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Hoch Thema Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / [WH40K] Chaos - 'Romulus und Remus' (gesperrt)
- Von Kassyus Datum 19.10.2009 - 05:13
Hi,
hier wieder eine kleine Geschichte zu meiner Chaoslegion: Die '13te Kohorte'.

Wünsche Euch viel Spaß beim Lesen :)

Romulus und Remus
Von Kassyus

Erbarmungslos brannte die heiße Mittagssonne auf den Planeten nieder und ließ die Luft in den Canyons und Sandbedeckten Ebenen flimmern. Sie waren bar jeglichen Lebens, nur vereinzelt trotzten kleine Gruppen riesiger Kakteen der Hitze. Eigentlich ein trostloser Planet, wenn da nicht die reichhaltigen Ölvorkommen wären. Man benötigte den Rohstoff zur Treibstoffgewinnung für die gigantische Kreuzzugsflotte und Kriegsmaschinerie des Imperiums in diesem Sektor. Auch der Erzfeind hatte ebenfalls sein Augenmerk auf den Planeten geworfen und benötigte die Bodenschätze ebenso, um den Kampf fortführen zu können und er setzte alles daran ihn auch für sich zu gewinnen.

Lange war es in diesem Landstrich still gewesen, der Krieg war längst weiter gezogen und hatte sich an den entfernten Oasen der Wüste festgefressen. Die Anhänger des Chaos und des Imperators fochten um jeden Flecken Schatten und Wasser. Bald würde die lange Zeit der Dürre beginnen und jeden Töten, der sich bis dahin noch im offenen aufhielt. Es war ein erbarmungsloser Wettkampf beider Seiten gegen die Zeit.

Doch mit der Ruhe war es jäh vorbei, als eine Fahrzeugkolonne den Canyon zur Abkürzung nutzte. Angeführt wurden die schweren Halbkettenfahrzeuge, beladen mit Baumaterial und Flakbrettern, von einem Rhino der Astral Panthers. Einer jener Codex-Orden der Legion Astardes, welche für Recht und Ordnung kämpften. Rechtschaffenheit war ihr Pfad und inbrünstiger Glaube gebot Schutz vor den heimtückischen Verlockungen des Chaos!

Die Klimaanlage arbeitete auf Höchstleistung und Space Marines Sergeant Ortega studierte die Ortungsanzeigen des Auspex. Die Anzeige flackerte zwischen durch, was aber an der geologischen Zusammensetzung des Bodens hier lag. Die fremdartigen Erze verströmten eine, noch nicht näher erforschte, Strahlung. Sie störte die Funk- und Ortungsgeräte. Auf der grünlich leuchtenden Radaranzeige konnte Ortega nichts entdecken und lehnte sich entspannt zurück. Anscheinend würde die heutige Fahrt einen ruhigen Verlauf nehmen und das war gut so! Bestanden die letzten Wochen fast ausschließlich aus brutalen Kämpfen. Nur noch drei Stunden bis zu ihrem Ziel: Außenposten Siebenundfünfzig. Ortega drehte sich kurz nach hinten und nickte seinen Brüdern im Tramsportraum zu. Dabei bemerkte er das gute Dutzend Radarortungen nicht, welche kurz aufblinkten und wieder verschwanden!

Hoch oben, auf jenen klippenartigen Überhängen des Canyons hockte eine gepanzerte Gestalt mit dem Kopf eines Raubvogels, ihre glimmenden Augenvisoren verfolgten die Fahrzeuge unter ihr und ein krächzendes kichern entkam einer mechanisierten Kehle. Die übrigen Raptoren wichen instinktiv vor ihrem Anführer zurück, denn sie wussten um die gefürchteten  Stimmungsschwankungen des Aufstrebenden Champions. Oft folgte ihnen der Tod... Lord Bragath hatte recht gehabt! Das Loyalistenpack hatte den kürzeren Weg gewählt. Es wurde Zeit für die Jagd! Er richtete sich auf und betätigte sein archaisches Sprungmodul, mit kurzen Sätzen folgte ihm die Scharr seiner Anhänger im ausreichenden Abstand zum Kliff der Kolonne.   

