Not logged in"Miniaturen und was man damit machen kann"
Forum Help Search Register Login
Up Topic Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / Eine Kurzgeschichte aus den neuen Werken (locked)
- - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 18.04.2009 - 18:00
Der Gestank nach Schweiß und schalem Bier durchdrang die schummrige Taverne, wie ein greifbarer Nebel. Menschen aller sozialen Schichten waren hier vertreten. Was hatten sie auch für eine Wahl? Die war die einzige Taverne an diesem Teil der Landstrasse nach Hulken. An einem Tisch, nahe der Tür, saß eine Gestalt in der Gewandung eines fahrenden Soldaten, sie sich selber gerne nannten. Die meisten anderen hatten hässlichere Namen für sie. Söldner, Mietling, Halsabschneider, Verräter oder Mordkerl waren nur die höflicheren davon. Dieser hier drehte gerade langsam seinen Bierhumpen um und betrachtete, wie die letzten Tropfen Bier auf den Tisch fielen, sich einreihten in die Generationen vergossenen Biers zuvor. Langsam streckte der Söldner seine Hand in den Beutel, der an seinem verschlissenen Ledergürtel hing. Einen Moment wühlte seine Hand herum, wie als suche er etwas, bevor die Hand wieder hervorbrachte und sie offen auf den Tisch legte. Zwei Kupfermünzen glänzten im Schein der Kerze. Nicht mal genug für einen weiteren Krug Bier. Ein Scharren ertönte und verriet, dass sich gerade jemand anderes an den Tisch setzte.

„Ludewig, alter Freund. Wie ich sehe geht dir das Geld aus?“

Der Söldner bewegte sich schnell und entschlossen, seine Hand griff nach dem schweren Dolch an seiner Seite, zog ihn jedoch nicht. Seine Augen funkelten kampfbereit unter seinen ungewaschenen Haaren hervor.

„Malek? Was willst du hier? Das letzte mal als ich dich sah, versuchtest du mich mit einer abgebrochenen Flasche zu erstechen. Ich habe heute kein Interesse an Aufmerksamkeit, also wenn du Ärger willst, lass uns nach draußen gehen.“

Malek hob abwehrend die Hände und lächelte Ludewig mit einem öligen Lächeln an, dass seinem Gesicht das Aussehen eines hungrigen Krokodils verlieh.

„Aber, aber, Ludewig. Wir wollen doch diese alten Missverständnisse nicht aufwärmen, oder? Nein, ich bin heute rein geschäftlich hier. Ich habe gehört, dass du wieder hier bist, auf dem Weg nach Hulken. Und da ich nun mal meine Augen und Ohren überall hab, hätte ich vielleicht eine Möglichkeit für dich etwas Geld zu verdienen. Eine einfache Aufgabe ohne Haken.“

Ludewigs gehobene Augenbraue ließ keinen daran, dass er sehr wohl einen Haken erwartete, dennoch nahm er seine Hand vom Griff des Dolches und legte sie langsame auf den abgenutzten Eichentisch.

„Lass hören!“
Parent - By enemie Date 18.04.2009 - 19:22
Lass hören!!!^^
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 19.04.2009 - 22:27
Malek gab dem Wirt ein Zeichen, zwei Biere zu bringen und lehnte sich etwas nach vorne um seine Unterarme auf den Tisch zu legen. Wieder lächelte er Ludewig an und entblößte einen goldenen Zahn im Oberkiefer. Innerlich freute sich Ludewig, dass Malek ihre letzte Begegnung nie vergessen würde.

„Also mein Freund, es ist folgendermaßen. Wie du weißt bin ich Händler, ich kaufe und verkaufe Dinge, manchmal einfache Dinge, doch manchmal auch seltene Ware. Dieses mal habe ich einen besonderen Handel vor. Es geht um echte Antiquitäten...“

„Antiwas?“

Unterbrach in Ludewig mit einem säuerlichen Gesichtsausdruck. Er hasste es, wenn Leute versuchten gebildet zu klingen indem sie seltsame Worte verwendeten, die kein Mensch verstand.

„Antiquitäten. Alte Dinge aus den toten Königreichen. So was wie Münzen die seit Jahrhunderten niemand mehr benutzt.“

„Warum sollte jemand so etwas kaufen?“

Malek seufzte und legte seine Hand an die narbige Stirn. Einen Moment verharrte er in dieser Haltung, bevor er seinen Blick wieder auf Ludewig richtete.

„Sagen wir einfach um sie zu sammeln. Jedenfalls befindet sich in Hulken momentan ein Händler aus dem Süden. Er stammt aus Kharesh, du kennst die Gegend vielleicht noch. Jedenfalls zahlt er einen vorzüglichen Preis für gewisse Dinge, die sich seit kurzem in meinem Besitz befinden.“

Malek unterbrach sich kurz als die Schankmagd mit den Bieren an den Tisch trat. Ludewig musterte die schlanke Figur der jungen Frau mit unverhülltem Interesse. Ihr Lächeln verriet, dass der Söldner eventuell diese Nacht kein Bett bezahlen musste. Auch Malek hatte dies gesehen und scheuchte die Magd mit einer ungeduldigen Bewegung fort.

„Können wir dann jetzt zum Geschäft zurückkehren? Jedenfalls ist der Preis den dieser Händler anbietet sehr großzügig. So großzügig, dass ich mich Frage was dahintersteckt. Ich fürchte, dass ganze ist nur eine Falle um mir mein Geld zu stehlen und abzuhauen. Darum gedenke ich denn Spieß umzudrehen. Du, Ludewig, wirst an meiner Stelle zu dem Treffen gehen. Einer meiner Leibwächter wird dich begleiten. Wenn der Handel gut läuft, nimmt mein Wächter des Gold an und du übergibst den Gegenstand dem Kareshi. Wenn nicht, erledigt ihr beiden das Problem und du bringst mir das Gold. Du kriegst dann den zehnten Teil als Bezahlung. Wie klingt das?“

Ludewig blickte seinen gegenüber schräg an. Seine grünen Augen funkelten mit einer gehörigen Portion Misstrauen. Einen Moment musste er überlegen, kam aber schließlich zu dem Schluss, dass das Angebot wirklich fair klang. Malek war trotz allem kein guter Kämpfer und seine Befürchtung klang plausibel. Den Leuten aus dem Süden musste man immer mit etwas Vorsicht begegnen, dass hatte er selbst mehrfach erfahren müssen.

