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Up Topic Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / [40K] Der Pfad Istvaans (locked)
- - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 19.06.2011 - 12:20
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Das markerschütternde Klappern eines Schlagstockes auf den rostigen Eisenstangen weckte Marius aus seinem Schlaf. "Na, Ketzer." Blaffte ihn der Wächter an, eine unangenehme Gestalt mit der Statur und dem Temperament eines Stieres. "Mach es dir nicht zu bequem, ich bin sicher bald wird jemand kommen der sich gebührend um dich kümmert. Du musst wichtig sein, sonst hätten wir schon längst abgefackelt. Sag mal, warst du der Anführer dieser Ketzer?" Marius blickte den Mann nur an. "Nun sag schon, warum dürfen wir dich nicht anrühren, häh? Alle deine Kumpels sind schon lange in der Hölle. Also warum kriegst du eine Sonderbehandlung?" Marius blickte ihn lange an, schien zu überlegen. Langsam griff er in seine Innentasche und zog ein kleines, unscheinbares Etui hervor. Mit einer sorgsamen Handbewegung öffnete er es und zeigte den brisanten Inhalt dem Stier. "Oh... oh, scheiße. Das darf nicht wahr sein." Der Wächter war offensichtlich sehr erschüttert über das was er dort sah und zog es vor das Weite zu suchen. Anscheinend waren die Arbites nicht mehr das, was sie früher mal waren. Marius war es recht, jetzt konnte er weiter schlafen.

Seine Ruhe sollte nicht lange währen. Wieder dieses Geräusch eines metallverstärkten Knüppels auf Eisenstangen. Wieder stand Stier da, aber eine Gruppe anderer Personen stärkte ihm den Rücken. Da waren zwei schwerbewaffnete Arbites mit Betäubungsschlagstöcken, eine Frau in der Gewandung einer Astropathin und zu guter letzt ein alter, faltiger Mann der mit Sicherheit ihr Anführer war. "Mein Name ist Inquisitor Griethus van Holm. Ich bin hier um sie abzuholen, Marius Straub. Sie werden aufgrund der Verbrechen..." Stier lehnte sich zum Inquisitor hinüber und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Griethus schien es nicht zu gefallen was er hörte. "Schweigt, Narr. Natürlich hat er es dabei. Wäre ich ansonsten hier auf diesem Gottverlassenen Planeten? Aus meinen Augen!" Stier folgte dem Befehl mit überragenden Enthusiasmus. Der Inquisitor war anscheinend immer noch wütend, einen Moment schien es als hätte er Marius völlig vergessen. "Entschuldigen sie Inquisitor." Meldete sich Marius zu Wort. "Sie waren bei Verbrechen." Mit Zornesröte im Gesicht wandte sich Griethus um. "Sie haben es wohl eilig auf dem Scheiterhaufen zu landen was? Wie sie wollen, Ketzer. Im Namen der Inquisition verurteile ich sie wegen Hochverrats, Ketzerei, Mord an Dienern des Imperators, Beschädigung von Imperiumseigentum und Entwendung desselbigen zum Tode durch das Feuer. Das Urteil wird im Morgengrauen vollstreckt werden." Marius hob die Hand. "Wenn ich etwas dazu sagen dürfte?" "Nein, dürfen sie nicht." Bevor Marius noch etwas sagen konnte viel die schwere Eisentür des Zellentraktes ins Schloss. Nur seine beiden Wächter blieben zurück um sicherzustellen, dass Marius auch noch am Morgen hier sein würde. Der gute Griethus wirkt etwas unausgeglichen heute. Es scheint ihn zu ärgern mir dieselbe Verurteilung wieder und wieder vorzulesen. Marius legte sich wieder auf seine Pritsche. Morgen würde ein harter Tag werden.
