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Up Topic Sonstiges / Die Schwarze Bibliothek / Chroniken des Nurgle: Markus der Madige
- - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 13.02.2006 - 17:04 Edited 29.04.2006 - 23:02
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So Leute, ihr wollt Hintergrundstories? Bitte sehr! Ich weiß zwar nicht ob ich sie hier schon mal gepostet hab, aber ich mach einfach mal. Habt etwas Geduld, die Story fängt etwas lahm an aber es wird besser. Sie ist im Laufe von 1,5 Jahren entstanden und wurde ursprünglich in Einzelteilen gepostet.

Chroniken des Nurgle: Markus der Madige
Lasst mich euch heute eine weitere Geschichte erzählen. Die Sage von Markus Madenvater. Ihr habt noch nie von ihm gehört? Das wundert mich nicht. Denn obwohl er schon seit Äonen über diese Welt wandert, kennen ihn nur wenige alte Chronisten, die sich mit der Geschichte des Nurgles befassen. Also lasst mich berichten von der Zeit des Morkars, denn zu dieser Zeit wurde er geboren. Als Kind eines Chaoskriegers des Khorne war seine Geburt nicht ungewöhnlich. Sein Vater war einer von vielen in einem Regiment Krieger unter dem Kommando eines Champions dessen Name im Laufe der Jahrhunderte vergessen wurde.
Im Alter von 12 Jahren wurde den Mitgliedern seines Stammes bewusst das etwas mit Markus nicht stimmte: Er war immer sehr beschützend gegenüber kleineren Kindern, geradezu wie ein Vater. Auch kannte er nicht den Blutdurst eines echten Khorne-Anbeters. Dieses war Grund genug für den Stammeshäuptling Markus als Ketzer und Wechselbalg zu beschimpfen und damit seinen Vater auf ein Duell herauszufordern. Ein Duell dessen Ausgang schon feststand bevor er überhaupt begonnen hatte: Der Champion des Khorne war im Laufe der Jahre reich beschenkt worden. Seine Axt war von unheiligen Leben erfüllt, seine Muskeln waren von enormen Ausmaßen und seine Linke Hand hatte sich in ein Reißzahn besetztes Maul verwandelt. Dieser Champion hatte schon viele Schädel dem Khorne zu Füßen gelegt.
Markus`s Vater hingegen war nur ein Krieger, ein kräftiger kampferprobter Mann zwar, aber gegen eine solche Bestie hatte er keine Chance. Und so dauerte der Kampf keine 3 Minuten bis der Kopf seines Vaters in hohem Bogen durch die Luft flog, bereit Khorne geopfert zu werden. Da der Champion gewonnen hatte musste Markus den Stamm verlassen um in der weiten Chaoswüste sein Schicksal zu finden.
Was dort passierte will ich euch beim nächsten mal erzählen.
Tagelang lief Markus durch die endlosen weiten der Chaoswüste, alles was er bei sich hatte war ein Fell um die Lenden und einen scharfen Stein den er sich unterwegs gesucht hatte. Er war entschlossen alles zu tun um zu Überleben oder den Tod im Kampf zu finden. Doch der Hunger nagte an ihm. Er hatte viele Techniken erlernt um in der Wüste Wasser zu finden, aber die einzige Nahrungsquelle ist Fleisch. Das Problem dabei ist das alle Tiere in der Wüste durch die Chaosenergien mutiert sind und damit die Jagd eine gefährliche Angelegenheit ist.
Nach etwa einer Woche fand Markus einen Bärbullen. Ein schrecklich mutiertes Biest, wie ein Bär mit den Hörnern eines Bullen und einer verdammt schlechten Laune.
Langsam schlich Markus sich an. Er hatte nichts zu verlieren. Mit einem Stein gegen einen Bärbullen, der reine Wahnsinn. Dann hörte er etwas. Ein Lachen, nicht hämisch oder überheblich wie er es so oft gehört hatte als er noch bei seinem Stamm lebte, sondern freundlich und warm. Der Bärbulle wirbelte herum und sah Markus direkt in die Augen. Er griff an. Mit gesenktem Haupt stürmte er direkt vorwärts. Markus kannte solche Situationen, er konnte nur im letzten Moment ausweichen und sich auf den Rücken der Bestie werfen, dann würde sie hilflos sein. Zumindest sollte das funktionieren. Ein Jäger aus dem Stamm hat das mal geschafft, aber dieser war ein erfahrener Krieger gewesen und auch er wurde, als er dieses Manöver ein zweites mal versuchte getötet.
Markus versuchte sich zu konzentrieren, aber immer noch war dieses Lachen zu hören. Der Bulle kam näher, man konnte schon seine roten Augen sehen. Und dann war er heran. Markus sprang zur Seite versuchte ein Horn zu packen. Er verfehlte es, wieder dieses Lachen.
Der Bulle nahm wieder einen Anlauf und dieses mal bekam Markus sein Horn zu fassen. Auf dem Rücken des Bullen sitzen, schlug Markus immer wieder mit dem Stein auf den Bereich zwischen den Schulterblättern des Tieres. Er hörte nicht eher auf bis er das scharfe Knacken brechender Wirbel hörte und der Bulle unter ihm zusammenbrach.

Mit diesem Sieg hatte Markus sein nächstes überleben gesichert: genug Fleisch, ein warmes Fell und ein Schenkelknochen mit dem Stein ergab eine provisorische Axt. Was sollte ihn jetzt noch aufhalten?
Also wanderte er weiter gen Süden in die Lande der schwächlichen Imperialen, dort würde er einige dieser Schwächlinge töten und plündern, aber marschierte er gen Süden? Die Orientierung in der Chaoswüste ist ein Problem das normalerweise die Zauberer der Stämme lösen, also musste sich Markus auf seinen Instinkt verlassen.
Wieder marschierte er Tage und Nächte durch die schier endlose Einöde. Schon seit Tagen hatte er kein Lebewesen mehr gesehen nur seine Hoffnung und sein Vertrauen auf Khorne den Gott des Blutes hielten ihn bei Verstand. Vielleicht würde er es schaffen einer der Champions zu werden, denn alles was er bis jetzt erlebt hatte: Der Tod seines Vaters, die Vertreibung aus dem Stamm. Alles war nur eine Probe Khornes um seinen Willen zu testen. Khorne blickte auf ihn, also würde er auch seine Schritte leiten, damit er seinen Wert beweisen kann. Er würde alle töten die ihm im Weg stehen, sein Schicksal zu erfüllen, er würde...
Markus stand am Rande eines Talkessels. In seiner Mitte stand ein großer Altar, ein Machtkreis wie Markus erkannte. Er hatte schon häufiger gesehen wie Olgram der Magier seines Stammes einen anfertigte um Dämonen für die Segnungen zu rufen. Aber dieser Kreis war riesig. Markus war sich nicht sicher ob er in ihm oder noch außerhalb stand. Er wollte fliehen, aber er hatte immer wieder von der Strafe Khornes gehört, die jene trafen die einem Kampf entflohen, sie mutierten, veränderten sich, ihre tiefsten Instinkte brachen hervor und wurden schließlich zu hirnlosen Werbiestern. Dieses Schicksal wollte Markus nicht erleiden, also marschierte er trotzig in das Tal. Magie, er hasste Magie nur Schwächlinge die zu schwach als Krieger sind nutzen sie, wie die Menschen aus dem Süden oder die Elfen.
Aber er konnte nur eine einzelne Gestalt in der Mitte beim Altar erblicken. Er trug einen Helm aus Knochen, einen langen Fellumhang und was Markus erstaunte eine Rüstung. Reich verziert und mit den Gesichtern von Dämonen versehen konnte es sich nur um eine der kostbaren Chaosrüstungen handeln. Markus hatte solche schon gesehen. Die blutrünstigsten der Stammeskrieger erhielten sie manchmal als Belohnung von den Göttern.
Markus war noch ganz in Gedanken, sodass er gar nicht bemerkte was da geschah. Über dem Altar formte sich eine dunkle Wolke aus Schatten und Feuer. Sie bildete Hände und einen Kopf. Der Magier brüllte eine Formel in einer Sprache die kein sterblicher beherrschen sollte. Die Wolke ruckte, ein Körper bildete sich, unmenschliche Gesichtszüge waren zu erkennen und gewaltige Flügel reckten in den Himmel empor. Schließlich setzte der Dämon auf dem Boden auf und blickte in Markus`s Richtung.

Markus war von Panik ergriffen. Was würde diese Höllenbrut tun, nun die sie ihn erblickte?
Der Dämon sah Markus aus seinen glutroten Augen an, er bleckte seine Zähne aus massivem Stahl, trat einen Schritt rückwärts und versank in seinem eigenen Schatten. Markus war verblüfft als er eine stahlharte Klaue um seinen Hals spürte die ihn hoch in die Luft hob.
Nun drehte sich auch der Magier um und sah Markus erstaunt an, er hatte bis jetzt noch gar nicht gemerkt wer sich da von hinten genähert hatte, er fiel in den Staub: "Meister verzeiht mir, ich konnte ja nicht wissen das sich dieser kleine Wurm an den Ort eurer Wiedergeburt geschlichen hat, ich werde ihn sofort für euch töten, nicht das ihr eure Finger mit seinem Blut beschmutzen müsst..." "SCHWEIG!!!" brüllte der Dämon mit einer Stimme die klang als ob Eisen auf Stein schleift.
"Sprich Sterblicher wo ist dein Stamm und bedenke, ein Dämonenprinz weiß Lüge von Wahrheit zu unterscheiden." "Ich ha...habe keinen Stamm... keinen Stamm mehr... ich bin ein Ausgestoßener, schon seit Wochen." Kam die erstickende Antwort. "Du sprichst wahr. Du hast alleine in der Wüste überlebt? Vielleicht sieht einer der Götter auf dich, vielleicht sollte ich dich in meine Horde aufnehmen? Aber ich könnte dich auch töten und mich an deiner Seele laben, was meinst du?" " Ich...ich würde mich gerne euren...euren Kriegern anschließen... aber ihr solltet mich dann runterlassen..." Der Dämon ließ los und während Markus nach Luft schnappte sagte der Dämon: "Gut. Mein Name ist Arkzhal der Seelenlose und ab heute werde ich dein Herr sein. Diene mir gut und du dienst den Göttern. Die Belohnungen werden groß sein. Aber nun sage mir, denn ich spüre einen göttlichen Funken in dir, zu welchem Gott betest du?" "Zu Khorne natürlich, gibt es denn noch andere Götter?" Der Dämonenprinz brach in schallendes unmenschliches Gelächter aus, ein Gelächter das die Ohren klingen und die Eingeweide rebellieren lässt: "Du musst noch viel lernen, Mensch, noch sehr viel! Tzarr..." er sprach den Magier an der immer noch im Staub kniete, "...bereite die Zeremonie vor. Ein neuer Krieger wird zu uns stoßen."

"Komm junger Krieger! Deine Zeit ist jetzt gekommen." rief Tzarr in das Zelt hinein in dem Markus die letzten drei Stunden verbracht hat. Er wusste nicht was die Zeremonie war oder auch nur welcher Art sie war. Er hatte gehört ,dass es auch in seinem Stamm so etwas gab wenn ein neuer Krieger aufgenommen werden sollte, aber zu seinen Lebzeiten ist so etwas niemals passiert. Er verließ das Zelt und traute seinen Augen nicht: Um eine große Grube hatte sich anscheinend die gesamte Kriegerhorde versammelt um der Zeremonie beizuwohnen. Er erblickte viele Krieger die Chaosrüstungen trugen, viel mehr als er je gesehen hatte. Da waren die Krieger in Rot und Messing, Khornes Krieger, aber da waren auch Krieger in Farben die er nie gesehen hatte. Er zählte 4 weitere Muster: Gelb-blaue Krieger standen den Khorne Kriegern gegenüber, einige Krieger mit langen Peitschen und hellblau-purpurnen standen entgegengesetzt zu einigen wandelnden Leichen in braun-grün.
Markus war fasziniert. Zwischen den farbigen Kriegern standen immer einige in Schwarz, die anscheinend für Ruhe zwischen den Kriegern sorgten. Das war es also was der Dämon meinte, diese Krieger dienten mit Sicherheit nicht Khorne, er hatte wirklich noch viel zu lernen.
Tzarr führte ihn in die Mitte der Grube und fesselte ihn mit einem Bein an einen Pfahl. Dieser Pfahl war selbst schon bemerkenswert: Blut besudelt war er und ein Schädel thronte auf seiner Spitze, welcher Markus anzugrinsen schien. Was würde nur geschehen? Markus bekam langsam Zweifel ob er sich richtig entschieden hatte, aber der Tod war bestimmt schlimmer als das was nun geschehen sollte, oder?
Nun trat Arkzhal an den Rand der Grube und blickte auf Markus hinab. Wieder war sein Grinsen zu sehen, aber es beruhigte Markus nicht wirklich. Etwas schimmerte in den dämonischen Augen was ihn nervös machte. Bevor Tzarr die Grube verließ, gab er Markus noch seine Steinaxt. "Hier die wirst du brauchen." murmelte er. Nun erhob Arkzhal seine Stimme. Sie hallte von den Bergen wieder als er brüllte: "Meine Krieger! Seht diesen jungen Sterblichen der sich uns anschließen will. Er denkt das er es wert ist, uns zu begleiten!" Das Gebrüll der Krieger war Ohrenbetäubend und sie waren nicht auf Markus`s Seite. "Ihr alle wisst was es heißt sich uns anzuschließen. Ihr alle habt diese Prüfung bestanden und die welche versagt haben zieren unsere Banner! Ihr wisst was nun kommt!" diesmal zeugte das Gebrüll von Vorfreude. "Welche Bestie soll ihn testen?" fragte der Dämon laut. "Der Troll... Die Hunde... Der Oger... Ork...Drachenoger..." und viele weitere Namen von Monstern und Dämonen wurden gebrüllt, die meisten verstand Markus nicht. "Also gut, es soll der Troll sein!" rief Arkzhal und die meisten Krieger schienen ihm zuzustimmen.
Dann wurde eine riesige Bestie in die Grube geführt, die Markus mit Angst erfüllte. Sie war über drei Meter groß und trug eine mannshohe Keule die mit zahlreichen Dornen versehen war. Der Treiber ließ die Kette los und rannte aus der Grube. Der Troll griff an.
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Markus hatte ein großes etwa eine Tonne schweres Problem, mit einer großen Keule, welches direkt auf ihn zukam. Er hatte schon von Trollen gehört, sie waren nicht sonderlich helle, aber groß stark und ihre Kotze wurde bei seinem Stamm als Grundlage für einen Schnaps verwendet. Er hatte dieses Zeug nur einmal getrunken, glaubte er zumindest denn der Tag fehlte in seinem Gedächtnis. Aber er hatte noch nie einen Troll gesehen.
Der Troll stürmte vorwärts und schwang seine Keule auf sein Opfer hinab. Markus hechtete elegant zur Seite, das heißt das hätte er hätte es getan wenn er nicht noch angekettet wäre. So landete er mit der Nase im Staub. Markus wälzte sich auf den Rücken und sah gerade wie der Troll sein Maul öffnete. Instinktiv rollte er weiter. Die Kotze traf nur den Boden neben ihn. Doch jetzt war er der Keule des Trolls ausgeliefert. Der Troll hob die Keule mit beiden Händen an und... nichts, er starrte nur ins Leere. Markus nutzte die Sekunden in denen der Troll verwirrt war und taucht seine Kette in die Kotze. Innerhalb von Sekunden war sie durchgeätzt. Endlich konnte er wieder auf die Füße kommen.
Jetzt war es Zeit sich zu wehren, doch der Troll war leider wieder bei Sinnen, oder so was ähnliches. Markus fasste seine Axt mit beiden Händen und ließ sie auf das warzige Bein des Trolls krachen. Eine üble Wunde war die Folge, die jedoch unter innerhalb von Sekunden wieder zuwucherte.
Wie sollte er solch ein Ungetüm besiegen, wenn es sich immer wieder heilen konnte?
Jetzt schlug der Troll wieder zu. Er schlug mit seinen langen Krallen nach Markus und riss ihm eine üble Wunde an der Schulter. Da war wieder dieses Lachen zu hören. Aber diesmal bemerkte Markus, dass nicht nur er es hörte, denn Arkzhal sah sich um, als ob auch es gehört hatte und auch einige der Krieger reagierten. Markus wusste er müsste die Bestie wie den Bärbullen an einer Stelle treffen, and der er dem Troll richtig wehtun konnte. Doch wo war diese Stelle bei einem Troll?

Tja wenn es jemand da draußen vermisst hat: Hier wird die Geschichte von Markus Madenvater fortgesetzt.

Also wo waren wir stehen geblieben? Troll gegen jungen Barbaren, ja...

Wo war diese Stelle? Markus hatte Geschichten gehört über Trolle, Groß, dumm, heilen schnell, ihre Kotze... aber nichts davon konnte ihm helfen das Vieh zu besiegen. Zu grübelte Markus während er zwischen den Schlägen des Monsters wegtauchte. Eins hatte er mittlerweile festgestellt: Trolle zielten nicht wenn sie zuschlagen. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, er konnte tagelang so weitermachen, bis der Troll müde sein würde und ihn dann töten. Er tauchte unter einem weiteren Schlag weg, doch der Troll spie blitzschnell einen Schwall Kotze hinterher, der Markus das Grinsen aus dem Gesicht und einige Hautschichten vom Arm wischte. Die Krieger am Rande der Grube johlten und lachten über das schmerzverzerrte Gesicht des Jungen Kriegers, der nun ziemlich hilflos am Rande der Grube lag. Doch auch der Troll hatte Probleme anscheinend hatte er ein interessantes Muster in seiner Kotze entdeckt, welches er nun ausgiebig betrachtete.
Währendessen konnte Markus keinen klaren Gedanken fassen, die Schmerzen seiner verätzten Haut waren für einen sterblichen unerträglich. Ohh was würde er geben für den Blutdurst eines echten Anbeters des Khorne, den seine Krieger kennen keinen Schmerz wenn sie kämpfen. Doch diese Lust am Kämpfen und am töten hatte er nie gehabt.
Das Lachen... wieder dieses Lachen, doch es war lauter als früher viel Lauter, er konnte es deutlich hören. Es gab ihm ein gutes Gefühl, behaglich wie daheim am Lagerfeuer mit seinen Eltern, seiner Familie. Für eine Sekunde vergaß er den Schmerz. Wenn er den Schmerz so einfach vergessen konnte, konnte er auch kämpfen, langsam stand er auf.
Diese Bewegung machte den Troll wieder aufmerksam. Er sah den jungen Krieger mit einem Blick an als wollte er sagen: "Du lebst ja immer noch?!" Und stapfte sabbernd weiter auf ihn zu, die Keule zum Hieb erhoben. Wie in Trance ging Markus auf den Troll zu. Er wich nicht aus als die Keule auf ihn zuflog. Krachend traf sie seinen Körper, der wie eine Puppe fort flog. Das Lachen erklang wieder und einige der Krieger in Grün-Braun wurden ganz ruhig. Sie blickten verwirrt umher. Da schlug der schrecklich zugerichtete Körper in der Grube wieder die Augen auf.

Langsam und geradezu bedächtig erhob sich Markus vom Boden und ging in die Mitte der Grube. Dort zog er den Pfahl an welchen er zuerst gekettet war aus dem Boden. Selbst in dem verwirrten Hirn des Trolls dämmerte es langsam das hier was nicht stimmte. Nach zwei hieben seiner Keule stand eigentlich nichts mehr auf, und jetzt holt er sich diesen... Ohh ein glitzerndes... nein konzentrier dich... er hebt diesen Stock auf. Was hat er vor?
... ... ... ... ... Ach ich hau einfach noch mal drauf... hey, ein Schmetterling...
So grübelte der Troll über seine Lage nach, während Markus den Pfahl anhob und in seiner gebrochenen Hand wog. Der Pfahl war nicht gerade handlich aber er würde seinen Zweck erfüllen. In dem Moment erwachte der Troll aus seinen Gedanken und bemerkte schon zum fünften Mal heute das sein Feind immer noch lebte. Er hob seine Keule und ging auf Markus zu. Dieser senkte den Pfahl und stellte seinen Fuß auf das Ende. Es musste einfach funktionieren.
Ohne Rücksicht rannte der Troll direkt in den Speer und jaulte laut auf. Der Pfahl war tief in sein Fleisch eingedrungen und blubberndes grünes Blut floss aus der Wunde. Mit einem Arm wischte er Markus weg, ließ seine Keule fallen und zog den Speer aus seinem Körper.
Der Troll taumelte einige Schritte zurück, als eine Blutfontäne aus dem Loch in seinem Bauch strömte. Doch schon begann die Wunde sich wieder zu schließen.
Das war genug für Markus, es reichte. Wenn nicht mit Finesse, dann eben mit roher Gewalt.
Mit aller Kraft hob er die Keule des Trolls auf und ging auf das Wesen zu, welches von dem Blutverlust immer noch benommen war.
Der erste schlag zertrümmerte das Knie des Trolls, sodass er zu Boden ging. Der zweite ließ eine grässliche Wunde auf seinem Schädel aufplatzen.
Der Neunte tötete ihn.
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[3.]
...Dunkelheit... so ruhig und still... schön...warum war er hier?
...war das wichtig...war irgendetwas wichtig...
NATÜRLICH IST DAS WICHTIG...wessen Stimme war das...
NUN ERWACHE ENDLICH UND AKZEPTIERE DEIN SCHICKSAL
...So freundlich diese Stimme...und doch voller Autorität...
...was war geschehen...HAST DU ETWA DEN KAMPF VERGESSEN...
ja der Troll...er hatte ihn getötet wie der Troll ihn getötet hatte...
also war er tot...so ist das also...Tot sein...DU BIST NICHT TOT...
NUR ERNEUERT...GEWACHSEN...PERFEKT...
Markus sah eine verschwommene Gestalt. Groß und Fett. Seine blaß-grüne Haut hing in losen Fetzen von seinen Armen, und das bloße verrottende Fleisch war darunter zu sehen. Fette weiße Maden mit langen, gewundenen Körpern und bösartigen, roten Augen krochen in dem Fleisch herum und bohrten sich mit einem schmatzenden Geräusch tiefer in den Körper des Wesens, nur um im nächsten Augenblick als riesige Fliege wieder hervorzubrechen.
Die Fliege flog um den riesigen Körper, angelockt von dem gewaltigen Verwesungsgeruch den dieses Wesen verbreitete. Eine Kreatur die wie eine kleine Version seines Meisters aussah schnappte sich die frisch geschlüpfte Fliege und verschlang sie gierig mit seinem Reißzahnbewehrten Maul. Voller Freude hüpfte der Kleine in den verrottenden Eingeweiden umher, die sich aus der geplatzten Bauchdecke der riesigen Abscheulichkeit ergossen.
Laut kichernd kletterte das Wesen an seinem Meister hoch um sich Kopfüber in eines seiner drei Mäuler zu stürzen. Nach wenigen Sekunden nagte es sich seinen Weg aus den Darmschlingen, die auf dem Boden verteilt waren, frei. Keckernd übermittelte es seinen Kameraden das neue Spiel und voller Begeisterung machten viele der kleinen Kreaturen es ihm nach.
DU MUSST ERWACHEN... Markus war wie gelähmt von diesem entsetzlichen Anblick, aber als er in die aufgeblähte Fratze der Bestie sah, war er dem Wahnsinn nahe und das schlimmste waren die gelben blutunterlaufenen Augen, die in mit unmenschlicher Intelligenz ansahen. Und doch wusste er dass er nicht in Gefahr war, oder zumindest hoffte er das...
ERWACHE...
Was...
ERWACHE MEIN KIND...
Markus schlug die Augen auf...

Das erste was er sah war das Gesicht von Tzarr dem alten Zauberer. "Er ist wach mein Gebieter." "GUT! NUN GEH, ICH HABE MIT IHM ZU REDEN." Das war die Stimme Arkzhals.
Markus hörte wie jemand das Zelt verließ, dann beugte sich die erschreckende Gestalt des Dämonen über ihn, ein höllisches Grinsen lag auf seinem Gesicht. "DU HAST ES ALSO TATSÄCHLICH ÜBERLEBT. NUR WENIGE ÜBERLEBEN DEN TROLL. EIGENTLICH WOLLTE ICH DICH NUR ZUR ERHEITERUNG MEINER KRIEGER TÖTEN LASSEN, ABER ANSCHEINEND HAB ICH ETWAS VIEL BESSERES GEKRIEGT, EINEN NEUEN, FÄHIGEN KRIEGER." Markus setzte sich auf. "Ich bin also in deiner Horde aufgenommen?" "JA, ABER ES GIBT DA NOCH EIN PROBLEM. DIE HEILKUNST DIE TZARR VERWENDET KANN VIELES LEISTEN, ABER WUNDER KANN ES NICHT VOLLBRINGEN." "Was meinst du damit?" Arkzhal ergriff das Bärenfell das Markus als Decke diente und schlug sie zurück. Markus starrte auf den Stumpf seines rechten Armes und sein völlig zerschmettertes linkes Bein.
"DAS!"

Markus war zu Recht schockiert: "Nein, das kann nicht sein, wie soll ich so für euch kämpfen? War der ganze Kampf umsonst?" Arkzhals lachte: "IHR MENSCHEN DENKT IMMER ALLES IST VORBEI NACH DEM KAMPF... HAHAHA... ICH HABE DIR GESAGT DAS TZARR KEINE WUNDER VOLLBRINGEN KANN. ABER GENAU DAS IST ES WAS DU BRAUCHST: EIN WUNDER." "Aber wie? Wie soll ich wieder fähig werden meinen Arm und mein Bein zu nutzen?" Wieder lachte Arkzhal auf die im eigene dämonische Art: "HAHAHA... DEIN ARM, DEIN BEIN? NEIN, VIEL BESSER. TZARR WIRD DIR ALLES ERKLÄREN. TZARR KOMM REIN. ICH WERDE JETZT GEHEN UND ALLES VORBEREITEN." Der Zauberer betrat den Raum: "Nun hat der Meister dir alles erzählt? Was jetzt mit dir passiert?" "Nein er meinte ich würde alles von euch erfahren."
Tzarr runzelte die Stirn: "Mal wieder Typisch. Mich lässt er die Arbeit machen, also gut.
Fast jeder Krieger verliert mal im Kampf Körperteile, das ist so. Aber wir Gesegneten haben die Möglichkeit solche Schäden zu Reparieren, oder vielmehr die Götter. Bei dir hat der Hexer der Krieger des Nurgle den Segen gespürt. Er wird dich im Namen seines Herrn segnen und dein Bein wieder richten. Was mit deinem Arm geschieht weiß ich nicht." Markus war schockiert. "Wieso soll ich Nurgle dienen, ich bete zu Khorne. Was für ein Gott ist Nurgle überhaupt, ich habe noch nie von ihm gehört." "Nurgle ist der Vater der Seuchen und Krankheiten, der Meister des Schimmels und des Verfalls. Sein Segen liegt auf dir, Khorne blickt nicht auf dich." "Hmm... Wenn ich durch diesen Segen wieder kämpfen kann ist es das vielleicht wert..." In dem Moment betrat eine Gestalt das Zelt. Ihr aufgeblähter Bauch hatte die massive Rüstung schon vor langem gesprengt und Eiter lief aus seinen Augen. Seine verrottete Visage war Ekel erregend. "Glaub mir der Segen des Nurgle ist es mit Sicherheit wert, das man seinem alten Gott abschwört, besonders wenn dieser sich nicht um einen schert.
Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Anthracis, Hexer und Champion des Nurgle."
Markus bekam Panik: "Werde ich nach der Segnung auch so Aussehen?" Der Hexer lachte: "Sie verkaufen ihre Seele und alles woran sie denken ist ihr Aussehen. Nein, erst nach vielen Jahrzehnten wirst du ein Aussehen haben, welches mit meinem Vergleichbar ist. Aber bedenke was Nurgle dir bietet: Unsterblichkeit und die Chance in den Dämonenstand erhoben zu werden. Ach was rede ich du bist ja schon von Nurgle gesegnet, eine Wahl hast du nicht.
Aber den Pakt können wir schließen, damit du auch was von der Segnung hast." "Ich bin schon gesegnet? Was meint ihr damit?" "Ihr habt Wundbrand, die Wunde schwelt bereits. Wenn wir denn Pakt nicht schließen werdet ihr bald tot sein." "Also gut. Könnt ihr mich denn wieder Kampfbereit machen?" "Das Bein werdet ihr nach der Segnung nicht mehr spüren, aber der Arm... Da brauchen wir ein Ersatzteil." "Ein Ersatzteil?" Anthracis holte ein blutiges Bündel hervor. Er schlug das Laken zurück. Darunter war der abgetrennte Arm des Trolles.
"Ja, ein Ersatzteil."

"Was meinst du damit? Was soll ich mit diesem Arm?" Markus war schockiert. Hatte er diesen Mann richtig verstanden? Ein Ersatzteil? "Das wirst du noch früh genug merken",
Anthracis lächelte, aber es lag keine Wärme in diesem Lächeln und auf seinem deformierten Gesicht sah es wahrhaft dämonisch aus. "und jetzt schlaf!" Er legte seine Hand auf Markus Augen, und Markus sank in einen tiefen, fiebrigen Schlaf.

Er träumte, Gestalten in grün, sie trugen in... irgendwo hin, er konnte nicht sehen wohin... eine Höhle, nein ein Tempel, Gargylen die ihn anstarrten, waren sie echt, nein Stein... Fratzen von Dämonen, oder waren es die Krieger... Gesänge, tiefe Stimmen nicht von dieser Welt, etwas berührte ihn an der Schulter... Schmerzen, die wie ein heißes Messer seinen Geist zerschnitten, ein scharfes Knacken, ein Geräusch als ob man einem Braten die Keule abreißt... wieder dieses Gesicht das er schon einmal in einem Traum gesehen hatte, war es diesmal echt... Dieses Lachen warm und volltönend... Die Schmerzen lassen nach... ein pumpendes Geräusch, sein eigenes Herz, es schlug unregelmäßig und dann hörte es auf...
Ein warmer Hauch, ein Kribbeln am ganzen Körper... kleine Stiche an seinem Arm, wie Nadeln, es waren Nadeln, eine eiserne Nadel die seine Haut durchstach, seine und eine andere... Lachen... Lachen... Lachen... Stille...