„Über wie viel Kronen reden wir hier? Du kennst ja meine Regeln nicht war? Die Hälfte im voraus.“

Malek lächelte und griff vorsichtig an seinen Gürtel um Ludewig nicht zu provozieren. Er legte drei glänzende Münzen auf den auf den Eichentisch, den Bierfleck wohlweißlich vermeidend. Ludewigs Augen fingen an zu Leuchten.

„Der Händler will mir 60 Kronen für das Objekt bezahlen. Die Anzahlung beträgt also 3 Kronen. Sind wir im Geschäft?“

Ludewigs Augen bewegten sich von den Münzen zum Krokodilsgesicht Maleks und wieder zurück. Er wusste, dass dem Halunken nicht zu trauen war, aber das war eine Menge Gold. Von den 3 Münzen alleine konnte er zwei Wochen in Saus und Braus Leben, mit der restlichen Bezahlung und etwas Mäßigung gut über den Rest des Monats kommen. Außerdem war da ja noch die kleine Magd. Sie würde bestimmt hervorragend Aussehen mit einem hübschen Kettchen um den Hals.

„Ich bin dabei, Malek. Wann soll der Handel stattfinden? Und um was für einen Gegenstand geht es überhaupt?“

Maleks Lächeln wurde schlagartig noch etwas breiter. Mit einer schwungvollen Bewegung, platzierte er ein kleines in Leinen geschlagenes Kästchen auf dem Tisch. Ludewig schaute etwas verwirrt auf es, als Malek aufstand und eine übertriebene Verbeugung andeutete.

„Sie sind spät dran, Herr Malek. Ihr Wächter wartet bereits vor der Tür auf sie. Ich hoffe, dass der Kareshi ebenso unpünktlich ist wie sie.“

Mit diesen Worten verließ der Händler den Tisch und ließ Ludewig etwas verwirrt zurück. Einige der Gäste hatten bei der Verabschiedung aufgesehen und starrten ihn an. Schnell packte Ludewig das Kästchen unter seinen Wams und trank sein Bier aus, bevor er die Taverne verließ.
Parent - By Flekz Date 20.04.2009 - 18:01
Geil, mehr davon!
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 21.04.2009 - 23:51
Als Ludewig in die Dunkelheit vor der Taverne trat und die kühle Abendluft einsog, vernahm er sofort das klatschende Geräusch einer harten Faust auf weichem Fleisch. Tiefer im Schatten bei den Ställen beugte sich eine massige Gestalt über einen arg zugerichteten jungen Mann in der Gewandung eines Adligen. Drohend wandte sich der Mann um, die Muskeln in seinem stierartigen Nacken kräuselten sich, als er Ludewig in sein Sichtfeld brachte. Die Lippen des Mannes öffneten sich etwas und faulige Zähne glommen gelblich im Mondschein.

„Was glotzt´n so? Noch nie ´nen ehrlich´n Mann bei der Arbeit geseh´n? Ey... bis´ du nicht der Boss für heut´ abend? Ich bin Kall.“

Der Kerl trottete auf Ludewig zu, während er die erbärmlich wimmernde Gestalt des Jungen hinter sich her zog. Kall packte Ludewigs Hand, die beinahe in der enormen Pranke verschwand. Ludewig versuchte sowohl sich seinen Ekel, als auch die Schmerzen seiner gequetschten Hand nicht anmerken zu lassen. Beides nur mit mäßigem Erfolg.

„Wir wird´n Heut´ ne Menge Spaß hab´n. ´Nen kleinen Händler ausnehmen und dann schön das Gold abgreif´n. Wenn wir Glück hab´n, hat der kleine Händler sogar ´n paar Wach´n dabei. Dann könn´ wir den´ noch die Schädel einschlag´n. Ha! So... und was mach´ ich jetzt mit dem klein´ Burschen hier. Hatte ja nicht viel dabei.“

Der Adlige wimmerte und wand sich im schraubstockartigen Griff Kall´s.

„Bitte, lassen sie mich gehen. Ich kann ihnen Gold geben, meine Eltern haben viel Gold. Oder Edelsteine. Vielleicht eine gute Arbeit auf den Docks. Ich bin sicher...“

Ohne ein weiteres Wort schlug Kall mit seiner Keule auf den Jungen ein. Ein hässliches Knirschen hallte wie ein Donnerhall. Der Adlige sackte zusammen, Blut tropf aus seinen Ohren. Noch einmal zuckte er, bevor seine Augen brachen.

„Warum hast du ihn umgebracht? Das war doch nicht nötig.“

Fragte Ludewig. In seiner Stimme klang weder Wut noch Abscheu, nur eine Frage.

„Töt´n macht Spaß. Besonders wenn es so´n kleiner Samtträger ist. Die quieck´n immer so lustig wenn sie platt macht.“

Ludewig schien einen Moment über die Worte des Riesenhaften nachzudenken, bevor er sich ohne ein weiteres Wort auf den Weg die Strasse herunter machte. Es war noch eine Stunde bis Hulken und wie Malek gesagt hatte, er war bereits spät dran. Kall ließ die Leiche los und stapfte Ludewig hinterher. Kichernd wie ein kleines Kind zählte er die sechs Kupferstücke, die er dem Adligen abgenommen hatte.
Parent - By Dreisti Date 22.04.2009 - 09:41
Quick!
Parent - By securis Date 22.04.2009 - 13:38
Immer her damit! Wir wollen mehr! :-D
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 26.04.2009 - 23:58 Edited 27.04.2009 - 00:00
Eine Stunde später erreichte Ludewig mit Kall die Stadtmauern von Hulken. Es war bereits dunkel und somit war das Stadttor fest verschlossen. Es gab jetzt nur zwei Möglichkeiten in die Stadt zu kommen. Die eine war, einen wirklich guten Grund zu haben das Innere der Stadt zu dieser Stunde zu betreten und einen weichherzigen Torwächter zu erwischen. Da Ludewig diese Möglichkeit für sehr unwahrscheinlich hielt, bereitete er sich und Kall bereits auf die zweite Möglichkeit vor. Die Wächter mussten bestochen werden. Langwierig hatte Ludewig versucht dem trägen Geist seines Gefährten zu erklären, warum er die 6 Kupferstücke brauchte und auch jeglicher Erklärungsversuch, dass Kall das Kupfer ja bald wiederkriegen würde schien an dem Riesen abzuperlen.