Schüsse weckten ihn auf. Das tiefe Wummern vollautomatischen Bolterfeuers wechselte sich ab mit den kurzen, abgehackten Knallen von Schrottflinten. Über all dem lag das konstante Zischen eines Multilasers. "Wurde auch Zeit," murmelte sich Marius, "dass die Kavallerie kommt." Anscheinend hatten auch die Wächter begriffen was vor sich ging. Einer von ihnen rannte zum Fenster und warf einen Blick nach draußen. Er warf seinem Kameraden einen Blick zu, worauf dieser eine hässliche, schwere Pistole zog. "Marius Straub, die Gesetze des Imperiums ermächtigen mich, im Falle einer Störung des Ablaufes das Urteil standrechtlich zu vollstrecken. Bereitet euch darauf vor, vor den Imperator zu treten." Marius konzentrierte sich auf den Verstand des Mannes vor ihm, zog an den Fäden die durch alles laufen und alles beinhalten. Er fand innerhalb eines Wimpernschlages den dünnen Zweig, denn Menschen Verstand nennen und brach ihn. Der Wächter schien von einer Woge der Trauer überwältigt zu werden und stürzte zu Boden. Das plötzliche Schluchzen machte den anderen Wächter aufmerksam, der sich jetzt anschickte das Werk seines Kameraden zu Ende zu führen. Wieder konzentrierte sich Marius, aber diesmal stimmte etwas nicht. Er hatte plötzlich heftige Kopfschmerzen und der Warp schien wie versperrt. Er starrte in den Lauf der Waffe vor ihm.
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Das schreckliche Wummern im Kopf raubte ihm jede Konzentration, jede Möglichkeit das endgültige Ende seiner Existenz durch das schwere Deuteriumgeschoss zu verhindern. Marius hatte sich schon häufiger seinen  Tod ausgemalt. Lebte man ein Leben wie er es tat, kam man nicht darum, über seine eigene Sterblichkeit nachzudenken. Doch irgendwie hatte er sich immer etwas exotischeres vorgestellt. Der Wächter berührte den Abzug und mit einem deutlichen klacken, sprang ein Geschoss in die Kammer. Mit einem Krachen flog die stählerne Tür auf und eine Gestalt aus finsteren Alpträumen trat mit unmenschlicher Geschwindigkeit ein. Sein unförmiger schwarzer Körper und zuckte wie von Krämpfen geschüttelt und sein einzelnes, gewaltiges Auge richtete sich auf den Wächter. Das Wesen schrie an der Grenze des menschlichen Gehörs und Marius warf instinktiv einen Blick in den Warp, gerade rechtzeitig um zu beobachten, wie die Seele des Mannes förmlich aus seinem Leib gebrannt wurde. In einem Moment war er ein durchtrainierter, intelligenter Mann, im nächsten ein Sack aus Fleisch der zuckend auf dem Boden lag. Marius starrte die Bestie, welche ihn nun gierig musterte an. Sein Kopf fühlte sich an, als sei er  zwischen Mühlsteinen eingeklemmt. Er schloss die Augen. Und das Gefühl in seinem Kopf verschwand so schnell, wie es gekommen war.
Marius nahm wieder den Gefechtslärm von außerhalb war, welcher langsam abebbte. Das gleichmäßige Hämmern von Stiefeln auf Beton war das nächste was er hörte. Drei Soldaten in Imperialer Uniform betraten den Gefängnistrakt. "Lord Marius?" fragte einer, offensichtlich ein Offizier, obwohl jedes Imperiale Abzeichen von der Uniform entfernt und durch das steinerne Schwert der Befreier Oribus` ersetzt wurde. "Ich bin hier." Sofort eilte der Mann zu seiner Zelle. "Treten sie zurück, mein Lord." Mit zwei schnellen Schüssen öffnete der Offizier das Schloss. "Es steht ein Transportfahrzeug für sie bereit, mein Lord. Die Befreiung unserer Heimat hat bereits begonnen und die meisten militärischen Anlagen befinden sich bereits unter unserer Kontrolle. Nur die Astartes der Black Templar in der Gierus-Wüste setzen sich noch zu Wehr." Marius nahm schnell seine Ausrüstung von einem der Soldaten entgegen. "Sehr gut, Soldat. Lassen sie uns gehen."