Ordensbruder Arrak saß im engen Transportraum des Rhinos und hing seinen Gedanken nach, er hatte die Augen geschlossen und dachte über sein bisheriges Leben nach: Er stammte von Gorgul, einer Makropolwelt und wurde in jungen Jahren Angehöriger des Ordens der Astral Panthers. Er wusste noch genau, wie stolz seine Familie damals gewesen war, das er aufgenommen wurde. Brachte es doch den Familien höherer Stellungen beträchtliches Ansehen innerhalb der Hierarchiepyramide Gorguls. Seit seiner Ausbildung, hatte er schon in zahlreichen Kampagnen gegen das Böse in all seinen Formen gekämpft und jedes Mal war der Orden siegreich gewesen. Aber konnte er die Früchte seines Ruhmes genießen? Nein! Man hatte ihn gelehrt, das ein wahrer Anhänger des Glaubens sich nicht an den Lorbeeren des Sieges  berauschte, sondern sich in Demut und Bescheidenheit zurück ziehen sollte! Doch irgendwann reichte es Arrak! Er hielt es langsam nicht mehr aus! Einmal hatte er das Gerücht aufgeschnappt, das während einer Belagerung einige Space Marines des Ordens Jade Brothers Fahnenflüchtig geworden seien und zum Erzfeind übergelaufen waren. Anschließend habe die Inquisition den Orden aufs gründlichste untersucht, ob er nicht von einem Makel behaftet war. Leider war ihm das Ergebnis dieser Untersuchung nicht bekannt.

Je länger er darüber nachdachte, um so mehr fing Arrak an diese Renegaten zu bewundern. Sie hatten den Mut und Schneid besessen, den Zwängen ihres Ordens zu entfliehen und ein neues, freies, Leben ohne zwänge zu beginnen. Er öffnete seine Augen und sah die übrigen Mitglieder seines Trupps aufmerksam an. Schließlich bemerkte er Ortegas stechenden, düsteren, Blick und kurz musste er sich fragen ob der Sergeant nicht seine Gedanken erraten konnte. Seine übrigen Ordensbrüder waren währenddessen mit ihrer Ausrüstung beschäftigt oder meditierten. Arrak lenkte seine Aufmerksamkeit wieder seinem Bolter zu und rammte ein volles Magazin in die Waffe. Er überprüfte die grüne LED-Munitionsanzeige und nickte zufrieden, bevor er den Helm von der Deckenhalterung nahm und über seinen Kopf zog. Mit einem Zischen verband sich dieser mit der Halsmanschette seiner Servorüstung. Er lächelte hinter dem Vox-Gitter seines Funkgerätes, bald würde sich alles ändern… Sehr bald!

Plötzlich gab es einen lauten Knall und das Rhino wurde innerhalb einer massigen Erdfontäne in die Luft geschleudert. Knirschend landete es schließlich auf der rechten Flanke und kippte langsam um, wo es auf seinem Dach zu liegen kam. Seine rechte Seite hatte eine schwere Sprengmine aufgerissen und die Panzerung wie eine Sommerblume geöffnet. Ein Gemisch aus Öl und Treibstoff ergoss sich aus seinem stählernen Leib und schwarzer Rauch quoll aus der Bresche hervor, wie der Atem eines sterbenden Tieres. Die Space Marines lagen in seinem inneren übereinander und tasteten im rauchigen Zwielicht nach ihren Waffen. Draußen ertönten bereits erste Schüsse und Schreie, eine weitere Explosion ließ den Boden erzittern, als das Chaos seinen Angriff begann.

„Vorwärts!“, brüllte Mortis und schwang dabei seine Energiefaust in einem weiten Bogen in Richtung der verfluchten Loyalisten. Knisternde Energien umspielten die stählernen Finger seiner, mit stacheln und Runen besetzten, Waffe. Weitere Auserkorene erhoben sich aus getarnten Mulden und stürmten los. Gleichzeitig fielen kreischende Raptoren in den Rücken der Loyalisten und fingen an die Transportermannschaften nieder zu metzeln. Das Chaos wurde perfekt, als einige der Fahrer in Panik versuchten auf eigene Faust der Falle zu entkommen und aus der Kolonne ausscherten. Einer von ihnen fuhr auf eine weitere Mine und das Führerhaus wurde von der Explosion zerfetzt, der zweite fuhr in seinen Vordermann und beide Fahrzeuge verkeilten sich unwiderruflich ineinander.    