„Ein letztes Mal Kall, du gibst mir das Geld, ich rede mit den Wächtern und wir kommen rein. Dann kriegst du das Geld bald wieder.“

Kall starrte Ludewig aus seinen blutunterlaufenen Schweinsaugen an.

„Ich trau´ dir nicht. Du woll´n Kall doch nur über´s Ohr hau´n.“

Ludewig rollte mit den Augen und holte einmal tief Luft.

„Ok, Kall. Wie wäre es damit. Du zeigst den Wächtern das Geld, sie lassen uns rein und dann... dann sehen wir halt was passiert.“

Kall grunzte nur und nickte. Ludewig hatte keine Ahnung ob das brutale Schwein verstanden hatte worum es ging. Es war eigentlich auch egal, weil sie die Stadtmauern endlich erreicht hatten. Ludewig hieb kräftig an das Tor um die Aufmerksamkeit der Wächter zu erlangen. Nach einer ganzen Weile hörte Ludewig wie sich Schritte dem Tor näherten, ein markerschütterndes Rülpsen ertönte, bevor sich ein kleines Holzpaneel auf Augenhöhe öffnete. Ein paar blauer Augen musterte die beiden Reisenden eingehend.

„Was wollt ihr? Das Tor ist schon lange geschlossen, kommt morgen wieder, wenn ihr in die Stadt wollt.“

Ludewig verneigte sich kurz.

„Mein Name ist Mertin aus Schass und das ist mein Wächter Kall. Wir sind leider etwas spät dran und würden nur ungerne vor dem Tor kampieren. Ich bin sicher, ihr Wächter seit sehr durstig um die Zeit. Ich würde euch gerne etwas zu trinken ausgeben, für eure Mühen.“

Dabei griff Ludewig schnell an Kall´s Gürtel und bevor dieser merkte was da geschah, verschwand sein Geld durch den Sichtschlitz. Ludewig hoffte das beste, denn wenn der Wächter noch mehr als Vorschuss verlangte, würden sie nicht in die Stadt kommen und den Händler verpassen. Das Klimpern einiger Münzen ertönte, bevor sich der Balken vor der Tür bewegte und sie sich öffnete.

„Nun aber schnell rein mit euch, es darf keiner sehen das ich euch reinlasse.“

Murmelte der alte Wächter und scheuchte die beiden schnell in das Innere des Tores.

„Vielen Dank, Alter. Es ist schön zu sehen, dass es noch Wächter gibt die ihren Beruf ernst nehmen.“

Ein Lächeln huschte über das Gesicht des alten Mannes, was schnell durch einen Ausdruck aus Überraschung und Schmerz ersetzt wurde. Mit einem kräftigens Faustschlag in den Magen, gefolgt von einem Hieb in den Nacken, streckte Ludewig den Mann zu Boden und zerrte ihn schnell in einen Schatten. Den Beutel mit dem Kupfer gab er Kall zurück.

„Ich sagte doch, du kriegst alles wieder. Tumber Kerl.“

Kall schaute verwirrt drein als er das Beutelchen in der Hand wog. Dann griff er an seine Seite.

„He, mein Beutel is´ weg. Ah... das war dein Plan. Bist´n kluges Kerlchen. Soll´n war den Alten umleg´n? Nich´ das er uns verrät.“

„Nein, Kall. Er kann uns ja nicht verraten. Sonst müsste er zugeben, dass er uns in der Nacht reingelassen hat. Komm schon und ab jetzt hältst du den Mund. Du bist mein Wächter, überlass mir das Reden.“
Parent - By enemie Date 27.04.2009 - 13:05
meeeeehr^^
Parent - - By Flekz Date 27.04.2009 - 15:13
Weißt du das ich deinen Schreibstil Liebe?
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 27.04.2009 - 16:26
Das ist wirklich schön zu hören. Danke :)
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 02.05.2009 - 23:02 Edited 02.05.2009 - 23:05
Die beiden Söldner wanderten durch die dunklen Gassen der Stadt. Obwohl die Sperrstunde schon lange vorüber war, befanden sich noch immer zahlreiche Bürger auf den Strassen. Schäbige, schwankende Gestalten verhandelten lallend mit leichten Mädchen die sich hinter vorgehaltener Hand kichernd über ihre Freier lustig machten. Finstere Gestalten boten leise flüsternd verbotene Waren aus fernen Ländern an, seien es Pülverchen die den Geist vernebelten, tödliche Gifte um einen neuen König zu machen oder versklavte Mädchen aus dem Tiefen Süden. Diese Stadt lebte und atmete selbst wenn es das Gesetz verbot. Ludewig liebte solche Städte mit ihren zahlreichen Verlockungen und Zerstreuungen. Er konnte sich selbst schon mit seinem neuen Reichtum sehen, wie er der Betrunkene Freier sein würde oder der Kunde der finsteren Gestalten. Er wollte endlich wieder etwas das Leben genießen.

„Ist es noch weit, Kall?“

Der Riese grunzte nur und bog ein weiteres mal ab. Wenigstens hatte er verstanden, dass er seinen Mund halten sollte, während er Ludewig zum Treffpunkt führte. Mittlerweile waren sie tief in das ärmste Viertel der Stadt gelangt. Hier hörte man weder das Lachen der Mädchen noch das Flüstern der Händler. Nur das Husten der Kranken und ab und zu das Geräusch eines schnellen, blutigen Todes. Warum sollte ein Händler aus Kharesh, einer der reichsten Gegenden der südlichen Landen sich in einem solch verkommenen Viertel herumtreiben? Wieder regte sich der Misstrauen in Ludewig, während er damit begann sich genau umzusehen. Jeder Schatten erschien ihm plötzlich wie ein möglicher Hinterhalt. Jedes dunkle Fenster wie ein Ort aus dem plötzlicher Tod erscheinen konnte. Und Ludewig konnte es spüren. Die Blicke, die Augen die ihm aus dem Schatten folgten. Im Krieg, auf dem Schlachtfeld, hatte er dieses Gefühl kennen gelernt. Es war sein Instinkt der ihm riet auf der Hut zu bleiben. Dieser Instinkt hatte ihn noch nie getäuscht. Noch einmal bog Kall ab. Nichts deutete darauf hin, dass der tumbe Riese eine Falle erwartete. Wusste er von der Falle? War er die Falle? Vielleicht wollte sich Malik doch nur Rächen und hatte diesen Schläger dafür angeheuert. Nun Malik würde enttäuscht sein, denn Ludewig hatte ihn durchschaut. Nein, er würde heute hier nicht sterben. Er würde Kall die Kehle öffnen und sich danach Malik selber holen. Ja, gleich musste es passieren, nur noch einen Moment.