Der Innenhof des Arbites Komplex zeigte deutliche Spuren des Kampfes. Einer der Wachtürme war von einer Explosion vollkommen zerlegt worden, Die Blasen auf dem stählernen Tor, welches nun aus den Angeln gerissen am Boden lag, zeugten von schwerem Laserfeuer. Die letzten Überlebenden Arbites standen an einem Ende mit dem Gesicht zur Wand, ihre Hände gefesselt. "Ich sehe, die Situation ist unter Kontrolle. Ausgezeichnete Arbeit, Hauptmann." Sagte Marius zu seinem Begleiter. "Ich bin nur Leutnant, mein Lord. Ja, wir haben hier alles unter Kontrolle. Die Arbites haben sich ergeben, nachdem wir unsere Panzerunterstützung in den Hof bringen konnten. Wir haben nur drei Mann verloren." "Nun Hauptmann, ich denke ich werde dann abreisen. Sie werden von hier aus die Stadt unter Kontrolle halten. Ich will nicht, dass die imperiumstreuen Elemente auf Ideen kommen." Der Leutnant nickte "Ja, Lord Marius. Aber ich möchte sie daran erinnern, dass ich nur Leutnant bin." Marius rollte mit den Augen. "Wenn sie ihre Beförderung nicht wollen, dann sagen sie das, Hauptmann" Der Offizier zuckte zusammen und strafte sich dann wieder, ein funkeln lag in seinen Augen. "Ja, ich meine, danke, mein Lord." Mehrere Soldaten stellten sich gerade in einer Reihe hinter die gefangenen Arbites.
Als Marius in die auf ihn wartende Chimäre trat wurde er bereits erwartet. "Geht es ihnen gut, Herr?" Die junge Frau öffnete gleich einen Erste-Hilfe-Kasten und machte Anstalten ihn zu untersuchen. "Schon gut, Maria. Mir geht es blendend." Marius versuchte zu lächeln, aber die Erinnerung an das Wesen, dass ihn gerettet hatte kehrte zurück. "Meine Rüstung?" Maria deutete in den vorderen Bereich des Panzers, wo Marius` schwere Rüstung in der Halterung hing. "Gut, sagen sie dem Fahrer, dass er uns im Hauptquartier absetzen soll." Maria nickte. "Alles ist bereit für die Operation. Die Templars haben sich wie erwartet in ihrer Mission verschanzt und einen Hilferuf ausgesandt." "Ausgezeichnet." Marius war zufrieden. Von draußen ertönten die Schüsse des Erschießungskommandos.
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Die Fahrt war holprig. Ständig wechselte der Fahrer die Richtung und manchmal vernahm man das Geräusch von schweren Gegenständen, die gegen die Fahrzeugwand prallten. Das nahe Gewehrfeuer machte es nicht besser. "Fahrer, was ist da los?" verlangte Marius zu wissen. "Keine Sorge, mein Lord," kam die Antwort von vorne "die Vishra leisten Widerstand gegen unsere Aktionen. Sie stellen aber keine Gefahr dar." Vishra war auf Oribus die Bezeichnung für niedere Arbeiter oder besser Leibeigene. "Sie haben sich unserer Sache nicht angeschlossen?" Der Fahrer schüttelte den Kopf "Nein, der Imperiale Kult hat sie zu sehr indoktriniert, als das sie aufgeben würde. Ich denke wir werden sie innerhalb der nächsten Tage überzeugen sich uns anzuschließen. Entweder das oder wir zwingen sie dazu." Der Fahrer lachte und zog an seiner Zigarette. Marius überlegte einen Moment, bevor er befahl die Dachluke zu öffnen. Er wollte diese Aufständischen mit eigenen Augen sehen. Und was er sah, war der reine Wahnsinn eines Bürgerkrieges. Halbnackte Menschen, die Fahne der Ekklesiarchie schwingend, stürzten sich