leuchtfeuer. Von einer Handvoll gehasst, von vielen geliebt, den meisten jedoch unbekannt.
Aus dem bitteren Kriegsgetümmel des Theseus-Systems erhebt sich auf Erias ein Held der Schwachen, der Missverstandenen, der Vergessenen, der Gefallenen.

Die Stimme spricht und das Volk hört zu.
Basis - - Von Da Menschänz Moscha Datum 25.06.2015 - 15:31 Editiert 25.06.2015 - 16:20
Bekommt ihr etwa Besuch von der netten Stimme des Imperators? Die taucht doch erst in 800 Jahren auf.
Basis - Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 25.06.2015 - 16:20

>Die taucht doch erst in 800 Jahren auf.


Im Cadia-System, ja. Aber wer weiß schon was davor gewesen ist... ;-)
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 01.07.2015 - 10:36
Was passierte hier gerade? Gouverneur Mcfyrze blickte entsetzt auf die zahlreichen kryptischen Informationen, die über die Monitore im Kommandobunker des Gouverneurspalastes liefen. Seine Berater waren von den Nachrichten ebenso überfordert wie er selbst, schienen sie doch aus Fetzen von Binärcode zu bestehen. Nur kurz tauchten wieder und wieder Aufnahmen auf, die von Überwahungskameras zu stammen schienen und zeigten auf unscharfen gestörten Bildern, wie fremdartige Maschinenwesen Truppen der Garnisonsstreitmacht von Virdas' Triumph abschlachteten. Beim Anblick dieser Bilder hatte sich einer der anwesenden Offiziere übergeben müssen. Bereits seit Stunden war kein Funkspruch an Virdas' Triumph mehr beantwortet worden, sodass Mcfyrze diese Sondersitzung einberufen hatte. Doch der Datenstrom vom Mond aus hatte erst vor kurzem begonnen.

Die Aufnahmen und Ereignisse deuteten darauf hin, dass eine fremde Macht den Mond infiltriert und dessen Verteidiger dann von innen heraus überwältigt hatte. Und dass, obwohl der Einsatz der Dark Angels den Verteidigern des Systems endlich wieder Hoffnung zu verleihen schien, nun, wo sie weitere Gebiete vor den Mauern der Makropole von Aliens und Häretikern befreit hatten. Was waren das für Wesen, die dort auf Virdas' Triumph ihren Angriff gestartet hatten? Würden die Dark Angels sie wieder dort vertreiben können? Insbesondere der Gedanke, Virdas' Hammer könnte in die Hände von Feinden des Imperiums fallen, war kaum zu ertragen...

Just in diesem Moment schalteten sich alle Monitore und Datenverarbeiter des Kommandobunkers gleichzeitig ab. Wenige Sekunden später begannen sich die Lautsprecher einzuschalten und die schnarrende Maschinenstimme von Magus Vertrus war zu vernehmen: "Gouverneur Mcfyrze, versammelte Vertreter der militärischen Organe von Theseus, in Berufung auf die Direktive Theta 3G6.002 des Adeptus Mechanicus habe ich sämtliche Datenverbindungen zu Virdas' Triumph getrennt. Mir liegen Informationen vor, dass die dortigen Maschinengeister von eingespeisten Waffenviren korrumpiert worden sind, deren aggressive Ausbreitung zum Vernichtung unserer dort stationierten Truppen geführt haben. Mit der Umsetzung der Direktive wird eine mögliche Ausbreitung auf Erias Primus verhindert. Unternehmen sie nichts, um die Direktive zu umgehen."

Mit einem kratzigen Knistern verstummten die Lautsprecher erneut.
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 05.08.2015 - 17:20


Die Nacht hatte sich über Erias Primus gelegt, doch sie brachte keinen Schlaf. Wie gebannt blickten die versammelten Vertreter der imperialen Organisationen der Makropole in den schwaren Himmel empor. Ihre Augenrichteten sich dort auf den Trabanten, der bereits seit der Besiedlung dieses Systems den Planeten umkreist und und standhaft über ihn gewacht hatte. Dies war nun vorbei. Selbst auf diese Entfernung konnte man gewaltige Flächenbrände und Explosionen mit einem Durchmesser von dutzenden von Kilometern erkennen, als sich die Feinde des Imperiums gegenseitig über den Besitz von Virdas' Triumpf bekämpften. Die dort freigesetzten Waffen waren die bisher verheerendsten in diesem Konflikt und diese Tatsache ließ für den Kampf um Erias Primus nichts Gutes erahnen. Das dieser kommen würde schien auf einmal unausweichlich.