Vor den beiden öffnete sich die Häuserschlucht zu einem kleinen Platz. Die Häuser ringsherum schienen etwas weniger zerfallen zu sein, als der Rest des Viertels. Eines, eine Art Kontor, hatte sogar ein zweites Stockwerk. In der Mitte des Platzes befand sich ein Brunnen. Ein Holzeimer mit einem einfachen Seil war die einzige Möglichkeit für die Bewohner an frisches Wasser zu kommen. Die Reste mehrerer Marktstände, vermutlich geplündert und vergessen, umringte den Brunnen. Eine Gestalt verborgen unter einem Umhang trat ins Mondlicht. Unter dem kostspieligen Stoff blieb das Gesicht des Neuankömmlings unsichtbar. Ludewig vergaß für einen Moment seine finsteren Gedanken und räusperte sich.

„Seid ihr wegen der Ware hier? Sagt mir woher ihr kommt, damit ich weiß, dass ihr der richtige seit.“

„Ich komme aus Kharesh. Seid ihr Malik?“

Antwortete ihm eine helle Frauenstimme. Das Mädchen schlug ihre Kapuze zurück und enthüllte die feinen Züge einer jungen Frau. Zarte Locken die schwärzer waren als die Nacht fielen bis unter ihr Kinn und der kostbare Schmuck schimmerte um ihren schlanken Hals. Ludewig erstarrte für einen Moment. Aus dem Augenwinkeln sah er wie sich ein Grinsen auf Kall´s Gesicht stahl und er einen Schritt auf das Mädchen zu tat. Ludewig knurrte.

„Verdammt seiest du Malik, du hältst dich nicht an meine Regeln!“
Parent - By securis Date 03.05.2009 - 12:23
Gib uns mehr! (das Zeug is ne Droge! Eindeutig!) :-D
Parent - By enemie Date 03.05.2009 - 13:58
*peitscheschwing* meeeeeeehr!
Parent - By ranftling Date 05.05.2009 - 21:33
Sehr schön!

Bitte schnell (und gut) weiterschreiben... ;P:P

und... Danke!
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 13.05.2009 - 14:28 Edited 14.05.2009 - 17:17
Ludewig riss seinen Dolch aus der Scheide und bewegte sich mit einem schnellen Schritt auf Kall zu. Das Moment seiner Bewegung ausnutzend, rammte er dem Riesen die breite Klinge in den Körper. Eine schnelle Drehung und ein kräftiger Ruck befreiten die Waffe wieder. Kall schrie schmerzerfüllt auf und wirbelte herum, seine Keule wild um sich schwingend. Wieder stürzte Ludewig vorwärts, seinen Dolch in der Faust. Er duckte sich unter den mächtigen Schlägen Kalls weg, doch übersah er den linken Schwinger. Kalls Faust traf Ludewig in die Seite und presste die Luft aus seinen Lungen.

„Wills´ die Kleine beschütz´n was? Keine Sorge, wenn ich mit dir fertig bin, pass ich schon gut auf sie auf.“

Gluckste Kall, während ein blutiger Faden aus seinem Mundwinkel troff. Ludewig schüttelte den Kopf im wieder klar denken zu können. Etwas bewegte sich in seinem Augenwinkel, doch bevor hinsehen konnte, war der tumbe Riese wieder heran. Schwer grub sich seine Keule an die Stelle, an der eben noch Ludewig stand. Dieser war mit einem Satz an Kall vorbeigehechtet, nicht ohne im Vorbeigehen noch einen schmerzhaften Schnitt am Oberschenkel zu verursachen. Doch noch immer verzerrte ein hässliches Grinsen die Visage seines Gegners. Er schien die Verletzung gar nicht zu bemerken. Doch durch die Bewegung konnte Ludewig jetzt sehen, was er vorher nur am Rande seiner Wahrnehmung bemerkte. Jemand hockte auf dem Dach des Kontors. Durch die schwarze Kleidung konnte man ihn nur schwer erkennen. Kall hatte sich wieder zu Ludewig umgedreht. Seine jetzt glasigen Augen hatten Schwierigkeiten Ludewig zu erfassen. Anscheinend machte ihm der Blutverlust zu schaffen. Das verschaffte Ludewig etwas Zeit. Das Mädchen stand verstört da, der Schock der plötzlichen Gewalt saß tief. Der Söldner überlegte, wie er sie aus der Schusslinie bringen sollte, als ein scharfes Schnappen ihn zum handeln zwang. Instinktiv warf er sich auf das Mädchen und der stechende Schmerz in seinem Oberarm bestätigte seinen Verdacht. Ein Armbrustbolzen hatte ihn gestreift, Blut troff auf den Boden. Kall hatte sich wieder erholt und stürmte heran. Das Mädchen lag blutverschmiert auf dem Boden und schrie. Der Söldner tat das was er am besten konnte. Er umklammerte seine Waffe, dass seine Knöchel weiß hervortraten und stürmte auf seinen Gegner zu.
Parent - By enemie Date 13.05.2009 - 14:33

>*peitscheschwing* meeeeeeehr!

Parent - By securis Date 13.05.2009 - 14:41
Juppieja yeaah! Endlich Gehts weiter!!
Parent - - By Tariel Date 14.05.2009 - 15:22
Super wie immer.
Kleiner Fehler:

Jemand kletterte auf dem Dach des Kontors hockte jemand.

Gruß
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 14.05.2009 - 16:45
Vielen Dank

Wenn ein Mod mal Zeit hat, bitte den Satz in "Jemand hockte auf dem Dach des Kontors" ändern. (Zeile 6, 2ter Absatz)
Parent - By ranftling Date 14.05.2009 - 21:53
kann ich leider nicht. aber besten Dank und weiter schreiben! ;p
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 17.05.2009 - 23:57
Kall brüllte und fluchte, verschwendete seine Energie in Demonstrationen seiner Wut, die sinnlos gegen die umgebenden Hauswände prallten. Ludewig kämpfte leise und konzentriert. Er musste Kall im Auge behalten, den Armbrustschützen auf dem Dach und das Mädchen hinter ihm. Er konnte keinen Moment damit verschwenden seinen Zorn auszudrücken. Ein weiteres Mal donnerte Kalls Keule daneben, zerschmetterte Pflastersteine und wirbelte Schmutz auf. Die Bewegungen des Riesen waren langsam und der Blutverlust machte es mit jedem Moment schlimmer. Doch auch Ludewig hatte an Gewandtheit eingebüßt. Müdigkeit und die Schmerzen seiner Wunde hatten ihren Tribut gefordert. Der Söldner musste diesen Kampf schnell zu Ende bringen, am besten bevor der Scharfschütze seine Armbrust geladen hatte.