"AAAAAHHHHHHH", Markus riss die Augen auf als er erwachte, er fühlte etwas gegen seinen Arm prallen, er hörte ein metallisches Scheppern, gefolgt von den Flüchen eines Mannes. "Junge pass auf wo du damit hinlangst." Markus sah sich um, einer der Krieger in Grün rappelte sich gerade wieder auf. Wie sollte er diesen Mann niedergestreckt haben? Er sah auf seine Hand. Oder vielmehr die des Trolls, diese langen gebogenen Krallen und die enormen Muskeln, die jetzt tatsächlich ihm gehorchten. Es war ein seltsames Gefühl diese enorme Pranke zu bewegen, aber es fühlte sich nicht übel an, denn er würde wieder kämpfen können. In diesem Moment betrat Anthracis das Zelt. "Ahh, gut du bist wach. Wie geht es dir?" Der Krieger den Markus niedergeschlagen hatte, antwortete für: "Es muss ihm gut gehen, er hat mich gerade fast erschlagen." "Hahaha, er ist ein echter Krieger nicht wahr? Selbst wenn er schläft ist er gefährlich. So kleiner, du hast es geschafft du bist jetzt ein Krieger von Arkzhals Horde. Du wirst natürlich erstmal bei den jungen Kriegern mitkämpfen, bis du dich bewiesen hast, aber es ist ein gutes Leben bei uns, viele Kämpfe, viel zu Plündern und nach jeder glorreichen Schlacht ein ordentliches Fest. Hahahaha, ach ja, du brauchst natürlich eine Waffe. Weißt du bei uns ist es Gesetz das jeder sich seine Ausrüstung selbst beschafft, wenn du einen Feind erschlägst, nimm seine Rüstung oder seine Waffe, wie es dir beliebt, nicht so wie bei anderen Horden, wo alles vom General beansprucht wird. Arkzhal braucht schon lange keine Waffen mehr. Hahaha. Ja, und da du schon deinen ersten Feind besiegt hast: Hier seine Waffe..." Anthracis holte die Keule des Trolls hervor, "und seine Rüstung." Die Rüstung war etwas was aussah wie eine Lederrüstung, aber voller Beulen und Warzen. "Was ist das?" fragte Markus. "Na was wohl? Die Rüstung des Trolls, seine Haut.
Und jetzt kleide dich an und übe ein wenig, morgen ziehen wir in die Schlacht!"

Der Tag war gekommen, die Schlacht stand bevor. Die ganze Nacht über hatte Markus, welcher im Lager nur noch Trollklaue genannt wurde, geübt. Es war gar nicht so leicht mit einem Arm zu leben der doppelt so stark und fast dreimal so groß wie der andere war, aber man konnte sich daran gewöhnen, einen Ochsen mit einem Hieb zu töten. Er hatte es ausprobiert. Zu der Zeit hatte Markus sich großartig gefühlt, unbesiegbar. Aber jetzt wo seine erste richtige Schlacht bevorstand bekam er Zweifel. Wie würde die Schlacht laufen? Würde er sie überleben? Und gegen wen würden sie kämpfen?
Markus sah sich um. Arkzhals Horde war fast einhundert Mann stark, eine beeindruckende Armee. Sein altes Dorf war in seinen besten Zeiten nie über 40 Einwohner gekommen, und davon warnen etwa die Hälfte Frauen, Kinder und Greise gewesen. Welcher Feind würde es also wagen sich ihnen in den Weg zu stellen? Markus`s Laune hob sich. Ja, diese Armee konnte gar nicht besiegt werden, so zahlreich war sie. Aber die Frage wer sein Feind sein würde ging ihm nicht aus dem Kopf. Er fragte den ältesten Krieger seines Regiments, welcher die Position des Häuptlings innehatte, eine ehrenhafte Bezeichnung für einen Regiments Führer, da die Bezeichnung Champion für wahre Gesegnete vorbehalten war, wer ihr Feind sei. "Mein Junge, eigentlich ist es nicht wichtig gegen wen wir kämpfen, Hauptsache wir kämpfen, aber du bist jung und das wird deine erste Schlacht werden, also werde ich es dir verraten: Eine Horde die sich Tzeentch, möge sein Name verfaulen, verschrieben haben, folgt uns schon seit Wochen. Arkzhal meint die haben was vor, also greifen wir sie an um das zu verhindern." "Was ist mit Tzeentch? Warum hasst ihr ihn so?" "Er ist der ewige Gegenspieler zu Nurgle, das ist für mich Grund genug. Und jetzt sei ruhig, und bereite dich weiter vor."

Markus blickte in Richtung des Horizonts. Dort konnte er sie sehen. Die Krieger des Feindes.
Auch sie bereiteten sich auf den Angriff vor. Er erblickte seltsame Wesen die er noch nie vorher gesehen hatte, zahlreiche schwer gepanzerte Krieger und Männer die auf einer seltsamen Maschine saßen. Alles wartete angespannt auf das Signal zum Angriff. Es musste jede Sekunde passieren, Markus konnte es spüren. Er griff seine Keule fester, schweiß lief über seinen neuen Arm und er spürte die Anspannung auch in vielen seiner Kameraden.
Warum dauerte das so lange.
Was war das? In der Ferne flog etwas in der Luft. Es sah aus wie ein Mann auf einer Art Scheibe. Flammen umspielten seinen Körper und züngelten in den perversesten Farben.
Der Mann hob seine Waffe wie zum Gruß. Dann sah Markus wie sich Arkzhal majestätisch aus den Reihen seiner Leibwache erhob und sich dem Krieger näherte.
Die beiden sprachen miteinander, und Arkzhal kehrte zu seinen Mannen zurück. Ein Befehl verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den Reihen der Krieger, der von den Kriegern des Nurgles nur wenig begeistert aufgenommen wurde. Waffenstillstand! Wie konnte das sein? Verbrüderung mit dem Feind? Aber Arkzhal diente dem ungeteilten Chaos und seinem Befehl musste man gehorchen. Was hatten die Diener der Flamme vor? Würden sie die Horde Arkzhals betrügen?
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 13.02.2006 - 17:05 Edited 29.04.2006 - 23:03
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Natürlich würden sie. Allen war das klar. Zumindest allen die dem Nurgle dienten. In der nächsten Zeit hörte man nicht viel von Arkzhal, denn er saß mit dem General der Tzeentch-Armee in seinem Zelt. Niemand außer der Leibwache durfte es betreten und die Stimmung im Lager der Horde wurde immer schlechter, zumindest im Grün-Braunen Lager.
"Das kann nicht gut gehen", der Häuptling aus Markus Regiment lief aufgeregt hin und her. "Wie kann er ihnen nur trauen? Diese Intriganten können doch nichts als... als... intrigieren.
Ich dachte ein Dämonenprinz hätte genug Erfahrung diese Ratten, richtig einzuschätzen...
Er muss den Verstand..." weiter kam er nicht den eine eiserne Hand schloss sich um seinen Hals. Anthracis musterte den Krieger mit düsterem Blick. "Hör auf die Gedanken dieser jungen Krieger mit deinem Geschwätz zu vergiften, alter Mann. Wenn Arkzhal denkt das es das richtige ist, diesem Magier zu trauen, dann werden wir das auch tun. Ich bin auch nicht begeistert von der Idee einem Diener des Tzeentch zu vertrauen, aber denk dran: Du hast genau dieselben Tiraden von dir gegeben als die anderen Krieger des Tzeentch zu uns gestoßen sind, das ist noch gar nicht lange her. Und bis jetzt haben sie Arkzhal immer gut gedient." Anthracis ließ den Mann wieder auf den Boden runter. "Brecht das Lager ab! Wir ziehen weiter."

Der Tag der Schlacht war gekommen, mal wieder. Und wieder stand Markus in den Reihe seines Regiments. Auf dieser Seite des Schlachtfeldes hatte sich die Armee von Akzhal formiert, direkt neben ihnen ihre neuen Verbündeten. Die Kabale des Tzeentchgenerals Dar`Klajid. Vor ihnen hatte sich ihr Gegner aufgereiht, eine weites Tzeentch Armee von beeindruckender Größe, gut anderthalb mal so stark wie Arkzhals Armee, aber mit ihren Verbündeten waren sie dem Gegner eindeutig überlegen. Es würde ein Massaker geben und viel Plündergut für alle Krieger. Dies würde ein guter Tag werden.
Denn heute würde es keinen Waffenstillstand im letzten Moment geben. Markus war nervös, er wollte eine Waffe erobern, damit er nicht mehr diesen Knüppel einsetzen musste, er wollte eine dieser Rüstungen aus schierem Metall, er wollte...
Arkzhlas Stimme riss in aus seinen Tagträumen. "KRIEGER! HEUTE IST EIN GUTER TAG FÜR UNS, DENN HEUTE WERDEN WIR KÄMPFEN. DORT IST UNSER FEIND! SEHT IHR IHN?" Ein Ohrenbetäubender Lärm ertönte, natürlich konnten alle diese Armee sehen. "GUT", Arkzhal erhob sich in die Lüfte "DANN MEINE KRIEGER: ANGRIFF!!!"
Es hatte begonnen.

Markus rannte. Er rannte diesem Banner hinterher welches zu seinem Regiment gehörte. Er wusste nicht wohin und konnte es auch nicht sehen. Seine Sicht war in allen Richtungen von seinen Kameraden versperrt. So rannte er bis er plötzlich das Geräusch von Metall auf Metall vernahm und die Reihen vor ihm stoppten. Kampfeslärm und Todesschreie ertöhnten. Vom Feind, von seinen Leuten von einem ganz anderen Kampf neben ihm? Er wusste es nicht. Doch die Reihen rückten weiter vor, wohl um Verluste auszugleichen. Also kämpften sie vorne. Jetzt konnte Markus den Feind sehen. Es waren junge Krieger wie sie, aber sie ritten auf starken Rössern. Doch auch das sollte ihnen nicht helfen. Markus sah wie einer der Reiter einen Flegel gegen den Kiefer bekam. Das scharfe Knacken des gebrochenen Knochens war wie ein Donnerhall im Lärm der Schlacht. Mit einem Schrei der Schmerzen fiel der Krieger vom Pferd und verschwand in der wimmelnden Masse seiner Kameraden. "Ja," dachte Markus "wir werden sie zermalmen und ihre Schädel und Gliedmaßen den Göttern opfern!" Mit neuem Elan warf er sich gegen die Linie der Feinde und schon kurz darauf wendeten die Reiter ihre Pferde und suchten ihr Heil in der Flucht. Wie im Rausch stürmten die jungen Barbaren hinterher, auf das mehr Blut floss...

Sie verfolgten die Reiter eine ganze Weile, doch auf ihren Pferden waren sie einfach zu schnell. Als auch der letzte die Krieger dies eingesehen hatten, waren sie schon ein ganzes Stück vom eigentlichen Geschehen entfernt und standen auf einer kleinen Anhöhe westlich des Schlachtfeldes. Als sie sich umdrehten um wieder auf das Feld der Ehre zurückzukehren, zeigte sich ihnen ein Bild des Schreckens. Arkzhal`s Armee war umzingelt. Vor ihnen standen die Diener des Tzeentch von Westen und Osten die Armee des Dar`Klajid, aber damit hatten sie schon gerechnet, mit diesen beiden Truppen wäre die Horde des Arkzhal spielend fertig geworden, aber nicht jetzt wo offensichtlich auch ihre eigenen Tzeentch geweihten Truppen zum Feinde übergelaufen sind. "Verdammt, er hatte alles geplant. Dieser verdammte Hurensohn hatte diesen Kampf schon vor Jahren geplant!" konnte man ein Murmeln vernehmen. Es musste wohl so sein. Die Krieger des Tzeentch waren, so hatte Markus gehört, schon vor über einem Jahr zur Horde gestoßen und hatten sich bis jetzt als stets loyal erwiesen. Aber ihr Verrat stand schon fest als sie sich Arkzhal angeschlossen hatten.
Eine Weile herrschte Stille, nur das Getöse der fernen Schlacht konnte man vernehmen, das Knistern magischer Flammen und das Schreien der Sterbenden und Verwundeten.
"Wir greifen an!" befahl ihr Häuptling. Mit Jubelschreien folgten die Krieger ihrem Anführer, doch Markus blieb zurück, er erkannte einen sinnlosen Kampf wenn er ihn sah und so wandte er Arkzhal und seiner Horde den Rücken zu. Er war wieder allein, aber ein besserer Kämpfer als damals. Was sollte ihn aufhalten?
Am nächsten morgen kehrte Markus noch einmal auf das Schlachtfeld zurück. Die Krieger des Tzeentch waren schon lange verschwunden und so konnte er sicher von dem Hügel hinabsteigen. Zwischen den Toten suchte er nach Waffen und Rüstungen welche ihm vielleicht noch nützlich sein konnten.
"Komm her, mein Junge", kam es unter einem Berg von Leichen hervor. Markus näherte sich und erkannt das es der Magier Anthracis war, welcher unter den Leichen seiner Kameraden lag. Der junge Krieger räumte die toten Leiber zur Seite. "Anthracis! Ihr lebt." "Aber nicht mehr lange, Kleiner. Väterchen Nurgle ruft nach mir. Eigentlich bin ich schon tot, aber ich muss noch etwas erledigen." Anthracis packte Markus Hand. "Du sollst meine Rüstung nehmen. Nurgle selber hat es mir befohlen. Reiß sie von meinem toten Körper und möge sie dein sein. Ich habe keinen Nutzen mehr für sie." Und in diesem Moment kehrte Anthracis, Hexer des Nurgle, in den Schoß seines Gottes zurück.
Am Abend verließ Markus das Schlachtfeld. Er war nicht mehr Markus Madenvater, er war Markus der Madige. Champion des Nurgle. Wer weiß was die Götter für ihn geplant hatten?

Da...d..da.das wars Leute. Hier endet die Geschichte und beginnt meine Armee. Ich hoffe ihr habt die Story immer gern gelesen. Mir hat es (meistens) Spaß sie zu schreiben.
Ach ja: Haltet weiter Ausschau nach den Chroniken. Vielleicht fang ich bald wieder eine Story an...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 19.02.2006 - 13:37 Edited 29.04.2006 - 23:03
[5.]
Markus wanderte durch die endlosen Einöden der Chaoswüsten. Er wusste nicht wie lang, spürte nicht wie die Zeit verging, bemerkte nicht das er weder Hunger noch Durst verspürte oder das seine alte Wunde nie verheilte. Er bemerkte auch nicht, dass die alte Rüstung die er trug, welche ihm früher viel zu groß war, wie angegossen passte.
Es mögen Monate oder auch Jahre vergangen sein seit er die Horde von Arkzhal hinter sich ließ. Es spielte keine Rolle, denn er lebte. Er lebte und fühlte nichts als das Verlangen weiter zu reisen. Er wusste nicht wohin er wanderte, aber er vertraute auf dieses seltsame Gefühl, das es richtig war von hier nach dort zu wandern. Wo auch immer dieses "dort" sein möge.
Nach einer anscheinend endlosen Zeit sah er vor sich eine Ansiedlung. Mehrere grobe Hütten, etwa im Kreis angeordnet. Und aus einem Grund den er nicht Verstand, fühlte er das seine Reise ihr Ende gefunden hatte. Diese Häuser, diese Hütten, die staubige Ebene, die zerklüfteten Berge in der Ferne, die Schädel an dem Pfahl in der Mitte des Dorfes. Markus kannte diesen Ort, und unaufhaltsam, wie Wasser aus einem gebrochenen Damm, flossen die Erinnerungen in seinen Verstand. Erinnerungen an eine Kindheit, die weit hinter ihm lag. Erinnerungen an Khorne, den er einst verehrte, und an den Mann der seinen Vater getötet hatte und ihn auf diese Reise schickte. Erinnerungen an die Frau, die er früher Mutter nannte. Er würde sie wieder sehen und ein Lächeln trat auf sein Gesicht. Er war Zuhause...