unbewaffnet auf MG-Nester und schwere Kampfpanzer. In ihrer Mitte die rotgekleideten Priester und einige Arbites, die der Armee wohl entkommen waren. Während die Arbites versuchten so etwas wie Ordnung in die selbstmörderischen Angriffe der Vishra zu bringen, taten die Priester genau das Gegenteil. Einer von ihnen hatte sich ein Megaphon besorgt und trieb mit schriller Stimme seine Schäfchen zu immer größerer Raserei an. "...Euer Tod ist der größte Dienst am Imperator und wenn ihr in seinem Namen sterbt, werdet ihr an seiner Seite sitzen. Folgt mir Brüder und Schwester und zerschmettert die Ketzer. Uns ist das Himmelreich, ihnen ist die Ewigkeit der Verdammnis..." Der Mann schien kaum zu Atmen, während er immer neue Phrasen erfand und mit älteren, bereits verwendeten verflocht. Er war wirklich ein großer Redner, jedenfalls bis ein Scharfschütze ihn aufs Korn nahm und ein schweres Geschoss durch seinen Hals jagte. Eine Fontäne aus Blut schoss aus der Wunde als der Prediger zu Boden ging. Doch irgendwie schien sein Tod nicht die gewünschte Wirkung zu haben, denn ein Heulen ging durch die Reihen der Gläubigen und mit erneuerter Wut warfen sie sich in das Feuer der schweren Waffen.
Zwei Straßen zog eine weitere Gruppe in Richtung des Kampfes. Anscheinend hatten sich vorher schon erfolgreich gekämpft, denn sie trugen zwei hölzerne Pfähle auf denen anscheinend noch lebende Soldaten aufgespießt wurden. Und sie waren bewaffnet, denn mehrere Geschosse aus leichten Waffen trafen den Panzer. Marius entschied, dass er genug gesehen hatte und zog sich wieder in das Innere des Wagens zurück. "Wie viel Prozent der Bevölkerung gehören zu den Vishra?" fragte er den Fahrer mit einem ungläubigen Kopfschütteln. "Etwa 65 %, aber die meisten sind kaum in der Lage sich zu wehren. Wir werden sie lehren sich mit uns anzulegen."
Nach weiteren Stunden der Fahrt durch die Hölle erreichte die Chimäre und seine Insassen das befestigte Lager der Befreiungsarmee in den Außenbezirken der Stadt. Auch hier waren schon zahlreiche Vishra und attackierten den Panzer mit Steinen und Faustschlägen. Der Fahrer ließ sich nicht großartig beirren und zermalmte alle Vishra, die zu unachtsam waren im auszuweichen. Nach dem Lärm des Kampfes, war es geradezu ruhig in der Kaserne. Man hörte die Geräusche der Kantine und ein paar Soldaten auf Streife die sich unterhielten. "Fahrer, wo kann ich den Kommandanten finden?" Als Antwort einen Fingerzeig auf eines der sandfarbenen Gebäude, ziemlich in der Mitte des Geländes. Bevor er sprach er noch Maria an. "Bereiten sie bitte alles vor. Ich vertraue ihnen bei dieser Angelegenheit." Die junge Frau lächelte ihn an. "Keine Sorge, mein Lord. Ich werde sie nicht enttäuschen." Marius nickte und wusste, dass seine Frage sinnlos gewesen ist. Maria hatte dies schon Dutzende Male erlebt. Sie wusste welche Vorbereitungen zu treffen waren.
Während er durch das Lager lief, fiel Marius auf, dass die Soldaten geradezu sorglos waren. Keiner von ihnen schien nervös, einige machten Scherze über die Vishra und wie sie gerade eben einen von ihnen abgeknallt haben. Es war eine seltsame Stimmung im ganzen Lager.
Diese Gedanken hallten durch seinen Kopf als er die Kommandantur erreichte.