„Kall! Lass uns diesen Kampf beenden. Ich nehme das Mädchen mit und du kriegst alles Gold was sie dabei hat. Davon kannst du bestimmt einen Monat gut Leben.“

Brachte Ludewig schwer atmend hervor.

„Wie klingt das: Ich bring´ dich jetzt um und nehm´ mir das Gold un´ das Mädchen.“

Brüllte Kall zurück und stürzte auf Ludewig zu. Dieser wich dem plötzlichen Angriff eine Sekunde zu spät aus und der Schlag streifte seine Stirn. Weiße Sterne explodierten vor seinen Augen als Kall mit seiner Faust nachsetzte. Der Söldner schüttelte seinen Kopf und kam gerade in dem Moment zu sich, als der Riese seine Keule zum tödlichen Schlag erhob. Reflexartig rammte Ludewig seinen Dolch in Kall´s Unterarm. Schmerzerfüllt heulte dieser auf. Ein Schnappen ertönte als die Armbrust zum zweiten Mal ihr tödliches Geschoss losschickte, doch diesmal packte Ludewig Kall an seinem verletzten Arm und ließ sich rückwärts fallen. Ein fleischiges Klatschen ertönte und ein warmer Sprühregen ergoss sich über den Söldner, als der Bolzen tief in Kall´s Hals eindrang und eine Ader aufriss. Benommen griff sich der Riese an den Hals, schien nicht glauben zu können was da passiert war. Mit einem leisen Stöhnen sank er zu Boden. Ludewig atmete ein paar mal durch, der Scharfschütze hatte sich aus dem Staub gemacht. Das Mädchen lag immer noch leise wimmernd auf dem Boden.
Parent - By enemie Date 18.05.2009 - 12:40

>*peitscheschwing* meeeeeeehr!

Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 19.05.2009 - 16:29
Ludewig näherte sich ihr mit vorsichtigen Schritten um sie nicht zu verängstigen. Mit einem schnellen Blick versuchte er einzuschätzen wie schwer sie verwundet war. Aber anscheinend stammte das meiste Blut auf ihrer Kleidung aus Ludewig´s Armwunde. Der Söldner hockte sich neben dem Mädchen hin, während er mit anfing seine Wunden zu verbinden.

„Wie heißt du Mädchen?“

Fragte Ludewig in der Sprache der Südländer. Schluchzend blickte sie auf, ihre schwarze Augentusche war durch ihre Tränen verlaufen.

„Ich... heiße Raia. Werden... sie mich umbringen?“

Ludewig musste kurz auflachen. Die kleine war zumindest nicht dumm. Ihr war wohl klar in welcher Gefahr sie schwebte.

„Was treibt sich ein junges Mädchen in solch einer Gegend rum? Nein, ich werde dir nichts tun. Was wolltest du überhaupt von Malik?“

Die Augen des Mädchens weiteten sich vor Schreck.

„Ihr seid nicht Malik? Aber ich sollte ihn hier treffen. Er hat gesagt er könnte mir helfen, mir das Mittel besorgen. Er würde es mir verkaufen. Ich muss Malik finden, bringt mich zu ihm.“

Ludewig musste sie das Mädchen sanft auf den Boden drücken, damit sie nicht aufstand. Der Söldner wollte nicht riskieren, dass noch jemand auf sie aufmerksam wurde. Diese Gegend war nicht sicher und der Lärm des Kampfes würde früher oder später Aasgeier anlocken. Sie mussten hier weg.

„Komm, Mädchen. Wir haben keine Zeit für Erklärungen. Schon bald werden wir hier nicht mehr alleine sein.“

Ludewig zog sie hoch, obwohl sie sich wehrte. Sie verstand offensichtlich nicht ganz, was hier vor sich ging.

„Ich kann nicht weg, ich muss auf Herrn Malik warten. Der Handel ist wichtig.“

Ludewig schüttelte den Kopf und drückte der Händlerin das Kästchen in die Hände, sodass sie etwas nach hinten stolperte.

„Da hast du, was du von Malik wolltest. Und jetzt lass uns gehen.“

Sie schaute verwirrt drein, riss dann aber schnell das Kästchen auf. Staub wirbelte auf, als feiner Sand auf den Boden fiel.

„Das... das ist nicht das, was ich kaufen wollte. Was ist das für ein Betrug?“

Ludewig musste kurz auflachen.

„Du wurdest betrogen und ich auch. Malik ist ein alter... Bekannter von mir. Was auch immer ihr wolltet, er hatte es nie. Er wollte nur euer Geld haben. Bringt man euch in Kharesh nicht bei vorsichtig zu sein, wenn man etwas von Leuten kaufen will, die einen in das finsterste Viertel der Stadt bringen? Pah...“

Raia schien den Tränen nahe. Sie leistete jetzt keinen Widerstand mehr, als Ludewig sie in eine Gasse zog.
Parent - By securis Date 19.05.2009 - 21:57
meeeeeehr davon, gib mir meeeeeeeehr!!!!!!!
bitteeeeeeeee!!!!!!
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 01.06.2009 - 23:33
Sie wanderten durch die finsteren Gassen dieser verkommenen Stadt. Sie kamen vorbei an schäbigen Schenken aus denen der Gestank nach Bier und Schweiß drang. Sie passierten Nachtwächter, ihre glänzenden Hellebarden auf ihren Schultern, die sie misstrauisch beäugten. Der Geruch nach Verfall und Fäulnis schien sie zu verfolgen, wie ein hungriger Wolf. Raia folgte Ludewig ohne sich zu wehren, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Ihre Augen schienen glasig und leer. Wie ein zum Verurteilter auf dem Weg zum Richtblock folgte sie der sehnigen Gestalt Ludewigs durch die Dunkelheit. Der Söldner fragte sich, warum sie nicht protestierte. Konnte es sein, dass solch ein kleiner, misslungener Handel sie so erschütterte. Waren die Menschen aus dem Süden so auf Gold versessen, dass ein kleiner Verlust sie ihres Willen beraubt. Sie bogen um eine weitere Ecke und ihn ein unscheinbares Gasthaus ein. Ludewig kannte den Inhaber schon seit langer Zeit. Als der Söldner die alte Holztür öffnete, knarrte sie erschreckend laut in ihren Angeln. In das Holz war eine Figur aus finsteren Kindermärchen geschnitzt. Eine  riesige Fratze mit stilettartigen Zähnen und den Augen eines Schweinchens. Sie erinnerte Ludewig ein wenig an Kall, möge seine Seele ruh´n. Und so betrat das ungleiche Paar die Schänke „Zum Orco“.