Langsam näherte er sich der ersten Hütte, berührte die alten Lederhäute, welche auf den Rahmen aus Tierknochen gebunden waren. Einige Kinder kamen angerannt und starrten ihn aus ihren großen, blauen Augen an. Eines fing an zu weinen, als Markus sie anlächelte. Er ging weiter in das innere des Dorfes. Junge Frauen und Männer machten ihm ehrfürchtig Platz. Markus bemerkte es nicht einmal. Er ging direkt auf sein altes Zuhause zu, die Hütte in der er geboren wurde. Sie sah genauso aus wie damals. Die Knochen großer Mammuts ragten wie eine untote Hand aus dem Boden, die Haut der Bärbullen war zwischen sie gespannt, das Dach gedeckt mit Stroh und aus einer Öffnung kräuselte sich Rauch. Markus stieg der Geruch von gebratenem Fleisch in die Nase. Er wusste er war wieder dort, wo er hingehörte. Die Tür der Hütte öffnete sich und eine alte Frau trat heraus. Sie mochte wohl 60 Sommer zählen, ein stolzes Alter für einen Menschen in diesem Landstrich.
"Wo ist Eryla, Ehrwürdige? Wo ist die Frau die in diesem Haus wohnt?" fragte Markus und wunderte sich über das kratzende Geräusch welches sich seiner Kehle entrang.
Die Frau sah ihn an, in ihrem Blick war kein bisschen von der Angst zu sehen, welche die anderen Dorfbewohner zeigten.
"Eryla?" fragte sie "Ich bin es die du suchst, wer bist du Erwählter und was willst du von mir?"
Markus schloss die Augen. So lang...
"Ich nenne mich Markus der Madige. Vor langer Zeit verließ ich dieses Dorf, verbannt durch das Blutgericht. Ich war dein Sohn."
Die Alte kam näher und erhob die Hand um ihm über die Wange zu streichen, doch zuckte sie zurück. "Ich habe keinen Sohn mehr, er starb vor 30 Jahren in der Wüste. So befahl es Grezhal, Herr der Schädel und Diener des Khorne."
"GENAU!!!" Markus drehte sich langsam um, und erblickte das Gesicht aus seinen Alpträumen. Grezhal bannte sich einen Weg durch die Dorfbewohner "ICH GREZHAL BEFAHL ES! Und warum wagst du es, Wechselbalg dein verdorbenes Gesicht hier zu zeigen?"
Markus sah denn Mann an. Er hatte ihn größer in Erinnerung. Seine Axt blutiger, seine Hörner gewaltiger und seine Muskeln... nun die waren immer noch beeindruckend. Markus wusste, dass es nur ein Ende für diese Treffen geben würde. Er fasste den schweren Flegel in seiner Linken fester.
"Ich bin hergekommen, um dich Grezhal, Diener des Khorne, um die Herrschaft über dieses Dorf herauszufordern. Nurgle befiehlt es und ich folge"
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 23.02.2006 - 23:52 Edited 29.04.2006 - 23:04
[6.]
Jeder konnte es spüren. Die Götter sahen zu. Man kann nicht genau sagen wie es sich anfühlt wenn der Blick eines Gottes einen streift, aber man weiß es wenn es passiert. Es herrschte Stille, nur ein leises Rasseln, welches von der Kette des Flegels stammte und das knirschen von schwerem Leder als sich ein Fuß auf dem staubigen Boden bewegte.
Als ob dies das geheime Zeichen war auf das alle gewartet haben, stürmten beide Krieger aufeinander zu. Sie bewegten sich schneller als das ungeübte Auge folgen konnte. Das scharfe Krachen eines Axtblattes auf schwerer Platte, der Donnerhall von Stahl auf Stahl dann kehrte wieder Ruhe ein. Beide standen zwei Armlängen voneinander entfernt, schwer atmend. Grezhal`s Axt hatte eine neue Kerbe hinzugewonnen, auf seinem Schulterpanzer war eine Delle zu sehen. An Markus presste seine Hand auf seinen Oberschenkel wo das Blut aus einer Wunde floss.
"Das wird doch interessanter..." sagte Grezhal "als ich dachte. Die Götter waren gut zu dir und du hast einiges gelernt, Junge. Aber ich spiele dieses gefährliche Spiel jetzt schon 62 Sommer und du bist verletzt..." Er sah auf Markus Oberschenkel, betrachtete wie ein weiterer Blutstropfen zu Boden fiel. "Blut... für den Blutgott." Mit einem mächtigen Hieb zielte der Häuptling auf Markus Hals, seine Axt beschrieb einen weiten Bogen. 12 Stein Stahl, gesegnet von Khorne, kamen auf Markus zu. Markus bewegte seinen Flegel in die Bahn der Axt, seine Wunde war vergessen. Mit seiner Waffe als Hebel ließ er die Klinge abgleiten. Grezhal stand vor ihm und in seinen alten, blutunterlaufenen Augen konnte Markus sehen, was dem Krieger gerade durch den Kopf ging. Er hatte den wohl größten Fehler gemacht den man sich vorstellen kann, er hatte seine Deckung vernachlässigt, einen guten Stand aufgegeben um einen vermeintlichen Todesstoss zu führen, sein Gegner hatte nun alle Zeit der Welt, bis Grezhal seine Axt wieder unter Kontrolle hatte.
Markus hatte nicht viel von Grezhal gelernt bis dieser seinen Vater tötete, aber eine Lektion hatte sich in sein Hirn gebrannt: Nutze deine Chance, wenn sie sich bietet.
Da sein Flegel sich nach der Abwehrbewegung sowieso über seinem Kopf befand ließ Markus ihn einfach niederfahren. Grezhal warf sich in einer verzweifelten Geste nach hinten und so traf der für seinen Kopf bestimmte Hieb nur seinen Brustkorb. Ein scharfes Knacken hallte durch die Ebene als die Brustplatte sich, wie von einem Bärbullen gerammt, nach innen eingedrückt wurde.
So standen sie wieder voreinander. Markus, welcher sich durch sein verletztes Bein kaum bewegen konnte und Grezhal, dessen Speichel sich mit Blut vermischte. Beide sahen einander an, ein roter Faden dickflüssigen Blutes tropfte aus dem Mundwinkel des alten Kriegers.
"Blut für den Blutgott..." sagte Markus "Aber die Schädel... gehören heute Nurgle."
Grezhal sank auf ein Knie und stützte sich auf seine Waffe. Sein Atem rasselte und seine Hand zitterte.
"Khorne... ist es egal... wessen Blut fließt... solange es fließt... ich werde ein neues Leben erhalten... also beende meines... töte mich...!"
Markus sah hinab auf seinen Feind, denn Mann der seinen Vater getötet und ihn in die weiten der Wüste zum sterben geschickt hatte. Seine Hände schlossen sich um den Griff seiner Waffe, er leckte sich über seine spröden Lippen als er einen Schritt auf Grazhel zu machte und die Waffe zum tödlichen Hieb erhob.
"Nein." Markus legte sich den Flegel auf eine Schulter. "Ich habe dir zu viel zu verdanken Grezhal, Diener des Khorne, als das ich dich töten würde. Ich weiß das du niemals zustimmen würdest dich mir anzuschließen, also gewähre ich dir die gleiche Gnade die du mir vor vielen Jahren geschenkt hast. Ich verbanne dich, gehe in die Wüste und finde dein Schicksal wie ich es fand. Geh und kehre nie wieder hierher zurück, es sei denn... du willst mich fordern."
Grezhal sah zu Markus auf, und mit einer seltsamen Grimasse, die wohl ein Lächeln darstellen sollte erhob er sich langsam.
"So sei es, Markus, Diener des Nurgle. Ich folge deinem Befehl und werde mein Schicksal finden. Eines Tages sehen wir uns wieder." und mit diesen Worten ging er fort...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 25.02.2006 - 12:17 Edited 29.04.2006 - 23:04
[7.]
Markus war wie betäubt. Er hätte seine Rache haben könne, aber irgendetwas hatte ihn gehindert. Wie durch dichtern Nebel nahm er war, wie er den Dorfbewohnern, seinen Dorfbewohnern, den Befehl gab ihre Sachen zu packen und die Häuser abzureißen. War er es der diesen Befehl gab, oder jemand anderes. Markus wusste es nicht mehr genau. Er wusste nicht mehr genau wo er aufhörte und es anfing.
Er trat auf Grezhal`s Hütte zu, er wollte sehen wie dieser Mann gelebt hatte, was er besaß. Er betrachtete die sauber aufgereihten Schädel über dem Türrahmen. Einer von ihnen mag mal seinem Vater gehört haben, aber welcher konnte man jetzt nicht mehr sagen. Die Zeit, und Väterchen Nurgles süßer Verfall, hatte sie alle gleichgemacht.
Markus hob das schwere Fell an, welches den Eingang versperrte und bereitete sich auf die Berge an Schädeln vor, die im inneren der Hütte liegen mochten. Er erwartete Blut in großen Kesseln und verstümmelte Leichen. Er wurde enttäuscht.
Das Innere war aufgeräumt. Markus sah Waffen, welche an den Wänden hingen, fremdartige Geräte. Ein Bogen aus Metall auf ein Stück Holz genagelt. Eine Axt, zu groß als das ein Mensch sie tragen könnte. Ein seltsam anmutendes Schwert aus Stein. Eine Spitzhacke. Ein Schild, welcher mit dem Kopf eines Dämons bemalt war, dessen Augen Markus durch den ganzen Raum zu folgen schienen. Schlanke Speere, wie sie von den Elfen aus dem Westen benutzt wurden und einige andere Dinge die Markus gar nicht einordnen konnte. Doch was ihn am meisten erschütterte, fand er auf einem kleinen Tisch neben der Pritsche auf der sich Grezhal wohl zur Nacht bettete. Ein Buch....
Bei dem Gedanken wie dieser wahnsinnige Krieger seine Nase in ein Buch steckte, musste Markus kurz auflachen. Was konnte ein echter Erwählter aus so einem Ding entnehmen? Er nahm den Folianten in die Hand, er war sehr schwer, in grobes, dickes Leder gebunden, aber als Markus es aufschlug konnte er sehen, dass das Papier von hoher Qualität war.
Die Schriftzeichen waren ihm fremd, was kein Wunder war, denn er hatte nie die Kunst des Lesens gemeistert. In seinem Dorf gab es niemanden der Lesen konnte, zumindest hatte Markus das gedacht, den Grezhal hatte nie einen Hexer, einen Priester der Götter, geduldet. Und diese konnten meist Lesen, oder zumindest die wichtigsten Runen der Dämonenschrift entziffern.
Er legte das Buch wieder hin und sah sich weiter um und fand unter dem Bett ein in Felle geschlagenes Bündel, welches ihm noch mehr Rätsel aufgeben sollte. Schreibzeug, was im Namen der dunklen Vier und der Legionen ihrer Diener sollte das? Erst stellte sich raus das der alte Krieger lesen konnte und jetzt war er auch noch der Schrift mächtig? Markus hatte ihn unterschätzt. Wenn er an Grezhal dachte, sah er immer nur einen blutrünstigen Schlächter, welcher jeden Tag für einige Stunden das Dorf verließ um ein Tier zu töten und in seinem Blut zu baden, und wehe er fand an einem Tag keines, dann würde das erste Wesen welchem er begegnete sein Leben lassen. Wie konnte dieser Mann in der Lage sein eine feine und seltene Kunst wie das Lesen und Schreiben erlernen?
"Erwählter?" Markus fuhr herum und sah einem jungen Dorfbewohner ins Gesicht "Was?" fuhr er ihn an, was den Jungen zurückschrecken ließ. "N...Nichts, Erwählter. Ich... wollte nur fragen ob ich eu... euch beim packen behilflich sein kann." Markus runzelte die Stirn, nickte aber. Hatten diese Menschen Grezhal auch so gedient? Oder hatte dieser freiwillig auf solche Dienste verzichtet? Als sich Markus umsah verstand er. Der alte Mann hatte tatsächlich auf derartige Dinge verzichtet, er hatte immer alles selbst gemacht. Markus erinnerte sich daran, wie einst ein Sturm mehrere Hütten beschädigt hatte, und Grezhal war der erste, der sich an die Reparaturen machte, obwohl er mit Sicherheit den anderen Menschen hätte befehlen können seine Hütte zu reparieren.
"Nein, ich habe es mir anders überlegt. Packe deine Sachen, junger Krieger, ich werde meine packen." Der Junge verneigte sich "wir ihr wünscht, Erwählter." Und trat aus dem Zelt. Markus begann zu verstehen, dass für die Position eines Anführers mehr benötigt wurde als ein starker Arm und den Willen zur Macht. In Gedanken dankte er Grezhal für diese Lektion.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 26.02.2006 - 18:08 Edited 29.04.2006 - 23:05
[8.]
Die Sonne stand bereits hoch am grauen Himmel als Markus am folgenden Tage den Dorfplatz betrat. Er hatte geschlafen, ihm kam es vor als wäre das letzte Mal Jahre her gewesen. Während seiner Reise durch die Wüste hatte er nur selten Gelegenheit gehabt wirklich zu schlafen. Er fühlte sich gut und das Dorf erwartete ihn bereits. Markus sah die verkohlten Überreste des Dorfes und nickte. Einige junge Männer waren bereits dabei seine Besitztümer auf einem Karren zu verstauen. Viel war es nicht.
"Heute wird ein neues Kapitel für uns alle geschrieben werden, denn heute beginnt unsere Reise. Ich weiß nicht genau wohin uns meine Visionen führen werden, aber wir ziehen nach Norden, Nurgle befiehlt es." Und so nahm er ein noch loderndes Scheit aus einem Feuer und setzte das letzte Zelt in Brand. Mit diesem Zelt verging auch die letzte Erinnerung an Grezhal und den Kult des Khorne, mit Ausnahme einiger Kleinigkeiten, welche sich jetzt in Markus`s Besitz befanden.
Markus betrachtete noch eine Weile das Feuer, welche seine ehemalige Heimat verzehrte und es brachte ihn zum Lächeln. War es nicht ein wunderschönes Geschenk seines Herrn, der Wille alles zu vernichten was einem Lieb und teuer war? Markus lachte und das Geräusch ließ die Menschen um ihn herum zusammenfahren. Und er lachte noch immer, als er sich an die Spitze des Trosses begab um die Dorfbewohner, seine Dorfbewohner wegzuführen. Weg von diesem Ort, an dem sie viel zu lange ruhig und friedlich gelebt hatten.
Die Wochen vergingen und schon viele der Alten und Schwachen waren zusammengebrochen und lagen nun als sterbende Kadaver in der unbarmherzigen Sonne, welche so weit im Norden keinerlei Wärme spendete. Aber das war egal, denn die Nordmänner waren es gewohnt, dass nur die Starken leben und die Schwachen vergehen müssen.
An diesem Tag, einem Tag wie jeden anderen soweit es der normale Sterbliche bewerten könnte, zwischen zwei Felsen, welche genauso aussahen wie dutzende zuvor, hielt Markus an, richtete kurz seinen Blick in den Himmel und befahl eine Rast. Die Menschen nahmen es hin, denn wer waren sie, den Befehl eines Erwählten in Frage zu stellen. Arme Sterbliche, sie können den Willen der Götter nicht spüren und sind wie Lämmer in einer Welt voller Wölfe. Doch an diesem Tag sollte Markus seinem Schicksal einen bedeutenden Schritt näher kommen.
Die Rast dauerte Stunde um Stunde und langsam machte sich Unruhe unter den Männern breit. Worauf wartete sie? Warum hier? Und warum dauerte das so lang? Ein besonders tapferer, junger Krieger wagte es Markus nach seinen Beweggründen für die Unterbrechung ihres Marsches zu fragen. Er bekam als Antwort nur: "Wir warten auf ihn." Der Mann wagte es nicht zu fragen auf wen sie warteten und schwieg.
Am Abend geschah es schließlich und der lang erwartete Gast erschien, wenn auch etwas anders als die Menschen es sich ausgemalt hatten.
Ohne jede Vorwarnung begann der Boden vor Markus sich zu bewegen, etwas befreite sich aus dem Boden. Eine Hand erschien, alt und verrottet, doch von der Kälte und der Trockenheit der Wüste konserviert. Ohne zu zögern stand Markus auf, ergriff die Hand und zog den daran hängenden Körper ins freie. Es war eine erbärmliche Gestalt. Klein, verrottet und entstellt, und doch funkelte in seinen Augen etwas, was man nur als Macht bezeichnen konnte.
"Sei gegrüßt, alter Mann." Sprach Markus die fürchterliche Gestalt an. "Ich bin Markus der Madige, Erwählter Sohn des Nurgle. Mein Herr und Meister hat dir ein neues Leben geschenkt um ihm und mir zu dienen."
Die Gestalt öffnete seinen Mund um zu Antworten doch alles was er zustande brachte war ein trockenes Krächzen. "Holt etwas Wasser!" befahl Markus. Nachdem der Fremde etwas getrunken hatte, versuchte er wieder zu sprechen.
"Seid auch ihr gegrüßt, Erwählter. Ich bin Fectus, Orakel des Nurgle und dein Diener." Der kleine Mann verneigte sich. "Ich bin erfreut, dass unser Väterchen mich für würdig erachtet hat ihm wieder zu dienen und es wird mir eine  Freude sein, seinen Willen zu erfüllen."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 01.03.2006 - 22:16 Edited 29.04.2006 - 23:05
[9.]
Markus befahl die Zelte aufzuschlagen und sich auf einen längeren Aufenthalt einzurichten, dann führte er seinen neuen Gast zu einem Lagerfeuer.
"Sagt ehrwürdiger Fectus, wie kommt es das ihr hier unter dem Wüstensand lagt? Wie seid ihr damals... gestorben?" Der Alte lachte. "Eine lange Geschichte. Ich diente früher einem mächtigen Chaosherrscher, genannt Ulchris der Verderbte. Er beherrschte eine gewaltige Horde und war der unangefochtene Herrscher in diesem Landstrich. Er betete zwar zu vielen Göttern, aber dennoch diente ich ihm. Ich war einer seiner engsten Berater und viele fürchteten meinen Einfluss über ihn..." Fectus schnaubte verächtlich. "Narren, als ob ich das nötig hätte, als ob ich ein falscher Anhänger des Herren des Wandels bin. Nurgle betrügt niemanden und so will er es auch von seinen Dienern."
"Doch wie bist du gestorben, Hexer?" "Nun, als sein Diener, war es meine Pflicht meinem Herren in die Schlacht zu folgen und so geschah es, dass mein Herr gegen die Horde eines Rivalen zog. Diese Armee betete zu Slaanesh, Herren der Verführung und jüngster Emporkömmling unter den Göttern. Wie auch immer, wir zogen in den Kampf und es war deutlich zu sehen, dass unser Gegner keine Chance haben würde. Es waren nur wenige Krieger und obwohl unser Feind zahlreiche Dämonen beschwor um seine Linien zu verstärken, konnten sie nicht vor dem Hass unserer Berserker und der Kraft unserer Krieger bestehen. Es war ein glorreicher Tag und ich segnete zahlreiche unserer Feinde mit den feinsten Seuchen die unser Herr ersonnen hat." Fectus lächelte zahnlos in die Ferne, seinen Blick ins unendliche gerichtet.
"Ehrwürdiger, wie ging es weiter?" Er schüttelte den Kopf "Entschuldigt junger Herr, das Alter... Nun, wie es Tradition ist, nahmen wir natürlich Sklaven und banden sie an lange Ketten um sie in unsere Heimat zu führen. Es waren hunderte, aber unter ihnen war eine Frau, welche... anders war. Sie war eine Schönheit ohnegleichen und als Ulchris sie sah, konnte ich die Gier in seinen Augen sehen. Ich dachte mir nichts dabei und das Leben ging weiter. Erst einige Monate später merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Die Aeslinger überfielen unsere Ländereien nun schon seit Monaten, aber mein Gebieter unternahm nichts. Normalerweise hätte er schon nach einem einzelnen Angriff einen vernichtenden Feldzug gestartet und die Schuldigen ausradiert, aber dieses Mal gab es keine Reaktion, nichts. Ich begab mich vor den Thron meines Herrn und was ich sah verschlug mir den Atem. Frauen, junge Knaben, Rauschkraut und mittendrin Ulchris. Ich stellte ihn zur Rede was das solle, wann er gedenke einen Angriff zu starten. Er starrte mich nur aus blutunterlaufenen Augen an und lächelte verständnislos. Ich war verwirrt. Was war hier geschehen und warum hatte ich nichts davon bemerkt?"
Fectus schüttelte seinen Kopf als ob er bis heute nicht begreifen konnte was damals geschah. "Ich versuchte noch einmal mit ihm zu reden und wieder grinste er vor sich hin. Hinter seinem Thron trat nun aber die Frau hervor, welche ich vorher erwähnte, und erklärte mir, dass Ulchris genug habe vom endlosen Krieg. Und da verstand ich. Diese Frau, war wie ich, ein Hexer. Sie hatte Ulchris Geist mit ihrem Zauber umnebelt und ihn immer weiter in die Hände Slaaneshs getrieben. Und sie war mächtig, mächtiger als ich. Ich attackierte sie mit meinen stärksten Zaubern, doch sie wischte sie beiseite wie lästige Fliegen. Erschöpft fiel ich auf mein Knie und sie erklärte mir, dass meine Zeit nun abgelaufen sei, dass meine Dienste nicht mehr benötigt werden. Sie lachte huldvoll, als sie ihren Eunuchen befahl mich raus zuwerfen. Ich wusste, dass mein Leben nichts mehr wert war, wenn ich weiter bleiben würde und so zog ich es vor in die Wüste zu ziehen. Doch das Weib war tückisch und sandte ihre Häscher. Sie kamen mit Pferden und Seilen und Speeren, mit Klingen und Ketten. Meine Pein dauerte Tage und Wochen, ich weiß es nicht mehr, denn Nurgle sandte mir das Delirium, welches meine Schmerzen betäubte. Irgendwann müssen sie das Interesse an mir verloren haben und ließen mich zum sterben zurück. Ich bin sicher, dass auch Ulchris kurz darauf sein Ende fand. Das muss schon hunderte Jahre her sein..."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 02.03.2006 - 22:56 Edited 29.04.2006 - 23:06
[10.]
"Nun aber genug von der Geschichtsstunde, junger Herr. Ich habe noch nicht erfahren warum Nurgle mich zu euch gesandt hat. Wie kann ich euch dienlich sein?" Markus zögerte eine Sekunde, darüber hatte er noch gar nicht nachgedacht. Warum würde Nurgle wollen das Markus diesen alten Hexer antrifft. Er dachte an das Buch und die fremden Schriftzeichen welche er darin gesehen hatte. "Lehrt mich, Ehrwürdiger. Ich muss lernen wie man Menschen führt und wie man ein großer Herrscher wird. Und lehrt mich vor allem über Nurgle." Fectus nickte langsam "So soll es ein..."
Die erste Lektion die Markus von seinem neuen Lehrer erhielt, war, dass ein großer Herrscher unter den Anbetern des Chaos, auch ein großer Krieger und Feldherr ist. Und so wanderte Markus der Madige mit seinen Mannen in den Süden um die weichen Menschen aus dem Süden zu bekämpfen.
Unterwegs lauschte er des Nachts den Worten seines Lehrmeisters und erfuhr die Geheimnisse des Chaos, die dunkle Sprache, die Künste der Magie und der geheiligten Gegenstände der Götter. Er lernte wie man Menschen in die Schlacht führt und wie man sie mittels einfachen Worten von einfachen in Kämpfer mit einem Herz aus Stahl verwandelt.
Die Bande reiste nun schon eine lange Zeit durch die scheinbar endlose Wüste. Nahrung wurde knapp und schon seit Tagen hatten sie keine Wasser mehr gesehen. Markus selbst hätte diese Probleme nicht mal bemerkt, wenn Fectus ihn nicht auf das Problem hingewiesen hätte.
Die Menschen waren ausgehungert und selbst das Wasser wurde langsam knapp, die Lage wurde verzweifelt 
Markus konnte aber nicht ahnen, dass schon am selben Tag größere Probleme auf ihn zukommen sollten, denn sie trafen zum ersten Mal auf eine andere Bande von Kriegern.
Diese wurden angeführt von Trezak den Mörder, Selbsternannter Herr des Chaos und Meister der westlichen Wüste Norscas. Er näherte sich den ehemaligen Dorfbewohnern mit Rittern und Reitern, Wagen und Kriegern. Markus war erstaunt, denn bis jetzt hatte er nur selten Pferde gesehen und die Pferde der Chaosritter waren größer und stärker als alle die er bisher sah.
Es war ihm aber nicht vergönnt diese Tiere genauer anzusehen, denn wie es Tradition unter den Männern des Nordens war, wurden keine Worte gewechselt, sondern Flüche und anstelle von zum Gruß erhobenen Händen, wurden grobe Äxte und Schwerter in die Luft gereckt.
Die schwarz gepanzerten Reiter donnerten auf sie zu und Markus war immer noch erstaunt ob der Größe und Macht dieser Männer. Er hatte noch nie solch hervorragenden Krieger gesehen, nicht einmal in der Horde des Tzarr.
In vorderster Front ritt ein Krieger in prunkvoller Rüstung, auf einem Ross welches selbst die der Ritter in den Schatten stellte. Feuer schlug aus seinen Nüstern und sein Körper wurde von Flammen umzüngelt, Hörner sprossen aus seiner Stirn wie zwei Speere.
Hinter den Rittern sah Markus zahlreiche leicht gerüstete Männer auf zottigen Ponys. Einige schwangen große Flegel, wie er einen bei sich trug und andere wieder hatten zahlreiche Äxte an ihren Sätteln befestigt.
Große Hunde hechelten zwischen den Reitern, Vorwärtsgetrieben durch die Speere ihrer Herren. Sie waren ausgehungert und ihr Knurren war wie das Geräusch eines Riesen, welcher einen Sattel zermalmte.
In der Ferne näherten sich die gepanzerten Reihen aus Kriegern, von den Göttern gesegnet und der jungen Krieger, erpicht sich einen Namen zu machen.
Sie waren so viele, dass selbst Fectus Probleme hatte sie alle zu zählen und doch war eines klar, sie waren zu viele.
Am schlimmsten aber war, dass Markus keine Ahnung hatte was er tun sollte...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 08.03.2006 - 21:23 Edited 29.04.2006 - 23:06
[11.]
Wenige Meter vor Markus kam der mächtige Reiter zum stehen, sein Pferd bäumte sich unter dem brutalen Zug seines Meisters auf. Der Ritter riss sich den Helm von seinem Kopf und sprach Markus mit einer Stimme wie ein Donnerhall an: "Wer seid ihr, Verdammter, das ihr es wagt mein Reich zu betreten. Ich sollte euch töten und eure Seelen den Göttern opfern. Gebt mir einen Grund euch zu schonen!"
Bevor Markus antworten konnte, erhob Fectus die Stimme: "Verzeiht, Herr, das dieser Diener für seinen Meister spricht, aber ich bin ein Orakel des ehrwürdigen Väterchens und es ist sein Wille, das dieser junge Krieger, Markus der Madige, und seine Mannen euch dient, um sich im Namen seines Gottes zu beweisen. Nurgle hat mir gezeigt, dass ihr in naher Zukunft große Taten vollbringen werdet und das Väterchen wünscht, dass mein Herr an eurer Seite steht."
Trezak neigte den Kopf zur Seite und schien den Worten Fectus zu lauschen. Schließlich nickte er: "Nun, nun. Neue Krieger, sind mir immer willkommen, besonders jetzt, wo die Winde erstarken und ein neuer Krieg bevorsteht. Ihr werdet für mich kämpfen dürfen." Ohne ein weiteres Wort wandte sich der Ritter ab und ritt langsam davon, gefolgt von seinen Kriegern.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 28.03.2006 - 16:11 Edited 29.04.2006 - 23:06
[12.]
Markus folgte seinen neuen Herren in das Heerlager. Während er durch die zahlreichen Zelte wanderte sah er alle Aspekte der Götter. Mächtige Khorneberserker, gegen die Grezhal wie ein alter, harmloser Mann aussah. Slaanesh-Anbeter, ohne jede Grenze in ihrer Perversion und vollendete Zweikämpfer. Und auch Diener des Tzeentch, welche die Mächte des Warps mit bloßen Gedanken verändern konnten. Und natürlich die Gesegneten des Nurgle, welche ihn und seine Mannen willkommen hießen. Aber etwas stimmte nicht. Die Arroganz welche Trezak in das Gesicht geschrieben war, verschwand als sie ankamen. Ein junger Krieger kam ihnen entgegen und überreichte dem Chaosgeneral eine Schriftrolle. Dieser wurde bleich und öffnete sie nicht einmal.
Markus verstand nicht was hier vorging. Wovor konnte so ein mächtiger Champion noch Angst haben? Er fragte Fectus, doch dieser lächelte nur. "Eure Fragen werden sich bald ergeben. Geduld, junger Krieger, ist eine wichtige Tugend."
Markus wies seine Männer an ihre Zelte am Rande des Lagers aufzuschlagen, wie alle Diener des Herrn der Seuchen. Nurglediener neigen dazu unter sich zu bleiben, nicht weil sie nicht gesellig sind, sondern weil ihre Gegenwart tödlich für alles Leben ist, selbst das ihrer Alliierten.
Markus konnte unter seinen Männern auch die ersten Anzeichen der Krankheit erkennen. Viele hatten ihre Haare verloren oder ihre Wunden hatten sich schwer entzündet. Die meisten sahen schwach und ausgemergelt aus, obwohl die Lässigkeit mit der sie ihre Waffen trugen, diesen Schein zerstörte. Einige wenige jedoch waren groß und stark geworden, sie hatten die Seuche willkommen geheißen und wurden belohnt.
"Gebieter." Markus schreckte auf als Fectus ihn ansprach "Wir sollten sehen, ob wir etwas Ausrüstung für unsere Krieger finden können. Der Krieg ist nahe, und wir müssen vorbereitet sein."
Markus nickte, ja es gab wichtigeres zu tun als darüber nachzusinnen was vor sich ging. So ging er durch das Lager und fragte nach einem Schmied, aber es gab nur einen einzigen, welcher mit den Anhängern Nurgles handelte. Dieser Schmied war ein alter Mann, gezeichnet von Krankheit, sein ganzer Körper war eine Ruine, nur sein rechter Arm war kräftig und gesund wie der eines 20-jährigen. "Was... wünscht ihr... Erwählter..." krächzte der alte Mann als Markus sich ihm näherte, ohne seine Arbeit zu unterbrechen. "Meine Männer brauchen Waffen und Rüstungen. Etwa 40 Mann." Der Alte lachte. "Jeder... hier braucht so was... ihr müsst warten... bis ihr dran seid... aber ich werde... an euch denken..." Markus kam nicht mehr dazu zu antworten, denn jemand tippte ihm auf die Schulter. Es war ein junger Krieger und er hielt ihm eine Schriftrolle hin, versiegelt mit dem Zeichen des Achtzackigen Sternes.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 11.04.2006 - 14:49 Edited 29.04.2006 - 23:06
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Markus wurde in die Mitte des Lagers geführt. Er war verwirrt, was sollte diese Nachricht bedeuten? Auf der Schriftrolle war nur der Chaosstern abgebildet gewesen, sowie einige wenige Runen, welche er nicht lesen konnte. Fectus hatte sie angesehen und nur gesagt: "Folge diesem Krieger, er weiß schon was zu tun ist." Anscheinend wusste jeder was zu tun ist, außer ihm. Und Markus hasste das.
Sie erreichten ein Zelt, welches sich deutlich von den anderen abhob. Markus konnte nicht erkennen was es war, denn außer der Tatsache, dass es etwas größer war als die anderen Zelte war es nicht ungewöhnlich. Dann bemerkte er es. Niemand wagte sich in die Nähe. Sein Führer war schon vor einigen Schritten stehen geblieben, keiner der Krieger, welche in der Nähe arbeiteten blickten in seine Richtung. Auch konnte Markus keiner der allgegenwärtigen Krähen oder anderer Tiere sehen. Ihm war das zunächst nicht aufgefallen, denn auch die Diener des Nurgle wurden vom Leben gemieden.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ein Mann in der schweren Rüstung eines Erwählten den Eingang des Zeltes öffnete und ihn zu sich heranwinkte. Es war Trezak und seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war er erleichtert Markus zu sehen.
"Gut das du kommst, er wird schon langsam ungeduldig und ich bin nicht erpicht darauf in der Nähe zu sein, wenn er mal wieder einen seiner berüchtigten Aussetzer hat." "Wer? Von wem redest du?" Trezak sah ihn mit einer Mischung aus Bestürzung und Bedauern an "Du hast wirklich keine Ahnung oder? Ich rede von..." "TREZAK! Was dauert das so lange? Wo bleibt der hässliche Bengel?" Donnerte hinter ihm eine Stimme welche in Markus Ohren wie eine scharfe Klinge auf einem Stein klang. Trezak wandte sich um "Herr, der junge Krieger ist hier. Markus der Madige, das ist der Herr der letzten Tage, Morkar."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 18.04.2006 - 21:18 Edited 29.04.2006 - 23:07
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Die gewaltige Erscheinung Morkars stapfte auf Markus zu. Trezak verneigte sich schnell und drückte Markus mit herunter. Wissen die Götter was passiert wäre, hätte er nicht sein Haupt geneigt. "So..." brummte der tiefe sorone Bass des Mannes durch den Raum "Du bist also dieser junge Krieger, das neuste Mitglied... meiner großem Familie." Seine Stimme nahm einen hönischen Unterton an. Unterdessen blickte Markus auf die anderen Krieger welche im Raum standen. Da war Trezak, welche aussah als könnte er die Gegenwart seines Kriegsherren kaum ertragen. Ein Mann in der roten Rüstung eines Khornedieners zuckte, also müsse er den Impuls zu töten mühsam zurückhalten. Eine weitere Gestalt schien dagegen in der finsteren Aura seines Meisters aufzugehen. Er trug die Farben des jungen Prinzen und blickte voller Bewunderung auf Morkar. Ein anderer Diener Nurgles war nicht zu sehen, wahrscheinlich weil seine Gegenwart zu gefährlich wäre und auch kein Anhänger des Tzeentch war anwesend.
"Hörst du mir eigentlich zu, Junge?" Markus bemerkte das seine Gedanken sbgeschweift waren. "Verzeiht Herr, ich war unaufmerksam." Markus spürte wie die Blicke des Herrn der letzten Tage seinen Körper durchbohrten und erwartete jeden Moment einen Schlag oder eine andere Art der Strafe. "Un... unaufmerksam... so viel... unverfrohenheit ist mir noch nicht untergekommen." einige Momente herrschte eine tödliche Stille im Raum und Markus sah, dass der Slaneeshkrieger, welchen Markus bereits Lederjunge getauft hatte, in angrinste. Wahrscheinlich in froher Erwartung der kommenden Gewalt. Da durchbrach das schallende Gelächter Morkars die Stille, ein Gelächter das so unmenschlich klang, dass allen Anwesenden Blut aus den Ohren lief. "Mein Junge, entweder bist du der dümmste Mensch der mir untergekommen ist oder der tapferste. Solche Ehrlichkeit habe ich hier schon lange nicht mehr vernommen." Lederjunge sah enttäuscht aus, der Khornekrieger zuckte nur.
Morkar befahl Markus aufzustehen. "Du wirst unter dem Anführer meiner Nurgle-Truppen dienen. Ich habe bereits nach ihm geschickt. Folge seinen Befehlen gut und du wirst es weit bringen. Versagst du, wirst du sterben." Morkar sagte das als sei es ein Morgengebet, welches er jeden Tag aufsagte und wahrscheinlich war dies der Fall.
"Ahh, da ist er ja. Markus, das ist dein neuer Herr..." Markus blickte zum Eingang, wo eine riesige Gestalt sich seinen Weg in das Zelt bahnte. Es war zu groß um zu stehen und seine gewaltigen Schwingen berührten die Decke "...Anthracis, Dämon des Nurgle und General meiner fauligen Legion..."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 27.04.2006 - 20:51 Edited 29.04.2006 - 23:07
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Markus war erschüttert. Anthracis war nie ein erhebender Anblick gewesen, aber nun hatte er bei weitem die Grenzen des guten Geschmacks überschritten. Sein Körper war zu einer gewaltigen Masse verrottenden Fleisches verkommen. Sein Kinn schien keinen Halt mehr zu haben und schlabberte umher. Eines seiner Augen hing an einem Nerv herab, schien aber dennoch zu funktionieren. Markus konnte eindeutig die gräßlichen Wunden sehen, welcher er verursachte, als er die Rüstung des Magiers an sich nahm. Am abscheulichsten war aber das breite Grinsen im Gesicht des Dämons.
"JUNGE! SCHÖN DICH WOHLAUF ZU SEHEN. ICH HATTE NICHT GEDACHT DICH NOCHMAL ZU SEHEN." Der Dämon schlug Markus spielerisch auf die Schulter, etwas knackte. "KOMM MIT MIR, JUNGER KRIEGER, ICH STELLE DICH DEN ANDEREN VOR. DU KOMMST GERADE ZUR RECHTEN ZEIT. UND ICH HABE GEHÖRT DU HAST FECTUS MITGEBRACHT. ICH HABE GESCHICHTEN VON DEM MANN GEHÖRT. EHER EIN GELEHRTER ALS EIN KRIEGER, ABER AUCH ER SOLL WILLKOMMEN SEIN..."
Anthracis berichtete den ganzen weg zum Rand des Lagers was geschehen war, weder seinen Tod noch die Reise durch das Chaos ließ er aus. Und seine Erzählungen waren interessant, denn wer konnte schon von Väterchen Nurgle persönlich berichten. Markus war erstaunt zu hören, dass Anthracis sich den Dämonenstand damit verdient hatte, ihn zu retten. Als Markus fragte wie das sein kann, murmelte Dämon nur, das für Nurgle die Familie über alles geht, und jedes Familienmitglied zuerst an seine Verwandten denken muss, selbst wenn er im sterben liegt. Markus dachte über diese Worte nach. Bis jetzt hatte Markus von seinen Kriegern als Diener gedacht, welche ihm auf dem Weg zur Macht folgen. Vielleicht sollte er sie aber wirklich als seine Familie sehen, schließlich wäre er ohne sie nichts. "...UND DANN BERICHTETE MIR DAS VÄTERCHEN, DAS EIN KRIEGSHERR GEWÄHLT WURDE, UND DAS ICH IHM FOLGEN SOLL."
Sie hatten die Zelte der Nurgle-Diener erreicht. "Hast du eigentlich jemals die Verräter oder die Tzeentch-Krieger gefunden, die uns geschlagen haben." "NATÜRLICH, AUCH SIE DIENEN MORKAR, ABER DEINE RACHE MUSS WARTEN, WENN DU DARAN DENKST. DER DIENST AM CHAOS IST WICHTIGER ALS KLEINLICHE FEHDEN." Markus nickte. Wie es aussah hatten sich seine Männer schon ein Lager errichtet. Die Nacht brach heran. "AUCH DU SOLLTEST SCHLAFEN, MEIN JUNGE. MORGEN WERDEN WIR AUFBRECHEN, IN DEN SÜDEN. DIE REICHEN LÄNDER DORT WERDEN EINE GUTE BEUTE SEIN." Markus nickte nur wieder. Er verneigte sich vor Anthracis, seinem neuen Herren und ging davon. In der Nacht saß er noch lange am Feuer, vertieft in einer alte Schrift. Das alte Buch, welche er im Zelt Grezhal´s gefunden hatte, schien ihn zu rufen. Er wusste, irgendwo in diesen Zeilen würde er eine Antwort auf die Fragen finden, die Anthracis in ihm wachgerufen hatten...
Parent - By Astmeister Date 29.04.2006 - 23:01
Achtung!
Ich bitte darum jegliche Diskussionen, Fragen und/oder Huldigungen von nun an in diesen Thread [Link] zu posten!
Mein Vorschlag wäre bei Fragen auf den entsprechenden Teil der Chronik zu verweisen. Für diesen Zweck werde ich die mal durchnummerieren.

Kommentare, die in den Chroniken gepostet werden, verschiebe ich zunächst in den Diskussions Thread. Nach etwa einer Woche werden "Spamm-Postings" einfach nur noch gelöscht.

Astmeister
Board-Admin Fantasy
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 06.05.2006 - 11:45
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Die Horde marschierte. Nun schon seit Tagen. Und außer ein paar Bauern war ihnen nichts in den Weg gekommen. Es war frustrierend. Markus hatte in letzter Zeit so viel gelernt. Von Fectus, von Anthracis und vor allem aus dem Buch. Er hatte einen winzigen Hauch der Natur der
Götter erkannt und wunderte sich warum Nurgle der schwächste der Dunklen Vier war. So zumindest stand es im Buch geschrieben. Er sprach eines Nachts am Feuer Fectus auf diese Sache an. Dieser runzelte die Stirn. "Wer erzählt dir solche Sachen, mein Junge, und warum lebt dieser Lügner noch?" "Es steht hier in diesem Buch, ich habe es von einem Anhänger des Khorne erbeutet." "Zeig es mir, mein Junge, und erzähl wie du es erworben hast!" Fectus brütete lange über diese alten Texte und murmelte vor sich hin. "Es ist gut das du mich darauf angesprochen hast. Etwas länger und ich hätte nichts mehr für dich tun können. Dieses Buch nennt sich das Buch der Geheimnisse. An und für sich ein mächtiges Werk, was es normalen Sterblichen erlaubt die Winde der Magie zu manipulieren, wenn auch nicht sie zu sehen. Duch dieses spezielle Werk ist besessen. Der große Intrigant Tzeentch hat einen seiner Diener an dieses Buch gebunden. Vermutlich war das der Grund warum du Grezhal besiegen konntest. Er hat es lange studiert und seine Einflüsterungen haben ihn verwirrt und seinen Glauben an Khorne geschwächt. Ich werde es säubern, dann kannst du es weiter studieren." Fectus ließ das Buch in seiner Robe verschwinden und stand auf. "Und jetzt solltest du schlafen, aber vorher bete noch zu Nurgle, auf das er dir für deinen Frevel verzeiht. Er soll dir Glück in der morgigen Schlacht bringen."
In dieser Nacht suchten Markus alte Träume heim. Er sah eine riesige vogelähnliche Gestalt, mit schillernden Federn. "Höre auf mich, junger Krieger. Sie lügen dich an, alle lügen dich an. Warum sollte das Buch lügen? Tzeentch ist ein mächtiger, gütiger Herr. Was gibt dir Nurgle schon? Leid und Qual, Verzweiflung und Schmerz. Tzeentch kann dir Macht geben, Macht und Hoffnung." Die zahlreichen Schnäbel der Kreatur klapperten und säuselten dieselben Worte immer wieder. Markus presste seine Hände gegen seine Ohren. Doch dann hörte er den Schrei der Bestie, laut, wütend, sterbend. Markus sah auf, und konnte gerade noch sehen, wie das Vogelwesen verrotete und dahinzuschmelzen schien. Aus dem Dunklen schritt eine verwesende Gestalt. Aufgedunsen und feist. "DU HAST MICH ENTTÄUSCHT, MARKUS. DU HAST TATSÄCHLICH GEGLAUBT VÄTERCHEN NURGLE SEI SCHWACH, ABER ICH VERZEIHE DIR, MEIN SOHN. ENTÄUSCHE MICH NIE WIEDER." Markus schrack auf. "Herr?" Er sah sich um. Neben ihm stand ein Junger Krieger in der Rüstung eines Auserkorenen des Nurgle. "Herr? Ist alles in Ordnung?" "Ja, es geht schon. Wer bist du?" "Ich bin der Standartenträger Anthracis`. Felix ist mein Name. Ich soll euch rufen, die Heerführer besprechen sich. Die Schlacht wird bald beginnen..."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 09.05.2006 - 21:22
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Der Morgen dämmerte und schon kurz darauf begann das Lager der Chaoshorde zu vibrieren. Es war ein Gefühl was man nur schwer beschreiben kann. Die Vorfreude auf einen guten Kampf, gemischt mit der Erwartung den Göttern aufzufallen und vielleicht einen Segen zu erhalten. Dazu konnte man den Zweifel spüren, welche in der Seele eines jeden Kämpfers nagt. Hatte er genug trainiert, war er stark genug, hatte er seine Waffe genug gepflegt, würde seine Rüstung halten? Und über diesem Chaos der Emotionen schwebte der Duft der Angst. Anthracis sog die Luft ein und labte sich an diesem herrlichen Geruch, welcher Dämonen nährte und stärkte. Er stand vor seinen Kriegern mehr als die meisten Weisen zählen konnten und blickte auf sie hinab, direkt in ihre Seelen.
"HEUTE, MEINE KRIEGER, WIRD EIN GUTER TAG. DIE SCHWÄCHLICHEN MENSCHEN DES SÜDENS ERWARTEN UNS. SIE DENKEN SIE KÖNNEN SICH GEGEN UNS STELLEN. SIE DENKEN SIE KÖNNEN UNS AUFHALTEN. SIE DENKEN SIE KÖNNEN GEWINNEN... WIR WERDEN IHNEN DIE FALSCHHEIT IHRER GEDANKEN AUFZEIGEN, WENN WIR IHRE SEELEN DEN DUNKLEN GÖTTERN OPFERN UND UNS AN DEN FRÜCHTEN IHRER DEKADENZ LABEN." Anthracis ließ seine Worte ein paar Sekunden wirken "VIELE VON UNS WERDEN IN PAPA NURGLE`S SCHOSS ZURÜCKKEHREN, DOCH FÜR JEDEN DER FÄLLT WIRD EIN ANDERER GROSSE BELOHNUNGEN ERHALTEN. UND JEDER DER FÄLLT WIRD DIE EWIGEN BELOHNUNGEN SEINER HERRLICHKEIT ERHALTEN. KÄMPFT TAPFER UND STOLZ MEINE KRIEGER UND IHR WERDET SIEGEN, IN DIESEM ODER IM NÄCHSTEN LEBEN."
Normale Menschen hätten jetzt gejubelt, hätten den Namen ihres Kriegsherren gesungen, aber die Krieger die hier versammelt waren, waren keine normalen Menschen. Jeder von ihnen trug auf die eine oder andere Art das Mal des Nurgle und sein Mal zu tragen bedeutet der ewigen Verzweiflung anheim zufallen, aus der es nur zwei Auswege gibt. Den kurzfristigen Ausweg Zerstörung und Verfall über Menschen und Land zu bringen und über die Verheerungen zu lachen. Und den finalen Ausweg des ewigen Schlafes in Nurgles Umarmung. Weder das eine noch das andere war ihnen während der Ansprache widerfahren, also schwiegen die Männer und klammerten sich etwas fester an ihre Äxte, Schwerter und Kriegshämmer.
"GEHT JETZT UND BEREITET EUCH VOR, WIR GREIFEN BALD AN." Ohne ein weiteres Wort drehte sich Anthracis um und ging in die Richtung des Feldherrenzeltes davon.
Markus drehte sich zu Fectus um. "Habt ihr schon mal ein solche Schlacht miterlebt?" "Eine solche? Ich habe schon gesehen, wie fünf Mann von einhundert Kriegern abgeschlachtet wurden. Ich habe schon gesehen, wie fünfhundert Männer von 2000 Kriegern getötet wurden. Und ich habe schon gesehen, wie ein einzelner Mann fünfzig Männer tötete. All diese Kämpfe waren blutige Gemetzel, aber was uns dort erwartet..." er deutete auf das Schlachtfeld "wird alles übertreffen was wir uns an Gewalt und Blutvergießen vorstellen können. Morkai ist ein großer Krieger, ein Prophet der Götter und ein fähiger Stratege. Einen wie ihn gab es noch nie und ich weiß nicht ob es noch jemals einen wie ihn geben wird. Denn sollte er Erfolg haben, wird die Welt wie wir sie kennen aufhören zu existieren. Also Nein, ich habe noch nie so eine Schlacht miterlebt, junger Krieger." "Wie soll ich mich verhalten? Ich will meine Männer nicht enttäuschen." "Glaubt an Väterchen Nurgle und an euch, mehr kann ich euch nicht raten. Und jetzt geht und sammelt die Truppen. Der Marsch beginnt." Markus sah wie in der Ferne die Vorhut ihren Marsch begann. Vorhut... Ein lächerlicher Begriff für einen Ansammlung von Kriegern die größer war als Arkzhals Armee damals. Es war ein Anblick welcher einen gleichzeitig den Atem und den Verstand nahm. Krieger des Khorne, blutgierig und voller Kampflust, marschierten neben den Anhängern des Slaanesh, begierig nach neuen Erfahrungen, kreischend, schreiend. Tzeentchmagier, in Flammen gehüllt und ohne feste Form, flogen über den Dienern Nurgles, verzehrt durch Krankheiten, still und leise kichernd. Sie alle hatten verschiedene Ansichten, Wünsche und Ziele. Doch sie alle einte ein Mann und eine Vision. Morkar, der Herr der letzten Tage zwang sie zum Gehorsam und ihr Ziel war klar: Die Vernichtung der Welt und die Herrschaft des Chaos. Und Niemand würde überleben...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 10.05.2006 - 22:24
[18.]