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"Ah, Lord Marius. Wie schön das sie uns mit ihrer Gegenwart beehren." Ein kräftiger Mann in der Uniform eines Obersten kam auf Marius zu und reichte ihm die Hand. "Ich bin Oberst von Strahnen, Oberster Kommandant der Befreier Oribus`. Wir haben ihre Ankunft schon erwartet, mein Lord. Folgen sie mir, ich werde ihnen im Kartenraum die Lage schildern." Marius folgte dem Mann durch die Gänge der Kommandantur. Es herrschte im Gegensatz zum restlichen Lager hektisches Treiben. Funker saßen in den Räumen, vertieft in etwas, das wie ein monotoner Singsang klang. Papier wurde beschrieben, getragen und vernichtet. Marius hatte schon häufiger gehört, dass der Stab eines Regimentes wie ein Gehirn ist. Selbst wenn der Körper ruht, fließen die Gedanken. Aber einen solchen Gegensatz wie hier, hatte er noch nie gesehen. "Oberst. Wie kommt es, dass die Soldaten draußen im Lager so ruhig sind? Wir sind schließlich im Krieg." Ein raues Scheppern ertönte, was wohl ein Lachen darstellen sollte. "Mein Lord, man merkt das ihr nicht von Oribus stammt. Wir haben hier schon vor langer Zeit festgestellt, dass ein Soldat dann am besten kämpft, wenn er ruhig, angstfrei und ohne starken eigenen Willen ist. Darum haben wir ein spezielles Mittel entwickelt, dass wir unseren Gemeinen in ihre Wasserration mischen. Macht vieles einfacher." Marius grübelte. Daher war die Machtübernahme also so leicht. Die Soldaten haben sich gar nicht freiwillig angeschlossen. Er wandte sich wieder an den Oberst "Könnte ich von diesem Mittel eine Probe haben? Es könnte sich als nützlich erweisen." Der Oberst holte eine kleine Ampulle aus seiner Tasche. "Hier, nehmen sie mein Lord. Das ist etwas verdünnt, sollte aber ausreichen. Hilft wenn man sich mal entspannen muss." Der Oberst zwinkerte Marius zu.
Eine weitere Abzweigung später stand Marius im Kommandoraum des Regimentes. Als sie eintraten drehten sich ein halbes Dutzend Männer in der Uniform von nieder Offizieren um und salutierten zackig. "Meldung und Weitermachen!" knurrte der Oberst. Während sich die meisten Leutnants wieder ihren Aufgaben zuwandten, meldete einer die Lage. "Herr Oberst, in den Städten herrscht wie erwartet Aufregung, die Vishra proben den Aufstand. Verbleibende Elemente der Arbites, sowie Mitglieder der Ekklesiarchie unterstützen sie mit Führung und Waffen. Dennoch sind alle wichtigen Positionen unter unserer Kontrolle." Der Oberst nickte. "Ausgezeichnet. Was ist mit den Templars?" Der Leutnant zuckte bei der Erwähnung der auf Oribus stationierten Space Marines zusammen. "Ähh, wie erwartet haben sie versucht um Hilfe zu funken. Aber unsere Nullschiff haben den Ruf erfolgreich abgeblockt. Die Beobachter melden Aktivität in der Ordensmission. Anscheinend bereiten sie einen Angriff vor." Marius sprach den Oberst an. "Was soll das heißen? Die Nachricht der Templars wurde abgefangen?" Wieder dieses scheppernde Lachen. "Lord Marius, ihr müsst noch viel über Kriegsführung lernen. Wir haben ein mit Nullschilden ausgerüstetes Schiff über der Ordensmission stationiert das jede Psionische Nachricht abfängt. Die Templars wissen das nicht und so erwarten sie vergebens um Verstärkung. Und solange sie keine Verstärkung erhalten werden sie nicht angreifen." Marius strich sich durch die bereits etwas ergrauten Haare. "Ich denke sie haben etwas nicht begriffen, Herr Oberst. Die