„Mach´ die Tür zu, du ungehobeltes Schwein von einem Söldner.“

Krächzte eine Stimme wie ein rostiges Reibeisen durch den leeren Schankraum. Ludewig schmunzelte und warf die Tür donnernd ins Schloss. Er ließ einmal schnell einen Blick durch die Runde wandern. An den hölzernen Tischen aus alter Eiche saß etwa ein halbes Dutzend Gestalten. Allesamt verkommene Subjekte, für die Gold wichtiger ist als sein bester Freund. Jeder von ihnen war eindeutig bis an die Zähne bewaffnet mit schweren Hiebwaffen und schlanken Dolchen. Und Ludewig fühlte sich bei diesen Leuten sicherer als irgendwo sonst.

„Na also, und jetzt komm her und drück´ die alte Baba. Hast dich ja schon ewig nicht mehr sehen lassen. Entspannt euch, Jungs. Das ist nur Ludewig.“

Sofort setzte ein allgemeines Gemurmel ein und halbgezogene Waffen verschwanden wieder unter Mänteln und in Stiefeln. Eine alte Frau wischte sich gerade ihre Hände an ihre gelblichen Schürze ab, als sie auf den Söldner zustürmte und ihre dünnen, kräftigen Arme um ihn warf.

„Hab´ mir schon sorgen gemacht, dass du gar nicht mehr vorbei schaust. Was kann die alte Baba für dich tun...“

Ihr Blick fiel jetzt auf Raia, die sich nach dem ersten Moment hinter Ludewig versteckt hat.

„... und ich sehe, du hast eine kleine Freundin dabei. Na, da hast du dir ja was Hübsches rangeschafft, mein Jung´. War bestimmt nicht billig, die Kleine.“

Röte schoss in Raia´s Wangen und sie öffnete ihren Mund. Doch bevor sie etwas sagen konnte, schnitt Ludewig ihr das Wort ab.

„Genau, Baba. Aber eigentlich, Baba, bin ich hier, weil ich dich um einen Gefallen bitten muss.“

Baba neigte ihren Oberkörper nach hinten und stemmte die Fäuste in die Hüften. Ihr Gesicht verzog sich in gespielter Entrüstung.

„Soso, da kommt der Bengel mal vorbei und will sofort die Hilfe der alten Baba. Was meint ihr Jungs, ist so was höflich? Sowas macht ein braver Junge doch nicht, oder?“

Gehässiges Lachen und zustimmende Rufe schalten aus dem Schankraum und auch Baba fiel in das Lachen ein.

„Also Junge, worum geht es denn?“
Parent - By enemie Date 04.06.2009 - 01:12

>*peitscheschwing* meeeeeeehr!

Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 06.06.2009 - 17:42
Die ganze Nacht verbrachte Ludewig im Hinterzimmer der Schänke. Raia derweil, war völlig erschöpft von den sich überschlagenden Ereignissen. Eine Schankmagd führte sie in ein kleines Zimmer in dem ein Bett für sie bereit stand. Doch der erholsame Schlaf, den sie so herbeisehnte, wollte sich nicht einstellen. Sie starrte an die hölzerne Decke und saugte den Gestank nach Schweiß und schalem Bier ein, der durch jede Ritze dieser verkommenen Spelunke zu ziehen schien. Ganz eindeutig war es unter ihrer Würde hier länger als nur irgendwie notwendig zu verweilen. Gedanken schossen durch ihren Kopf als sie in der schummrigen Dunkelheit lag, die Decke bis dicht unter ihren schlanken Hals gezogen. Jede Faser ihres schönen Körpers war zu diesem Zeitpunkt durchtränkt mit dem Wunsch nach Rache, Wut und Hass auf jene die sie verraten und hintergangen hatte bestimmte ihr denken.
Wie konnte das nur alles so schief gehen? Ihre Familie hatte ihr vertraut. Und doch hatte sie bei dieser einfachen Aufgabe versagt. Wie konnte sie aus dieser Lage Gewinn schlagen, vielleicht sogar ihren Auftrag erfüllen? Malik, der Händler der behauptete das Medaillon zu besitzen, jenes Medaillon das über ihr wohl und wehe entschied. Doch offensichtlich hatte er sie übers Ohr gehauen, es niemals besessen. Raia hatte sich vorführen lassen wie eine Anfängerin. Doch dieser Söldner schien gefallen an ihr gefunden zu haben, vielleicht konnte Raia ihn überzeugen ihr zu helfen. Sie hatte ja noch ihr Gold und einen Söldner konnte sie bestimmt bezahlen. Besonders wenn sie ihre Reize gezielt einsetzte und beiläufig erwähnte, dass der Attentäter ja auch auf ihn geschossen hatte. Malik würde für seinen Verrat bezahlen und sie war sicher, dass er wusste, wo man das Medaillon finden konnte. Zu genau war seine Beschreibung, zu genau wusste er was Raia erwerben wollte. Sie musste diesen menschlichen Abschaum nur in Finger kriegen und dann würde sie ihn zum sprechen bringen, so war sie Raia ad Shorim war.

Derweil setzte Ludewig seinen Humpen ein weiteres mal und schäumendes Bier strömte über sein Kinn. Donnernd ließ er das hölzerne Gefäß auf den alten Eichentisch knallen, während ein markerschütterndes Rülpsen erklang.

„Schön das es dir schmeckt, Ludewig.“

Sagte Baba mit einem schelmischen Grinsen. Die alte Frau war dem Söldner nicht von der Seite gewichen, solange er seine Geschichte erzählte. Sie war interessiert an dem Schicksal dieses Söldners, manchmal so sehr, dass Ludewig sich fragte, ob sie in ihm eine Art Sohn sah.