Markus konnte es hören. Stahl auf Stahl, Klinge in Fleisch, Blut in heißen Fontänen. Er konnte es spüren, der Kampf hatte begonnen. Die Brüllen der Kämpfenden, das Schreien der Sterbenden. Und er füllte nichts. Kein Bedauern ob des Mordens, kein Mitleid für die Toten, nur Freude. Er grinste. Freude, dass die ganze Welt so leiden musste wie er. Er konnte zwar nichts sehen, denn direkt vor ihm marschierten die nächste Einheit, aber dennoch wusste er was bevorstand. Er sah sich um, sah in die Gesichter seiner Kameraden. Sie marschierten in Stille. Nur das leise Klappern ihrer Kettenhemden, welches von dem Lärm des Kampfes verschluckt wurde.
Die jungen Barbaren aus dem Stamm der Beroinger direkt vor ihnen begannen zu laufen, sie brüllten in ihrer gutturalen Sprache etwas, was wie "Kharnos!" klang und damit war endlich die Sicht auf das Schlachtfeld frei. Die meisten Menschen wären vor Entsetzen zurückgewichen. Der Boden war Rot von Blut. Zerhackte und verbrannte Leichen lagen  in grotesken Stellungen über das Feld verstreut. Markus lachte.
Ein Knall wie ein zerrissenes Seil, etwas zischte links an ihm vorbei. In seinem Kameraden steckte ein Bolzen von der Länge eines Armes. Er musste nicht leiden, denn das Geschoß war durch den Sichtschlitz in das Gesicht des Kriegers gefahren. Die Zeit schien stillzustehen als der junge Krieger Namens Areos zu Boden sank. Er verließ diese Welt wie er sie betreten hatte, von der Pest gezeichnet und ohne ein Geräusch auf den Lippen. Markus sah sich um. Wo kam dieses Ding her. Da erspähte er in der Ferne auf einem Hügel ein Gerät, in etwa wie ein Streitwagen. Kleine Männer waren emsig dabei einen neuen Bolzen auf das Gestänge zu legen. Zwerge. Markus hatte von diesen Wesen in dem Buch gelesen, welches an seiner Seite hing. Sture Kämpfer und meisterhafte Schmiede. Wenn Zwerge hier waren, mussten auch irgendwo...
Da! Noch mehr Kriegsmaschinen. Markus konnte nicht erkennen welcher Art sie waren, denn er hatte so etwas noch nie gesehen, aber die Gefährlichkeit dieser Maschinen war ihm gerade demonstriert worden. Was sollte er tun?
"Vorwärts! Wenn wir hier stehen bleiben werden wir sterben. Greift an!" Seine Krieger stürmten auf die Reihen der Südländer zu. Markus blieb etwas zurück. Er musste diese Maschinen zerstören, aber sie lagen hinter den Reihen der Kämpfer. Etwas zog an seinem Gürtel. Er blickte an sich hinab. Es war als ob das Buch ihn rief, ihm zuflüsterte. Markus schüttelte den Kopf. "Ich habe jetzt keine Zeit zum lesen." Er wandte sich seinen Männern zu, welche nun ihm blutige Nahkämpfe verstrickt waren. Sie waren völlig konzentriert, so konzentriert, dass sie nicht bemerkten wie ein schlanker Streitwagen, bemannt von hochgewachsenen Elfen und gezogen von weißen Rösser auf ihre Flanke zusteuerte. Markus rannte, er konnte dieses Ding aufhalten. Er würde nicht zulassen das seine Männer, sein Familie unter den Rädern eines Elfengefährts zermalmt würden. Er fasste seinen  Flegel mit beiden Händen. Nur noch wenige Meter...
Der Beifahrer blickte ihn an. Mit einem fast traurigen Blick legte er einen Pfeil auf die Sehne seines Bogens und nahm Maß. Wie ihn Zeitlupe kam der Pfeil auf ihn zu. Es war geradezu komisch wie die tödliche Spitze sich drehte sich durch die Luft auf ihn zubohrte.
Er fühlte keinen Schmerz als der scharfe Stahl seine Rüstung durchschlug und mit einem schmatzenden Geräusch in sein Fleisch fuhr. Erst als die Pfeil aufhörte sich zu bewegen und die Wucht auf ihn Überging fühlte Markus den Schmerz. Es erinnerte in an damals, als der Troll seinen Arm zerschmetterte. Aber damals hatte Väterchen Nurgle ihn vor dem gröbsten bewahrt. Heute fühlte er die Pein  in jeder Faser seines seins. Hatte sein Gott ihn verlassen? Oder war er nur zu schwach um ihn zu beschützen? Hatte das Buch recht behalten?
"Nein!" Markus warf sich nach vorne. Er musste den Wagen aufhalten, er musste. Die Trauer, oder war es Arroganz, im Blick des Elfen wich Panik als Markus dem Wagen immer näher kam. Hastig legte der Schütze einen weiteren Pfeil auf die Sehne. Markus war fast da, er konnte es schaffen. Er holte aus. Ein weiterer Pfeil verließ die Sehne. Vor seinem Blick explodierten kleine Sonnen, als er getroffen wurde...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 14.05.2006 - 15:00
[19.]
Es vergingen nur Bruchteile einer Sekunde bevor Markus wieder klar sehen konnte. Der Pfeil war von seiner Halskrause abgeprallt und seitlich gegen seinen Kopf geflogen. Mit einem Aufschrei geboren aus dem Wissen dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen zu sein, brachte er denn Schlag zuende. Mit einem Geräusch berstenden Holzes, krachte die schwere Eisenkugel seines Flegels gegen eines der Räder, welches unter der enormen Belastung zersplitterte. Der elfische Lenker verlor die Kontrolle über seinen Wagen und nach wenigen Metern zerschellte das Gefährt an einem Felsen. Die Gefahr war gebannt.
Markus wandte sich um und betrachtete das Schlachtfeld. Seine Krieger hatten die Linie der Menschen durchbrochen und begannen nun damit ihre Kameraden zu unterstützen. Aber noch immer war die Schlacht weit davon entfernt entschieden zu sein.
In der Ferne konnte man den Donnerhall der zwergischen Kanonen vernehmen, aber da war noch mehr. Aus dem Himmel schossen Blitze herab und badeten immer mehr Chaostruppen in magische Flammen. Ein  Magier war in der nähe und Markus konnte trotz seiner mageren Kenntnisse auf dem Gebiet der Magie erkennen, dass es ein recht mächtiger sein musste. Er wandte sich um. Fectus stand auf einen Hügel und rang mit den Händen in der Luft um Kontrolle. Die Anstrengung war ihm anzusehen. Diesen Gesichtsausdruck hatte Fectus noch nie zur Schau getragen. Der sonst so ruhige und entspannte Magier trug eine Fratze des Hasses und der Anstrengung. Ein konstanter Strom von Flüchen kam ihm in der Sprache der Dämonen über die Lippen. Es sah so aus als hätte er nicht einmal die Gelegenheit seine eigenen Zauber zu wirken, so beschäftigt war er die feindliche Magie einzudämmen. Und dennoch zuckte erneut ein Blitz aus dem Wolkenlosen Himmel herab und tauchte einen Trupp der mächtigen Ritter des Chaos in weißes Licht. Als die weißen Punkte vor seinen Augen verschwunden waren, waren nur noch die verkohlten Reste der Rüstungen übrig, welche vor Hitze noch weiß glühten.
Was nun? Markus war ratlos. Die Schlacht war so chaotisch und ohne jede Form, dass es für ihn unmöglich war, denn Überblick zu behalten.
Etwas zog an seinem Gürtel. Markus blickte hinab. Es war das Buch. Der Einband aus menschlichem Leder, welches irgendeiner armen Seele vom Gesicht geschnitten wurde schien ihn anzugrinsen. Wieder bewegte es sich in einem unsichtbaren Wind. "Also gut. Mal sehen was du mir sagen willst."
Markus befreite den Folianten von seinem Gürtel. Als er das schwere Messingschloss öffnete, sprang er wie von selbst auf und ein weiterer Windstoß blätterte es auf. Es blieb auf einer Seite stehen, die Markus schon gut kannte. "Das Auge des Magiers. Ja, dass könnte jetzt helfen."
Dieser eher unscheinbare Zauber, erlaubt es normalen sterblichen die Winde der Magie für einen kurzen Moment zu sehen. Allerdings war seine Anwendung sehr gefährlich, wie Fectus im erklärt hatte. Das Auge eines sterblichen war es nicht gewohnt die Winde zu sehen und es konnte sein, dass er sich in diesem Anblick verlor. Und manchmal konnte sogar ein Dämon auf die Idee kommen es mit leichter Beute zu tun zu haben.
Markus murmelte die Worte der Macht, wie es ihm gezeigt wurde. Er schloss die Augen und hob seinen Kopf. Als er die letzte Silbe gesprochen hatte, riss er sie auf und konnte sehen. Über dem Himmel spannten sich acht Bänder aus verschiedenen Farben. Von reinem Weiß, bis tiefsten Schwarz. Dies waren Licht und Schatten. In seiner näheren Umgebung wurden drei der Bänder angezapft und in die Nähe der Erde gezwungen. Fectus zog seine Magie aus den Winden Leben und Tod, wie es jeder Magier des Nurgle`s tat um seine Magie der Seuchen zu formen. Aber hinter dem Hügel wurde der Wind der Himmelsmagie angezapft. Nur eins störte Markus: Während der Strom Fectus` ein lauer Wind war, entstand dort drüben ein wahrer Orkan. Markus musste etwas tun um das zu stoppen oder die Schlacht würde nicht von der weltlichen Macht des Stahls, sondern von himmlischer Magie gewonnen werden. Er stapfte los, Richtung Hügel, es würde ein weiter und vor allem gefährlicher Marsch werden.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 25.05.2006 - 12:17
[20.]

Um ihn herum wütete der Wahnsinn der Schlacht weiter. Markus stapfte durch weiter in die Richtung der Hügel auf denen die Artillerie der Zwerge stand. Es war seltsam, niemand schien sich für ihn  zu interessieren. Es war als ob niemand Notiz von ihm nahm. Markus beobachtete. Er sah wie junge Krieger, kaum ihm Mannesalter sich gegenseitig auf bestialische weise umbrachten. Er betrachtete die enorme Wirkung der zwergischen Waffen. In der Ferne sah er, wie seltsame Wesen, die Dämonen des Khorne, ihre ganze Blutlust auf wenige elfische Krieger ausließen.
Und auf einmal waren da Menschen, junge Krieger. Sie flohen. Für eine Sekunde bemerkte Markus den Drang mit ihnen zu laufen. Aber er konzentrierte sich auf etwas, was viel wichtiger war als die fliehenden Menschen. Das, vor dem sie flohen. Ein lautes Wiehern ertönte. Pferde. Markus hatte diesen großen Wesen nie vertraut. Und jetzt konnte er sie sehen. Junge Menschen aus dem Süden mit langen Speeren preschten auf ihren Rössern direkt auf ihn zu.
Markus fasste seinen Flegel fester. Wenn er jetzt davonlief würde er sterben, also blieb ihm nur der Kampf.
Die Reiter senkten ihre Speere und kamen immer näher. Mittlerweile zweifelte er an der Weisheit seiner Entscheidung.
Der Aufprall.
Er konnte scharfen Stahl spüren der seine Rüstung durchschlug. Markus biss die Zähne zusammen, noch einen Moment und sie waren nah genug. Jetzt. Er ließ seine Waffe im weiten Bogen gegen den Kopf eines Reiters schwingen. Die Wucht des Hiebes warf sein Opfer aus dem Sattel. Markus führte den Schlag noch weiter um noch einen zweiten Reiter zu erwischen. Doch dieser duckte sich geschickt in seinem Sattel und wich so dem Hieb aus. Die Reiter umzingelten ihn. Markus war noch durch seine Begegnung mit dem Streitwagen geschwächt und die Speere waren lang. Er konnte seine Gegner nicht erreichen und immer wenn er sich einem von ihnen zuwandte stach ein anderer ihm in den Rücken.
Ein zischendes Geräusch, ein fleischiges Klatschen und einer seiner Gegner fiel schreiend aus dem Sattel. In seinem Rücken steckte eine leichte Axt. Mehr Reiter tauchten auf und schnell entstand ein wildes Handgemenge. Markus tat sein bestes den nun abgelenkten Feinden in den Rücken zu fallen.
"Erwählter!" rief einer der Neuankömmlinge "Ihr seit verletzt, sollen wir euch in das Lager eskortieren?" Markus überlegte kurz. Er verspürte keinen Schmerz, obwohl der Speer noch in seinem Bauch steckte. "Nein, ich habe eine wichtigere Aufgabe für euch." Markus deutete auf den Hügel "Da hinter verstecken sich die Magier die des Feindes. Sucht sie und haltet sie auf!" Der Reiter senkte kurz seinen Kopf "Wie ihr befiehlt, Erwählter." Er schrie etwas in einer fremden Sprache und die Barbarenreiter suchten das weite. Sie ließen nur Staub und die Leichen der Südländer zurück. Die Pferde wurden mitgenommen.
Was sollte Markus jetzt tun. Die Reiter würde mit den Magiern schon fertig werden und er konnte mit ihnen sowieso nicht Schritt halten. Oder konnte er?
Er fühlte wieder das Gewicht des Buches an seiner Seite. Er wusste das es einen Spruch enthielt, der ihm jetzt nützlich sein könnte, aber er hatte ihn noch nie eingesetzt und auch nur einmal gesehen, damals bei Arkzhal. Und Fectus hatte ihn gewarnt. Markus öffnete den Verschluss seines Buches. Es sprang auf der Seite "Weg durch die Schatten" auf. Markus musste schmunzeln. Das Buch wusste genau was er tun wollte.
Mit lauter Stimme intonierte er die Formel. Die Sprache der Dämonen ging ihm leicht über Lippen, als ob er es schon tausendmal getan hatte. Nachtschwarze Tentakel wandten sich aus allen dunklen Bereichen und umschlangen ihn. Immer finstere wurde es, als ob das Licht gierig verschlungen wurde. Als er die letzten Worte ausgesprochen hatte trat er einen Schritt zurück, in seinen eigenen Schatten hinein. Die Welt um ihn herum verschwand in Finsternis.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 26.05.2006 - 18:34
[21.]

Er befand sich an einem seltsamen Ort. Es gab weder Licht, noch Geräusche. Nur das konstante wabern sich windender Schatten. In ihnen konnte er Dinge erkennen. Krieger die ihre Waffen hoben und senkten. Streitwagen, welche über das Schlachtfeld fuhren. Kriegsherren, ihre Männer anspornend. Er konnte sie sehen, aber nicht berühren. Markus lächelte. Die Wirkung dieses Zaubers war beeindruckend. Denn obwohl er alle anderen lebenden Wesen sehen konnte, konnte niemand ihn sehen. Die Schatten verhüllten ihn. Er machte sich auf den Weg.
Er wünschte sich nur, dass er eines dieser Wesen aus Schatten rufen konnte, dann wäre er deutlich schneller gewesen. Aber auch zu Fuß konnte er ungesehen sein Ziel erreichen.
In der Ferne waren drei helle Lichter zu erkennen. Die Magier. Sie hatten eine stabile Verbindung in das andere Reich geöffnet, so waren sie leicht zu erkennen. Hinter ihm, in einiger Entfernung konnte Markus sehen, dass Fectus immer noch mit der Magie der Elfen rang. Aber da war noch mehr. Helle Lichter in der Höhe. Wesen ohne Flügel, auf den Winden des Chaos reitend. Kreischer.
Besonders vor diesen Wesen hatte Fectus ihn gewarnt. Sie würden ihn als Diener des Nurgle bevorzugt angreifen und das sollte er auf alle Fälle vermeiden. Bis jetzt beschränkten sich die niederen Dämonen darauf sich an der freiwerdenden Energie tausender Toter zu laben. So lange der Strom an Seelen nicht abriss, war Markus sicher.
Langsam bewegte er sich durch die Dunkelheit, die Lichter in der Ferne waren sein einziger Fixpunkt. Aber er kam ihnen immer näher. Da, eine plötzliche Aufwallung an Energie. Ein Bolzen aus Himmelsmagie schoss aus der Höhe und zehn neue Seelen waren frei und wurden sofort verschlungen. Markus realisierte, dass dies die jungen Reiter waren, welche er zum Angriff befohlen hatte. Er fühlte einen kurzen Stich, denn ihr Tod lastete auf seinen Schultern. Aber immerhin war nun die Aufmerksamkeit der Kreischer auf die Magier gerichtet. Zwei von ihnen nutzen die Verbindung des Magierzirkels und verschwanden in das materielle Reich.
Kurz darauf flackerte eines der Lichter, eine Aufwallung der Magie entstand. Die Elfen kämpften um die Kontrolle als sie von den dämonischen Wesen angegriffen wurden. Ein weiterer Bolzen aus Magie schlug in den Boden ein und die Dämonen wurden wieder in das Reich des Chaos zurückgeworfen, nur noch schwache Abbilder ihrer ehemaligen Macht. Das flackernde Licht stabilisierte sich wieder, auch wenn es nun etwas weniger kräftig wirkte. Der Magier musste verletzt sein.
Markus war erstaunt, dass diese Elfen denn Angriff der Dämonen so einfach wegstecken konnten. Er hatte erwartet, dass er sich nun um andere Probleme kümmern konnte. Wenn es drei Dämonen nicht schafften sie zu töten, konnte er es dann.
Er schüttelte denn Kopf. Wenn ich sterbe, dann sterbe ich eben. Auch wenn ich sie nicht alle besiege, so schaffe ich es dennoch sie zu schwächen, so dass andere meine Aufgabe beenden können.
Langsam kam er dem Zirkel näher. Markus bewegte sich vorsichtig, wollte keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Denn auch wenn er für sterbliche Augen nicht sichtbar war, so konnte ein jeder Magier, der wusste wonach er suchen musste, schnell entdecken.
Noch wenige Schritte und er war nahe genug. Noch einer... noch einer... jetzt...

Faylanor, Schwertmeister des Turmes und Lehrling der Magie, war erschöpft. Die ganze Zeit half er den Magiern den Magiefluss zu kontrollieren und als die Dämonen angriffen war er verwundet worden. Doch sein Wille hielt ihn aufrecht. Was war das? Etwas am Rande seines Gesichtfelds. Da war es wieder. Gerade wollte er einen der Meister auf das seltsame Geschehen aufmerksam machen, als die Schatten sich verzogen und eine riesige Gestalt mit einem schweren Flegel direkt auf ihn zustürmte. Das Wesen brüllte etwas in der primitiven Sprache der Nordmenschen. Instinktiv riss Faylanor sein Schwert in die Luft um den tödlichen Hieb zu parieren...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 19.06.2006 - 18:11
[22.]

Funken flogen, das Krachen von Stahl auf Stahl. Markus liebte dieses Geräusch. Er lebte dafür. Der Elf war kein unerfahrener Kämpfer, denn einen Flegel oder einen Morgenstern zu parieren war keine leichte Aufgabe. Viel zu leicht schlang sich die Kette um die eigene Waffe und fand doch noch sein Ziel. Der Elf parierte nicht die Kette, sondern den Schaft der Waffe, während er gleichzeitig gebührenden Abstand hielt. Mit einer fließenden Bewegung befreite er sich und nahm Abstand zu seinem Gegner.
Markus lächelte nur, der Elf bedachte nicht, dass noch weitere Ziele in der Nähe waren. Die Magier, die er beschützte, waren in Trance und nahmen nur am Rande mit was hier geschah, sie waren leichte Beute.

"Seine Augen. Dieser Mensch sah ihn nicht an, er suchte etwas. Natürlich, die Magier. Er bewegt sein Knie." Diese Gedanken schossen innerhalb von Sekundenbruchteilen durch Faylanors Kopf. Er reagierte schon, bevor Markus seine Gedanken beendet hatte. Der Elf warf sich nach vorne um den Nurglechampion aufzuhalten.

"Er ist wirklich schnell..." dachte Markus "...und obendrein kann er wohl meine Gedanken lesen." Sein Feind stand nach einer kurzen Drehung in einer Position, die es Markus unmöglich machte auf die Magier zuzustürmen ohne ihm eine verwundbare Flanke darzubieten. "Und er würde diese Lücke ausnutzen, keine Frage. Was tue ich am besten? Er ist schneller als ich und obendrein erfahrener. Ich bin stärker gerüstet, keine Ahnung warum er hier in der Robe eines Magiers herumläuft. Und ich bin stärker. Wenn ich ihn zu fassen kriege, kann ich ihn zermalmen."

"Was denkt dieser Mensch so lange nach? Haben die Seuchen sein Gehirn verwirrt? Soll ich angreifen? Ja, ich greife an. Beende den Kampf mit einem Hieb." Faylanor veränderte seinen Griff und ging in die "Falke des Nordens" Position. Der rechte Fuß leicht vor dem linken, das Schwert über dem Kopf erhoben. Diese Position war die eine der offensivsten, die es unter den Schwertmeistern von Hoeth gab. Man gab fast völlig seine Deckung auf, aber sie konnte eine schnelle Entscheidung erzwingen.

"Er erhebt sein Schwert? Ist er von Sinnen? Keine Deckung und keine Rüstung? Nein, so einen Fehler begeht ein solcher Krieger nicht. Was zum...?" Markus riss seine Waffe hoch, zu spät. Die schlanke, elfische Klinge senkte sich mit rasender Geschwindigkeit auf ihn herab. Sie fand ihr Ziel. Eine Ritze zwischen seinem Schulterpanzer und dem Oberarmschoner seines rechten Armes. Blut spritze und obwohl Markus kaum Schmerzen spürte wusste er, dass dies, eine ernste Verwundung war, vermutlich genug um ihm völlig kampfunfähig zu machen. Sein Blick verschwamm, er ging zu Boden.

"Treffer. Ich habe ihn erwischt. Das wird diese Nordmänner lehren sich mit einem Schwertmeister anzulegen. Was? Er bewegt sich noch? Ja... er ist ein Anhänger des Nurgles. Diese Kämpfer sind unglaublich zäh. Besser ich töte ihn ein für alle Mal."  Faylanor ging einen Schritt auf sein Opfer zu, das Schwert erhoben.

Immer noch lief das gräuliche Blut auf den Boden. Aber immer noch kein Schmerz, langsam kehrte auch seine Sehfähigkeit zurück. "Nurgle sei dank, ich werde diesen Treffer überleben." In dem Moment fiel ein Schatten auf Markus. Ein Schatten mit dem erhobenen Zweihänder, wie ihn nur die Schwertmeister von Hoeth tragen. Markus hörte die Worte des Elfen "Kehre zurück in das Chaos, mögest du Ruhe im Tode finden, Chaosdiener..."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 24.06.2006 - 12:03
[23.]
Er hatte nicht viel Zeit, schon in wenigen Momenten würde die Klinge her niederfahren und sein Leben beenden. Markus schloss seine Augen und konzentrierte sich auf die Worte der Macht, welche er vor kurzem bereits einmal verwendet hatte. Ohne nachzudenken legte er seine Rechte auf das Buch an seiner Hüfte.

Der Chaosdiener zu seinen Füßen schien aufzugeben. Er hatte die Augen geschlossen und murmelte vor sich hin. Zweifelsohne ein Gebet an die finsteren Götter, dass sie seine Seele schonen mögen. Faylanor war es egal, was mit ihm geschah, aber der Zirkel musste beschützt werden. Er schlug zu...

Schatten verschlangen Markus bevor die Klinge ihn erreichte und er rollte sich zur Seite. Die tödliche fuhr neben ihm in den Boden, der Elf war einen Moment verwirrt, dass sein Opfer verschwunden war. Er sollte keine Chance kriegen sich zu erholen.

...in den Boden. Wie konnte das sein? Warum konnte dieser Krieger die Mächte des Warp anrufen? Er war ein Krieger, kein Magier? Es musste ein weiterer Magier in der Nähe sein. Faylanor sah sich um, konnte aber nichts erkennne. Was...? Er spürte einen Hauch hinter und wirbelte herum. Eine schwere Klaue umgriff seinen Hals und drückte ihm die Luft ab.

Erwischt. Markus lachte innerlich. Diese Elfen sind schnell, aber diesmal nicht schnell genug. Er wand sich in seinem Griff, konnte ihn aber nicht brechen. Die Wunde in seinem Arm war bereits wieder verheilt, es hat tatsächlich manchmal einen Vorteil den Arm eines Trolles zu bestitzen. Nicht immer, aber heute schon. Aber Markus wusste, dass er schnell handeln musste. Die Magier waren immer noch am Leben und machten seinen Kameraden das Leben schwer. Mit einer schnellen Bewegung brach er das Genick des Elfen und warf ihn  achtlos beiseite. Sollten sich die Krähen um ihn kümmern.

Schmerz. Wie ein kaltes Messer in seinem Rücken. Er konnte seinen Körper nicht mehr fühlen. Was war passiert? Alles war so kalt, aber da war... etwas warmes. Auf seiner Brust. Sein Amulett, es glühte in einem blauen Licht. Es rettete ihm das Leben, wie schon so viele Male zuvor. Der Chaosdiener dreht sich um, er hat es bemerkt. Ich bin nicht tot, aber er könnte sein Werk vollenden. Er kommt näher...

Dieser Elf war zäh. Markus hatte eindeutig gespürt, dass er sein Genick gebrochen hatte, also warum bewegte er sich noch. Er hockte sich neben ihm hin. Dieser Gegner war ein würdiger. Er war es wert weiter zu leben. Zu dienen. Markus lächelte. Er sollte Nurgle dienen...

Er beugt sich zu mir herab. Nein, dass kann er nicht tun. Ein Dolch in seiner Hand. Soll ich durch solch eine ehrlose Waffe sterben? Er... er schneidet sich in seinen Arm. Gräuliches Blut... Nein... er tropft es auf mich. Ich darf es nicht schlucken. Nein...

Nicht mehr lange und ein neuer Diener wird geboren werden. Solange muss er leben. Solange, bis er dient. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder Krieger. Obwohl ich dich dann nicht mehr erkennen werde.
Markus ergriff seinen Flegel und näherte sich dem Magierzirkel. Es ist Zeit diese Schlacht zu wenden.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 21.08.2006 - 17:28
[24.]
Ohne die Unterstützung der Magier brach diese Flanke rasch zusammen. Eine virulente Seuche, die von Fectus entfesselt wurde schwächte die Verteidiger und schon nach wenigen Stunden brachen die Krieger von Anthracis mit der Standarte von Felix an der Spitze durch ihre Linien.
Markus war zufrieden.
"Gut gemacht, junger Krieger." Meinte Fectus am Abend. "Du hast die Magie schon recht gut unter Kontrolle, pass nun auf das sie dir nicht zu Kopf steigt. Was hast du eigentlich mit dem Elfen gemacht, denn du infiziert hast? Hast du ihn gefangengenommen?" Markus schüttelte den Kopf "Nein, er war verschwunden, nachdem ich die Magier getötet hatte. Er muss irgendwie meinen Angriff überlebt haben." "Die Seuche wird ihn holen. Vor Papa Nurgles Geschenken, kann man nicht fliehen." Fectus kicherte. "Und was nun, Fectus? Ziehen wir weiter in den Süden?" "Ja,  diese Armee wird weiterziehen. Aber Anthracis meinte, wir würden einen anderen Weg nehmen, einen kleinen Umweg." "Was? Warum?" "Nun, wir haben schwere Verluste erlitten. Dieser Magierzirkel war mächtig und besonders unsere jungen Krieger haben schwere Verluste erlitten. In der Nähe lieg eine Stadt. Nicht sonderlich schwer befestigt. Wir wollen dort ein paar... Freiwillige rekrutieren."

Faylanor atmete tief durch. Er war entkommen. Trotz seiner Wunden. "Wie war das möglich? Was war passiert?" Das letzte, woran er sich erinnerte, war das sein Genick gebrochen war. Aber dann war da nur Schwärze. Egal, er musste weiter. Nach Süden, wo andere seines Volkes waren um das Chaos aufzuhalten.

