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Up Topic Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / [WH40K Tau] Schmerzen der Erinnerung (locked)
- By Kassyus Date 07.02.2010 - 17:20 Edited 07.02.2010 - 17:25
Hallo,
nach laaaanger zeit mal wieder eine Geschichte von mir :)

Schmerzen der Erinnerung
Von Kassyus

Shas'vre Sa’cea M’yen schritt bedächtig durch einen der weitläufigen Parks Sa’ceas. Eine leichte Brise strich durch seine Toga aus weichem Stoff und vertrieb für einen Moment die schwüle Luft an diesem heißen Tage. Dieser Park war einfach wunderbar, fand Vre’M’yen und bewunderte die Farbenvielfalt der Blumen und Bäume. Lauschte den Gesängen der Vögel und vergnügte sich am übermütigen Spiel junger Kar’nick’el. Er sah den Gärtnern bei ihren Arbeiten zu und sich mit blühender Leidenschaft dieses Paradieses annahmen. Zum Wohl aller schufen sie ein Kunstwerk von unendlicher Schönheit!

Vre’Myen lächelte zufrieden.

M’yen kam öfters hier her, jedes mal wenn sie von einem Einsatz zurückkehrten. Es war ein Ort der Ruhe und Besonnenheit, hier konnte er die Bilder des Krieges für einen Moment verdrängen und ließ ihn an den Ufern der Seen neue Kraft schöpfen. In einiger Entfernung spielten Kinder fangen und ließen ihrer Freude am Leben freien Lauf. Bald würden sie sich entscheiden müssen, wie sie dem Höheren Wohl am besten dienen konnten. Er lächelte und ah auf die spiegelnde Oberfläche eines Sees hinab. Traurigkeit hatte seine Freude gedämpft…

Früher war er oft mit seinem Freund aus Jugendzeiten hier gewesen, bevor das Shas’ar’tol sie zum Militär eingezogen hatte. Bay’ing war immer zu einem Spaß zu haben gewesen und oft genug wurden sie für Streiche gescholten und bestraft. My’en lächelte wieder bei den Gedanken, sein Freund war immer ein Quell unerschöpflicher Lebensfreude gewesen. Nichts in der Welt hätte das ändern können.

Doch dann kam der Krieg gegen die Gue’la auf ihrer ehemaligen Kolonie Tus’co!

M’yen senkte wieder seinen Blick und sah in das klare Wasser zu seinen Füßen, bunte Fische huschten davon und suchten verschreckt Schutz unter den grünen Blättern von Seerosen. Er schrak für einen Moment zurück, als er das Gesicht seines Freundes auf der schillernden Oberfläche erkennen konnte. Die Mundwinkel zu einem schelmischen Lächeln verzogen und die Augen vor Lebhaftigkeit funkeln. In seinen Gedanken konnte er Bay’ings absteckendes lachen hören „Alter Freund!“, flüsterte M’yen und hob einen kleinen Kiesel auf.

Eine weitere Brise vertrieb abermals die Hitze des Tages und zerrte an seinem Gewand.

Sie hatten soviel geplant: Sie wollten nach der Dienstzeit in die Hauptstadt ziehen und Bay’ing hatte vor, sich eine Frau suchen. Er hatte M’yen so oft vor geschwärmt, wie es wohl sei, wenn er seinen Kindern die Geschichten ihrer vergangenen Streiche erzählte. M’yen würde stattdessen an der Kriegerakademie des Shas’ar’tol als Gelehrter lehren und würde den angehenden Feuerkriegern das große Buch der Taktik beibringen. Zusammen wollten sie dann mit ihren Familien ebenfalls diesen Park besuchen und gemeinsam ihren Lebensabend hier beschließen.