Fast jeder in diesem Raum hatte sich von der Euphorie anstecken lassen, welche die Dark Angels durch ihre schnellen Gebietsgewinne ausgelöst hatten. Ein Zurückschlagen der Verräter und Xenos schien wieder möglich. Doch der Verlust von Virdas' Triumpf ließ diese Hoffnung wie Sand zwischen den Fingern zerrinnen und man musste erkennen, dass weitaus mehr Hilfe von außen nötig sein würde, um das Kriegsgeschehen noch einmal zugunsten des Imperiums zu wenden. Doch die Angst, dass diese nicht kommen würde, nagte bereits an den Herzen und Seelen aller Bewohner von Erias Primus und hatte zu verstärkten Kultaktivitäten geführt, die immer schwieriger niederzuschlagen waren. Würde sich die Makropole zuerst von innen zerstören, bevor die Feinde des Imperiums zum Todesstoß ansetzen sollten?
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 04.10.2015 - 13:06 Editiert 04.10.2015 - 13:10
=][= Eine Stadt stirbt... I =][=



"Es ist Zeit..." sprach der Hüne und trat, umgeben von einer Leibgarde aus fanatisch loyalen Anhängern, auf das notdürftig errichtete Podest. In den vergangenen Monaten hatte er in den Schatten von Erias Primus seine Fäden gezogen und alles auf diesen Augenblick hin vorbereitet. Seine Worte hatten zunächst denen gegolten, die von den imperialen Strukturen der Makropole keinen Platz fanden, den Ausgestoßenen, Mutanten, Verbrechern. Sie waren leicht empfänglich für seine geflüsterten Lügen, sein Bild einer korrupten planetaren Regierung, die nicht dem Willen des Gottimperators entsprach und niedergebrannt werden musste. Dieser Makropolabschaum war in seinen Individuen vielleicht schwach, doch in der Masse reichten seine Finger in fast jeden Winkel der gewaltigen Stadt. So verbreiteten sich seine Worte Stück für Stück in den zahlreichen Schichten und Klassen von Erias Primus und überall fanden sich Ohren, die bereit waren ihm zuzuhören.

Die sich bald darauf antwickelnde Eigendynamik sorgte immer wieder für Aufstände und Gouverneur McFyrze entsandte gar den einzigen Inquisitor der Makropole gegen den Anführer des Kultes, doch im Spiel der Schatten machte dem Hünen niemand etwas vor. Inquisitor Phileas' Schädel baumelte nun von einem der Banner seiner Anhänger in der Menge. Nach all den Monaten des Vorbereitens, waren jetzt die Bedingungen geschaffen, um die wahre Stärke des Kultes zu entfesseln. Die Chaos Astartes standen vor den Mauern der Makropole und waren bereit, den Hünen beim Erreichen seiner Ziele zu unterstützen, wenn er ihnen in diesem Konflikt ebenfalls dienen würde. Es sprach nichts dagegen... Sein Blick schweifte über die versammelte Menge. Zahllose Anhänger hatten sich hier versammelt, um ihn zu sehen und seine Worte zu hören. Zwischen den Gestalten sah er überall das metallische Blitzen von todbringendem Stahl - sie schienen zu wissen, was nun folgen sollte.

"Brüder und Schwestern" dröhnte seine Stimme durch die Gebäudeschlucht, "es ist so weit! Der Imperator hat sich endgültig von diesem Planeten abgewandt! Gouverneuer McFyrze hat in seinem ihm gegebenen Mandat versagt und Erias Primus in den Untergang geführt! Zahlreiche Feinde umringen uns und werden diese Stadt in Blut ertränken - wenn wir es nicht zuerst tun! Reißen wir die falschen Anführer in den Abgrund, die uns an diesen Punkt geführt haben! Tun wir diesen Dienst am heiligen Imperator, so wird sein Licht erneut auf uns scheinen und wir werden die Dunkelheit verdrängen! Ihr wisst was ihr zu tun habt!"

Ein gewaltiges Getöse aus entfesselter Wut brach sich seinen Weg durch die Schluchten der Makropole. Unter seiner tief ins Gesicht gezogenen Kapuze lächelte der Hüne unmerklich - die Lämmer liefen zur Schlachtbank. Als er sich zum Gehen wandte, konnte man unter dem Saum seiner Kutte schwarzes Ceramit glänzen sehen...
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 04.10.2015 - 13:43
=][= Eine Stadt stirbt... II =][=



Die Kommandozentrale des Gouverneurspalastes war erfüllt von hektisch diskutierenden Stimmen und das regelmäßige Blinken zahlloser Alarmlämpchen an den Kontrollmonitoren verstärkte das vorherrschende Gefühl von Dringlichkeit. Aus allen Vierteln der Makropole trafen Nachrichten von Aufständen ein, welche die Verteidigungsstreitkräfte vor Ort zu überwältigen begannen und mit jeder Minute wurden es mehr. Gerade war auch der Kontakt zu den Verteidigern eines Waffendpots am Nordwall abgerissen, was die Lage dort zweifelsohne nur noch weiter eskalieren lassen würde...