Markus betrachtete die Szene des Grauens vor ihm. Die ganze Siedlung war schon nach wenigen Stunden unter Fectus` Magie gefallen. Die Menschen stapelten sich in den Straßen, viele von ihnen lebten noch. Markus beobachtete wie der alte Magier und einer seiner Diener von einem Kranken zum nächsten ging und mit jedem sprach. Viele spuckten Fectus an oder schlugen nach ihm, aber für jeden der sein Angebot ausschlug, war auch einer dabei, welcher nur seinen Kopf senkte und nickte. Diese Menschen berührte Fectus am Kopf und murmelte einige Worte und sofort erhoben sich die Todkranken mit neuer Kraft. Sie dienten nun einem anderen Gott, dem einzigen Gott der sie am Leben erhalten konnte: Nurgle.
"War dies der richtige Weg? Soviel Leid? Markus schüttelte den Kopf, natürlich war es das. Wie kam er nur auf solche Gedanken. Wie konnte Nurgle`s Pfad falsch sein..."

Nur ein Tag war vergangen und ihre Verluste waren ausgeglichen. Zahlreiche neue Krieger hatten sich bereit erklärt zu dienen und zu leben. Und die jungen Krieger, welche die Schlacht zuvor überlebt hatten, trugen nun ihre erbeuteten, stählernen Rüstungen.
Seine Armee war so stark wie nie zuvor. Markus war zufrieden, nun konnten sie weiterziehen. Nach Süden. Um noch mehr Schlachten zu schlagen und die schwachen Menschen zu zerschlagen. Niemand konnte sie aufhalten, solange Morkar sie einte.

Er hatte es geschafft. Eine Siedlung der Menschen. Von hier konnte er weiter und nach Hause zurückkehren. Denn Krieg hinter sich lassen. Der Elfenkrieger stutzte. Die Menschen sahen ihn an. Voller Angst und Abscheu. Einige Männer erhoben ihre Waffen, erkannten sie denn nicht das er ein Verbündeter war? Die Männer brüllten etwas in ihrer primitiven Sprache. Es klang wie "Verschwinde" und "Unreiner". Was meinten sie? Sie kamen näher...
Faylanor wandte sich ab und rannte davon.
"Was ist nur los?"
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 27.08.2006 - 13:26
[25.]
Faylanor rannte um sein Leben, die aufgebrachte Menge hinter ihm. Sie trieben ihn scheinbar für eine Ewigkeit durch die Wälder. Der Schwertmeister hätte leicht viele, wenn nicht alle von ihnen töten können, aber das wäre für einen Edlen der Hochelfen nicht angebracht.
Doch dann schien es, als hätte er keine Wahl. Die Meute hatte ihn in einen Talkessel getrieben und der einzige Ausweg war von den Menschen blockiert.
Faylanor griff sein Schwert fester, sein Gesicht verzog sich zu einer grimmigen Miene. Er würde so viele von ihnen mitnehmen wie es geht. Er würde sich nicht einfach lynchen lassen.
Sie kamen. Alte Männer, Frauen und Kinder, mit Äxten und Mistgabeln. Barbaren in den Augen des Elfes, keine echten Krieger. Denn diese waren alle im Krieg. Wie konnte er nur? Wie konnte er nur darüber nachdenken diese Menschen zu töten. Es wäre kein Kampf, es wäre Mord. Aber nun hieß es, er oder sie. Was sollte er tun? Er hatte keine Wahl.
Faylanor nahm eine Abwehrhaltung ein, denn Felsen im Rücken und erwartete seine Häscher. Die Menschen brüllten und rannten auf ihn zu.
Doch nach wenigen Schritten wurden sie langsamer und hielten schließlich an. Verwirrt blickten sie drein. Auch Faylanor war verwirrt. Was geschah hier? Die Menschen ließen ihre Waffen sinken. Das war seine Gelegenheit und Faylanor nutzte sie.
Er sprang zwischen die verwirrten Bauern, schlug links und rechts. Sein ehemals schimmernd silbernes Schwert war schnell von rotem Blut besudelt. Es gab kein Denken in diesem Angriff nur diese Stimme in seinem Kopf die ihm sagte, er müsse jetzt kämpfen oder sterben.
Nach einigen Sekunden, die wie eine Ewigkeit erschien, rannten die Menschen um ihr Leben und Faylanor kam zur Besinnung. Was hatte er getan? Warum hatte er das getan?
"Das ist eine gute Frage, Faylanor von Hoeth." Der Edle wirbelte herum, seine Waffe Kampfbereit. Doch bevor er einen Schlag führen konnte, erkannte er die Stimme, die er gehört hatte und sank auf ein Knie. "Verzeiht, Meister Sivyel. Ich habe euch nicht sofort erkannt." Sivyel war ein Lehrmeister aus Turm zu Hoeth und damit Faylanors Gebieter.
"Faylanor, was hast du getan. Du hast diese Menschen getötet. Du hast gesehen, dass sie ihre Waffen sinken ließen, als mein Zauber wirkte. Warum hast du sie getötet?" Sivyels Stimme war ohne Hass oder Wut, er stellte nur eine sachliche Frage. Innere Ruhe, war die wichtigste Disziplin der weißen Magie.
"Ich... ich weiß es nicht. Es war wie ein Befehl... in meinem Kopf. Sie hätten sonst vielleicht wieder angegriffen."
"Angegriffen? Eine Bande von Bauern? Diese Barbaren? Du hättest sie für Stunden hinhalten können. Du bist ein Schwertmeister von Hoeth." Immer noch diese ruhige Ton, Faylanor konnte ihn nicht mehr ertragen.
"Aber sie... sie haben mich gejagt. Sie wollten mich töten."
Sivyel nickte langsam. "Wollten sie das?..." "Töte ihn!" "Oder wollten sie nur sichergehen, dass du..." "Töte ihn!" "niemals wiederkommst?" Faylanor schüttelte den Kopf. Wieder diese Stimme in seinem Kopf.
"Aber Faylanor... ich sage dir sie hatten allen Grund dich zu fürchten. Sie mussten dich fortjagen, um sich selbst zu schützen. Sie hatten keine Wahl." Jetzt schwang ein Hauch von Traurigkeit in Sivyels Stimme.
"Was meint ihr, Meister? Wir sind doch alliiert mit den Menschen? Warum sollte ich eine Gefahr für sie sein?" Faylanor wollte endlich eine klare Antwort haben.
Statt zu antworten griff der Magier in eine Tasche seiner Robe und holte einen kleinen silbernen Spiegel hervor. "Deswegen."
Faylanor blickte in den Spiegel, aber das Gesicht das ihn anstarrte war nicht seins. Es war ein Gesicht von Beulen und Pusteln gezeichnet. Es war das Gesicht eines Wesens, das die schlimmste aller Krankheiten trug. Es war das Gesicht eines Verdammten.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 07.09.2006 - 14:27
[26.]
"Wie du siehst," sagte Sivyel "blieb den Menschen keine Wahl als dich zu fürchten. Du bist gezeichnet, vom Chaos berührt, verdammt. Dir bleibt nur eine Wahl um dein Licht zu retten, mein Schüler." "Was, Meister? Was kann ich tun?" Faylanor fühlte Angst. "Nimm dein Schwert und nimm dir dein Leben. Ich werde deine Seele vom Makel reinigen, bevor die Dämonen sie verschlingen können." Faylanor konnte nicht glauben, was sein Meister da sagte. Selbstmord? "Meister, es muss einen anderen Weg geben. Kann man die Seuche nicht heilen? Vielleicht in Ulthuan?" Trauer stand Sivyel ins Gesicht geschrieben, langsam schüttelte er den Kopf. "Alles was ich dir bieten kann, ist deine Seele zu retten. Die Fäulnis, kann man nicht stoppen."

"ER LÜGT!" Faylanor wirbelte herum und auch Sivyel schien überrascht.
"Ich kann dir eine Möglichkeit bieten, die Fäulnis zu besiegen, Faylanor, Schwertmeister des Weißen Turms. Eine Möglichkeit, die Meister Sivyel sehr wohl kennt, dir aber nicht nennen will." Über ihnen schwebte ein Mensch in schwerer Rüstung. Flammen umzüngelten ihn und seine Rüstung schien ständig in Bewegung zu sein. Er stand auf einer Art Scheibe aus Metall mit Gargylen verziert. Diese Gesichter schnatterten und wisperten, dass es kaum zu ertragen war.
Ein Champion des Herrschers des Wandels. Wie konnte er sich so an sie heran schleichen.

"Ich kann dir helfen, mein Meister kann dir helfen. Die Seuche kann besiegt werden." Der Mensch sprach in einer Stimme, die ständig in Höhe und Tonfall zu wechseln schien. Faylanor war völlig fasziniert. Hätte er aufgepasst, würde er sehen welch magisches Gewitter zwischen seinem Meister und diesem Hexer entstand. Bäume brannten und Steine zerflossen. Gräser hoben ihre Wurzeln aus der Erde und liefen davon. "Wir können dein Leben retten und du könntest Rache nehmen. Doch dein Meister wünscht deinen Tod. Warum will er dich sterben sehen, wenn er deine Rettung kennt?" "Höre nicht auf ihn, Faylanor. Sein Vorschlag wird deinen Körper vielleicht retten, aber deine Seele und deinen Verstand wirst du opfern."

Faylanor verstand nicht was hier geschah. Er stand so kurz davor den Weg des Schwertes zu verlassen und ein Magier zu werden und nun sollte er sterben? Oder sollte er seine Seele für eine zweite Chance geben? Vielleicht könnte er eine Möglichkeit finden die Krankheit zu heilen, aber er brauchte Zeit. Zeit, die sein Meister ihm nehmen und dieser Hexer ihm schenken wollte. Aber was bedeutete eine Lebensspanne gegen eine Ewigkeit der Verdammnis? Was sollte er nur tun?

"Ja, Faylanor, ich kann dir Zeit bieten. Zeit und Wissen. Er bietet dir denn Tod. Die Entscheidung sollte dir nicht schwer fallen." "Höre nicht hin Faylanor. Bringe es zuende. Töte dich oder ich werde es tun müssen. Ich lassen nicht zu, dass du deine Seele an das Chaos verlierst, eher vernichte ich dich!" So voller Hass, so voller Mordlust. War das eben wirklich Sivyels Stimme gewesen? Würde er ihn wirklich töten? Sollte er das zulassen? Nein, wenn einer sein Leben beenden würde, wäre er das.
"Ich muss es beenden, Faylanor, ich kann es nicht riskieren. Stirb Faylanor, Schwertmeister des Weißen Turms!" "NEIN!" Faylanor wirbelte herum und zog in einer fließenden Bewegung sein Schwert. Sein Meister Sivyel blickte einen Moment erstaunt, bevor sein Kopf nach hinten viel und der Körper des alten Magiers zu Boden glitt.

"Gut gemacht, Faylanor. Sehr gut gemacht." "Schweig, Chaoshexer. Ich werde weder dir, noch deinem Meister dienen. Wenn einer mein Leben beendet, dann bin ich das." Faylanor hob sein Schwert. "Niemand bekommt meine Seele, niemand!" Und so trieb Faylanor, Schwertmeister des Weißen Turmes seine Klinge durch seinen Körper.
Der Hexer nahm seinen Helm ab und betrachtete Faylanors Körper. Er lächelte.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 13.09.2006 - 15:37
[27.]
Markus schlug einen weiteren schwächlichen Südländer nieder. Sie waren wie Schafe auf der Schlachtbank, sie konnten seine Horde nicht stoppen. Seit Wochen war es immer dasselbe. Dorf um Dorf, Siedlung um Siedlung. Eine echte Schlacht hatten sie seit Wochen nicht mehr erlebt. Wie sollte man den Göttern so seinen Wert beweisen, wenn sich die Gegner weigerten einen vernünftigen Kampf zu liefern? Auch bei seinen Kriegern zeigten sich die ersten Anzeichen von Unmut und schon dreimal musste Markus eingreifen und einzelne Krieger daran hindern seine Bande zu verlassen. Einer von ihnen hing jetzt an seiner persönlichen Standarte.

Der Champion des Nurgle schlug das Zelt seines Mentors Fectus auf. "Hexer, wo bist du? Ich brauche deinen Rat!" "Hier, Markus." Fectus hustete. "Wie kann ich euch helfen, Champion?" "Meine Männer werden unruhig, einige von ihnen wollen sich anderen Banden anschließen. Sie denken ich bin feige. Sie denken ich würde den echten Kämpfen ausweichen. Ich musste schon drei von ihnen töten." Fectus nickte langsam sein kahles Haupt. "Ja, das ist ein Problem, aber ich wüsste nicht wie ich euch helfen kann." "Ich brauche ein Zeichen, dass ich immer noch in Väterchen Nurgles Gunst stehe. Ich brauche... Dämonensegen." Fectus runzelte die Stirn. "Ihr wisst nicht wovon ihr da redet. Ja, der Segen kann euch große Macht verleihen, aber sollte euer Anliegen von Nurgle abgelehnt werden, werdet ihr einen großen Preis zahlen." "Fectus, ich kenne die Risiken. In meinem Buch ist alles verzeichnet was ich wissen muss. Es steht auch geschrieben, dass Nurgle bis zum heutigen Tag keinen Champion zurückgewiesen hat."
Fectus Blick wurde hart. "Das Buch? Jenes Buch, welches schon einmal versucht hat, euch in Zweifeln zu ertränken? Jenes Buch, welches nur darauf wartet euch zu betrügen? Traut dem Buch nicht. Die Dämonen mögen unsere Verbündeten sein, aber jeder von ihnen würde mit Freude eine Gelegenheit ergreifen euren Körper zu besitzen, anstatt in einem alten Buch zu verrotten." Fectus sah Markus in die Augen. "Gebt es mir." "Was?" Markus war nicht gewöhnt das Fectus ihm solche Befehle gab. "Gebt mir das Buch! Ich befehle es." "Was? Wer denkst du das du bist? Nurgle hat dich wiedererweckt, damit du mir dienst." Markus war außer sich, er konnte jetzt nicht noch einen aufsässigen Hexer gebrauchen "Nein. Nurgle sandte mich zu dir, damit du von meiner Erfahrung lernst. Aber anscheinend hat dieser Wälzer deinen Geist vernebelt. Gib es mir!" Aus der Stimme Fectus´ war jegliche Freundschaft und Wärme gewichen, nur noch der Befehl war übrig.
Markus neigte sein Haupt. "Verzeiht mir, Lehrmeister. Ich war vermessen an euch zu zweifeln." Markus entfernte das Buch von seiner Seite und gab es dem alten Magier. Fectus lächelte. "Du bist jung, Erwählter. Eines Tages werde ich dir das Buch wiedergeben, aber heute werde ich für dich um Dämonensegen bitten." "Was? Habt ihr nicht gerade gesagt das sei zu gefährlich?" Fectus kicherte, ein Geräusch wie trockene Blätter auf Steinen. "Es ist gefährlich, für mich, für euch und für alles Leben in der Nähe. Aber ich denke das ihr reif seit für diese Prüfung, dass ihr mir das Buch gegeben habt, euch meiner Weisheit und meinem Alter gebeugt habt, zeigt mir, dass ihr Nurgles Wege verstanden habt. Die Vergangenheit ist alles was bleibt, wenn die Zukunft nur noch Leid und Tod bedeutet. Und nun geht, ich habe Vorbereitungen zu treffen." Markus verneigte sich und verließ seinen alten Meister. Als er das Zelt verließ fühlte er sich zuversichtlicher. Er würde den Segen erhalten.
Derweil wurde das Lager von Markus` Horde aus der Ferne beobachtet. Ein Krieger in Gelb und Blau saß auf seinem Thron und blickte in einen Spiegel. "Fectus hat das Buch an sich genommen, es war nur eine Frage der Zeit bis er den Einfluss spürt. Wir werden uns etwas Neues einfallen lassen müssen." "Keine Sorge, Meister ich habe bereits einen neuen Pfad des Wandlers ausfindig gemacht. Markus der Madige wird sterben, bevor sein Schicksal sich erfüllen kann. Seit versichert." Der hinzugekommen Krieger wandte sich um und deutete auf eine Gestalt im Schatten der Säulen. "Meister, darf ich euch vorstellen: Faylanor vom hohen Turm."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 03.10.2006 - 18:07
[27.]
Die Zeremonie dauerte nun schon seit Stunden und Ungeduld regte sich unter den Männern. Alle waren versammelt um zu beobachten, wie Fectus einen der hohen Diener Nurgles rief. Doch es geschah nichts. Hörte Nurgle nicht? Interessierte es ihn nicht? Oder hatte Markus die Gunst seines Herren verloren? Auch Markus war nervös. Er hatte sich genau informiert, hatte gelesen wie ein solches Ritual vonstatten ging. Er zweifelte nicht an Fectus Fähigkeiten, doch die Ungewissheit nagte an ihm. Ein weiteres Mal rezitierte der alte Magier die alte Formel um den großen, fauligen zu rufen. Die meisten seiner Krieger konnten nicht verstehen, was Fectus dort sagte, denn er sprach die dunkle Sprache, welche in seinem Stamm nur Magier und Dämonen verwendeten. Sein Studium hatte Markus auch diese Sprache gelehrt, zusammen mit einigen anderen, sprechen konnte er sie jedoch nicht.
"Oh Väterchen, erhöre unsere Schreie der Verzweiflung." Er schnitt einen der Gefangenen eine tiefe Wunde "Nimm unser Opfer an und schenke uns deine Aufmerksamkeit..." Einige junge Krieger zehrten einen weiteren Mann herbei. Viele Opfer waren schon gestorben im Laufe des Rituals. Dieser war der Sechsundvierzigste. "...Nurgle, unser Väterchen. Deine Gunst ist alles was wir verlangen und wir sind voller Freude." Ein weiterer Gefangener brach zusammen, sein Körper von Wundstellen und eitrigen Beulen verziert. "Nimm unsere reichlichen Opfer des süßen Verfalls und der totalen Verzweiflung." Der Achtundvierzigste Gefangene hauchte sein leben unter Fectus Klinge aus. "Lächle uns zu erhabener Beschützer und gütiger Herr, großer, ehrlicher Nurgle. Deine Kinder rufen dich und dieser letzte Schrei wird dir den Pfad ebnen." Fectus schritt zum letzten Gefangenen, einem kräftigen Menschen aus dem Süden und rammte ihn seine Klinge durch den Hals.
Ein Windhauch wehte über die Ebene. Ein übler Gestank, welche den meisten Menschen den Atem raubte. Für die Gezeichneten war es ein süßer Duft, welcher ihnen verriet das ihr Meister nicht fern war. Die Leichen der Opfer schienen sich zu bewegen. Einige platzten förmlich auf und eine Schar kleiner  Wesen ergoss sich auf den Boden. Sie krochen umher, kicherten und scharten sich um Fectus. Dann erhoben sich die Toten und ihr Fleisch schlug Wellen. Ihre Gesichter zerflossen wie heißes Wachs und ihre Bäuche wölbten sich. Während sich die nun wieder lebenden Toten wie ein Schutzwall um das Beschwörungssiegel scharten, tanzten die Nurglings einen Reigen um Fectus. Ein Geräusch, wie zerrissener Stoff ertönte und aus dem Boden, welcher durch soviel Blut geweiht wurde, bohrte sich ein gewaltiger Arm, bald ein zweiter. Die monströsen Gliedmaßen stemmten sich auf den Boden und hoben langsam den Rest des Wesens durch die winzige Öffnung in die Realität. Der Gestank war kaum noch auszuhalten. Die jungen Krieger waren alle geflüchtet, wer nicht entkommen war, lag nun am Boden und Seuchen verzehrte ihre Leiber. Mit einem Schmatzen befreite sich der Dämon vollständig aus dem Warp und starrte aus seinen tellergroßen, gelben Augen auf die Menschen, die es wagten ihn zu belästigen.
Markus schluckte schwer als er erkannte, dass er ein solches bereits einmal gesehen hatte, damals in seinen Fieberträumen. Der gewaltige Schlund der Bestie öffnete sich langsam und ein donnerndes Husten ertönte. Der Dämon grinste, nein, er lächelte.
"IHR HABT MICH GERUFEN, MEINE KINDER, UND NURGLE HAT MICH, SEINEN DIENER, ENTSANDT UM EUCH BEIZUSTEHEN. ALSO: WIE KANN ONKEL YGOTHOR EUCH HELFEN." Niemand antwortete der Monstrosität. Fectus war nach der Beschwörung ohnmächtig geworden, überwältigt von den gewaltigen Winden der Magie, welche nötig waren um ein Loch in die Realität zu reißen. Der Dämon blickte umher. "NA KOMMT SCHON, NICHT SO SCHÜCHTERN. ONKELCHEN YGOTHOR BEISST NICHT." Wie um seiner Worte Lüge zu strafen, ergriff der Dämon einige der Nurglings und warf sie sich in das Maul. Markus trat schließlich vor: "Ich bin Markus, Champion und Diener des Erhabenen Väterchens. Ich habe dich rufen lassen, mächtiger Ygothor, denn ich bitte um Dämonensegen!"
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 22.10.2006 - 15:04
[28.]
Der Dämon lachte. Es war ein Geräusch, als ob eine Lawine eine Herde Rinder zerquetscht. "Den Dämonensegen willst du, mein Sohn? Kennst du denn auch die Konsequenzen?" Der Dämon wedelte mit seinem wulstigen Finger vor Markus` Gesicht rum. "Natürlich kenne ich die Konsequenzen, Onkelchen." Der Dämon nickte langsam. "Gut, ich werde dir den Segen gewähren, Markus der Madige, Champion des Nurgle. Doch wisse, dass nach diesem Schritt der Weg zurück verbaut ist, wenn du denn Segen erhältst, gehörst du für alle Zeit dem Väterchen." "Ich weiß und akzeptiere das!" Der Dämon lächelte und klopfte Markus auf die Schulter "So soll es sein." Das Gesicht des Dämonen verzerrte sich zu einer Fratze und ein gurgelndes Geräusch ertönte, als ob Ygothor an etwas erstickte. Seine Klauen bohrten sich in Markus Körper, der Krieger konnte sich nicht bewegen. Markus blickte in das weit aufgerissene Maul und ein gewaltiger Schwall aus Eiter und Schleim ergoss sich über ihn. Der Gestank war überwältigend und seine Krieger wandten ihren Blick ab, zahlreiche verließen fluchtartig den Raum.
Der Gestank hielt sich noch Stunden nach der Zeremonie, selbst als der Dämon schon längst wieder in sein Reich verschwunden war, aber von Markus war nichts zu sehen, er war verschwunden...

Unruhe machte sich zwischen den Kriegern breit. Was war geschehen? Hatte Markus den Zorn des Nurgles herraufbeschworen? Was sollten sie tun? Einige der besten Krieger fingen bereits an, sich für die Kämpfe um Markus` Nachfolge vorzubereiten. Ein junger Krieger sprach Fectus an: "Herr, ist Markus verschwunden? Oder wird er wiederkommen?" "Den Dämonensegen zu erlangen ist nicht immer leicht, manchmal ist Väterchen Nurgle freigiebig und schenkt einem Champion seine Macht, zu anderen Zeiten muss der Krieger gegen einen von Nurgles besten Dienern streiten um sich den Segen zu verdienen und manchmal, muss er eine schier unlösbare Aufgabe lösen und verzweifelt daran. Die Götter sind wankelmütig und kein Sterblicher kann sich anmaßen sie in ihrer Gänze zu verstehen." "Aber Herr," fragte der junge Krieger "Markus ist verschwunden, wir der jemals wieder erscheinen?" "Du musst verstehen, dass im Reich der Götter, die Begriffe Raum und Zeit keine Bedeutung haben. Markus könnte schon wieder in dieser Welt sein, aber auf der anderen Seite dieser Welt oder wir werden ihn in unserem Leben nie wieder erblicken, obwohl für ihn nur Sekunden vergehen. Es wäre auch möglich, dass er auf einer ganz anderen Welt wieder erscheint um dort den Kampf weiter zu führen." Der Krieger nickte, obwohl er wahrscheinlich nicht begriffen hatte, was Fectus ihm sagen wollte. Denn wie sollte er, wenn selbst Fectus nicht verstand, was mit seinem Herren und Schüler geschehen ist.

Markus erwachte. Das erste was er wahrnahm, war ein hämmerndes, unerträgliches Brummen, welches, wie er rasch feststellte, hämmernde Kopfschmerzen waren. Zuerst wunderte ihn das nicht, bis er realisierte, dass er schon seit Jahren, keinen derartigen Schmerz mehr empfand, ja nicht einmal empfinden konnte. Er öffnete die Augen und sah eine Welt die ihm vertraut und doch so unendlich fremd vorkam. Er berührte die warme, weiche Erde und sah hinauf in den blauen Himmel. Er saß am Rande eines Waldes, was seltsam war, denn er hatte von diesem Gelände nur in einem von Fectus Büchern gelesen. In den Wüsten im Norden gab es keine lebendigen Bäume, zumindest keine, die nicht sofort versuchten einen zu verschlingen.
Markus erhob sich und sammelte seine Waffen ein. Dies war eine Prüfung, soviel war sicher und er würde sie bestehen.
So leise, wie es in seiner Rüstung möglich war, bewegte sich Markus durch den Wald, er musste herausfinden wo er war und was er hier sollte. In der Ferne hörte er Stimmen. Stimmen die eine Sprache sprachen, die er nicht kannte. Vorsichtig näherte er sich, seinen Flegel zum Kampf bereit...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 20.12.2006 - 23:52
[29.]
Markus bewegte sich vorsichtig, kein Laut erklang durch seine Rüstung. Und da sah er die Quelle der Stimme. Eine junge Frau an einem Weiler, fremdartig gekleidet.. Sie sang ein Lied während sie Wasser schöpfte. Wie kam sie in diese Gegend? Warum war sie nicht geflüchtet? Egal, sie würde die Fragen schon beantworten, wenn man sie befragte. Ein grausames Lächeln umspielte Markus Lippen, während er seinen Flegel langsam in seiner Rechten drehte.
Jetzt. Er sprang aus dem Gebüsch und auf die Frau zu, er würde sie niederschlagen und... mein Gott, war die groß. Und mit jedem Schritt, denn Markus machte wurde sie größer. "Nurgle, gib mir Kraft!" dachte er zu sich. Mit einem wilden Schrei griff er an... und mit einer lässigen Handbewegung fing sein Opfer seinen Flegel auf.
"Na Markus, spielst du wieder Soldat?" Erschrocken stolperte Markus und fiel hin. Warum verstand er sie? Woher wusste sie seinen Namen? Und wie konnte sie ihn so leicht stoppen?
"Komm, wir müssen nach Hause." Was? Nach Hause? Markus tastete an seinem Körper hinab. Er trug keine Rüstung, nur einen alten Topf auf dem Kopf und einen Stock in der Hand.
Was war los? Zu erschüttert um sich zu wehren folgte Markus der Frau in ihr Dorf.

Jahre vergingen und Markus lebte ein ruhiges und beschauliches Leben als Sohn eines Hufschmiedes. Sein vorheriges Leben hatte er fast vergessen, nur Nachts in seinen Träumen sprach Väterchen Nurgle manchmal zu ihm, aber am morgen konnte sich Markus an nichts erinnern. Er betete inbrünstig zu Sigmar, dem Erlöser und lernte in der Miliz die Waffenkunst, wo er durch seine Fähigkeiten alle beeindruckte.
"Du bist ein Naturtalent Markus. Wenn du so weitermachst kannst du in der Armee viel Geld verdienen. Vielleicht kannst du sogar Waibel werden." sagte Urdo, der alte Milizwaibel immer. Doch Markus wollte nur in Ruhe Leben und das Geschäft seines Vaters übernehmen. Und dann war da noch Isa, die Schankmaid, seine Verlobte. Ja, die Zukunft sah rosig aus. Die Horden des Chaos und die Orks waren schon seit Jahrzehnten nicht mehr soweit in den Süden vorgedrungen.

Doch die Zukunft ist manchmal ungewiss und verschleiert und viel zu häufig auch sehr grausam. Als Markus das Alter von 20 Jahren erreichte, erschütterten seltsame Morde die Gegend. Grässlich verstümmelte Leichen, gebrandschatzte Höfe. Die Bestien des Chaos waren zurückgekehrt und die Miliz wurde eingezogen um diese Gefahr zu bannen.
Ein Herold des Grafen orderte alle waffenfähigen Männer an, sich zu bewaffnen und den Soldaten in die Wälder zu folgen um die Gefahr zu bannen. Die jungen Männer verabschiedeten sich von ihren Lieben und folgten dem Befehl.
Wie schlimm konnte es werden? Auf ihrer Seite waren ausgebildete Soldaten der Armee und sogar einige Ritter. Was sollten ein paar Wilde schon ausrichten?