Doch der Pfad des Höheren Wohls ist unergründlich und voller Nebel…

Plötzlich verschwamm das Gesicht seines Freundes, das Lachen wurde von dem gedämpften Donnern zahlreicher Explosionen verdrängt. Das helle Fauchen feuernder Pulsgewehre vermischte sich mit den Schreien sterbender und Verletzter. M’yen sah auf und betrachtete die Rote Sonne am Himmel seiner Heimatwelt. Bilder stiegen aus seinem Unterbewusstsein hoch, wühlten sich an die Oberfläche und jagten ihm einen Schauer über den Rücken. Als er sich an das vergangene Erinnerte:

Er sah Ui’Bay’ing auf dem Bildschirm seines HUD’s hinter sich in seinem XV8-Kampfanzug. Sie waren beide in die Abwurfhalterungen des Orca-Landungsbootes eingeklinkt worden und warteten auf den Einsatzbefehl. Sein Freund nickte und hob den linken arm, um zu signalisieren das alles in Ordnung sei. Er machte über den Teamfunk einen Witz und M’yen musste laut auflachen, für einen kurzen Moment war der Krieg vergessen. Aber nur für einen Moment…

Schließlich sprang die Rote Signalleuchte auf Grün und sie wurden in die dunkle Nacht abgeworfen. Sofort sprangen die Restlichtsensoren an und filterten ein klares Bild von der Umgebung aus den erfassten Daten heraus. Unter ihnen tobte eine Schlacht gegen die Gue’la, welche die Tau Septe Tus’co versuchten zu erobern. Rot/Gelbe Explosionen öffneten sich wie die Blüten im Park und vergingen ebenso schnell wieder. Dann berührten die Laufeinheiten ihrer Anzüge den zernarbten Boden. Dann explodierte die Welt um sie herum…

Die Erinnerungen schmerzten M’yen und sein Herz brannte bei den Bildern, seine Hände ballten sich zu Fäusten.

Auf der Krankenstation kam M’yen wieder zu sich. M’yen erschrak bei dem Anblick, den der  zitternde Leib seines Freundes ihm bot. Er lag in einem Nebenzimmer und eine Scheibe trennte sie beide von einander. Die Heiler der Erdkaste hatten Bay’ing an surrende Maschinen angeschlossen und verschieden farbige Flüssigkeiten wurden über Schläuche seinem Körper zu- und wieder abgeführt. Traurigkeit und Sorge verdrängte jedes Gefühl in seinem Herzen. Tränen rannen über sein Gesicht, seinen besten Freund so zu sehen!

Als M’yen dann am nächsten Morgen aufwachte, war das Bett seines Freundes leer. Man teilte ihm mit, das Bay’ing in der Nacht verstorben sei und sein Körper bereits der Familie übergeben wurde. Er hatte die Worte mit schrecken vernommen, sein Kopf sank zurück ins Kissen und starte die weiße Decke über ihm an. Er schloss die Augen, man sollte den feuchten Glanz in ihnen nicht sehen, als etwas in ihm zerbrach! Es war, als hätte man ihm ein Stück seiner Seele genommen. Sein Freund war nur noch eine Gestalt in seinen Erinnerungen! Benommenheit und Hilflosigkeit breitete sich in seinem Herzen aus und hinterließ eine leere Hülle.

Seine Verletzungen verheilten gut und so hatte man ihn früh entlassen können. In dieser Zeit hatte etwas anderes diese Leer ausgefüllt: Wut und Hass! Er würde es ihnen heimzahlen! Er wollte sich rächen!

M’yen sah wieder auf die Wasseroberfläche und eine Träne wurde von der Brise davongetragen.

Plötzlich ertönten Schritte hinter ihm und rissen ihn aus den Gedanken. Das Gesicht verschwand „Nein!“, keuchte M’yen. Ein räuspern erklang „Shas'vre Sa’cea M’yen Mon'at?“, er antwortete jedoch nicht, er wusste bereits wer es war „Es ist Zeit. Die Flotte bricht in vier Dec auf! Shas'el Sa’cea Ko’vash Shi erwartet Euch an Bord der Fey’gor.“. M’yen nickte nur und hoffte noch einmal das Gesicht seines Freundes zu erkennen… Doch er sah nichts!

Dann öffnete sich wieder seine Hand und der kleine Kissel rollte langsam über die Handfläche und fiel hinab. Mit einem platschenden Geräusch durchbrach er die Wasseroberfläche und sank auf den Grund herab „Alter Freund!“, flüsterte er noch einmal.

Dann folgte er schließlich dem Feuerkrieger…
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