Not logged in"Miniaturen und was man damit machen kann"
Forum Help Search Register Login
Up Topic Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / [WH40K] Chaos - 'Fütterungszeit' (locked)
- By Kassyus Date 18.08.2009 - 22:25
Salü,
nach langer Zeit hab ich wieder eine kleine Story :) Ich spiele nun Chaos bei 40K und sie dreht sich um Morgul dem Mutator, meinem Anführer im Dienste der 13ten Kohorte. Viel Spaß beim lesen und Kritik/Anregungen sind immer willkommen :)

Fütterungszeit!
Von Kassyus

Tief in den stählernen Eingeweiden des Chaos-Panzerkreuzers Unstillbare Gier kroch eine kleine, in dunkle Gewandung gehüllte, Gestalt die barocken Gänge entlang und senkte jedes Mal demütig ihr Haupt, wenn einer der gepanzerten Bewohner des Schiffes vorbei marschierte. Wehklagen, Schreie und Heulen erfüllten die Hallen und Korridore, die Geräusche verliehen dem ganzen eine verzweifelte Atmosphäre: Bestehend aus Angst und Schmerz!

Ihre beiden kleinen Flügel lagen zusammengefaltet zwischen den Schulterblättern und in ihren kleinen Klauen trug sie einen schweren, blickdichten, Behälter. Penibel achtete die Kreatur darauf, das diesem nichts passierte. Wenn doch? Ein schaudern zuckte durch den kleinen Leib und sie eilte sich, die Labore ihres Meisters zu erreichen!

Zischend hoben und senkten sich metallische Kolben, langsam schoben sie einen schweren Operationstisch aus einer Wandnische und brachten ihn in eine vorprogrammierte Position.  Mehrere Sklaven drückten nun einen der ihren auf die Blutverkrustete Oberfläche des Möbels und fixierten den Körper mit stählernen Handschellen. Zahllose Ablaufrinnen bildeten ein bizarres Muster unter dem zitternden Körper des Menschen. Er versuchte sich zu wehren, gegen das Kommende an zu kämpfen! Doch war es vergebene Liebesmüh, die Fesseln waren einfach zu stark.

Die übrigen verließen eiligst wieder den Raum und jeder von ihnen war insgeheim froh, das die Lotterie keinen von ihnen ausgewählt hatte. Ihre Narbenverkrusteten Körper und die Elektroschock-Halsbänder zeugten von der ‚Freundlichkeit’ ihres Besitzers. Nein! Sie wollten auf keinen Fall seine Aufmerksamkeit erregen, den das bedeutete nur noch mehr Schmerzen und furchtbares Leid. Ihre Augen hatten bereits jeglichen Glanz verloren, die Lippen hatten sich schon lange nicht mehr zu einem fröhlichen Lachen geformt. Ihre Seelen waren nichts weiter als gefühllose Schwarze Löcher, nach all den Jahren der Folter abgestumpft. Jeder dachte nur an sich und würde jederzeit einen anderen der ihren ans Messer liefern, nur um einen weiteren Tag zu überleben. Mitleid kannten sie nicht mehr… Dann schloss sich hinter ihnen das schwere Rollschott.

Chaos-Hexer Morgul, der Mutator, Verdammter und Mitglied der Dreizehnten Kohorte, machte sich bereit. Es war wieder an der Zeit, mit seinen Experimenten fort zu fahren. Er musste unbedingt die Qualität der neuen Ware testen und nach sehen, wie es um ihre körperliche Stabilität stand. Er lächelte in sich hinein und strich sich mit der linken Hand über die knöcherne Krebsschere, welche einmal seine rechte Faust gewesen war. Auf seinem Rücken lag ein paar lederne Flügel, eng zusammengefaltet, an den Seiten des alten Rückenmoduls seiner uralten Servorüstung. Er sah in die polierte Oberfläche eines Schildes und betrachtete sich: Für wahr, er war gesegnet und zu wahrhaft höheren berufen! Er diente schon seit einer Ewigkeit der Dreizehnten Kohorte und hatte sich ihrem Ziel verpflichtet: Die Viereinigkeit zu bekämpfen und das Imperium zu vernichten!

Aber das war für den Hexer reine Nebensache, er hatte seine eigenen Vorstellungen von Macht! Er suchte nach der Formel des Lebens, den Schlüssel zu wahrer Herrschaft und dazu brauchte er viele Sklaven! Es musste doch möglich sein, die mutierenden Energien des Chaos in brauchbare Formen pressen zu können. Die Ultimative Kriegsbestie, die formenden Kräfte seinen Willen zu unterwerfen, das war der Pfad zu wahrer Macht! Morgul lachte grausam, als er sein Gemach verließ und den Gang entlang schritt.

Es war geschafft! Mit dem unversehrten Behälter in den Klauen, betrat die kleine Dienerkreatur das Labor und schenkte dem festgebundenen Sklaven auf dem Tisch keine Beachtung. Dunkle Flecken getrockneten Blutes formten auf dem Boden ein makabres Mosaik. Es waren die  Spuren ehemaliger Experimente seines Meisters! Der Mann drehte seinen Kopf und zerrte wieder an den Fesseln, seine rebellischen Augen funkelten böse und folgten dem Neuankömmling. Er spie wüste Verwünschungen aus, doch  das alles störte die Kreatur nicht, als sie mit ihrer Last einen Hocker empor kletterte und den Behälter auf einem der Laboraltäre abstellte.