Der Canyon hatte sich in ein Schlachthaus verwandelt. Die Fahrer und Soldaten der PVS hatten keine reale Chance gegen die tobenden Raptoren gehabt, dennoch starben sie tapfer und verkauften ihre leben so teuer wie nur möglich. Mittlerweile hatten sich auch die ersten Space Marines aus dem Wrack des Rhinos befreit und nahmen ihrerseits den Kampf auf. Unter dem Brüllen ihres Offiziers nahmen sie Verteidigungsschema Alpha-Sechs ein und bildeten eine Insel des Widerstandes, inmitten eines brodelnden Meeres aus Gewalt und Tod „Haltet stand!“, schrie Ortega mehrfach über den Kampfeslärm seinen Untergebenen zu und feuerte auf die anstürmenden Renegaten.

Die Astral Panthers stemmten sich der anbrandenden Welle entgegen, als sie Sie schließlich erreichte. Kettenschwerter kreischten und Boltpistolen krachten, gepanzerte Fäuste schlugen und stechende Messer blitzten in der Sonne. Es schien ein Kampf der Titanen zu sein, keine der Seiten war gewillt nach zu geben und sie kämpften ohne Gnade. Das Schlachten war beispiellos! Heldenhafte Aktionen blühten ebenso schnell auf, wie sie vergingen. Es gab keinen fairen Kampf, nur sinnloses abschlachten… Arrak sah sich gehetzt um und schlug einem Chaos Marine seinen Bolter in die missgestaltete  Fratze. Der getroffene taumelte einige Schritte zurück und das tobende Gedränge verhinderte einen Sturz. Noch ehe er sich wieder auf Arrak stürzen konnte, hatte dieser bereits seinen Bolter gehoben und dem Renegaten seinen kopf von den Schultern gesprengt.

Aufopfernde Hingabe kämpfte gegen pure Mordlust und das Geschehen wogte hin und her. Dann knisterte die Luft, es roch nach Ozon und eine grelle Blitzkugel manifestierte sich im Zentrum der Schlacht. Eine Gruppe gepanzerter schritt aus der zuckenden und wirbelnden Korona, die Terminatoren hielten inne und sahen sich wachsam um. In ihrer Mitte marschierte Lord Bragath, der Verdammte, entschlossen nach vorne und bei dem Anblick des Kampfes um ihn herum musste er lächeln. Sein Plan hatte Erfolg gehabt und die Beute würde beträchtlich sein, wenn auch nicht von großem Wert. Aber das Abschlachten der fehlgeleiteten Anhänger des falschen Imperators war ihm Lohn genug, die Beute war nur ein kleiner Bonus gewesen. Es gab aber noch einen weiteren Grund seiner Anwesenheit in diesem trostlosen Landstrich: Er hatte keinen Zweifel an den Informationen gehabt, die ihm ein Verräter zugespielt hatte. Diesen Informationen nach, kannten die Chaos Marines den weg der Kolonne und an einer geeigneten Stelle einen Hinterhalt legen. Des weiteren sollte sich unter den Loyalisten ein Überläufer befinden, der zur dreizehnten Kohorte Kontakt aufnehmen wollte. Bragath lachte heiser, wie einfältig manche Menschen doch waren: Man brauchte ihnen nur Macht und/oder Freiheit versprechen und in den meisten Fällen glaubten sie diesen Verlockungen und wechselten auf die dunkle Seite. Es war ganz einfach, manchmal zu einfach für Bragath’s Geschmack. Der Terminator-Lord hielt inne und hob Dray’Ba als Zeichen des Triumphes! Freudig vibrierte die Dämonenwaffe in seiner Faust.