Markus` Einheit war nach 2 Wochen Kampf fast aufgerieben. Von den etwa 50 Männern waren noch 7 übrig, der Rest war Tod oder desertiert. Markus, der mittlerweile die Standarte trug, tragen musste, war der einzige der nicht verwundet war. Aber sie hatten noch nicht gesiegt, zumindest sagte das der Hauptmann. "Das waren nur Überfälle. Sie testen unsere Stärke. Ich denke morgen werden wir ihr Lager erreichen und dann machen wir sie fertig!" Die Soldaten jubelten, die Milizionäre schüttelten die Köpfe. Wie sollten sie den Tag überleben?
In der Nacht hörte man überall gemurmelte Gebete. Nicht nur an Sigmar, sondern an alle Götter des Pantheons. Auch Markus betete, dankte Sigmar, dass er ihn beschützte. Irgendwo in seinem Hinterkopf hörte Markus ein Lachen. Er kannte es, es hatte ihn in den letzte Tagen schon oft gerettet. Es war Sigmars Lachen, bestimmt.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 04.02.2007 - 21:11
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Im Morgengrauen kamen die Rufe der Unteroffiziere früher als sonst. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Anscheinend hatte der Hauptmann den gerissenen Plan ersonnen, die Bestien noch im Schlaf zu überraschen. "Schlafen sie überhaupt?" schoss es durch Markus Gedanken, doch so schnell er kam war der Gedanke auch schon wieder verworfen. "Alle Wesen müssen irgendwann schlafen, auch die widerlichen Bestien." Markus ergriff die Standarte seiner Einheit und reihte sich in die Marschkolonne ein.
Der Marsch dauerte lange. Es war Mittag, wie ihm sein Magen verriet, denn die Sonne konnte man wegen diesen verdammten Bäumen ja nicht sehen, und sie hatten weit und breit keinen einzigen Tiermenschen gesehen. Hatte der Hauptmann überhaupt eine Ahnung wohin er musste? Er schwang immer große Reden und war immer der erste der einen Befehl brüllte, aber mehr Ahnung hatte er auch nicht. Markus schüttelte den Kopf. Ketzerische Gedanken. Sie vergiften den Geist und dieser Wald war die Quelle. Er wollte hier weg, nur nach Hause.
"HALT!" Kam der Ruf von vorne und brachte die Kolonne zum stehen. "WIR MACHEN RAST!" Endlich, war auch Zeit. Markus setzte sich auf einen nahen Baumstumpf und rammte die Standarte in den Boden. Hufgetrappel näherte sich, es war der Hauptmann.
"Ihr da, Milizionäre. Geht los und seht euch um, ohne Wachen könnten uns die Bestien überraschen. Na los, aufstehen." Urdo trat vor. "Herr, wir sind sehr müde. Können wir nicht erst etwas essen bevor wir auf Streife gehen?" "Keine Sorge, Feldwebel. Ich werde euch einen meiner Männer mit Essen schicken sobald es fertig ist. Nun geht und haltet die Augen offen."
Unter deutlichem Gemurre erhoben sich die Männer der Miliz und verteilten sich rund um das Lager.
Markus hatte Glück. Er fand einige Beeren auf seinem Streifzug. Sie halfen nicht den Hunger zu stillen, aber vielleicht um die wilde Bestie die sich in seinem Bauch befand wenigstens etwas milde zu stimmen. Warum musste ausgerechnet die Miliz Wache schieben? Waren die Soldaten zu gut? Zu fein? Sie erhielten immer zuerst essen und Schnaps. Sie erhielten sogar Lohn für diesen Mist hier. Markus lehnte sich gegen einen Baum. Und warum mussten sie überhaupt Wache stehen? Hier war weit und breit nichts. Wahrscheinlich hatte dieser Möchtegern von Hauptmann sie weit von jedem Tiermenschen fortgeführt.
Frustriert hob Markus einen Stein auf und warf ihn in ein nahes Gebüsch. Ein Schmerzensschrei antwortete ihm gefolgt von wütendem Gebrüll. Markus konnte gerade noch seinen Streitkolben ziehen bevor ein Tiermensch von imposanter Statur aus dem Gebüsch brach. Seine ehemals rein weißen Hörner, gerade und spitz, waren besudelt mit Blut. Seine Zähne erinnerten stark an die eines wilden Hundes, aber das schrecklichste waren diese seltsam menschlichen Augen, intelligent und sehr wütend. Für einen Moment zögerte Markus. Warum war dieser Tiermensch so groß und so schwer gerüstet? Alle die er bisher sah waren kleine verkümmerte Zwerge gewesen. Zahlreich, listig und bösartig, aber körperlich absolut keine Gefahr im Zweikampf. Dies war eine Kampfmaschine.
Der erste Schlag des Wesens riss Markus den Schild vom Arm, der zweite warf ihn zurück gegen den Baum. Markus schreckte aus seinen Gedanke hoch. "ALARM!" brüllte er und warf sich seinen Gegner der ihm mühelos auswich. Trotz seiner Hufe war dieser Tiermensch sehr geschickt. "Ihhr seit lansgaaaamm, Mmmmensch." Zischte das Wesen mit einer gespaltenen Zunge. Markus ließ sich nicht provozieren, täuschte einen Schlag von links an und rannte rechts an dem Wesen vorbei zurück zum Lager. Hinter ihm das Geräusch eines Kriegshornes.
Blätter peitschten ihm ins Gesicht und ein Ast riss ihm eine blutige Scharte über die Wange. Die anderen warnen, ich muss die anderen warnen. Das war alles was ihm durch den Kopf schoss. Dieser Tiermensch war ein Anführer, ein Häuptling. Und wenn er da war, gab es noch mehr. Er musste auf die Lichtung.
Markus brach durch die letzten Äste und was er vor sich sah, war das Chaos.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 21.02.2007 - 19:56
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Schreie von Verletzten, das Brüllen unmenschlicher Monstrositäten, Stahl auf Stahl, der Geruch von Blut. All das schlug Markus entgegen, als er auf die Lichtung trat. Kleine Affenähnliche Wesen fielen zu Dutzenden über die Soldaten her. Ein kräftiger Feldwaibel wurde von einem Ziegenmann in der Mitte zerhackt. Im Hintergrund konnte Markus sehen, wie ein riesiger, auf den Hinterbeinen gehender Bulle gegen den Hauptmann kämpfte. Wo war seine Einheit? Sein Banner? Dort. Die Standarte wankte. Nein, sie darf nicht fallen. Das erste was jeder Rekrut im Imperium lernte war, dass das Banner niemals fallen darf, denn sonst ist auch die Einheit verloren.
Markus rannte los. Er hieb einem der kleinen Wesen seine Waffe in den Nacken, ein knackendes Geräusch und ein schriller Schrei belohnte ihn. Ein anderes Wesen, geformt wie eine Schlange mit Armen und Beinen rammte er mit dem Gewicht seines Körpers zu Seite und trat auf seinen Brustkorb. Es war nicht mehr fern, er konnte es schaffen. Langsam neigte sich die ehrwürdige Standarte zur Seite. Er musste sich beeilen.
Eines der großen Wesen stellte sich ihm in den Weg. Seine verzehrte Visage beschmiert mit Blut, es hob seine Axt und brüllte eine Herausforderung aus. Markus machte sich für den Aufprall bereit. Das Donnern einer Muskete ertönte und das Wesen klappte zusammen. Den Schützen konnte Markus nicht sehen, es war ihm auch nicht wichtig. Nur noch wenige Schritte.
Da war sie.
Waibel Urdo wurde von mehreren Bestien bedrängt und seine Wunden zeigten, dass er nicht mehr lange durchhalten würde. "Für Sigmar!" brüllte Markus um seiner Angst Luft zu machen. Und eines der Wesen wandte sich ihm zu. Doch zu spät. Der Streitkolben zermalmte den Schädel der Bestie wie einen nassen Sack. Urdo sah seine Chance und erledigte eines der abgelenkten Wesen mit einem Stich durch den Hals.
"Markus, Sigmar sei Dank. Hier nimm!" Urdo drückte Markus die Standarte in die Hand. "Und jetzt lauf um dein Leben!" Markus zögerte "Ich kann helfen. Ich kann doch nicht..." "Nun lauf Junge, hier gibt es keinen Ruhm, nur Tod. Lauf nach Hause und erzähl was hier geschehen ist. Hier sammelt sich eine Armee zusammen. Lauf!" Markus gehorchte und rannte wie von Dämonen getrieben. Hinter sich hörte er immer wieder die Schreie sterbender Männer und siegreicher Bestien.
Viele Tage später stolperte eine abgerissene Gestalt aus dem tiefen Wald. In seiner Hand eine zerfetzte und gebrochene Standarte. Aber sie stand immer noch aufrecht. Eine Einheit Straßenwächter sammelte ihn auf und brachte ihn in die Nahe Garnison. Von der Reise bekam Markus nicht viel mit, denn die Flucht hatte seine letzten Kräfte aufgezehrt.
"Aufwachen, Soldat! Du hast genug geschlafen!" Markus öffnete langsam die Augen. "Aufstehen!" Langsam richtete sich Markus auf und sah sich um. Vor ihm stand ein junger Mann in der Ausgehuniform eines Offiziers. Markus salutierte langsam während er aufstand. Warum schrie er ihn so an? "Na wird auch Zeit! Und jetzt berichtet! Wie bist du in den Wald gekommen? Zu welcher Einheit gehörst du?" "Ich gehöre zur Miliz die Hauptmann Virgo zugeteilt war. Wir wurden im Wald von Tiermenschen überfallen. Mein Waibel befahl mir..." "Ja ja, habe ich alles schon tausendmal gehört. Dein Waibel hat dir befohlen wegzurennen. Das behauptet jeder Fahnenflüchtige. Ich sag dir was Soldat, du wirst hängen, weil du vor dem Feind geflohen bist. Ich werde persönlich dafür sorgen, dass so eine Feigheit in meiner Einheit nicht vorkommt. Ich werde an dir ein Exempel statuieren! Ich..." Langsam öffnete sich die Tür und ein weiterer Offizier betrat den Raum. "Nun bleiben sie mal ruhig, von Stein. Der Mann kann ja kaum stehen. Er hat die Standarte seiner Einheit gerettet, ist tagelang durch den Wald gerannt und sie haben nichts besseres zu tun als ihn hier zusammen zufalten. Verschwinden sie!" Der Offizier wartete bis von Stein gegangen war. Dann wandte er sich wieder an Markus. "Es tut mir leid. Er ist noch sehr unerfahren. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Hauptmann Liechtenauer."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 14.03.2007 - 17:48
[32.]
"Also Soldat, erzählen sie noch mal von Anfang an." Lichtenauer sah Markus an "Nein, zuerst gibt es was zu essen. Gemeiner Brockhart!" Ein junger Mann öffnete die Tür "Ja, Herr Hauptmann?" "Bringen sie dem Mann etwas aus der Küche und, wenn noch etwas übrig ist, einen Krug von dem verdünnten Wein." "Jawohl Herr Hauptmann." Langsam schloss sich die Tür wieder und das knallen von Absätzen auf Steinboden war zu hören.
"Wir können auf das Essen warten, wenn sie wollen." Markus schüttelte den Kopf und begann zu erzählen. Von dem Marsch in die Wälder hinein und wie sie gegen die niederen Tiermenschen kämpften. Wie er in den Wald zum Wache schieben geschickt wurde und wie er dann denn Häuptling sah. Und von dem Massaker an seinen Kameraden. Als schließlich der warme, duftende Eintopf vor ihm stand, dachte Markus zuerst nicht daran etwas zu essen. Doch das Knurren seines Magens belehrte ihn schnell eines besseren.
Lichtenauer saß die ganze Zeit nur da und zog an seiner Pfeife. Jetzt beobachtete er wie Markus das Essen in sich hineinschaufelte. "Wann hast du das letzte mal etwas gegessen?" Markus blickte auf, überlegte eine Weile. "Die Beeren die ich im Wald fand, kurz vor dem Kampf. Wieso fragen sie Hauptmann?" "Weil Hauptmann Virgos Einheit schon seit fast einem Monat vermisst wird... Egal, es ist gut, dass sie entkommen konnten. Wir hatten schon vermutet, dass hinter den letzten Angriffen der Tiermenschen mehr steckt. Sie haben also einen Anführer. Ruhen sie sich aus Soldat, bald werden wir viel zu tun  haben." "Herr Hauptmann, wieso wir? Kann ich nicht nach Hause?" "Nein, Soldat. Erst müssen sie mich zu der Stelle führen, an der ihre Einheit gefallen ist."
Die Tage vergingen und Markus wurde unruhig. Er wollte nicht wieder in den Wald. Er wollte nach Hause und in Frieden leben. Aber in seinem Hinterhopf wusste er, dass er erst Ruhe finden könnte, wenn er seine Freunde gerächt hätte. Wie sollte er auch sein Leben genießen, wenn diese Tiermenschen rumliefen und jeden Tag in sein Dorf einfallen konnten. Nein, er musste dem Hauptmann helfen und eine andere Wahl hatte er ja sowieso nicht. So kreisten die Gedanken in seinem Kopf. Man hatte ihm eine neue Uniform in den Farben von Nuln gegeben. Niemand konnte ihm sagen, warum er als Milizionär nun diese Uniform tragen sollte. Normalerweise trugen nur Staatstruppen, also ausgebildete und bezahlte Soldaten, eine solche Uniform. Und er trainierte mit den anderen Soldaten zusammen. Hellebarde, Speer und auch das Schwert meisterte er schnell, aber diese Musketen waren ihm nicht geheuer. So laut und unhandlich. Nein, die waren nichts für ihn. Und wieder überlegte er: Warum trainiere ich hier mit regulären Soldaten? Wo ist die Miliz?
Am Ende der Woche ging ein älterer Waibel rum und rief viele Namen auf. Alle anderen schienen begierig darauf zu sein ihm zuzuhören. Und sobald jemand seinen Namen hörte, lief er wie von Bluthunden gejagt zu ihm. Irgendwann rief er auch Markus Namen.
"Markus bin ich. Was gibt es, Herr Waibel?" "Na was wohl Junge? Hier." Mit einem breiten Lächeln drückte er Markus einen Beutel in die Hand, darin viele glänzende Münzen. Mehr als Markus in seinem bisherigen Leben gesehen hatte. "Ich verstehe nicht." "Dein Sold, Junge. Und jetzt mach Platz für die anderen." Sold? Wofür? Milizionäre erhalten keinen Sold. Oder? Nein, das konnte nicht sein. Markus rannte in die Kommandantur. Ohne anzuklopfen riss er die Tür zum Zimmer des Hauptmannes auf.
Lichtenauer war etwas verärgert und blickte von seinen Papieren hoch. "Nächstes mal Klopfen sie gefälligst an... Oh, Markus. Was gibt es?" "Warum erhalte ich Sold? Ich bin Milizionär. Milizionäre werden nicht bezahlt. Warum die Uniform? Und das Training?" "Ganz ruhig, mein Junge. Alles ist in Ordnung. Ich dachte nur, nun es ist immer mit vielen Formalien behaftet, wenn ich einen Freien länger zum Kriegsdienst benötige als vorgesehen. Da dachte ich es wäre das beste..." "Was? Nun sagen sie schon." Nun, du bist jetzt ein Soldat des Imperators. Willkommen in der Armee..."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 21.03.2007 - 20:32
[33.]
"Armee... wieso?... Was?" Markus konnte nicht begreifen, was der Hauptmann meinte. "Nun Markus, du musst verstehen, es ist mir nicht erlaubt einen Milizionär länger im Dienst zu halten als unbedingt nötig. Ich müsste Papiere ausfüllen und Anträge stellen, wenn ich dich länger bräuchte. Also dachte ich mir, es wäre das beste, wenn ich dich einfach einschreibe." Markus schüttelte den Kopf "Aber ich habe nichts unterschrieben. Wie kann ich in der Armee sein?" Hauptmann Liechtenauer hob ein Papier hoch, darunter waren drei Kreuze. "Die meisten Bürger des Imperiums können nicht schreiben. Keine Sorge, es wird dir bei uns gefallen. Und es sind ja auch nur vier Jahre." "VIER JAHRE??? ICH WILL NICHT... Ich will nicht 4 Jahre dienen. Ich will in meine Heimat und in Frieden leben." Liechtenauer hob beschwichtigend seine Hand. "Ich hätte dich ja für eine kürzere Zeit eingeschrieben, aber vier Jahre ist das Minimum. Aber keine Sorge, du wirst deine Heimat wiedersehen. Die Miliz deines Dorfes wurde ja leider ausgelöscht, also muss eine neue Miliz trainiert werden und das wirst du machen. Sobald du uns zu den Tiermenschen geführt hast, werde ich dich zum Waibel befördern und nach Hause schicken. Du wirst dort für deine restliche Dienstzeit die Miliz trainieren und dafür einen guten Sold erhalten und am Ende gibt es noch eine großzügige Abfindung. Klingt doch gut oder? Das Imperium kümmert sich um seine tapferen Soldaten" Markus überlegte. Es klang wirklich nicht schlecht. Der alte Waibel hatte immer ein sehr ruhiges Leben gehabt, zumindest hatte Markus das immer gedacht. Und das Geld könnte er auch gebrauchen, sich vielleicht einen Hof kaufen. "Gut Herr Hauptmann, sie haben mich überzeugt. Ich werde... dann mal trainieren gehen." Markus versuchte zu salutieren, wie er es bei den anderen Soldaten gesehen hatte, dem Schmunzeln Liechtenauers nach gelang es ihm nicht ganz.
In den folgenden Tagen versuchte der frischgebackene Soldat sich völlig in das Training zu vertiefen. Doch der Tag an dem sie losziehen und die Tiermenschen suchen würden kam immer näher und schließlich war er da. Markus fragte sich wie sie mit den etwa 40 Soldaten der Garnison die Tiermenschen besiegen sollten, er hatte damals auf der Lichtung bestimmt doppelt so viele Tiermenschen gesehen. So zogen sie los, schön in Reih und Glied, wie man es ihnen beigebracht hatte, Hellebardiere in der Mitte, Schwertkämpfer vorne, hinten die Musketenschützen, und verließen das Lager. Und draußen reihten sie sich ein in eine Armee, die größer war als alles was er vorher sah. Nuln zog in den Krieg...
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 23.04.2007 - 21:03
[34.]
Es war eine lange anstrengende Reise. Solange sie auf den alten Reichstrassen, durch Dörfer und Weile reisen konnten war alles noch recht einfach. Es war sogar ganz amüsant die Dörfler zu beobachten wie sie die Soldaten beäugten. Die Kinder rannten neben den marschierenden Soldaten und beguckten mit großen Augen die glänzenden Waffen und Harnische. Doch als sie dann in den Wald mussten begann der anstrenge Part. Jeden Tag versank eine der schweren Kanonen im Morast und musste mit Seilen und Muskelkraft wieder befreit werden. Eine ganze Kompanie Freischärler ging voran und hackte mit schweren Messern einen Pfad frei. Markus bemerkte von all dem recht wenig. Seine Aufgabe bestand darin sich an den Weg zu erinnern auf dem er aus dem Wald gekommen war. Es erwies sich recht schwierig sich an bestimmte Orte zu erinnern. Die Wälder in dieser Gegen waren dicht und Markus war in der Zeit dem Wahnsinn näher als Verstand. Dennoch schien es ihm immer wieder recht offene Pfade zu entdecken und so den Vormarsch der Armee zu beschleunigen. Die Offiziere waren sehr zufrieden mit den Fortschritten. Dann verschwanden Männer.
Erst war es nur ein einzelner Freischärler, der etwas weiter als der Rest seiner Kompanie den Weg bereinigte. Seine Kameraden sagten später, er wäre nie sehr zuverlässig gewesen. Vermutlich hätte er desertiert. Als nächstes verschwand ein erfahrener Korporal als er kurz austreten war. Die Männer sagten er war schon alt. Vielleicht wollte er endlich seine Frau wiedersehen die in der Nähe des Waldes wohnte und ist einfach gegangen.
Dann verschwand ein junger energischer Leutnant der zurückgeblieben war um den Abbau des Weglagers zu beaufsichtigen. Die Männer sagten, niemand mochte ihn und bestimmt hatten die Freischärler ihn um die Ecke gebracht, denn auch von ihnen fehlte später jede Spur. Spätestens jetzt wurde jedem bewusst, dass sie sich selber belügt hatten. Doch auch diese Erkenntnis machte die Dinge nicht besser. Paranoia machte sich breit, die Soldaten schliefen immer weniger und die Freischärler weigerten sich vor der Hauptarmee den weg frei zuräumen. Weder zusätzlicher Sold noch Androhungen von Strafen sollten sie umstimmen. So verlangsamte sich der Eilmarsch auf ein langsames Kriechen. Und es wurde schlimmer. Die Nachtwächter berichteten von seltsamen Lichtern in der Dunkelheit, wie blutrote Augen die sie beobachteten. Trommeln waren zu hören, weit entfernt und nur zu vernehmen, wenn man genau hinhörte. Andere sagten dies seien alles Hirngespinste.
Nach dem sie zwei Wochen durch den endlosen, Sigmarverlassenen Wald gestapft sind kam es dann zum ersten Kontakt mit den Tiermenschen. Eine Gruppe der kleineren Wesen hielt es anscheinend für klug die Proviantwagen zu überfallen. Doch Imperialer Stahl geführt von den fähigen Händen professioneller Soldaten zeigte ihnen, dass sie diesen Gedanken nicht zuende geführt hatten. Schon nach wenigen Minuten war der Kampf vorüber und die Soldaten jagten ihnen hinterher. Der Ruf eines Offiziers hielt sie aber zurück, bevor sie ihm Dickicht des Waldes verloren gehen konnten. Dieses kleine Scharmützel hob die Moral der Männer erheblich und sie waren begierig wieder gegen diese schwächlichen Wesen zu kämpfen. Sie hatten keine Ahnung das dies nur die kleinsten Vertreter dieser chaotischen Wesen waren.
So war dann auch die Stimmung im Weglager an diesem Abend ausgelassen. Die Soldaten feierten ihren Sieg, so klein und unbedeutend, wie er dem Leser auch erscheinen mag, so war es doch ein Sieg. Und zum ersten Mal seit Tagen konnten die Soldaten Ruhe finden und schlafen. Die Rufe kamen kurz vor Morgengrauen als bereits die ersten der wesentlich größeren Wesen inmitten des Lagers stürmten. Die schlaftrunkenen Männer griffen nach ihren Waffen und versuchten sich so gut wie möglich gegen die anscheinend endlos nachströmenden Tiermenschen zu wehren. Auch Markus hatte der Angriff überrascht, noch überraschter war aber, dass das Wesen das auf ihn zurannte unbewaffnet war und ihn links liegen ließ. "Was soll das? Warum kämpfen sie nicht?" Liechtenauer stand neben ihm. "Diese Tiermenschen sind nicht hier um uns zu überfallen... Sie flüchten vor etwas."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 22.05.2007 - 20:39
[35.]
Die letzten Tiermenschen wurden mit schnellen Hieben niedergemacht. Die Männer jubelten. Keiner von ihnen begriff was vor sich ging. Markus war schlecht. Er hatte bis heute die Tiermenschen für seelenlose Killer gehalten, die vor nichts zurückschreckten um die ihnen so verhassten Menschen so erschlagen. Er hatte damals im Wald gesehen, wie ein großer Tiermensch sich in einen Speer warf, nur um den Soldaten zu erreichen. Und diese Wesen sollten vor etwas davonrennen?
"Was sollen wir tun, Hauptmann? Den restlichen Tiermenschen folgen oder...?" Markus war sich nicht sicher was die Alternative war. Lichtenauer anscheinend schon "ALLE MANN, VERTEIDIGUNGSPOSITIONEN EINNEHMEN!" Markus wirbelte herum, während Lichtenauer schon dabei war seine Pistole zu ziehen. Aus dem Wald kamen weitere Tiermenschen, doch diesmal kamen sie ruhig näher. Einigen fehlten Armee, andere krochen auf den Stümpfen ihrer Beine näher. Kein Geräusch war zu hören als sie sich durch das Dickicht einen Weg bahnten. Und es waren Hunderte. "LADEN!" ertönte eine Stimme hinter Markus. Es war seltsam. Obwohl er zum ersten Mal in seinem Leben Untote sah, spürte er keine Angst. Es war, als wären diese Wesen etwas völlig normales.  "ANLEGEN!" Markus sah seinen Streitkolben an und blickte dann wieder auf das wankende Heer aus totem Fleisch. Jemand packte ihn an seiner Schulter und zerrte ihn zu den anderen Männern seines Regimentes. "FEUER!" Ein vielstimmiges Donnern ertönte als Dutzende Musketen und mehrere schwere Kriegsgeräte ihre tödliche Fracht in die Horden der Untoten entluden. Die ersten Reihen fielen zu Boden, viele von ihnen mit zerschmetterten Körpern. Doch sie blieben nicht liegen. Einem Tiermenschen, dem durch die Kanonenkugel der halbe Körper zerfetzt wurde, kroch mit seinem verbliebenen Arm auf die Reihen der Soldaten zu. Und es waren immer noch so viele von ihnen übrig. "LADEN!" ertönte ein weiteres Mal die Stimme des jungen Artillerieoffiziers. Aber das würde zulange dauern. Die Untoten kamen immer näher. Mit Musketen würde diese Schlacht nicht gewonnen werden. Markus rannte. Jemand versuchte ihn festzuhalten, aber jeder Gedanke an die berühmte Imperiale Disziplin war wie weggeblasen. Seine Kameraden folgten ihm nicht, aus Gehorsam oder Angst, Markus wusste es nicht.
Er rannte auf den nächsten Kadaver zu. Dieser versuchte ihn mit einer trägen Bewegung zu greifen. Mit dem Schild schlug Markus den Arm zur Seite und schwang seine Waffe mit Wucht in die Visage des Tiermenschen. Ein Geräusch von brechenden Knochen ertönte und das Wesen stürzte zu Boden. Ein weiterer Untoter kam näher und wieder ging er nach kurzem Kampf mit eingeschlagenen Schädel zu Boden. Noch ein Untoter... und wieder einer. Plötzlich sah Markus aus dem Augenwinkel das Aufblitzen von Metall. Ein Imperiales Schwert durchtrennte den Hals einer Bestie auf der anderen Seite sah er eine Hellebarde, die eines aufspießte. Weiter hinten Speere. Die ganze Imperiale Kampflinie befand sich jetzt im Nahkampf mit den Untoten. Imperiale Stahl gegen verrottende Klauen. Noch einer... und wieder einer... Markus war im Rausch. Er zählte nicht wie viele er tötete. Und er bemerkte nicht, wie er sich langsam aber sicher von seinen Kameraden entfernte. Plötzlich spürte er, wie sich ein Arm um seinen Hals legte. Ein Arm auf den kaum noch Fleisch war. Der Gestank nach Verwesung war erdrückend. Eine weitere Hand klammerte sich an sein Bein. Markus trat und fluchte, schwang seine Keule in weitem Bogen umher. Eine Klaue umgriff seinen Waffenarm und obwohl kein Muskel mehr vorhanden war, hatten diese Arme eine unheilige Kraft.
"FEUER!" Wieder vielstimmiges Donnern. Geschosse die an ihm vorbeirasten. Etwas traf ihn am Bein. Markus blickte hinab und sah einen fingerlangen Knochensplitter, der aus seiner Wade ragte. Der Untote hinter ihm war fort und mit einer Kraftanstrengung schwang er seine Waffe umher, befreite sich von den letzten Feinden. Markus fiel vor Entkräftung auf seine Knie und stützte sich auf seine Waffe. Als er seine Augen öffnete, sah er in die Fratze einer Bestie, die nach seiner Kehle griff.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 14.04.2008 - 22:17
[36.]
Markus spürte das kalte Fleisch der Klaue um seinen ungeschützten Hals schließen. Langsam bohrten sich die schmutzigen, abgebrochenen Klauen in sein Fleisch. Ein scharfer Knall und der tierhafte Schädel zerplatze in einer Wolke aus gräulichem Blut und Hirnmasse. Markus blickte zur Seite und sah Roderich auf seinem Ross der gerade seine Waffe nachlud. Er nickte Markus zu. "Nächstes mal etwas vorsichtiger, Junge. Lass dich von einer Priesterin zusammenflicken." Markus nickte nur. So nah war er dem Tod noch nie gewesen.

Wenige Stunden später kam Markus wieder aus dem Lazarettzelt heraus. Eigentlich hätte er schon vor einiger Zeit gehen können, aber irgendetwas an jenem Ort hatte in Fasziniert. War es die Sorgfalt und Hingabe mit der die Priesterinnen die Wunden der Soldaten versorgten? Oder war es die Möglichkeit sich etwas auszuruhen? Nein. Es war etwas anderes. Aber er konnte nicht genau mit dem Finger darauf zeigen. Er betrat das Zelt des Kommandanten. Er hatte den Befehl erhalten sich zu melden, wenn er wieder kampfbereit ist. Es nieselte leicht und der ehemals feste Waldboden hatte sich in schlammigen Morast verwandelt. Er stapfte quer über den Platz auf das Kommandozelt zu. Ein Gardist in der Rüstung der Bihandkämpfer hielt ihn auf. "Die Stabsbesprechung läuft noch. Sie sollten aber bald fertig sein." Markus nickte nur und setzte sich an eine nahe Feuerstelle.
Aus dem großen Zelt drangen die Stimmen der Offiziere. "...Hier gab es schon seit ewigen Zeiten keine Untoten mehr." "Wo kommen sie also her?" "Bei Sigmar, dass ist doch völlig egal. Wir werden sie ausräuchern müssen." "Mit Musketen und Hellebarden? Wir brauchen Unterstützung. Die Ritter des Sonnenordens haben eine Festung, nicht weit weg. Wir sollten..." "Wenn sie so nah sind, warum haben sie dann noch nichts unternommen? Oder ein Hilfsgesuch gesandt? Vielleicht sind sie schon alle..." "Ruhig, ruhig. Wir wollen keine voreiligen Schlüsse ziehen. Machen sie ihre Männer bereit, wir marschieren morgen ab." "Jawohl, Herr Hauptmann!" Der Eingang des Zeltes öffnete sich und die Offiziere verteilten sich im Lager. Lichtenauer stand im Eingang und sah sich um. "Ah, Junge. Komm` rein, wir haben zu reden." Markus folgte Lichtenauer in das Kommandozelt. Das Innere des Zeltes wurde von einem sehr massiv wirkenden Tisch dominiert. Karten und Dokumente waren auf ihm verteilt. Der hintere Teil wurde von einem Vorhang abgetrennt, hinter dem sich wohl Lichtenauers Privatsachen befanden. Einige Schemel standen um den Tisch. "Setz` dich, Soldat" Markus nickte nur und setzte sich an den Tisch um einen unauffälligen Blick auf die Karten zu werfen. Viel zu sehen gab es nicht. "Junge, was hast du dir da gedacht? Alleine vorzustürmen und den Helden zu spielen. Ich sollte dich vor die Wand stellen für diesen Mist" Markus schluckte schwer. "Nun, Herr Hauptmann..." Lichtenauer hob seine Hand um Markus zum Schweigen zu bewegen. "Dennoch, hat dein Angriff den Männern Mut gemacht. Und du hast dich gut geschlagen. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der mit so einer Wildheit gekämpft hat, außer... egal. Die Männer halten dich für eine Art Held. Ich kann dich nicht befördern, du bist weder von Adel, noch hast du lange genug gedient um ein Unteroffizier zu werden. Deshalb..." Lichtenauer erhob sich und entrollte ein Dokument. "...versetze ich sie hiermit in meine persönliche Leibwache. Es wird ihre Pflicht sein, mein Leben mit dem ihren zu beschützen. Sind sie sich der Ehre und des Gewichtes dieser Aufgabe bewusst, Soldat?" Markus stand schnell auf und versuchte Haltung anzunehmen "Jawohl, Herr Hauptmann!" "Nehmen sie diese neue Aufgabe an, Soldat?" "Jawohl, Herr Hauptmann!" Lichtenauer lächelte. "Sehr gut, Soldat. Natürlich wird dein Sold nicht erhöht, das kann ich mir nicht leisten. Aber als mein Leibwächter kannst du an Stabsbesprechungen teilnehmen und es wird die Männer motivieren, dich an meiner Seite zu sehen." "Hauptmann, wie viele Männer hat eure Leibwache eigentlich?" Lichtenauer grinste. "Nun, Einen. Ich bin nur ein Hauptmann, kein Kurfürst."
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 17.04.2008 - 20:56
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Die Position als Leibwächter war tatsächlich recht angenehm. Obwohl er immer eine, wie er fand, recht lächerliche Uniform tragen musste und obwohl er keinen Schilling mehr erhielt. Die Männer sahen ihn als einen Helden, er konnte bei den Stabsbesprechungen teilnehmen und vor allem hatte er eine neue, stählerne Rüstung erhalten. Sein Schild war neu und der Streitkolben war, trotz etwas Rost hier und da, viel stabiler als sein alter. "Weißt du, Junge," hatte ein erfahrener Waibel gesagt, "der alte Lichtenauer hatte schon häufiger Leibwächter. Es ist immer dieselbe Geschichte. Ein Mann leistet großes, er macht ihn zu seinem Leibwächter und in der nächsten Schlacht muss der arme Teufel sich mit Sigmarweisswas für einem Monster anlegen. Pass` gut auf dich auf, sonst holt dich Morr schneller als du gucken kannst." Markus hatte dem Mann gedankt. Er dachte in den folgenden Tagen viel nach...
Die Armee marschierte nach Osten, wie Markus nun erfuhr, auf die nahe Festung des Sonnenordens zu. Die Strecke war nur kurz und die Truppe marschierte schnell. Nach etwa zweieinhalb Tagesmärschen sollten sie ihr Ziel erreichen. Doch die Tage waren kurz und die Nächte lang. Schon nach wenigen Stunden Marsch war es kaum möglich den weiteren Weg zu erkennen. Lichtenau musste Befehl geben ein Lager aufzuschlagen und beriet sich mit seinen Offizieren. Aber auch die Priester des Sigmar waren im Zelt anwesend, als der Hauptmann das Wort ergriff. "Was ist hier los? Wir sind gerade mal fünf Stunden unterwegs und es ist stockfinster. Ist der Winter bereits eingebrochen?" Ein junger Offizier mischte sich ein: "Vielleicht liegt es an den Bergen. Sie versperren das Licht der Sonne." "Unsinn." Unterbrach in einer der Priester. "Hier ist finstere Magie am Werke. Wir sollten uns auf das schlimmste gefasst machen. Die Untoten sind nah, aber mit Hilfe Sigmars und der Ritter des Sonnenordens werden wir sie vernichten." Der junge Offizier schlug den zweigeschweiften Kometen und murmelte ein Stoßgebet.
Am nächsten Morgen war der Himmel grau und dichte Wolken versperrten den Blick auf die Sonne. Und die Männer marschierten weiter. Sie müssten jetzt jede Stunde ihr Ziel erreichen. Endlich die erlösende Nachricht der Vorhut. Sie hatten ihr Ziel erreicht. Doch als Markus die Festung erblickte, war es als ob sich eine kalte Hand um sein Herz legte. Die finsteren Wolken am Himmel bildeten hier eine Spirale und das Zentrum dieses unheiligen Sturmes, lag direkt über der Blutfeste.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 23.04.2008 - 16:35
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"Was geschieht hier?" murmelte Markus mehr zu sich als zu irgend jemand anderen. "Keine Ahnung, Junge, keine Ahnung.", antwortete Lichtenau neben ihm. "Etwas schreckliches muss hier passiert sein, die Ritter..." Ein Krachen drang aus dem Gebüsch links des Pfades als eine verwahrloste Gestalt aus ihm hervorbrach. "Imperiale! Sigmar sei Dank." Stieß der Junge aus als er auf die erschrockenen Soldaten zurannte. Ein einzelner Bolzen löste sich aus der Menge und blieb federnd in einem Baum stecken. "Bei Sigmar. Es gibt viele Arten sich selber umzubringen, Bursche. Was soll dieser Überfall?" brüllte Lichtenau. "Verzeiht Herr. Ich bin Freder aus Hilt, Knappe des Sonnenordens und..." Weiter kam er nicht, da er vor Erschöpfung zusammenbrach.