Mit einem eleganten Sprung und wehender Robe wechselte sie schließlich auf einen anderen Altar und zog den mittleren von drei Hebeln nach unten. Mit einem surrenden Geräusch wechselte der Operationstisch von der wagerechten in eine senkrechte Position und verharrte schließlich. Wieder wehrte sich der Mensch und versuchte sich zu befreien, es war zwecklos! Die Kreatur schüttelte ihren kleinen gehörnten Kopf, ob dieser Torheit und der Homunkulus zog sich in den Schatten einer Wandnische zurück. Jeden Moment konnte sein Meister   auftauchen… Dann öffnete sich das Schott!

Zwei Chaos Marines bezogen mit schussbereiten Waffen ihre angewiesenen Positionen an den Seiten des Laboreingangs und beäugten jeden Misstrauisch, der an ihnen vorüber kam. Morgul marschierte zwischen ihnen hindurch und sah sich im Labor um: Es war alles so, wie er es verlassen hatte. Niemand hatte in seiner Abwesenheit hier herumgeschnüffelt. Er nickte zufrieden und erblickte den Sklaven auf dem Tisch. Er lächelte und das Licht erlosch wie von Geisterhand, bis nur noch der Tisch und seine unmittelbare Umgebung erhellt waren.

Im Schatten saß nun der kleine Homunkulus und schauderte bei dem Anblick des Hexers. Er wusste, was sich hinter der stoischen Ruhe verbarg und versuchte klein und unscheinbar zu wirken. Morguls Gesicht näherte sich dem des Sklaven und sah ihn interessiert an, lachte grollend und hob das Kinn seines gegen übers mit der Spitze seiner Schere an. Der Sklave fixierte ihn mit einem Rest des Trotzes und spie dem Hexer seine gesamte Verachtung mitten ins Gesicht. Der Chaosmarine trat einen Schritt zurück und versetzte dem Sklaven einen Schlag in den Magen, stöhnend verlor dieser das Bewusstsein und spürte nicht mehr, wie sein Körper an die Instrumentenaltäre angeschlossen wurde.

Schreie drangen selbst durch das Schalldichte Schott nach außen und ließen die Hart gesottene Schiffsbesatzung erschaudern. Selbst die beiden Chaos Marines fühlten Unbehagen und sie wussten was dort drinnen vor sich ging, manch einer hatte es am eigenen leibe zu spüren bekommen. Die zahlreichen Mutationen in den reihen der Kohorte waren das Ergebnis der Experimente und magischen Eingriffe des Hexers gewesen, in den finsteren Kerkern des Kreuzers warteten zahlreiche Schrecken ohne Namen: Die missglückten Versuche mit roher Chaosenergie! Unvorstellbar entstellte Kreaturen, von den zahllosen Veränderungen des Chaos in den Wahnsinn getrieben und nur noch als Kanonenfutter verwendbar. Ein Schicksal, welches sich niemand an Bord wünschte!

Die kleine Dienerkreatur hatte sich mittlerweile wieder hervor getraut und auf einem der Hocker Platz genommen. Sie reichte jetzt ihrem Meister die geforderten Operations-Instrumente: Messer, Zangen, Klammern und viele weitere Schreckensinstrumente. Der Sklave schrie bei der ganzen Prozedur wie von Sinnen und sein Blut floss in kleinen Rinnsälen hinab, es sammelte sich an den Enden der Ablaufrinnen in silbernen Kelchen. Die grünlich, leuchtende Flüssigkeit aus dem Behältnis wurde durch einen Tropf in den Blutkreislauf seines Opfers eingeführt und sie begann bereits die Physiologie des Körpers zu verändern. Die Haare fielen dem Sklaven büschelweise aus und seine Haut wurde transparent, war bis zum zerreisen gespannt. Morgul überprüfte die Daten des Medizinischen Altars und sein Gesicht verzog sich vor Enttäuschung. Laut den Runenkolonnen, welche über den Monitor herunter ratterten wurde der Körper seines Versuchsobjektes Instabil. Das Mutagen schlug nicht an und die Chaosenergien, welcher er durch Zaubersprüche in den Körper leitete, entglitten seiner Kontrolle! Der Hexer verlor die Geduld und fluchte, als das Fleisch immer weiter unkontrolliert begann zu wuchern und mutierte. Dann sprach er Worte der Macht, knisternde schwarze Energieblitze entluden sich aus seiner Faust und verzerrten das Herz des zuckenden Körpers, bis nur noch ein lebloser Leichnam vor ihm hing „Bring das weg!“, herrschte Morgul seinen kleinen Diener an und verließ grollend das Labor.

Der kleine Homunkulus brachte den Tisch wieder in eine waagerechte Position und löste ihn von den mechanischen Kolben. Einige Handgriffe später klappte ein Stützgestell mit Rollen herunter und dann schob er ihn, vor Anstrengung stöhnend, auf den Gang hinaus. Es roch nach verbrannten Fleisch und Ozon.

Mühsam machte sich die kleine Kreatur auf den Weg und durchquerte dabei zahlreiche Gänge und Hallen, bis sie in den tiefen des Schiffes ihr Ziel erreicht hatte: Die Kammern des Schreckens! Die kalten Behausungen all jener, die von den Chaosgaben übermannt wurden und sich in furchtbare Bestien verwandelt hatten. Sie rochen das Futter und zerrten bereits an den Gitterstäben, brüllten und kreischten dabei in freudiger Erwartung auf das kommende Mahl. Die Kreatur schob den Tisch weiter und hinter ihr schloss sich das dicke Sicherheitsschott...

Es war Fütterungszeit!

Up Topic Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / [WH40K] Chaos - 'Fütterungszeit' (locked)

Powered by mwForum 2.29.5 © 1999-2014 Markus Wichitill

Dieses Forum ist eine Kooperation von...
Warhammerportal.de | GT-Battlezone | Skarloc.de | witchhunter.net | TuShan.de | T3 - TabletopTurniere.de