Gouverneur McFyrze stand inmitten seines Generalstabes und sah wie seine Kontrolle über Erias Primus vor seinen Augen zerfiel. Eine holographische Karte zeigte farblich die jeweilige Vormachtstellung in allen Stadtvierteln der Makropole an und immer mehr davon wechselten den Status zum Rot der Aufständischen. In der Fläche würde Erias Primus nicht zu halten sein, dämmerte es ihm. Nur eine Bündelung der Verteidigungsstreitkräfte an den schwerstbefestigten Stellen der Makropole würde eine Chance auf Bestand haben. Von dort aus würde man den Aufstand niederschlangen können, wenn er sein Momentum verloren haben würde. "Meine Herren" begann er mit bebender Stimme anzuordnen, "ordnen Sie den Rückzug unserer Truppen in die Bollwerksanlagen an. Allen Truppen denen es möglich ist, ist die Anweisung eines Rückzugs zum Palast zu erteilen. Wir werden unsere Kräfte bündeln mü..."

Mit einem infernalischen Lärm begannen die Hauptalarmsirenen der Kommandozentrale zu schrillen und die Warnlampen tauchten den Raum in rot-oranges Licht. Aus den Lautsprechern meldete sich die Stimme von Magos Vertrus, der trotz seiner bionischen Stimmorgane entsetzt klang: "Gouverneur McFyrze, erwührdi... ach sparen wir uns das! Sie sollten wissen, dass soeben die Energieversorgung der Schildgeneratoren gesprengt wurde. Erias Primus liegt unseren Feinden gegenüber wie auf einem Präsentierteller. Scheinbar wurden meine Verteidigungssysteme umgangen, mir ist noch immer schleierhaft, wie es dazu kommen konnte. Ich habe nur diese kurze Videoaufzeichnung..."

Auf allen Monitoren der Kommandozentrale lief dasselbe Video. Mehrere schwarzgepanzerte und berobte Astartes stürmen einen schwach beleuchteten Gang entlang. Einer von ihnen wendet sich der Kamera zu, zieht zwei Pistolen und mit einem grellen Plasmablitz endet das Bild.

...in der anschließenden Stille war es McFyrze, der zuerst seine Stimme wiederfand: "Senden sie diese Datei an die Dark Angels. Und die Gnade des Imperators sei mit uns..."
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 06.10.2015 - 20:18
=][= Eine Stadt stirbt... III =][=

Teil III findet ihr hier:
http://forum.warhammerportal.de/topic_show.pl?pid=555302
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 09.10.2015 - 10:17
=][= Eine Stadt stirbt... IV =][=



Sie waren überall!

Soldat Leslie Fandango drückte mehrfach auf den Abzug seines Lasergewehrs und sah die Geschosse seiner Waffe mehrere der metallischen Kafer durchlöchern, doch der endlose Teppich dieser Biester schien sich endlos weiter fortzuziehen. Seine Fragmentgranaten hatte er bereits vor Stunden aufgebraucht und auch die Energiezellen seiner Hauptwaffe gingen inzwischen zur Neige. Wie sollten er und seine Kameraden sich diesem unermüdlichen Ansturm entgegenstellen?

Der Angriff der Metallkrieger - Leslie hatte seinen Sergeanten etwas von Necrons flüstern gehört - hatte sofort eingesetzt, als der konzentrierte Artilleriebeschuss, der die Mauern der Stadt eindeckte, den Wallabschnitt vor Erias Nordnord zum Einsturz brachte. Als hätten sie darauf gewartet, materialisierten sich fast im selben Augenblick fremdartige Schweber vor der Bresche, die Reihe um Reihe der nahezu unzerstörbaren Krieger entluden. Von ihren Rümpfen lösten sich gleichzeitig Millionen der metallischen Käfer - zumindest war dies die beste Bezeichnung, auf die Leslie und seine Kameraden gekommen waren - und strömten über die Verteidigungsanlagen hinweg.