Vishra werden erst aufgeben, wenn sie erkennen, dass wir das Imperium besiegt haben. Hier auf unserem Boden. Befehlen sie, dass das Nullschiff seine Position verlässt, ansonsten werden sie nur über einen Planeten voller Toter herrschen." Einen Moment herrschte eine schreckliche Stille, als Marius diesen offensichtlich wahnsinnigen Befehl gab. Besonders, da er keinerlei recht hatte dem Oberst zu befehlen. Nach einigen Sekunden fing der Oberst an langsam zu nicken. "Ja... ja, das macht Sinn. Leutnant, befehlen sie dem Nullschiff die nächste Nachricht für einige Sekunden nicht zu blockieren. Eine verstümmelte Nachricht sollte ausreichen. Wir wollen ja nicht, dass die Templars zu genaue Informationen übermitteln." Der arme Leutnant sah aus wie vom Donner gerührt. "Ja, aber... Jawohl, Herr Oberst." Von Strahnen wandte sich wieder Marius zu. "Und was machen sie jetzt, mein Lord?" Marius legte einen Moment seinen Kopf schief. "Nun zunächst möchte ich sie darum bitten, mir eine Kompanie ihrer Männer, sowie eine Chimäre zu überlassen." Der Oberst runzelte die Stirn. "Und wofür das, wenn ich fragen darf?" "Ich werden den Black Templars einen Besuch abstatten..."
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Die Ordensmission der Templars befand sich tief der in der Gelar-Wüste, dem unwirtlichsten Ort auf dem Planeten. Seit den Aufständen vor einem halben Millenium gab es diese Präsenz des Adeptus Astartes auf diesem Planeten. Und diese Space Marines, diese Engel des Todes stellten einen wichtigen Eckpfeiler in seinen Plänen dar. Marius befand sich mit seiner Chimäre in Begleitung zweier Trupps der Befreier Oribus`in Sichtweite der Ordensmission. Noch war kein Feuer auf sie eröffnet worden und auch kein Hinterhalt der Templars hatte sie aufgerieben. "So weit so gut..." murmelte der Lord zu sich. "Lazarus, öffne´ einen Kanal. Ich will mit den Templars reden. Übermitttele die Codesequenz." Soldat Lazarus, ein unscheinbarer Soldat mit Nickelbrille der schon lange in Marius Diensten stand, riss sich von der Lektüre des "Imperialen Infantristen Inspirierende Instruktionen" und began hektisch auf den Bedienungsrunen des Hochleistungsfunkgeräts herumzuhämmern. "Lazarus, kennst du dieses Buch nicht mittlerweile auswendig?" fragte in der Lord nachdem er fertig war. "Jawohl, mein Herr, ich kenne jede Zeile und jedes Wort." antwortete Lazarus, als ob er die Frage nicht verstehe. "Warum liest du es dann jeden Tag auf´s Neue." "Weil mich die Weisheit des Imperators jeden Tag wieder inspiriert, mein Herr." Lazarus nickte nur und überließ es Lazarus auf eine Antwort zu warten, während er eine weitere Seite der "Instruktionen" aufschlug.
Es dauerte exakt 36 Oribus-Minuten, also etwa 15 Standard-Minuten, bis eine Antwort aus dem Ordenshaus kam. Keine verbale Antwort, nur das Öffnen der Tore und ein Trupp aus fünf Astartes, die die Festung verließen und sich auf einen offenen Platz in Schussweite beider Parteien aufstellte. "Ah, sie sind also Gesprächsbereit. So weit so gut. Maria, sie begleiten mich. Ihr anderen wartet hier." Ein besorgter Leutnant der Befreier meldete sich zu Wort. "Mein Lord, haltet ihr es für klug alleine mit den Astartes zu sprechen? Lasst wenigstens einige meiner Sturmtruppen mitkommen." Marius brachte den jungen Leutnant mit einem eisernen Blick zum schweigen und stapfte begleitet von der jungen Dame auf die Engel des Todes zu.