Einige Stunden später saß Freder im eilig aufgeschlagenen Zelt des Hauptmannes und löffelte mit Heißhunger die warme Suppe in sich hinein und verschlang gierig große Brocken Brotes. "Also noch mal, Bursche. Was geht hier vor?" Als würde er ihm im Halse stecken bleiben würgte der Junge seinen letzten Bissen runter. "Nun... vor drei Wochen," stotterte er, sein Blick wie der eines Gehetzten. "kam ein Mann nächtens an die Festung. Er forderte alle heraus. Er sagte jeder der es wagt sich ihm zu stellen solle vor ihn treten und gegen ihn kämpfen. Mit welcher Waffe auch immer. Da er eine trug altertümliche Rüstung aus Bretonia trug und sehr ausgehungert aussah, hielten wir ihn für einen Questritter der vom Pech verfolgt war. Vielleicht hatte er den Verstand verloren. Wir wussten es nicht. Aber die Ritter des Sonnenordens sind stolz und so trat ein junger Ritter vor das Tor und nahm die Herausforderung an. Der Kampf dauerte nur wenige Augenblicke. Das Schwert des Fremden durchschlug die Deckung des Ritters, als wäre sie nicht da. Dann ergriff der Fremde die Leiche und trank das Blut, dass aus den Wunden floss. Wir waren alle vor Schrecken gelähmt und ließen den Ritter ziehen als er davon ritt. Wir dachten es wäre vorbei, aber in der nächsten hörten wir wieder seine schreckliche Stimme, seine Herausforderung. Wieder ging einer der Ritter vor das Tor und wieder kämpften sie. Dieser Ritter hielt länger durch, eine halbe Stunde bestimmt. Als er mit zahlreichen Wunden zu Boden ging, geschah etwas seltsames. Zwar trank der Vampir das Blut, aber er gab dem Gefallenen auch etwas von seinem. Der Ritter stand auf und folgte dem Vampir in die Dunkelheit. In der nächsten Nacht standen beide vor dem Tor und sprachen ihre Herausforderungen aus. Nach zehn Tagen waren nur noch wenige Ritter übrig, die Boten die ausgesandt wurden verschwanden spurlos. Selbst die Tauben wurden in der Luft von schwarzen Schrecken zerrissen. Der Meister befahl den Knappen, Knechten und Mägden durch die Tunnel zu fliehen, während er mit den  restlichen Rittern ein letztes Mal gegen die Untoten kämpfen würde. Also sind wir geflohen, 50 Mann. Nur noch ich bin jetzt übrig. Die anderen wurden von Untoten schrecken erschlagen." Die Augen des Jungen wurden glasig als er sich an den Horror der letzten Tage erinnerte. Ein Horror der den Soldaten noch bevorstand.
"Was tun wir jetzt, Hauptmann?" fragte Markus. Roderich schien zu überlegen, erstützte sich schwer auf den Tisch. Erst da fiel Markus auf, dass er gar nicht wusste wie alt der Hauptmann eigentlich war. In diesem Moment sah er sehr alt aus, alt und müde. "Wir werden das tun, was jeder gläubige Anhänger Sigmars tut, wenn die Horden der Untoten, der Orks, des Chaos oder irgendeiner anderen Bedrohung für unsere geliebtes Imperium sein hässliches Haupt erhebt. Wir werden im mit Imperialen Stahl begegnen wo wir können. Sendet einen Boten aus! Der Kurfürst muss erfahren was hier vor sich geht. Und bereitet die Truppen vor, doppelte Nachtwachen. Morgen greifen wir die Festung an. Alle Leichen werden ab jetzt sofort gesegnet und verbrannt! Wir dürfen kein Risiko eingehen." Der in der Tür wartende Melder rannte davon, kurz darauf hallte seine Stimme durch das Lager. "Können wir sie besiegen, Herr Hauptmann?" fragte Markus nach einer Weile der Stille. Langsam erhob sich Roderich wieder zu voller Größe, auf seinem Gesicht ein Lächeln. Jetzt sah er wieder wie der energische Hauptmann aus, den Markus kennen gelernt hatte. "Bei Sigmar, das können wir!"
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 15.05.2008 - 17:29
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In der folgenden Nacht blieb es sehr still um das Lager. Allerdings war es schwer zu sagen, ob es wirklich Nacht war. Es war wie eine konstante Dämmerung, da dicke schwarze Wolken den Himmel verfinsterten. Aber daran hatten sich die Männer schnell gewöhnt. Viel entnervender war jedoch, dass es wirklich absolut still war. Kein Vogel, kein Hase, kein Reh, nichts bewegte sich in der Nähe. Es war als sei jegliches Leben aus diesem Wald gewichen. Aber auch die Untoten bewegten sich nicht. Späher waren am Rande der Ebene aufgestellt worden, um die untote Armee zu beobachten und rechtzeitig Alarm zu geben. Die Priester hatten gefordert, dass sie alle paar Stunden ausgetauscht werden mussten, denn die Szenen die sie sahen zehrten an ihrem Verstand. Die Späher nahmen diese Möglichkeit dankend an. Auch Markus meldete sich für eine Schicht. Es fühlte sich seltsam an diese Berge toten Fleisches anzustarren. Tote Dinge sollten sich nicht bewegen, aber Markus spürte keinen Ekel oder Abscheu wie er es auf den Gesichtern der anderen gesehen hatte, eher Interesse. Und der Geruch nach Verwesung und Fäulnis der ab und zu mit einer Brise herüberkam störte ihn nicht im Geringsten.
"Faszinierend nicht wahr?" Markus wirbelte herum. Er war so abgelenkt gewesen, dass er nicht bemerkt hatte, wie sich jemand genähert hatte. Ein großer, schlanker Mann hockte wenige Schritte neben ihm auf einen Felsen, als ob er schon seit Stunden dort saß. Markus kannte den Mann nicht, aber es war dunkel und eine weite, schmucklose Robe verhüllte ihn. "Es ist eine mächtige und gefährliche Magie, die die Toten am Leben erhalten kann. Ich frage mich manchmal, warum die Menschen so am Leben hängen, dass sie sich selbst in solche Monstrositäten verwandeln um es zu behalten. Mein Volk ist da anders. Wir können akzeptieren, dass manchmal unsere Zeit abläuft. Manchmal müssen Andere, Weisere es uns erst sagen. Manchmal irren sich diese Weisen auch. Aber trotzdem gibt es für jeden von uns einen letzten Moment. Es ist die Zeit bis zu diesem Moment, der wichtig ist, nicht der Moment an sich." Markus versuchte im fahlen Licht des schwachen Mondscheins der durch die Wolken glitzerte zu erkennen wer dort saß. Das Gesicht war im unbekannt, doch er konnte die spitzen Ohren des Mannes sehen. "Ihr... seid ein Elf, nicht wahr mein Herr? Was tut ihr hier? Sind noch mehr Elfen gekommen um uns zu unterstützen?" Der Mann lachte kurz und trocken. "Nein. Ich bin nur hier um zu beobachten. Um zu sehen, wie du diese Herausforderung meisterst. Mein Herr verlangt von mir, genaueres über dich zu erfahren, Markus." "Über mich? Ihr müsst euch irren, Herr. Ich kenne weder euch, noch weiß ich wer euer Herr ist. Ich vermute ihr meint den Hauptmann, vielleicht habt ihr mich wegen meiner Rüstung für ihn gehalten. Ich bin nur sein Leibwächter. Hauptmann Roderich ist..." "Nein, Markus. Ich weiß genau wer du bist und wer du warst. Ich weiß auch was du tust, getan hast und vielleicht tun wirst. Die Frage ist nur, kannst du das erreichen, was du erreichen kannst? Oder wirst du versagen? Es wird mir eine Freude sein, diese Prüfung deines Willens..." der Elf blickte auf die untote Armee. "zu beobachten und deine Leistung zu beurteilen. Ein kleiner Hinweis: Stelle dich nicht zwischen Roderich und das Monster. Das Ergebnis wäre höchst... unglücklich. Ich muss jetzt gehen." "Einen Moment, Herr. Wie ist euer Name?" Die Gestalt lachte wieder kurz auf, ungläubig, aber dennoch tief amüsiert. Ein hässliches Geräusch. "Mein Name ist Faylanor. Faylanor vom weißen Turm."

Einige Stunden später sammelte sich die Armee Roderichs. Regimenter wurden geformt, Standarten erhoben und Uniformen gerichtet. Markus stand vorne in einem Regiment Schwertkämpfer neben Roderich auf seinem Ross. Die stählerne, polierte Rüstung wog schwer auf seinen Schultern. Aber der Streitkolben in seiner Hand gab ihm ein Gefühl der Sicherheit. Es wurden nur wenige Worte gesprochen. Selbst die sonst so lauten Feldwaibel beschränkten sich auf gemurmelte Anweisungen. Priester schritten durch die Reihen und segneten die Waffen. Roderich steckte seine gerade gesegnete Pistole weg, zog sein Schwert und deutete geradeaus. Die Armee setzte sich in Bewegung, in den Tod hinein.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 17.07.2008 - 11:42
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Markus hieb nach links und rechts, das Geräusch reißenden Fleisches belohnte ihn. Es kam ihm vor, als würde er schon Stunden gegen die untoten Horden kämpfen. Immer wenn er einen erschlug, kamen neue dazu. Mittlerweile trugen sogar einige von ihnen bekannte Uniformen. Die Männer des Imperiums wurden geradezu von der Masse toten Fleisches erdrückt. Nur um die Gruppe Sigmarpriester hatte sich ein Kreis gebildet, denn die Untoten nicht betreten konnten. Das unablässige Beten der Gottesmänner schien sie abzuhalten. In diesem Kreis wurden auch die Verwundeten gepflegt. „Musketen, Feuer!“ Endlich hatten die Musketenschützen ihre Waffen geladen und konnten mit einer Salve den bedrängten Hellebardieren etwas Entlastung verschaffen. Doch statt der erhofften Salve aus Blei, hörte Markus nur Schreie des Entsetzens. Riesige Fledermäuse hatten sich auf die Soldaten gestürzt und rissen sie in Stücke. Markus wandte sich ab, sich wohl bewusst, dass er ihnen nicht helfen konnte. Er hasste das Gefühl. Und obwohl sie schon lange kämpften, hatte sich noch niemand blicken lassen der die Untoten kontrollierte. Vielleicht wurden sie gar nicht kontrolliert, vielleicht war es dieses Land, dass die Toten wieder ausspuckte. Oder vielleicht war derjenige der sie kontrollierte bereits vernichtet und die Leichen wüteten jetzt unkontrolliert? Markus hatte keine Zeit mehr sich seltsame Gedanken zu machen, als die nächste Welle aus Toten in sein Regiment einschlug...

„Ich bin erstaunt, dass die Menschen sich so gut halten. In meinen jungen Jahren, waren sie wilde Barbaren ohne Ordnung und Disziplin. Vielleicht schaffen sie es tatsächlich die Burg zu betreten...“ Faylanor betrachtete aus der Ferne gebannt das Geschehen. Enttäuschung machte sich auf seinem Gesicht breit, als ein Regiment die Nerven verlor und das Weite suchte. „Vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls... der Junge macht sich gut. Obwohl er in der Mitte der Schlachtreihe in vorderster Linie steht, weigert er sich zu sterben. Hat das Väterchen vielleicht doch noch seinen Blick auf ihn gerichtet? Wer weiß, wer kann die wankelmütigen Götter des Chaos wirklich verstehen. Ich kann es nicht und ich hatte viel Zeit über sie nachzudenken.“ Eine Kanone explodierte mit lautem Donner, als das Pulver zu früh zündete. „Nein, ich denke sie werden etwas Hilfe benötigen.“ Der Elf wandte sich einer in Roben gehüllte Gestalt neben ihm zu. „Unterstützt sie mit eurer Magie, unterbindet die Beschwörungen der Untoten und sorgt dafür, dass sie in die Burg eindringen können.“ Die Gestalt verneigte „Ja, mein Fürst. Wie ihr befehlt.“ Schon nach kurzer Zeit konnte Faylanor spüren, wie der schwarze Wind des Todes abflaute.

Sie konnten nicht mehr lange durchhalten. Es waren zu viele. Jedes Mal wenn sie einen der Untoten zerschmetterten stand derjenige auf, denn das Biest getötet hatte. Diesmal hatte es Winkler erwischt. Ein Skelett hatte im sein Schwert in die Brust gerammt. Markus ging auf die Leiche zu und erwartete, das sie sich bewegte. Aber da war nichts. Keiner der Toten stand vom Boden auf. Als er sich umsah erkannte er, dass die Imperialen auf der ganzen Linie vorrückten, die Sigmarpriester an der Spitze, gehüllt in heiliges Licht. Irgendetwas war geschehen und das machte Markus misstrauisch.

„Ausgezeichnet. Die Imperialen werden in die Burg eindringen und die Aufgabe vollenden. Um den Jungen kann ich mich dann selber kümmern.“ Faylanor gestikulierte zu einem der Berobten. „Bereitet alles vor. Wir müssen noch vor ihnen die Burg betreten.“

Sie hatten die Wände der Blutfeste erreicht. Seltsame Stille umfing sie. Nur das Atmen seiner Kameraden, das Geräusch schwerer Stiefel im Matsch und das Klappern der Waffen. Warum wehrte sich niemand mehr. Sie konnten nicht alle Untoten bereits erschlagen haben. Dann ertönten Schritte aus dem Burghof und im Tor erschienen schwer bewaffnete Männer in rot lackierten Rüstungen. Eine erhob seine Waffe. „Ich fordere jeden, der wagt mich zu bekämpfen.“
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 25.10.2008 - 16:49 Edited 26.10.2008 - 22:04
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Markus zögerte einen Moment. Er musste diese Herausforderung annehmen. Alles ihn in schrie ihn an sich zu bewegen und sich zu stellen. Dennoch hatte er das Gefühl, dass er noch etwas warten müsste. Schließlich tat einer der Schwertkämpfer einen Schritt vor und schlug seine Waffe gegen den Schild. Das metallische Geräusch hallte durch das Torhaus und wurde von einem anderen metallischen Geräusch beantwortet als der rotgewandete Krieger sein Schwert gegen seinen Schild schlug und nach vorne schritt. Zwei Armlängen trennten die beiden Kontrahenten. Der Soldat, Miguel war sein Name wenn Markus sich recht erinnerte, war ein ehemaliger tileanischer Duellant. Er hatte gegen die Mächte des Chaos im Norden gekämpft, gegen die Orks im Osten und manchmal gegen die Bretonen im Westen. Nur sein hitziges Temperament und sein übermäßiges Verlangen nach Ruhmestaten hatten verhindert, dass er in einen höheren Rang befördert wurde. Dieses Verlangen war heute sein Tot, als der Rotgewandete mit seinem ersten Schlag den hölzernen Schild durch schlug, mit dem zweiten Miguels Schwertarm am Ellbogen abtrennte. Ein Moment der Stille trat ein, als der Rotgewandete einen Schritt zurücktat und Miguel beim sterben zusah. Er machte sich nicht die Mühe ihm den Gnadenstoss zu erteilen.
Ein weiterer Krieger in Rot trat vor und hob seine Waffe. „Ich fordere jeden, der wagt mich zu bekämpfen.“ Dieses mal trat niemand vor und Markus spürte die Blicke auf ihm ruhen. Er war der Leibwächter, es war seine Pflicht den Kampf aufzunehmen, sich der Herausforderung zu stellen. Er setzte einen Schritt nach vorne und hob langsam seine Waffe. Galle machte sich in seinem Mund breit. „Genug!“ hallte eine kräftige Stimme heran und eine massige Gestalt in schwerer Rüstung bahnte sich seinen Weg durch das Gemenge. Der Mann in der Rüstung war alt, geradezu ehrwürdig, seine Waffe, seine schweren Kriegshämmer waren bedeckt mit untotem Blut und seine Schritte zeugten von aus Glauben geborener Selbstsicherheit. Es war Pater Johann, der Anführer der Abteilung Sigmarpriester, die die Armee begleiteten. „Ihr untoten Schrecken werdet diese Diener des Sigmars nicht terrorisieren. Wenn ihr diese jungen Seelen wollt, müsst ihr erst an diesem alten Mann vorbei.“ Um seine Worte zu unterstreichen griff er mit jeder Hand einen der Hämmer und deutete auf den Rotgewandeten der die Herausforderung ausgesprochen hatte. Dieser nickte nur und nahm Kampfhaltung ein, Schild nach vorne gerichtet, sein Schwert zum Stich über den Kopf erhoben. Pater Johann ließ seine Arme sinken und stand entspannt dar, seine Augen halb geschlossen und fing an ein leises Gebet zu murmeln. Der Rotgewandete war verwirrt, als ob er nicht begreifen wollte was der Alte da tat. Er sprang auf den Priester zu und schwang sein Schwert in weitem Bogen. Mit einer Geschwindigkeit und Eleganz die seinem Alter lügen strafte parierte der Pater den Schlag. Ein Schildstoß sollte im seinen sicheren Stand kosten, doch Johann tat nur einen Halbschritt zurück und nahm dem Schlag seine Wucht. Immer noch betend erhob er nun sein Gesicht zum Himmel und mit den letzten Worten des Deus Sigmar brach eine Säule aus Licht aus dem Himmel und badete Pater Johann in seinem Schein. Licht erglomm aus seinen Hämmern und heilige Flammen brannten aus seinen Augen. „Spüre den Zorn Sigmars, untotes Gezücht.“ Mit mächtigen, zornigen Hieben seiner Streithämmer drang Johann auf den Rotgewandeten ein, ließ mit jedem Schlag mehr Kraft in seine Hiebe gleiten. Seinem Gegner blieb nichts als zurückzuweichen, den Schild zu Schutz erhoben. Doch auch ein starker Schild kann nicht lange vor solcher Kraft bestehen, schon bald zeigten sich erste Sprünge. Ein letzter Hieb zertrümmerte den Schild endgültig und zerbrach den darunter liegenden Arm, der jetzt in einem unnatürlichen Winkel abstand. Der Rotgewandete gab keinen Laut von sich. Auch nicht als der nächste Hieb seinen Brustkorb eindrückte und eine rotglühende Sigmar-Rune auf seiner Kleidung hinterließ. Auch nicht als die Rune in helle Flammen ausbrach und seinen Körper verschlang. Pater Johann erhob seine Waffe „Ich fordere jeden, der wagt mich zu bekämpfen.“ Die Rotgewandeten wandten sich ab und kehrten in die Burg zurück. „Wir müssen ihnen folgen und sie ausrotten.“ murmelte Roderich. Pater Johann nickte nur.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 16.11.2008 - 23:26 Edited 16.11.2008 - 23:32
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Schnell wurden die Truppen zurückbeordert um in sicherer Entfernung zur Burg abzuwarten. „Aber Herr, warum stürmen wir nicht einfach die Burg? Wir sind ihnen zahlenmäßig weit überlegen!“ fragte ein Leutnant aus Roderichs Stab. „Wir sollten sie einfach mit unserer Masse erdrücken. Sie können uns nicht alle zusammen besiegen.“ Eine schallende Ohrfeige ertönte und der Leutnant taumelte zurück, hielt sich erschrocken die aufgeplatzte Lippe. „Hast du nicht gesehen, was dieses Monster mit Miguel gemacht hat? Er war der beste Schwertkämpfer seines Regiments. Verdammt, er hat selbst dem alten Waibel Orrsik ein paar Tricks gezeigt. Wenn ich meine Soldaten da in Masse hineinschicke, verschwende ich ihre Leben. Nein...“ Roderich atmete tief ein. „Nur die Soldaten, die mit solchen Situationen Erfahrung haben, Soldaten denen ich im Angesicht des Todes vertrauen kann, kommen mit. Du...“ und damit zeigte er auf den Leutnant der immer noch sehr verwirrt aussah. „... wirst deshalb hier bleiben.“ Pater Johann stand in der Nähe und betrachtete das geschehen. „Wir werden uns euch gerne anschließen Hauptmann. Meine Brüder und ich brennen darauf diese untote Brut dem heiligen Feuer zu übergeben.“ Roderich sah den alten Krieger an und nickte. „Ich hatte gehofft das ihr euch uns anschließt, Pater. Wir werden Sigmars Hilfe heute mehr brauchen den je.“ Pater Johann tat einen Schritt nach vorne und verneigte sich. „Und ihr werdet seine Hilfe erhalten, denn eure Taten sind gerecht und des Sigmars würdig. Bitte, lasst mich eure Waffen in seinem Namen weihen.“ Roderich nahm seinen Schwertgurt ab und überreichte sie dem Priester, welcher damit schnellen Schrittes das Zelt verließ, gefolgt vom jungen Leutnant der froh schien sich aus der Affäre verziehen zu können. „Werde ich auch dabei sein, Hauptmann?“ Roderich zuckte zusammen. Nach einer Weile gewöhnte man sich so sehr an einen Leibwächter, dass man ihn nicht mehr wahrnahm. „Natürlich Markus. Du hast in den letzten Schlachten gezeigt, dass die Untoten dich nicht Schrecken und du bist ein guter Kämpfer. Unerfahren, aber talentiert. Du kommst mit.“ „Dann werde ich mich bereit machen, Hauptmann.“ Als Markus das Zelt verließ, hatte Roderich das ungute Gefühl ihn bald nie wieder zu sehen.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 17.11.2008 - 23:48
[43.]
Zwanzig Männer wurden versammelt, dazu Roderich, Markus und die Priester des Sigmar. Diese zwanzig Männer waren wirklich die erfahrensten und abgebrühtesten Mistkerle die das Roderichs Truppe zu bieten hatte. Waibel Orrsik, der alte Haudegen hatte schon kämpfe an allen Grenzen überstanden und hatte schon gegen Orks gekämpft als Roderich noch ein junger Knabe war. Ein guter, ehrlicher Soldat. Gemeiner Mühller war ein anderes Kaliber. Ein dreckiger Raufbold, der seinen Sold regelmäßig verspielte und verhurrte. Er kämpfte nicht aus Überzeugung oder aus Pflichtgefühl, sondern weil er gerne tötete. Schon mehrfach stand er wegen Mord und Totschlag vor Gericht, doch immer hielt das Militär seine schützende Hand über ihn. Er war ohne Frage ein brutaler und effektiver Mörder. Unteroffizier Heinrichs wiederum war das Glanzlicht seiner Kompanie. Ein Mann mit natürlichem Charisma und ohne jede Furcht. Berühmt wurde er, als er angeblich einen Chaoschampion zum Zweikampf forderte um ihn von der Hauptschlacht abzulenken. Die Narben aus diesem beinahe tödlichen Kampf trug er voller Stolz. Aber die einzigen, die wirklich voller Überzeugung und mit Vorfreude in dieser Gruppe standen, waren der Gemeine Haarkson und Knappe Freder. Haarkson hatte immer Geschichten erzählt, dass seine Familie von den wandelnden Toten ermordet wurde. Er hatte gebettelt und gefleht und schließlich hatte sich Pater Johann für ihn verbürgt und die Reinheit seines Hasses bestätigt. Freder wollte sich einfach nur von seiner Schuld reinwaschen. 28 einfache Männer gegen die untoten Schrecken in dieser schwarzen, unerbittlichen Festung die sich drohend gegen den Schein des Morrslieb abhob.
Die Priester machten die Runde, sangen ihre heiligen Verse und träufelten geweihtes Öl auf die Waffen der versammelten Soldaten. Pater Johann segnete ihre Häupter mit heiligem Wasser. Roderich schnallte sich seinen Waffengurt wieder um und blickte einen Moment verwirrt auf seine Pistole. „Pater Johann. Ihr habt meine Pistole geweiht. Ich wusste nicht, dass Sigmarpriester diese modernen Waffen gutheißen.“ Der alte Pater lächelte kurz bevor er seine Miene wieder unter Kontrolle brachte. „Hauptmann, ich denke das Sigmar es gutheißt, wenn tapfere Männer in seinem Namen in den Kampf gegen das Böse ziehen, egal ob mit Hammer, Bogen, Schwert oder Pistolen.“ Er senkte seine Stimme etwas und legte seine gepanzerte Hand auf die Schulter des Hauptmannes. „Außerdem denke ich, dass wir jedes bisschen Hilfe da drinnen brauchen werden. In meinem Alter sieht man über solche Kleinigkeiten wie die Anweisungen der Erzlektoren hinweg, wenn es dem Willen Sigmars dient. Und nun sollten wir aufbrechen.“ Roderich nickte nur und bedeutete seinen Soldaten sich bereit zu machen. Langsam setzte sich die Truppe in Bewegung und verschwand im dunklen Torbogen der Festung. In der Ferne schüttelte ein junger Offizier den Kopf, was einen scharfen Schmerz durch sein Gesicht jagte. „Diese Verrückten sehen wir nie wieder. Die werden alle in dieser verrotteten Festung sterben wie Vieh.“ Der junge Offizier lächelte.
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 18.11.2008 - 17:33
[44.]
Schlösser, Burgen und Festungen waren dunkle, ungemütliche Orte. Kalter, zugiger Wind, nur das Licht einer brennenden Fackel oder eines Feuers, Wasser, das durch die Wände und Decken tropfte. Jede Wehrbaute war mehr oder minder ein Ort, der zur Verteidigung existierte, nicht zur Gemütlichkeit. Aber etwas an der Blutfeste war einfach nur grauenerregend. Roderich und seine Mannen hatten vieles erwartet. Aufgehängte Leichen, Seen aus Blut, heulende Untote, die ihnen das Fleisch von den Knochen reißen würden. Aber mit diesem hier hatten sie nicht gerechnet. Stille und Finsternis umgab sie wie ein Mantel. Es war diese Entnervende Ruhe, die ihre Sinne verwirrte. Immer wieder sahen sie Schatten die sich bewegten, rotglühende Augen in einer dunklen Ecke oder das Geräusch von Metall auf Stein. Aber da war nichts. Kein angreifender Untoter, keine tödliche Falle, kein Hinterhalt. Der größte Feind der Soldaten war ihre eigene Fantasie, die hinter jeder Ecke den Tod erwartete. „Verdammt noch mal, wo stecken diese Bestien? Sind sie zu feige sich uns zu zeigen? Trauen sie sich nicht, wie Männer zu kämpfen?“, Müllher schlug frustriert seinen Morgenstern gegen die Wand. „Kommt her, ihr Feiglinge! Ich fordere euch heraus! Zeigt eure miesen, kleinen Fressen, damit ich sie euch einschlagen kann, verdammt!“ donnerte seine Stimme durch das Schloss. „Müllher, reiß´ dich  zusammen.“ Brüllte Roderich ihn an, so dass der erfahrene Soldat zusammenzuckte. „Entschuldigen sie, Herr Hauptmann. Es ist... diese stille. Die macht mich fertig.“ „Sie macht uns alle fertig, Müllher. Weiter jetzt.“ Die Truppe hatte den Burghof längst überquert und war bereits tief in das Hauptgebäude eingedrungen. Vor ihnen drang Fackelschein aus einem Seitengang, der in den Tempel der Festung führte. „Dort, Hauptmann, Licht. Dort müssen sie sein.“ Flüsterte Orrsik und näherte sich der Abzweigung. Vorsichtig spähte er um die Ecke. „Bei Sigmars Hammer, ihr werdet es nicht glauben!“
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 19.11.2008 - 20:44
[45.]
Hinter der Abzweigung befand sich die prächtige Versammlungshalle. Ein großer Tisch, beladen mit Köstlichkeiten und exotischen Weinen, nahm den Löwenanteil des Raumes ein. Roter Brokat hing von den Wänden und von den majestätischen Säulen, die das gewaltige Kuppeldach abstützten. Jede erdenkliche Speise konnte man auf diesem Tisch finden, würde man nur lange genug zwischen den Karaffen, Schalen, Platten und Tellern suchen. Ein prasselndes Kaminfeuer tauchte die ganze Szenerie in warmes, gemütliches Licht. „Seid willkommen, tapfere Krieger.“ Eine großgewachsene Gestalt in einem leichten Plattenharnisch trat hinter der Tafel hervor und verneigte sich formvollendet, wenn auch auf etwas altmodische Weise. „Mein Name ist Koros von Spreen, Ritter Bretonias und Mitglied der Blutdrachen. Es ist mir eine Ehre sie hier in meiner bescheidenen Behausung willkommen zu heißen.“ „Deine Behausung?“ Stieß Pater Johann hervor. „Belästige uns nicht mit deinen Lügen, Dämon. Du hast alle Menschen in diesen Mauern wie Vieh abgeschlachtet oder ihnen die Seele geraubt und zu deinen Sklaven gemacht.“ Noch einige Sekunden hallte die donnernde Stimme des Priesters durch den Saal und eine unangenehme Stille trat ein. „Gut gesprochen, Priester. Ja, zum Teil habt ihr Recht. Ich habe all jene hier getötet, die nicht würdig waren sich Ritter zu nennen. Jene, die mir einen guten Kampf lieferten, schenkte ich ein zweites Leben. Aber, ich habe nicht alle Menschen hier getötet. Habe ich nicht diesen Jungen dort...“ Er deutete auf Freder, welcher sich im langsam näherte „entkommen lassen, damit er euch zu mir bringt? Das hast du gut gemacht Junge.“ Freder lächelte seinen Meister an. Pater Johanns Miene verfinsterte sich. „Freder, die bist ein Knappe, ein Ritter in Ausbildung. Bei Sigmar, warum verrätst du alles, was uns heilig ist?“ Freder wirbelte herum, blanker Hass in seinen Augen. „Meine Meister? Die, die mir die Ausbildung verweigert haben? Die, die sagten, ich sei nicht reif ein Knappe zu werden? Die mich entehrt nach Hause schicken wollten? Ich spucke auf diese Narren! Sie haben nicht erkannt, was ich leisten kann, wozu ich fähig bin!“ „Doch, mein Junge.“ Sagte Roderich mit ruhiger, trauriger Stimme. „Genau das haben sie in dir erkannt.“
Parent - By Master_Death (Sieger 2. Fan-Fiction-Wettbewerb) Date 10.12.2008 - 15:11
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„Genug jetzt mit diesem kleinlichen Geplänkel. Setzt euch, Krieger. Betrachtet euch als meine Gäste. Kämpfen können wir später auch noch, aber erst mal, lasst uns etwas essen.“ Koros setzte sich elegant auf einen Sessel am Kopfende der Tafel und bedeutete seinen Gästen sich ebenfalls zu setzen. Pater Johann bebte, „Nein, Dämon. Wir werden uns nicht setzen, wir werden nicht mit dir speisen, wir werden uns nicht mit dir unterhalten. Ziehe deine Klinge und empfange deine Strafe durch Sigmar´s gerechten Zorn!“ Die Soldaten um ihn herum schienen ebenfalls nicht all zu erpicht darauf zu sein, einen Bissen zu nehmen und klammerten sich an ihren Waffen fest. „Das ist bedauerlich, Priester. Aber gut. Als guter Gastgeber, werde ich den Wunsch meine Gäste natürlich erfüllen. Kommt, meine Kinder, lasst den Kampf beginnen.“ Aus allen Schatten, hinter Säulen und aus Ecken traten die untoten Diener des Vampirs. Gerüstet in Rot und bewaffnet mit sauber glänzenden Klingen. Einer aus der Schar erhob seine Waffe. „Ich fordere jeden, der wagt gegen mich zu kämpfen!“ Pater Johann lachte schallend auf. „Und euch die Ehre erweisen? Nein, wir kämpfen nicht zu euren Bedingungen. Wir kämpfen wie es imperiale Soldaten tun, als Einheit, als Ganzes. Söhne des Sigmars! Für das Imperium!“ Und mit einem vielstimmigen Schrei, stürmten die Söhne Sigmars auf ihre Feinde ein. Als Einheit, als Ganzes.