Lelslies Einheit war mit der Organisaton von Hinterhalten in den engen Makropolschluchten von Erias Primus betraut gewesen, doch ihnen allen war sehr schnell klar, dass ihr Gegner sich darum einen Dreck scherte. Egal wie oft sie den Feind ungesehen überfielen und sich in die Schatten der Stadt zurückzogen, die Krieger des Feindes schienen nicht in Panik zu verfallen und rückten methodisch weiter vor. Alle Bastionen waren bisher einfach überrannt worden und keine Mauer schien wirklichen Schutz vor den Waffen dieser unmenschlichen Gegner zu bieten.

Allerdings hatte er es noch ganz gut getroffen, dachte Leslie. Funksprüche aus den anderen Frontabschnitten sprachen von zwei weiteren Durchbrüchen: aus Erias Nordost fielen fremdartige Alienbestien ein, welche die dortigen Verteidiger einfach zerstückelten und verschlangen. Und im Frontabschnitt Erias Nordwest hatten sich offenbar Wesen manifestiert, die den schlimmsten Albträumen der Verteidiger zu entspringen schienen und diese in krakem Wahn und unter Gelächter niedermetzelten. Leslie war klar, dass auch er seinen Feinden bald zum Opfer fallen würde, doch er würde mit der Waffe in der Hand sterben, niedergestreckt durch einen einzelnen effektiven Schuss. So war es seinen Kameraden ergangen... möge der Imperator unsere Seelen gnädig empfangen!

Leslie Fandango stand hinter seiner Deckung auf und begann wieder, Lasersalven in die vorrückenden Feinde zu jagen. Bis zum fernen Wall reflektierte das gleißende Licht der Sonne auf den Metallleibern der Xenos.
- - Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 13.11.2015 - 13:22
=][= Eine Stadt stirbt... V =][=



Eine ungeahnte Stille lag in der Luft, als ein Erkundungstrupp der Makropolverteidigungsstreitkräfte in das zuvor aufgegebene Arbeiterviertel vorstieß. Die Soldaten hatten eine Gruppe von Anhängern der Stimme des Imperators verfolgt, die auf der Flucht vor den neu gruppierten Beschützern der Makropole waren. Es war der Hilfe der unwahrscheinlichen Allianz aus Eldar und Grünhäuten zu verdanken, dass die Verteidiger nun entlastet genug waren, um eine Gegenoffensive gegen den aufständischen Kult zu führen, der die Makropole seit Monaten terrorisiert hatte. Mit einem entscheidenden Schlag gegen die die Stadt angreifenden Chaosdämonen und Necrons am zweiten Verteidigungsring der Stadt war das Rückgrat der Angreifer gebrochen, sodass diese ihre Pläne einer Eroberung der Stadt beenden mussten. Während die Dämonen unter dem unnachgiebigen Angriff der Orks und dem Feuer der Eldar Biest für Biest in die Sicherheit des Warpraumes zurückfielen, begannen die Necrons gleichzeitig, sich zu dematerialisieren und auf ihre im Orbit wartenden Ernteschiffe zu teleportieren. Dort würden beide Gegner ihre Kräfte regenerieren und auf eine neue Chance warten, den Kriegern der Menschheit Schaden zuzufügen.

So war es nötig, die Situation in Erias Primus so schnell wie möglich zu stabilisieren und die gröbsten Schäden zu reparieren. Zwar war die Stadt geschleift worden und die Feuer brannten noch immer turmhoch in zahlreichen Sektoren der Makropole, doch war die Produktionsleistung der Stadt noch immer groß genug, um einen Wiederaufbau zu initiieren. Auch der Suche nach Gouverneur McFyrze, der die Leitung hätte innehaben müssen, stießen die Verteidigungstruppen allerdings auf ein Grauen, das keinen der Soldaten, die es sahen, je wieder verlassen sollte. Tief unter dem eingestürzten Gouverneurspalast in den Tunneln und Katakomben des Kommandobunkers türmten sich die Leichen des Befehlsstabes der Makropole, ebenso wie die der Dark Angels, die bis zum letzten Mann gegen die Angreifer gekämpft hatten. Die wenigen Leichen der Angriffstruppen, die zurückgelassen worden waren wie nun nutzlose Werkzeuge, zeigten fremde und widernatürliche Symbole, deren reiner Anblick bei den Betrachdenden Übelkeit und Wahnerscheinungen auslöste. Hier hatten Astartes gegen Astartes gekämpft und zwischen diesen titanischen Kräften waren die anwesenden Normmenschen einfach zermalmt worden. Inmitten diesen Blutbades und der Zerstörung fand sich jedoch keine Spur des Gouverneurs, was nur bedeuten konnte, dass die Angreifer ihn verschleppt haben mussten...