Zwei Stunden Oribus-Zeit dauerte das Gespräch. Anfangs schien es tatsächlich so, als würden sich die Templars auf Marius stürzen, doch dann nahm das Gespräch eine Wendung. Beide Parteien trennten sich wieder, ohne das ein Schuss viel oder auch nur eine Waffe gezogen wurden. Als die beiden Menschen wieder zurückkehrten starten die Befreier sie mit unverhohlener Bewunderung an. "Mein Lord, was habt ihr den Astartes gesagt, dass sie euch einfach so ziehen ließen?" "Leutnant, ihr solltet mittlweiler gelernt haben, dass Ignoranz ein Segen ist. Also hört auf Fragen zu stellen, die euren beschränkten Horizont übersteigen. Die Templars werden sich aus den Gefechten zunächst raushalten. Das ist alles was sie und ihre Männer wissen müssen und nun... los mit ihnen, sie haben einen Bürgerkrieg zu gewinnen." Der Leutnant und seine schwer gerüsteten Sturmtruppen salutierten zackig und sprangen in ihre Chimären. Auch Marius betrat wieder seine Kommando-Chimäre.
"Nullschiff hat Position verlassen, mein Lord. Templars senden wie erwartet Hilferuf. Erwartete Ankunft der Vergeltungsstreitmacht in T-76 Tagen Standard-Zeit. Wir haben reichlich Zeit alles vorzubereiten. Imperatori Gratia meldet, dass "Sie" wieder sicher zurückgekehrt und im Nullraum ist. Zum Raumhafen nehme ich an, mein Lord?" "Richtig, Lazarus, geben sie Gas. Es wird Zeit nach Hause zurückzukehren." Mit wirbelndem Staub bahnte sich die Kommandochimäre seinen Weg durch den endlosen Sand der Gelar-Wüste.
Auf dem Raumhafen Oribus´ herrschte wie immer geschäftiges Treiben. Waren wurden verladen und entladen. Im moment wurde vor allem entladen, in manchen Fällen mit vorgehaltener Waffe. Zahlreiche Händler, die sich momentan im Oribus-System befanden wurden gezwungen ihre wertvollen Waren aufzugeben, ihre Schiffe wurden requiriert um eine Raumverteidigung zu errichten. Schwere Waffensysteme wurden in die Frachter verladen, die später in die Schiffsrümpfe der Transporter eingebaut werden würden. Der Oberst verstand sein Handwerk. Als Marius auf die Rampe seine Fähre trat, warf einen letzten Blick zurück auf diese Welt. Er würde sie so nie wieder sehen.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 22.08.2011 - 12:58
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Während die Fähre gemächlich durch die weiten das Alls glitt und sich der Imperatori Gratia näherte, ließ Marius seine Gedanken schweifen. Wie lange war es schon her, dass er seine ersten Schritte auf diesen Pfad gewandelt war? Die vielen Reisen durch den Warp verzerrten jedes Gefühl für Zeit. Nach momentaner Zeitrechnung, mussten es schon über 200 Jahre hergewesen sein. Damals hatte er noch andere Ideale, andee Werte an denen Taten gemessen wurden. Er fragte sich, was sein alter Lehrmeister sagen würde, wenn er Marius jetzt beobachten könnte. Vielleicht hätte er den alten Mann am leben lassen sollen, nur um sein Gesicht zu sehen.
"Lord Marius!" Marius schreckte aus seinen Gedanken und scholt sich für seine mangelnde Konzentration. "Wir befinden uns im Landeanflug. Machen sie sich bitte bereit." Marius schüttelte seinen Kopf und starrte Lazarus für einen Moment an. Dieser junge Soldat war immer so konzentriert und präzise nach Lehrbuch. Immer und immer wieder sah Marius, wie der Mann das Imperialen Infanteristen Inspirierende Instruktionen las. Wieso war er hier? Lazarus war nicht dumm, er musste erkennen was sein Meister tat. Doch jedesmal, wenn Marius fragte, lächelte der Soldat nur und deutete auf eine Stelle in den Instruktionen. Der gute Soldat, befolgt Befehle ohne zu denken, der gute Befehlshaber befiehlt, ohne zu zögern.