Die Szenerie glich einem Alptraum aus Schatten, Blut und blitzenden Klingen. Die Imperialen hatten einen Kreis in der Mitte des Saales gebildet. Die ehemals edle Tafel lag nun zersplittert an einer Seite, jetzt nicht mehr als eine Barrikade die es zu halten galt. Wie viele der Untoten sie angriffen war schwer zu sagen. Sie schlugen unmenschlich schnell zu und zogen sich wieder in die Schatten zurück. Nur Koros und Freder standen am entfernten Ende der Halle und beobachteten den Kampf.
Ein schneller Schlag, Blut spritze an die vormals weiß-marmornen Wände. Ein weiterer Soldat fiel sterbend zu Boden. Sofort drängte einer seiner Kameraden nach vorne um seinen Platz einzunehmen. Die Priester hielten ihre Stellung mit heiligen Gebeten und schweren Hammerschlägen, aber immer wenn sie sich auf eine Angriffsrichtung einstellten, änderten die Untoten ihre Taktik. Aber auch an den rotgewandeten Angreifern waren die Kämpfe nicht spurlos vorbeigegangen. Ein Ritter wurde von einem Armbrustbolzen in den Hals getroffen und obwohl er noch Minuten weiterkämpfte, wurde er langsamer. Langsam genug, so dass ein tapferer Hellebardier ihn an die Barrikade nageln konnte. Die Asche des Untoten lag nun zerstampft und verteilt auf dem Boden herum. Einer seiner Brüder stürmte wagemutig vor, als Orrsik vor Panik in das innere der Formation zurückwich, nur um sich dann grinsend umzudrehen. Klingen und Knüppel von allen Seiten hackten das unheilige Wesen in Stücke. Der Widerstand der Imperialen sammelte sich um Roderich und Pater Johann und es schien als sei keiner von ihnen gewillt eine Niederlage hinzunehmen.
„Genug!“ Das Wort war leise, fast geflüstert. Sofort brachen die Kämpfe ab, als die Untoten Abstand zu der Formation hielten. Koros blickte Roderich an. „Hauptmann, eure Leistung ist bewundernswert, eure Taktik fehlerlos. Ich hätte nicht gedacht, dass ihr so lange durchhalten würdet. Ihr seid ein würdiger Gegner und ich verspreche euch, so wahr ich ein Blutdrache bin, euch alle Ehren zuteil werden zu lassen, wenn das hier vorüber ist.“ Koros wandte sich Freder zu, der immer noch in seiner Nähe wartete ohne einen Finger zu rühren. „Nun Freder, es wird Zeit, dass du mir deine Loyalität beweist. Fordere den Hauptmann zu einem fairen Duell und bringe mir seinen Kopf. Dann soll die Belohnung dein sein.“ Obwohl seine Gesichtsfarbe Bände sprach, nickte der junge Knappe kurz und näherte sich seinem Ziel. „Hauptmann Roderich. Ich fordere euch zu einem Duell auf Leben und Tod heraus!“ Markus machte einen halben Schritt nach vorne um an Roderichs statt zu kämpfen, doch er war zu langsam. „Kleiner Knabe. Denkst du wirklich das du gegen den Hauptmann so einfach kämpfen darfst?“ Müllher baute sich vor dem Knappen auf. „Dieser Mann hat uns durch die Hölle geführt. Er war immer fair und hat mich weiß-Sigmar-wie-häufig aus dem Gefängnis geholt. Er hat schon gegen Orks und Tiermenschen gekämpft, als du nicht mehr als das lüsterne Glitzern in den Augen eines Stallburschen warst. Und du meinst, du kannst hier einfach fordern wen du willst? Zeig erst mal, ob du mit Abschaum wie mir klarkommst, bevor du dich an Edlerem versuchst.“ Müllher schlug den Morgenstern gegen seinen Schild und ging schnellen Schrittes auf Freder zu, der jetzt deutlich weniger zuversichtlich aussah als noch Sekunden davor. Dennoch nahm er eine vorbildliche Kampfhaltung ein. Eine Kampfhaltung wie sie Müllher so gut kannte, von all den zarten Adligen die er so gerne verprügelte. Sie waren sich immer so sicher, dass ihr Schwert die Spitze der Waffentechnik war und ein Morgenstern eine Waffe mit der man nur blind dreinschlagen konnte. Sie wussten nicht, wie viel Finesse man wirklich brauchte, um eine schwere Eisenkugel an einer Kette zu kontrollieren. Welche hinterhältigen Tricks möglich waren, wenn man um die Ecke schlagen konnte und einem solche Kleinigkeiten wie eine Parade oder ein Schild egal war. Müllher kannte all diese Kleinigkeiten aus langer, blutiger Erfahrung. Freder würde diese Feinheiten nie erlernen. Er erwartete den ersten Schlag für eine Parade und einen Gegenangriff. Er deckte den Oberkörper, wie er es gelernt hatte. Seine Parade kam zu spät, seine Beinarbeit war nachlässig. Die Eisenkugel traf sein Bein knapp oberhalb des Knies mit einem hässlichen Knirschen. Freder schrie auf, als sein Bein das Gewicht seines Körpers nicht mehr halten konnte und er seitlich wegkippte. Man musste dem jungen Adligen zugute halten, dass er trotz der Schmerzen sein Schwert fest in der Hand hielt, selbst als Müllher seinen Fuß auf das Blatt des Schwertes stellte und es somit am Boden hielt. Der Soldat machte sich nicht die Mühe noch einmal seine Waffe zu bemühen, sondern brachte Freders Schreie mit einem kräftigen Tritt an die Schläfe zum verstummen. Müllher spuckte auf den Boden, bevor er sich wieder in die Formation einreihte.
Koros klatschte  in die Hände. „Eine vorzügliche Vorstellung. Es scheint, als wären da echte Krieger in ihrer Truppe, Hauptmann. Schade um den armen Jungen, er hätte ein guter Ritter werden können.“ Koros zuckte mit den Schultern und zog langsam sein Schwert. „Nun ist es wohl an mir. Hauptmann Roderich von Liechtenau, bitte gewährt mir die Ehre eines Duells.“

Roderich rührte sich nicht von der Stelle und langsam richteten sich alle Blicke auf Markus. Jetzt musste er also alles in die Waagschale werfen, zum ersten Mal an der Stelle eines anderen kämpfen. Dieses Gefühl war falsch, es war nicht gut. Langsam machte er einen Schritt auf die blutrote Gestalt Koros´ zu. Es war, als würde er überall in seinem Hirn nach Gründen suchen, nicht zu kämpfen. Er fand einen. „Stelle dich nicht zwischen Roderich und das Monster.“ Hatte der Elf gesagt. Markus blickte zu seinem Hauptmann und schüttelte kurz den Kopf. Er wusste, dass es jetzt kein zurück gab. Er war jetzt ein Verräter, er hatte einen Befehl verweigert, einen Schwur gebrochen. Für einen Moment huschte Zorn über Roderichs Gesicht, gefolgt von traurigem Verständnis. „Nun denn, Monster. Lass´ uns kämpfen, ehrbar und als gleiche.“ Erwiderte Roderich die Forderung und machte seinen Schild und sein Schwert bereit. Alle Augen waren nun auf diesen Kampf gerichtet, niemand beachtete den entehrten Soldaten der nun klammheimlich in einen Seitengang verschwand.
In der Finsternis der Festung hörte Markus den Klang von Stahl auf Stahl. Nicht wie in einer Schlacht, als schnelle Abfolge von Tönen, sondern langsamer, geordneter. Irgendwie klang ein Duell schön. Markus suchte nach einem Ausgang, er musste weg, bevor er gefangengenommen wurde. Die Strafen für Befehlsverweigerung waren hart. Noch ein Schlag, etwas schneller als die vorherigen. Diesmal kein Stahl auf Stahl, sonder Stahl in weiches Fleisch. Ein Schmerzensschrei. Es musste Roderich getroffen haben. Diese untoten Bestien schrieen nicht, wenn man ihr Fleisch zertrennte. Das Geräusch des Kampfes war verklungen und man konnte Koros sprechen hören. Jeglicher Anschein von Anstand und hoher Geburt war aus seiner Stimme verschwunden. Markus konnte die Worte nicht verstehen, aber der Klang des triefenden Hohns trug durch die Gänge bis in seine Ohren. Das Duell war entschieden, das Monster hatte gesiegt. Der scharfe Knall einer Pistole, gefolgt von Stille. Ein Schrei voll unmenschlichen Hasses, ohrenbetäubend laut.
„Du hast gute Arbeit geleistet, Markus.“ Markus befand sich in einem Säulengang. Mondlicht erhellte große Teile des Weges und hüllte andere in Schatten. „Genau wie mein Meister es vorhergesehen hatte. Das Monster wurde vernichtet durch die Hand eines Menschen. Ein weiterer Schritt zur Macht ist getan.“ Eine berobte Gestalt trat aus dem Schatten. „Herr Elf, ihr seit es. War das alles euer Werk hier?“ Die Gestalt schlug seine Kapuze zurück und enthüllte die makellosen Züge Feylanors. „Ja, Markus. Alles was begonnen hat, findet ein Ende. Heute ist es das Ende deiner und meiner Geschichte. Du hast sie begonnen und wie mein Herr es geplant hat, wird sie heute enden.“ Markus gefielen die Worte des Elfen nicht. „Was meint ihr. Ich kenne euch doch kaum. Was für eine Geschichte sollten wir schon haben.“ Kurz musste Feylanor kichern, voller Häme und Irrsinn. Dann verzehrte sich sein schönes Gesicht zu einer Fratze blanken, dämonischen Hasses und er schlug seine Robe zur Seite. Vielfarbene Tentakel wanden sich aus der Öffnung und ein grässlich verstümmelter und verrotteter Körper erhob sich auf vogelartigen Beinen zu einer beeindruckenden Höhe. Kleine Dämonenfratzen entsprangen aus der Brust des Elfen und sangen Verse in einer hässlichen, fremden Sprache die einem Menschen die Ohren Bluten lassen, während ein Paar krallenbewehrter Hände einen elegant geschwungenen Zweihänder zum Angriff erhoben. „Erinnere dich, Markus! Du hast mich erschaffen!“
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„Ich habe dich erschaffen? Wovon redest du, Monster?“ „Monster?“ Ein irres Kichern erklang aus Feylanors Mund. „Ist der das Monster, der den Hund zum töten abrichtet oder der Hund selber? Ist das Schwert Böse oder der Mann der es führt. Du hast mich erschaffen, verstümmelt, gezwungen meine Seele zu verkaufen. Mein Meister hat mir versprochen, dass ich dich töten und dann meine Freiheit, mein Leben wieder kriegen, werde. Nur einige Hundert Jahre Knechtschaft und jetzt ist es soweit. Wie sehr habe ich diesen Moment herbeigesehnt. Dein verdammtes Väterchen kann dir nicht helfen. Die Chaoswüste ist weit weg.“ Die Abscheulichkeit die einmal ein Schwertmeister von Hoeth war, machte einen Schritt auf Markus zu der langsam zurückwich. „Väterchen? Von wem redest du? Du bist ja wahnsinnig!“ Verzweifelt suchte Markus nach einem Fluchtweg. Doch was war das? Ein Lachen? Ja, tatsächlich, jemand lachte da. Nicht höhnisch, nicht bösartig. Nicht das gemeine Kichern Feylanors. Es war ein warmes, herzliches Lachen voller Zuneigung. Markus kannte dieses Lachen irgendwoher. Auch Feylanor nahm das Geräusch war, doch auf ihn war die Wirkung ganz anders. „Nein! Neinneinnein! Wie kommt er hierher? Wie... der Gegenzauber!“ Feylanor rannte zwischen den Säulen hindurch auf den Innenhof der Festung und starrte in den Himmel. Seine geschärften Sinne, die in der Lage waren die Winde zu lesen erkannten die volle Tragweite seines Fehlers. Er hatte seinen Dienern befohlen die Magie der Vampire zu unterbrechen, um den Imperialen zu ermöglichen in die Festung einzudringen. Doch der Riss in der Realität, durch den die Winde der Magie in das Reich des Chaos zurückgesandt wurden, war immer noch geöffnet. Und obwohl immer noch sechs der Winde gebannt wurden, flossen nun der Wind des Lebens und der des Todes zurück. Und es waren nicht die dünnen Bänder von Magie die Feylanor kannte, sondern zwei mächtige Ströme, die sich zu einem einzelnen, grün-schwarzen Band vereinigten. Dieser Wind fühlte sich falsch an, verdorben, ungesund, krank. Es war die Essenz Nurgles die aus dem Reich des Chaos schwappte wie eine ölige Flut und sie traf die Erde direkt vor Feylanors Füßen. „Der Plan... er war perfekt. Das kann nicht sein!“ Brüllte der Elf als der Boden vor ihm sich langsam zu einem winzigen Loch perfekter Schwärze öffnete. Ein einzelner, feister Arm quetschte sich durch die Öffnung in der Realität, gefolgt von einem gewaltigen, beulenübersäten Schädel. Ein zweiter Arm kam zum Vorschein und krallte sich in das Erdreich. Mit einem gewaltigen Ruck zog sich die ekelerregende Gestalt vollständig aus dem Warp heraus und erhob sich zu seiner vollen Größe. „Seid gegrüßt, liebe Kinder. Der alte Onkel Ygothor muss sich mal kurz mit euch unterhalten.“ Der fette Wanst des Großen Verpesters wackelte mit jedem Wort. Feylanor wich derweil zurück. Mit einer Inkarnation Nurgles konnte er sich nicht messen. Gedanken rasten durch sein geschundenes Gehirn, wie er aus dieser Sache rauskommen könnte. „Ah, Markus. Dich habe ich ja ewig nicht gesehen. Es scheint, als hättest du deine Aufgaben mit Bravour gemeistert. Väterchen ist sehr zufrieden mit dir. Und da du seine Prüfung bestanden hast, kriegst du deine Belohnung, wie ausgemacht. Komm´ mal zum alten Onkelchen!“ Ygothor öffnete seine Arme wie ein Vater für ein braves Kind. „Ich... Monster... Verschwinde, Ungetüm!“ Stotterte Markus hervor, nicht mehr Herr seiner Sinne. In einer sehr menschlichen Geste schlug sich Ygothor mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Ich hatte das ja ganz vergessen! Du erinnerst dich ja an nichts mehr. Na, dass haben wir gleich.“ Er deutete auf Markus und ein Strahl reiner Energie schoss aus seinem Finger. Er traf den schlotternden Soldaten direkt zwischen die Augen und in einer Sekunde brannte sich die Erfahrung von Hunderten Jahren in Markus Geist. Sein Vater, Grezhal, die Wanderung durch die Chaoswüste, Arkzhal der Seelenlose, der Troll, Anthracis dessen Rüstung er erbte, Fectus der ihm soviel beibrachte, der Kampf an der Seite des ewig Auserwählten und unzählige Kämpfe, die er vor so langer Zeit bestand. All das erlebte er in dem Bruchteil einer Sekunde und drohte seinen Verstand zu zerreißen. Aber das Lachen hielt in zurück, stützte ihn. Ygothor schmunzelte als der junge Mensch vor ihm zusammenbrach und schwer atmend auf dem Boden lag. „Nun, Markus der Madige. Du hast die Prüfung des Väterchens bestanden. Was für eine Belohnung wünscht du dir?“ Langsam erhob sich Markus wieder und starrte dem Großen Verpester ins Gesicht. „Väterchen! Ich will, was mir zusteht. Ich will Macht!“

Die wabbelnde Gestalt des großen Verpesters kratzte sich einen Moment am Kinn, bevor er breit grinste. „Wenn es das ist was du wünscht... dann sollst du es kriegen, mein Junge.“ Ygothor reckte seine Arme in die Höhe und rief seinen Meister in der dunklen Sprache an. Es war als ob der Himmel aufriss wie eine eiternde Verletzung und brackige Flüssigkeiten quollen aus dieser Wunde in den Sphären. Markus wurde in einer Welle unnatürlicher und mutierender Energie gebadet als der Regen sich über ihn ergoss. Sein Körper dehnte und streckte sich. Die Haut seines rechten Armes schälte sich vom Fleisch und seine Fingernägel verwuchsen zu drei langen Klauen. Die sich schälende Haut wuchs sofort wieder nach, nur um ein weiteres mal abgerissen zu werden. Und mit jeder Schicht wurde der Arm dicker und massiger. Alle Haare die den Schädel des jungen Kriegers zierten, fielen aus und auf seiner Stirn sprossen 3 dunkelgrüne Eiterbeulen, dass Mal seines neuen und alten Herrschers. Markus blickte an sich herab und erkannte seinen Körper wieder, der Körper den er vor so langer Zeit bereits einmal besessen hatte.
Ygothor lehnte sich etwas. „Nun, mein Junge, ist das genug?“ Markus brüllte mit heiserer, staubiger Kehle. „Ich will mehr!“ Das tiefe Lachen des Verpesters hallte durch die Festung. „Und mehr sollst du kriegen, junger Krieger!“ Ein weiteres Mal rief der große Dämon seinen Meister in der dunklen Sprache an und die Wunde in der Realität wurde größer. Für einen Moment schien es, als würde ein gewaltiges Blutunterlaufenes Auge durch diesen Riss blicken, wie durch ein geöffnetes Fenster, bevor Ygothor den wiedererwachten Champion kurz mit einem Finger berührte. Eine gewaltige Welle dämonischer Energie traf Markus wie ein Kriegshammer. Wieder brannte seine Haut wie Feuer, aber diesmal war es nicht nur sein Arm, sondern jeder Zentimeter Haut auf seinem Leib. Eiserne Stacheln bohrten sich durch seine Haut und sein Körper nahm eine kantige Gestalt an, als seine alte Chaosrüstung von innen heraus aus seinem Körper wuchs. Das Grass unter seinen Füßen verdorrte und zerfiel innerhalb von Sekunden zu Staub. Selbst die Steine der Gebäude um ihn herum verwitterten und verfielen. Die Schmerzen der Apotheose waren fürchterlich, dennoch fühlte Markus nur unsagbares Glück. Glück, dass er wieder bei seiner Familie war und das dass Väterchen wieder auf ihn blickte. Und so schnell, wie der Riss im Himmel entstanden war, verschwand er auch wieder. Von Onkel Ygothor war nichts mehr zu sehen. Schwer atmend hatte Markus Probleme sich auf den Füßen zu halten. Nur die Kraft seines Willens hinderte ihn daran ohnmächtig zu werden. Wo war Feylanor? Der verfluchte Elf war nirgendwo zu sehen, nur eine irisierende Feder war zu finden. Markus hob sie mit seiner Pranke auf und beobachtete, wie die dämonische Energie des Tzeentch in dieser Feder für wenige Sekunden der Aura des Verfalls widerstand, bevor sie zu Staub zerfiel. „So ergeht es allen, die ihre Macht auf Intrige und Planung basieren. Ihre Pläne wenden sich gegen sie, wenn der unausweichliche Verfall von ihnen Besitz ergreift.“ Murmelte Markus während er seinen Streitkolben und seinen Schild aufhob. Er hatte sie irgendwie größer in Erinnerung.

Schnellen Schrittes stapfte Markus wieder in die Tiefen der Festung hinein. Er musste noch etwas erledigen, bevor er wieder in den Norden zurückkehren konnte. Markus wusste nicht mehr genau was. Es war schwierig in zwei getrennten Erinnerungen zu kramen, wovon eine Hunderte von Jahren alt war. Er kam in eine Art Festsaal, verwüstet. Leichen lagen auf dem Boden. Leichen und Staub. Überall war Blut. Der edle Tisch in der Mitte wurde umgeworfen, köstliche Speisen lagen im Dreck. Wie lange war es her, dass er solche Verwüstungen richtig genießen konnte. Markus lächelte. Dort... Stimmen im Gang rechts. Erinnerungsfetzen flogen durch seinen Geist. Der Kampf gegen den Vampir. Er hatte die Herausforderung abgelehnt und stattdessen... hatte jemand anders gekämpft. Ja, ein Mann denn er sehr geschätzt hatte. Markus Schritte beschleunigten sich als er den Stimmen folgte.
Roderich war verletzt. Er blutete aus zahlreichen Wunden, die er im Kampf gegen Koros davongetragen hatte. Er war eigentlich schon besiegt gewesen, aber ein glücklicher Schuss aus seiner gesegneten Pistole hatte dem Vampir den gar aus gemacht. Seine Sklaven waren danach in Raserei verfallen und hatten die meisten seiner Männer abgeschlachtet. Pater Johann und seine Sigmariten waren Tod. Jeder von ihnen hatte einen Vampir mit sich genommen. Seine Soldaten hatten meist weniger Glück gehabt. Nur der alte Orrsik, Unteroffizier Heinrichs und Müllher hatten es geschafft. Haarkson hatte sich tödlich verwundet auf den letzten Vampir gestürzt und in festgehalten, damit seine Kameraden die Bestie zerhacken konnten. Er war Sekunden später gestorben, ein friedliches Lächeln auf dem Gesicht. Eigentlich war jeder seiner Männer dem Tode näher als dem Leben und sie alle wollten nur noch raus aus dieser verdammten Festung. Hinter ihnen ertönten schwere Schritte. Metallisches Scheppern, offensichtlich jemand in schwerer Rüstung. Die Schritte kamen näher. „In Verteidigungsposition!“ flüsterte Roderich, aber seine Soldaten schienen die Schritte ebenfalls gehört zu haben und hatten sich bereit gemacht. Eine riesige Gestalt in schwerer Panzerung Schritt auf sie zu. Sein rechter Arm war gewaltig und umklammerte einen viel zu kleinen Streitkolben. Der Gestank war unbeschreiblich. Der Koloss stapfte an einer Fackel vorbei und so konnte Roderich einen Blick ihn werfen. Verwesendes Fleisch spannte sich über eine Rüstung, die sich durch das Fleisch des Kriegers bohrte. Glyphen und eitriger Schleim lief über die Panzerplatten und verlieh ihnen einen öligen Glanz. Anstelle eines rechten Armes, befand sich eine gewaltige, dreifingrige Klaue. Das Gesicht des Mannes war verzehrt zu einer lächelnden, haarlosen Fratze verziert mit den drei Kreisen des Seuchengottes. Chaos... und nicht nur das. Roderich hatte die Krieger der dunklen Götter bereits erlebt. Dies hier, war kein Krieger. Dies war ein Champion, ein Erwählter, vielleicht ein Herrscher seiner Art. Er kam näher wie der Tod, unaufhaltsam und wo erging, folgte ihm der Verfall. Fackeln erloschen und Steine verfielen zusehends. Holz wurde schimmelig und verkrümmte sich. In gemessenen Abstand kam der Krieger zum stehen und betrachtete die vier Soldaten. „Roderich! Ich wollte mich nur verabschieden.“ Roderich riss ungläubig die Augen auf, als er das Gesicht des Mannes erkannte. „Markus?“

„Ja, mein Hauptmann.“ Erwiderte Markus mit einem schmunzeln das sein Gesicht zu einer Fratze verzog. „Was ist mit dir passiert, Junge? Seid wann dienst du ihnen schon?“ Roderich hielt sein Schwert ruhig in seiner Rechten, trotz der Wunden die er erlitten hatte. „Schon seit vor meiner Geburt, Hauptmann. Aber seid gewiss, mein Dienst für euch war aufrecht und ehrlich. Ich wusste damals nicht, was ich bin, was meine Bestimmung ist.“ Roderichs Gesicht schien traurig und mit leiser Stimme fragte er, was er am meisten fürchtete. „ Wie viele meiner Männer hast du verdorben.“ Markus schüttelte den Kopf. „Keinen, Roderich. Ich habe dem Imperium gedient, wie es ein guter Soldat tun sollte. Aber das alles war nur ein Test mich zu stärken, mich reifen zu lassen. Meinem Meister war eine Lebenszeit in der Wildnis nicht genug, also schenkte er mir eine weitere Lebenszeit in der Zivilisation und ich habe gelernt Roderich, sehr viel.“ Markus Stimme war leise geworden, ein tiefes Raspeln, wie trockenes Laub. „Ich habe das Imperium gesehen, die Städte, ihre Armeen, ihre Gottheiten lernte ich kennen. Das Imperium ist schwach, Roderich. Du weißt das und ich weiß das. Auch eure Herrscher wissen es. Der Fall wird kommen, es ist nur eine Frage der Zeit. Und die dunklen Götter haben alle Zeit dieser Welt und der nächsten.“ „Schweig, Monster!“ Brüllte Roderich, seine Faust zitterte. „Das Imperium ist stark, wir sind stark. Die Söhne des Sigmars werden dem Chaos für alle Zeit entgegenstehen und wir werden nicht versagen!“ Markus nickte. „Du hast recht Roderich, ihr werdet nicht fallen. Solange das Imperium Männer wie dich haben. Männer die kämpfen, ohne die Konsequenzen in Betracht zu ziehen. Männer die keinen Zweifel kennen und die stark im Glauben sind. Aber ihr seid eine aussterbende Art. Der Verfall hat doch bereits begonnen. Wie viele eurer Herrscher suhlen sich in Luxus und Ausschweifung? Wie viele eurer Magier suchen nach verbotenem Wissen? Wie viele eurer Soldaten werden von Blutdurst und Mordlust heimgesucht? Wie viele eurer Kinder fallen Jahr für Jahr Seuchen und Krankheiten zum Opfer? Nur Männer wie du stehen der Macht der dunklen Götter noch im Weg. Und darum, werde ich dich töten, Roderich.“ Die Soldaten stellten sich vor ihren Hauptmann, bereit ihr Leben in die Waagschale zu werfen. „Aber nicht heute. Einen verwundeten Mann zu erschlagen, ist eines Champions nicht würdig. Weder einem Champion der dunklen Götter, noch einem Champion des Lichts. Wir werden uns wieder sehen Roderich, auf dem Schlachtfeld, im glorreichen Duell. Bis bald, Roderich.“ Markus stapfte mitten durch die Gruppe Soldaten hindurch. Ihre geschwächten Körper waren nicht in der Lage seiner pestilenten Gegenwart etwas entgegenzusetzen, während die Seuchen ihnen das Bewusstsein raubten. Am Tor versuchten ein paar Soldaten Markus mit erhobenem Speer aufzuhalten. Er wischte sie beiseite, wie Käfer. Vor ihm lag eine weite Reise. Er musste zurück in den Norden. Neue Getreue versammeln, alte Freunde wiedersehen. Die Zukunft lag vor ihm. Im Norden, im ewigen Krieg.

Ende
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