„Also, wenn du die alte Baba fragst, solltest du mal ein ernstes Wörtchen mit Malik reden. Aber ich glaube nicht, dass diese Geschichte auf seinem Mist gewachsen ist. Du kennst doch Malik. Er ist ein Gauner, aber er kennt seine Kameraden. Ihm hätte von Anfang an klar sein müssen, dass du das Mädchen nicht ausraubst und, dass er danach ärger mit dir kriegt. Außerdem klingt die Geschichte zu... glatt, zu genau geplant. Nein, Malik hätte ein paar Schläger angeheuert und das Mädchen ausgeraubt.“

Ludewig nickte kurz müde. Der Kampf und die Flucht durch die Gassen hatten ihm einen guten Teil seiner Kraft gekostet. Schnaps und Bier erledigten den Rest.

„Und genau deshalb bin ich hergekommen, Baba. Ich fürchte Malik hat sich da in etwas hineingeritten, dass er nicht überblicken kann.“

-

Eine Gestalt in der Gewandung eines Nachtwächters rührte sich in der Dunkelheit des Haupttores. Dieser Söldner hatte einen enormen Schlag am Leibe, aber was tut man nicht alles für etwas Gold.

„Gute Arbeit, alter Mann.“

Ertönte eine Stimmte wie ein Flüstern wie trockene Blätter neben ihm. Aus dem Schatten schälte sich eine verhüllte Person, sein Körper verborgen in einem dunklen Umhang. Nur sein Kinn, glatt rasiert und kräftig war zu erkennen.

„Ja, ja, schon in Ordnung, Mann. Nun gib mir schnell das Gold und dann können wir das alles vergessen ja?“

Der Verhüllte nickte und griff vorsichtig in seinen Umhang. Gold schimmerte im Mondlicht, Gold auf dem Heft eines breiten Krummdolches. Mit einer raschen Bewegung rammte er den Dolch dem Nachtwächter tief in den Wanst. Ein Röcheln ertönte, zu leise als das es irgendjemand in der Nähe hören konnte. Blut floss in strömen aus der Wunde, als der Verhüllte die Klinge brutal umdrehte. Der Nachtwächter spuckte in letzten Krämpfen Blut auf den Ärmel seinen Angreifers bevor er tot zu Boden fiel. Leise pfeifend entfernte sich der Verhüllte in seiner Hand ein unscheinbares, silbernes Medaillon. Er hatte sich nicht die Mühe gemacht den Dolch wieder ans ich zu nehmen. Noch immer steckte sie in der Leiche des alten Nachtwächters, ihm Mondlicht schimmerte das goldene Wappen der von Kulk.
Parent - - By enemie Date 06.06.2009 - 18:45
schön schön, aber zuende? neeeeein
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 06.06.2009 - 20:36
Wie unten geschrieben, da kommt noch mehr. Die Geschichten die ich moment schreibe sind so eine Art Feldversuch.
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 06.06.2009 - 17:45
So, dass ist das Ende dieses Schreib-Versuchs. Ich denke mal Ludewig ist so nutzbar. Bald kommt der nächste Versuch mit einem anderen Charakter.
Parent - - By nurglemarines Date 06.06.2009 - 19:34
nein!!!! das darf nicht passieren.... schreib weiter an dem!!! das ist verkaufs-reif!
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 06.06.2009 - 20:35
Der bleibt auch. Diese kleine Geschichte war ein test ob ich mit der Figur klarkomme und sie vernünftig darstellen kann. Ludewig wird noch auftauchen, keine Sorge ;)
Parent - - By securis Date 06.06.2009 - 20:39
Genau! Wir wollen wissen wie's weiter geht! Net einfach anfangen und dann net zuenede bringen! Also: Meeeeeehr davon! :-D
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 06.06.2009 - 20:55
Kriegt ihr ja auch, aber nicht von diesem Storystrang. Als nächstes kommt ein anderer Charakter dran.
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 07.06.2009 - 12:32
Stahl blitzte in der Morgensonne, als die beiden Duellanten ein weiteres mal aufeinander prallten. Schlag folgte auf Parade, schneller als das Auge folgen konnte. Beide Kämpfer trugen leichte, schmucklose Plattenrüstungen ohne Abzeichen oder Markierung. Das einzige Unterscheidungsmerkmal waren ihre Waffen. Während der eine ein Langschwert und einen Buckler, ein leichtes Schild führte, kämpfte sein Gegner mit einer ungewöhnlichen Kombination aus leichter Streitaxt in der rechten und einem Stoßschwert in der Linken. Für den Moment standen sich beide gegenüber, lauerten auf einen Fehler, eine Bewegung, eine Öffnung in der Deckung seines Gegenübers. Schweres Atmen hallte von den Wänden des kleinen Saales, verstärkt durch die Helme mit Drahtvisier die beide trugen. Uralte Fürsten und Könige beobachteten sie aus ihren Bilderrahmen und die kalte, klare Morgenluft trug den salzigen Geruch des Meeres hinein. Beide Kämpfer bewegten sich im wie zwei Raubkatzen im tödlichen Zweikampf. Dann schnellte der Schwertkämpfer vor, schlug mit seinem Buckler die Streitaxt beiseite und ließ seine Klinge herabsausen. Nur eine schnelle Drehung brachte seinen Gegner aus der Reichweite seines Schlages. Eine Tür wurde aufgestoßen und ein Mann in einer langen, pelzbesetzten Robe in der Farbe frischen Blutes trat in den Saal, sein Blick auf ein Blatt Papier in seiner Hand gerichtet. Er blickte von seiner Lektüre auf, als er die Kämpfenden wahrnahm.

„Mein Prinz!“

Der Schwertkämpfer wandte sein Gesicht dem Neuankömmling zu und sein Gegner nutzte die Sekunde der Ablenkung. Mit einem schnellen, seitlichen Hieb hakte er die Axt hinter dem Schild ein und riss hart. Der Schwertkämpfer wurde herumgewirbelt und sein Gegner packte ihn von hinten. Bevor der Schwertkämpfer reagieren konnte, fühlte er das kalte Metal des Stoßschwertes unter seinem Halsschutz. Der Neuankömmling räusperte sich.