Mit dem knirschen von Stahl auf Stahl landete die Fähre sicher und elegant im ausgedehnten Frachthangar der Gratia. Das Zischen der Rampe verriet, dass der Entladevorgang bereits begonnen hatte. Schnell verließ Marius die Fähre und unterbrach Meldungen und Salutationen mit einer Handbewegung, bevor sie überhaupt begannen. Maria schritt schnell an seiner Seite. "Maria, halten sie sich für einen Notfall bereit. Hirnblutung und multiples Organversagen." Maria hielt kurz inne, ihre Augen waren starr vor Entsetzen, doch ihre Stimme verriet nur Resignation. "Herr, bitte, nicht schon wieder. Sie wird es verstehen, wenn sie hinter der Abschirmung bleiben. Sie wissen was letztes mal passiert ist." "Ja, Maria, ich weiß, ich weiß. Aber ich verdanke ihr mein Leben. Ich schulde ihr diesen kurzen Moment sozialer Kontakte." Maria schüttelte nur den Kopf und tippte einen schnellen Befehl auf ihr Data-Slat. "Auch wenn dieser Kontakt mit dem Tod ihres Gesprächspartners endet?" Marius nickte und stählte sich innerlich für das was kam.
In den tiefen der schwarzen Decks der Gratia befand sich ein kleiner unscheinbarer Raum, ein Quartier offensichtlich für eine Person. Direkt daneben befanden sich einige Trainingsräume. Die Wände beider Räumlichkeiten waren mit Bildern bedeckt, verschiedene Personen aus aller Herren Ländern die freundlich lächelten. Es waren schöne Menschen, die mit ihren weiten Lächeln verschiedene Waren anpriesen. Vom neuesten Re-Caf bis zur ältesten Antiquität. Marius sah, dass von annähernd jeder Welt die sie besucht hatten, einige Bilder dabei waren. Einige der Bilder konnte er aber nicht zuordnen. Immer wieder erstaunte ihn diese Eigenart, fast noch mehr als das vollständige fehlen jedes Lebens in der näheren Umgebung. Keine Ratten, keine Insekten, nicht einmal Pilze konnte man hier finden. Marius trat einen Schritt näher und streckte seine Hand aus. Mit sanften Knistern, schob sich das unsichtbare Gellar-Feld über seine Hand und sofort spürte er den Impuls schnellstmöglich das Weite zu suchen. Dennoch nahm er einen weiteren Schritt nach vorne und durchschritt die Barriere vollständig. Sofort verstärkte sich der Impuls zu heftigen pochenden Schmerzen in seinem Schädel. Mit einem Zischen öffnete sich eine Tür in einen hinteren Raum und eine junge Frau trat ein. Ihr Körper war eingehüllt in ein langes Handtuch und ihre Haare waren noch nass. "Ich grüße dich, Hiera." "Marius, geh sofort. Bist du vollständig wahnsinnig geworden? Ich bring dich um!" Marius verzerrte sein Gesicht zu einem schmerzhaften Lächeln. "Ich weiß, doch ich konnte nicht zulassen, dass du mir mein Leben wieder einmal rettest und ich mich nicht dafür angemessen bedanke." Er fasste sich an die Schläfen und nahm alle Kraft zusammen um den Schmerz zu verdrängen. Hinter ihm bewegten sich die Mitglieder des Notfallteams unruhig hin und her. "Wie geht es dir, Hiera?" Mit einem Kopfschütteln huschte ein lächeln über ihr Gesicht. "Gut, Marius, besser als dir. Und jetzt verschwinde!" Mit unglaublicher Geschwindigkeit huschte sie vorwärts und ließ dabei ihr Handtuch fallen. Ein kräftiger Stoß, viel zu stark für ein Mädchen ihrer Größe beförderte Marius wieder durch das Gellar-Feld, wo sich sofort die Ärzte um ihn kümmerten. "Das freut mich zu hören." flüsterte Marius, bevor er das Bewusstsein verlor.
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