Der Interimsbefehlsstab unter dem Oberbefehl von Oberst Braffian begann nach dieser Entdeckung in Absprache mit den Truppen der Eldar eine Säuberung der Stadt. Die Xenos verlangten einen hohen Preis für ihre Unterstützung, doch Brauffian war in keiner Position zu verhandeln und entschied sich so pragmatisch dafür, ihnen ihre Bedingung zu gewähren: die Abtretung des Planeten Ceres an das Weltenschiff Ulthwé. Sobald imperiale Verstärkungen eintreffen würden, würde man diesen Vertrag mit der Feuerkraft von Schlachtschiffen erneut verhandeln... Schwieriger waren die Verhandlungen mit Wazdakka Koppspalta - der Waaghboss der Orks betrachtete Ixion bereits als in seinem Besitz befindlich (welchen Unterschied hätte es gemacht, ob das anerkannt worden wäre oder nicht?) und hätte eine offene Erwähnung der Übergabe von Ceres an die Eldar auch alles andere als gutgeheißen - immerhin hatten die Grünhäute dort selbst größere Gebiete erobert. Stattdessen musste Braffian einem Tribut an Kriegsmaschinen zustimmen, um weiteren Eroberungsfeldzügen der Orks zuzustimmen. Wazdakka wusste, dass er in einem Dreikampf mit den Eldar und Menschen in der Makropole nicht siegen konnte, doch mit neuem Kampfmaterial und dem Ruf seines Sieges über die Necrons und Dämonen würden mehr Orks aus benachbarten Systemen nach Theseus strömen und sein Waagh würde fortbestehen!

Die Säuberungsaktionen der Verteidigungsstreitkräfte und Eldar führte die Truppen auch in die ehemaligen Arbeiterviertel, welche nun nahezu komplett in Ruinen lagen. Die Tyraniden hatten hier nach frischer Biomasse gesucht und waren fündig geworden. Doch Aufnahmen aus wenigen gefundenen Überwachungskameras zeigten, dass dieser Teil der Stadt auch zu einem Grab für die meisten von ihnen geworden waren. Eldar in dunklen scharfkantigen Rüstungen und widerwärtig mutierte Bestien waren über die Tyraniden gekommen und hatten diese zu Millionen abgeschlachtet, um sich dann selbst an den Arbeitern der Stadt zu bereichern, welche in Scharen in ihre schlanken Schweber gejagt wurden. Zwischen den Gebäudeschluchten der Arbeiterquartiere lagen noch immer die verrotenden Kadaver der Tyraniden, doch von den seltsamen Eldar und den Arbeitern fehlte jede Spur. Die Eldar Ulthwés entzogen sich jeder Frage zu dieser Fraktion ihrer Rasse und dem Schicksal der Entführten, doch es war ersichtlich, dass sie nicht damit rechneten, dass die Arbeiter je wieder nach Erias zurückkehren würden. Was auch immer die Entführer mit ihren Gefangenen anstellen würden, sie hatten zweifelsohne einen großen Sieg errungen und reiche Beute gemacht.
Basis - - Von Kinnay Datum 13.11.2015 - 16:41
War ein geiles Finale. Auch an dieser Stelle nochmal den herzlichsten Dank an die Orga, für die Motivation, die Organisation, die stimmigen Hintergrundtexte und... ich wollte gerade "einen würdigen Gegner" schreiben, aber wir haben in der gesamten Kampagne nicht gegeneinander gespielt! Das mit der guten Orga ziehe ich zurück, da hat jemand wohl gepennt. ;)

Hut ab.
Basis - Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 13.11.2015 - 22:33
Merci und so! Das mit den Spielen holen wir noch nach - bin gerade... "zeitlich flexibel", um es positiv auszudrücken :-D

Ein wenig Abschlusshintergrund kommt auch noch nach :-)
Basis - - Von Ciliano Datum 14.11.2015 - 01:56
Trotz aller Fährnisse, ein würdiges Finale. Hast du sehr gut gemacht. Den letzten Aquila bestelle ich aber schon mal vor!
Basis - Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 14.11.2015 - 12:02
Bitte direkt beim Verlag anfragen :-D
- Von Kythnos (Alter Fluff-Spieler) Datum 14.11.2015 - 12:01
Zum Abschluss:
http://forum.warhammerportal.de/topic_show.pl?pid=556195
Hoch Thema Clubs und Co. / 40k Spielertreff Hamburg / Theseus-Konflikt III - Ein System in Flammen

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