„Verzeiht, mein Prinz. Ich wollte euch nicht ablenken.“

Der Schwertkämpfer seufzte auf.

„Schon gut, Magister Ergard. Hrubert hätte mir früher oder später sowieso eine Lektion erteilt.“

Der Axtkämpfer ließ den Prinzen los und setzte seinen Helm mit einem erschöpften Stöhnen ab. Sein Gesicht war das eines alten Mannes, eines Greises fast. Tiefe Narben und Falten verunzierten sein Antlitz und sein rechtes Ohr war nicht mehr als eine Ruine. Sein schütteres, graues Haar, früher wohl eine volle Mähne, war nicht mehr als ein erbärmlicher Kranz, einer Mönchstonsur nicht unähnlich.

„Überschätzt mich nicht, Hinrik. Ich bin so alt, wie ihr jung seid. Ihr hättet nur warten müssen, bis ich müde werde und mich dann vom Boden auflesen. Ich bin nicht mehr der Kämpfer der ich mal war.“

Prinz Hinrik, Kronprinz von Schwaningen, lachte ehrlich auf. Und schon bald fiel Hrubert ins Lachen ein. Nur Magister Ergard konnte den Witz nicht erkennen und hob nur irritiert die Augenbraue

„Gut, dass das niemand gehört hat, Hrubert. So viele Kinder würden unartig werden, wenn die Geschichten von Hrubert dem Schwarzen auf einmal unglaubwürdig werden. Du warst jahrelang der Rechtsvertreter meines Vaters. Und jetzt bist du Waffenmeister an seinem Hofe.“

Hrubert runzelte die Stirn als sein Spitzname erwähnt wurde.

„Mein Prinz, ihr wisst das ich diesen Name nicht gerne höre. Obwohl ich häufig euren Vater in Duellen auf Leben und Tod vertreten musste, genoss ich es nie meinen Gegner zu töten. Hrubert der Schwarze... pah.“

Der Waffenmeister spie auf den Boden wo sich sein Speichel mit dem Staub zu einem grauen Brei vermischte.

„Ihr wurdet so genannt, weil nach euren Kämpfen immer eine Frau schwarz tragen musste, richtig?“

Fragte der Magister, dem die unangenehme Situation völlig zu entgehen schien. Hrubert wandte sich brüsk ab und machte sich daran die Übungswaffen wieder zu verstauen. Hinrik wechselte schnell das Thema.

„Was gibt es denn, Magister?“

„Ein Brief aus dem Osten. Es scheint das Fürst Kulk wieder einmal Ärger macht. Euer Vater meinte, dass sei nur wieder das übliche Säbelrasseln und entschied es zu ignorieren.“

„Was ist denn passiert? Wieder eine Beleidigung in der Öffentlichkeit? Eine Schlägerei zwischen ihren Soldaten und unseren?“

„Nein, Herr, dieses mal hat der Fürst sich erdreistet ein Regiment Lanzknechte an die Westgrenze seines Reiches zu verlegen. Die Berundi haben schon seit Monaten keinen Versuch mehr unternommen uns anzugreifen. Es scheint das diese Barbaren euch zu fürchten gelernt haben, mein Prinz. Wie geht es eigentlich eurer Wunde?“

Hinrik nickte und schlug sich mit der flachen, linken Hand auf die rechte Körperseite.

„Sie ist ausgeheilt. Wart ihr eigentlich in der Lage den Boten von damals aufzuspüren. Ich schulde ihm immer noch dank. Ohne ihn wäre ich jetzt nicht der Schrecken der Berundi, sondern ein Kopf an ihrer Standarte.“

Der Magister schüttelte bedächtig sein Haupt. Seine Goldene Kette, das Abzeichen seiner Magisterwürde klimperte leicht bei der Bewegung.

„Redet nicht so über euren Tod, mein Prinz. Den Boten konnten wir trotz einiger Bemühungen nicht aufspüren. Aber es scheint mir, als wolle er keinen Dank. Er sagte ja damals, er hätte einen Auftrag erfüllt und würde dafür bezahlt werden. Denkt an den Vertrag von Khirim. Söldnern ist es verboten Gold anzunehmen, wenn sie unter Vertrag stehen. Wo kämen wir sonst hin, wenn jeder Söldling wie es ihm beliebt Bestechungen annehmen könnte.“

Der Prinz winkte verächtlich ab.

„Wir hätten ihn zumindest anheuern können, nachdem sein Vertrag abgelaufen ist. Ich hätte diesem Mann gerne meinen Dank ausgesprochen.“

„Nun, mein Prinz, was gedenkt ihr zu tun, bezüglich des Fürsten Kulk?“

Hinrik blickte auf und plötzlich schlich sich ein vergnügter Zug in sein Gesicht.

„Ich werde eine Reise machen, Magister.“
Parent - By ranftling Date 07.06.2009 - 19:24
Sehr schön, immer weiter!
;)
Parent - - By nurglemarines Date 09.06.2009 - 16:14
also Ludewig war besser... bis jetzt^^ könntest du eigentlich auch mal sci-fi schreiben??
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 09.06.2009 - 18:18

>sci-fi schreiben


Da gibt es eine unvollendete 40K Geschichte von mir "Der Pfad Istvaans"

http://forum.warhammerportal.de/topic_show.pl?tid=25706

>Ludewig besser


Ja, der Prinz liegt mir noch nicht so. Da muss ich noch etwas feilen, bis der lebendiger wirkt. Momentan ist er noch etwas zu sehr Märchenprinz
Parent - - By Flekz Date 09.06.2009 - 20:17

>Märchenprinz


Du kleine Tucke du. :-P
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 10.06.2009 - 08:33
;P
Parent - - By d0se Date 02.07.2009 - 13:06
Wie siehts aus mit ner Forsetzung, hast du schon ein wenig weiter gefeilt? :)
Parent - - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 02.07.2009 - 23:01
Bin in jetzt in der Planungsphase. Charaktere erstellen, Grober Ablauf usw.
Parent - By d0se Date 03.07.2009 - 11:14
Ah gut, ich finde nämlich der Plot hat Potenzial.
Up Topic Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / Eine Kurzgeschichte aus den neuen Werken (locked)

Powered by mwForum 2.29.5 © 1999-2014 Markus Wichitill

Dieses Forum ist eine Kooperation von...
Warhammerportal.de | GT-Battlezone | Skarloc.de | witchhunter.net | TuShan.de | T3 - TabletopTurniere.de