Schließlich ebbten die Kämpfe ab und der Lärm wurde leiser, bis nur noch das Knistern der Flammen und die Schreie der Verletzten zu hören waren. Die Raptoren kümmerten sich bereits um sie und ergötzten sich an ihren Folter-Qualen. Die letzten Space Marines wurden von den übrigen Chaosanhängern umzingelt und fochten unerbittlich mit Rechtschaffenten Eifer. Doch es waren zu viele Feinde, einer nach den anderen sank zu Boden und wurde weggezerrt. Arrak verlor seinen Helm und wurde von mehreren Treffern hart zu Boden geschickt wo man ihn festhielt. Hinter ihm hörte er einen fluchenden Ortega, als man ihn ebenfalls zu Boden zwang. Auf das Zeichen des feindlichen Anführers hin, senkten die Krieger des Chaos schließlich ihre Waffen. Stille trat ein und sie schien endlos zu dauern… Sie würden ihn sicher töten! Arrak lächelte wissend, als man ihn wieder auf die Füße hob.

„Habt dank, erhabener Lord des Chaos und Anführer der dreizehnten Kohorte!“, senkte Arrak seinen Kopf in tiefer Ehrerbietung und Bezeugung seines Respekts. Doch der Chaosanführer lachte nur, das verunsicherte Arrak zuerst. Doch nahm die Stimme des Chaoslords schnell wieder an Ernsthaftigkeit und grollender Tiefe zu „Nun gilt es den letzten Akt zu vollführen! Den Pakt zu besiegeln! Töte ihn für die Kohorte!“. Arrak sah auf, als man ihn endlich freiließ und einer der umstehenden Chaosanhänger warf ihm eine missgestaltete Boltpistole zu. Noch in der Fersendrehung fing Arrak die Waffe auf und hob sie… Dann krachte ein Schuss!

Der gepanzerte Körper erbebte bei dem Treffer, der Kopf des Space Marines wurde von dem Geschoß zerfetzt. Hart schlug die blutbeschmierte Servorüstung nach hinten auf den Rücken und blieb regungslos liegen. Sergeant Ortega stieg mit rauchender Boltpistole lächelnd über den Leichnam von Arrak hinweg. Er nahm seinen Helm ab und warf ihn zur Seite und die Terminatoren machten einen Schritt auf ihn zu, bereit ihren Herrn zu beschützen, doch ein scharfer Befehl ihres Befehlshabers ließ sie wieder zurück treten. Ortega kniete vor seinem neuen Anführer nieder und bot seinen Nacken an „Mein Lord! Ich biete Euch und der Kohorte mein Leben. Nehmt es… Ich gehöre Euch!“. Bragath trat an ihn heran und hob Dray’Ba, der Dämon im inneren jaulte auf vor Begierde und brüllte auf. Das archaische Axtblatt der Hellebarde senkte sich wie ein Blitz, hellblaue Energiebahnen zeichneten ihren weg durch die Luft nach. Zufrieden verstummte der Dämon wieder und zog sich tiefer in den Schaft zurück „Erhebt Euch!“. Der neue Legionär stemmte sich hoch, aus einem Spalt in seiner Brustpanzerung quoll für ein paar Sekunden helles Blut hervor. Der Chaosgeneral wandte sich der abwartenden Menge zu und hob Bray’ba „Tod dem falschen Imperator und seinen sabbernden Hunden!“, brüllte er und alle anderen Mitglieder des Überfallkommandos stimmten lauthals mit ein. Ortega fiel ebenfalls in den Jubel mit ein und preiste seinen neuen Herrn!

Als der Scouttrupp in den Canyon hinab stieg, stockte den  jungen Space Marines bei dem Anblick erst einmal der Atem: Vor ihnen erstreckte sich ein Bild der Zerstörung und Blut! Zahlreiche Pfähle, mit aufgespießten Leibern bar jeder Rüstung und Waffen, standen überall in diesem Abschnitt des Canyons verteilt. Die Ladung der Transporter war verschwunden und die Fahrzeuge selber brannten noch. Doch was den Veteranen-Sergeant des Trupps  am meisten beunruhigte, war die Anzahl der gefallenen Marines und das aufgezeichnete Video einer Helm-Cam. Dort sah man, was den Orden später erschüttern sollte: Schändlicher Verrat und Brudermord!
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